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L‘Isle sur la Sorgue, Roussillon, Gordes

Es ist wieder blauer Himmel, die Sonne scheint aber es weht ein extrem starker Wind, so dass wir die Räder heute in der Garage lassen. In L‘Isle sur la Sorgue starten wir mit dem Auto Richtung Roussillon. L’Isle sur la Sorgue ist voller kleiner Kanäle und wird umrundet durch Seitenarme der Sorgue. Es ist einiges los. Es gibt unzählige Restaurants in vielen Kategorien und ein Quai entlang der Sorgue. Ein wirklich schöner Ort, der ursprünglich mal als Anglerdorf entstanden ist. In der Sorgue und den Kanälen befinden sich unzählige Wasserräder.

Roussillon schmückt sich mit einer Plakette der schönsten Dörfer Frankfreichs am Ortseingang. Auf dem großen Platz sind nur noch sehr wenige Parkplätze frei. Der Eintritt in die Ockerlandschaft ist mit 2×3€ auch moderat und lohnt sich. Eine Stunden spazieren wir durch diese faszinierenden gelb roten Landschaften. Über den Ockerformationen ist der Mont Ventoux zu sehen. Da der Wind so stark bläst verfängt sich der Staub in de Klamotten und meine blaue Cordhose ist danach schön gelb eingefärbt. Auch der Ort auf dem Hügel gelegen ist wirklich sehenswert mit kleinen Restaurants, Bars, Ateliers.

Über winzige/schmale Strässchen geht es dann weiter nach Gordes. Auch hier empfängt uns die offizielle „schönste Dörfer Frankreichs“ Markierung. Wir kommen von der falschen Seite in den Ort. Google leitet uns auf diesem Weg, so dass wir erst einmal durch den Ort durch müssen und nicht gleich auf den großen Parkplätzen landen, die nur sehr mäßig belegt sind. Dafür muss diesmal ein aufwändiger Mechanismus an einem Apparat in Gang gesetzt werden, bis wir ihm ein Parkticket entlocken können. Der vor uns brauchte genauso ewig. Gut, dass sich aufgrund geringen Andrangs keine Schlange gebildet hat. Das schönste am Ort ist das Panorama, wie sich Gordes auf dem Hügel präsentiert und natürlich die Ausblicke rundrum in den Luberon und Roussillon in der Ferne. In einem schön gelegenen sehr einfach eingerichtetem Cafe gibt es Café au lait mit Ausblick.

Die letzte Etappe führt uns zu einem Freilichtmuseum – Village des Bories – mit Steinhäusern, die als Wohnung, Stall, Ofen etc. genutzt wurden. Die Steine werden gesammelt, dadurch wird landwirtschaftlich nutzbare Fläche geschaffen und die Häuser entstehen aus dicken Trockensteinmauern, die wieder aus geschichteten Steinen gebaut werden. Um 5 Quadratmeter bewohnbare Fläche zu schaffen werden 50 Tonnen Steine benötigt., ist auf einer Tafel zu lesen. Das Dorf wurde 1977 unter Denkmalschutz gestellt. Es ist die größte Ansammlung von Borie genannten provenzalischen Trockenstein-Rundbauten. Wenngleich typisches bauliches Kulturgut der Provence (so der Führer), so sieht man diese Art von Bauten außerhalb der Museumsfläche doch sehr selten.

So hätten die damaligen Bewohner eine Weg gefunden sich angepasst und respektvoll in die Landschaft zu integrieren. Bin mir nicht sicher ob das ihre primäre Absicht war oder ob einfach die Wahlmöglichkeiten nicht so riesig waren. Bis ins 19. Jahrhundert hätte man diese Bauform noch genutzt. Ob auch als Wohnhaus oder nur als Stall? Älteste Funde reichen bis ins 7. Jahrhundert.

A propos Umwelt und Klima. Es mangelt in dieser Gegen sicher nicht an Wind aber wir haben bislang kein einziges Windrad gesehen, weder von der Autobahn aus, noch im Rest der Landschaft. Auch Photovoltaik Anlagen gibt es trotz Sonne satt keine.

Ein wirklich gelungener Ausflug, der mit den Rädern zu aufwändig gewesen wäre, wenn man denn Zeit für die eigentlichen Attraktionen einplanen möchte.

L‘Isle sur la Sorgue, Quelle und Carpentras

In L‘Isle sur la Sorgue verlassen wir unser wunderschönes Appartement, ein provencalisches Haus, ganz für uns mitten in der Stadt und trotzdem völlig ruhig.

Mit den Rädern versuchen wir einer Komoot Runde zu folgen, was uns nicht gelingt. Wir finden dann trotzdem nach ein paar Kilometern die Quelle der Sorgue, Fontaine de Vaucluse. Es ist ein schöner Tag mit blauem Himmel und es ist so warm, dass die Jacken schon bald in die Tasche können. Das spektakuläre grünblaue Wasser der Sorgue zieht schon einige Touristen an, aber die riesigen Kiesparkplätze am Ortsrand sind noch völlig leer. Man kann sich vorstellen, was hier in der Hochsaison los ist.

Über Saumane-de-Vaucluse führt uns ein kleines Strässchen durch den durchgefrästen Fels hoch. Le Baucet liegt mal wieder ziemlich malerisch am Hang. In St. Didier entscheiden wir Richtung Carpentras weiter zu fahren. Das ist eine lebhafte größere Stadt wo es auch eine Patisserie mit Käsekuchen gibt. Außerdem eine Kathedrale an einem Platz mit mehreren Brunnen. Rund um die größere Stand gelingt es uns leider nicht so gut die richtigen Wege zu finden.

Aus Carpentras heraus landen wir schnell wieder auf der großen Verbindungsstraße mit breitem Radstreifen. Am Tor von Pernes les Fontaines suchen wir einen besseren Weg und vergessen die 41 Brunnen zu suchen und navigieren eisern den Berg hoch, landen dann aber auf einem ziemlich üblen Schotterweg mit Schiebepassage. Kurz vorm Canal de Carpetras kommen wir wieder auf geteerte Straßen. Das Viadukt über die Sorgue nahe bei der Quelle führt übrigens keine Bahn sondern auch den Canal de Carpetras.

53 km mit 600 Höhenmeter sind es so geworden.

Von Vence nach L’Isle sur la Sorgue

Quartierwechsel steht an. Nach vier Tagen in Vence haben wir uns ein Appartement in L‘Isle sur la Sorgue gebucht. Die 240 km meistern wir natürlich mit Auto aber nutzen den Tag um nochmal in Grasse auszusteigen und da ein bisschen durch die Altstadt zu laufen nachdem wir zuvor Teile der Strecke mit dem Fahrrad absolviert haben. So startet diese Reise wieder mit dem Panoramabild von Tourette sur Loup bis wir dann nach Grasse kommen. Erfreulicherweise ist noch recht wenig los. Schulkinder spielen Fußball auf dem zentralen Platz mit Blick auf die Kathedrale.

Wenn wir schon so weit in den Süden vorgedrungen sind, dann müssen wir auch noch einmal ans Meer. Wir peilen westlich von Cannes die kleine Stadt La Napoule mit großem Hafen an. Wir bekommen an einer einsamen Vorsaisonbar einen Café au Lait im Pappbecher, den wir gut festhalten müssen, denn der Wind ist ziemlich stark. Dort entscheiden wir spontan die Küstenstraße nach St. Raphael zu nehmen. Das kostet zwar eine Stunde extra aber wir haben ja Zeit und es ist ein derart sensationelles Panorama. Alle 5 Minuten könnte wir anhalten um noch ein Foto zu schießen. Das Esterel Gebirge mit den roten Felsen, die steil ins Meer abfallen, ist jede extra Minute wert.

Von St. Raphael nehmen wir dann wieder die Autobahn und kommen pünktlich um 18h an.

Zur Gorges du Loup und St. Paul de Vence

Wieder alle Vorhersagen ist der Himmel heute eher grau. Wir ziehen uns etwas wärmer an und machen uns mit den Fahrräder auf Richtung Gorges du Loup. Teilweise führt auch die Fahrradwege über die Hauptverbindungsstraße von Vence nach Grasses, teilweise sind sie so geführt, dass es zwar von der Straße über Seitenstraßen abgeht, dann aber steil nach unten und ebenso steil wieder zurück. Das drückt auf den Schnitt und zehrt an den Kräften. Ab Tourrettes sur Loup (erstes Foto, malerisch auf dem Felsen gelegen) bleiben wir dann auch auf der Hauptstraße bis Pont du Loup wo es zum Einstieg in die Schlucht. Die Brücke bei Pont du Loup existiert nur noch in Form riesiger Brückenpfeiler. Nach ein paar Kilometern aufwärts mit moderaten 5-7% sehen wir den ersten faszinierenden Wasserfall (Cascade de Courmes) mit tollen Farben und Formationen. Fast wären wir dran vorbei gefahren so unauffällig ist der Platz von der Straße aus. Beim zweiten Wasserfall (Cascade u Saut du Loup) gibt es dann Parkplatz und ein Restaurant und Eintritt. Von hier lassen wir uns durch die Schlucht wieder runterrollen und folgen dem Loup bis nach Colle sur Loup.

In Colle sur Loup ist noch wenig los, es ist Mittagszeit und wir finden für einen Café aus dem Pappbecher nur eine Creperie. Eine Crêpe gibt es dann auch noch dazu. Von dort suchen wir einen Weg nach St. Paul de Vence und müssen die verlorenen Höhenmeter wieder einholen.

Erwartungsgemäß ist in diesem Dörfchen voller Galerien, Künstler und Kunsthandwerker trotz Vorsaison ziemlich viel los. Wir schieben unsere Räder durch enge Gassen und blicken von oben auf den Friedhof ohne das Chagall-Grab zu suchen. Beim Rausfahren aus dem Ort (Richtung Vence) unterläuft mir leider ein Navigationsfehler. Wir verlieren fast die gesamten Höhenmeter und müssen alles wieder hoch bis nach Vence. Teilweise über ziemlich befahrene Straßen.

So haben wir über 54 km immerhin gute 900 Höhenmeter gesammelt.

Vence, Col de Vence und 7 Dörfer

63 km, 1100 Höhenmeter, moderat aber durchaus anspruchsvoll und wunderschöne Panoramen.

Heute nehme ich mein Reiserad, beim Aufpumpen stelle ich fest, das aus der Felge Wasser quillt. Wird sich hoffentlich wieder verziehen. Der Himmel ist strahlend blau. Auf der Terrasse ist es wunderschön warm und so bin ich erstmal unschlüssig wie warm ich mich anziehen soll. Ich entscheide mich für die Dreiviertel Radhose umd eine Jacke. Die dünnen Handschuhe ziehe ich besser auch an.

Nach wenigen Kilometern biegt die Straße zum Col de Vence ab. Es geht von knapp 400 Meter über knapp 10 km auf knapp 1000 Meter hoch. Die Steigung ist moderat und es ist kaum Verkehr. Die Jacke stopfe ich irgendwie in die Trikottasche, denn der Aufstieg bringt mich schnell zum Schwitzen. Die Franzosen legen großen Wert auf Fahrradfreundlichkeit. Zu jedem Kilometer wird über Reststrecke und verbleibende Höhenmeter bis zum Pass informiert. Außerdem wird den Autofahrern mit ebenso häufig angezeigten Informationstafeln eingeschärft 1,5 Meter Abstand zu halten. Die meisten halten sich erfreulicher Weise dran, außerdem ist sehr wenig Verkehr.

Oben angekommen stürzt ein Franzose auf seinem Carbonrad im Stehen, kommt nicht mehr aus den Pedalen. Ich will ihm helfen und vergesse dabei das Gipfelfoto. Im Osten sind die verschneiten Berge zu sehen, im Süden das Meer und der Fels von St. Jeannet.

Nach dem Pass fällt die Straße kurz ab, passiert auf einer Höhe verschiedene einsame Täler bis das Dorf Coursegoules in Sicht kommt. Farblich hebt es sich kaum vom Felsen ab, an dem es dran hängt. Zum Dorf hin hebt sich sich die Straße auf über 1000 Meter. Am Brunnen, mit der freundlichen Kreidetafel, das Wasser frisch und trinkbar sei, fülle ich die Flaschen wieder auf. Handwerker sitzen draußen zum Mittagstisch und ich fahre weiter zu Dorf 2, Bezaudon des Alpes. Es liegt etwas ab von der Hauptstraße und ich klettere den Kilometer nach oben und werde mit einem schönen Ausblick auf das Dorf und ein sensationelles Panorama auf verschneite Berge belohnt.

Es folgen weitere Dörfer. Bouyon (3), da esse ich am Brunnen einen Riegel, Le Broc (4), Carros (5) mit großem Besucheransturm, die Polizei steht mit drei Mann am mittelalterlichen Übergang und stellt sicher, dass nur Fußgänger rüber dürfen, Gattieres (6), auch wieder malerisch auf einem Hügel gelegen. Das Panorama der Dörfer wehrhaft auf Hügeln angesiedelt vor verschneiten Bergen ist einzigartig.

Zuletzt geht es bei St. Jeannet (7) noch einmal steil 2 km nach oben. so knacke ich insgesamt mit 63km die 1100 Höhenmeter Marke. Diesmal sehe ich den Felsen, den ich zuvor aus allen Perspektiven von der Seite und von gesehen haben direkt über seinem namensgebendem Dorf. Der Platz für die heilige Barbara bietet wieder den faszinierenden Ausblick und der Brunnen wird offensichtlich mit kleinen Steinen und Zettelchen als Wunschbrunnen genutzt. In der kleinen Bar „chez Lisa“ bewirtet von einem ziemlich alten, wettergegerbten Althippie gönne ich mir einen Milchkaffee bevor es wieder runter und ein paar Kilometer bis zu unserem Domizil auf der Straße nach Vence zurück geht.

Die letzten Höhenmeter hole ich mir dann noch indem ich einen Durchgang von der sehr befahrenen Straße zwischen St. Jeannet und Vence zur alten Straße suche. Die Verbindung gibt es, aber sie endet auch für Fahrräder in einer Sackgasse, bzw. Trampelpfad mit Tragepassage. Besonderer Gag, ein 7,5 Tonner aus Polen versucht in der Sackgasse zu wenden, keine Chance. Die Stichstraße ist gerade breit genug für seinen Laster und da muss er jetzt 500 Meter bei ca. 14% Neigung rückwärts hoch. Fahrer Pole, kein französisch, ein bisschen englisch. Ich versuche noch bei den Nachbargrundstücken zu klingeln ob einer von den Villen vielleicht sein Tor aufmachen kann – ohne Erfolg, keiner da. Auf der Hälfte gibt es eine halb offene Einfahrt. Bis zu der rückwärts hoch und dann wenden. Deutlich schweißtreibender als das mit dem Rad zu fahren. Also besser 2x aufs Navi schauen.

Wanderung über die Hausberge von Vence

Dem deutschen Aprilwetter sind wir entflohen, bis nach Vence, Südfrankreich haben wir es geschafft. Auf der Fahrt Schnee und strömender Regen. Hat mir ein bisschen Leid getan für unsere Räder. In Vence ist das Wetter schön ankündigt, kühl so um 12 bis 15 Grad aber sonnig. Am ersten Tag gab es noch ein paar Wolken und wir sind auf die Hausberge Baou Noir und Baou Blanc gestiegen.

Auf der Baou Noir begegnen wir einer kleinen Wandergruppe, der einzigen. Das Panorama über die Felsen von St. Jeannet, Nizza, Vence, Antibes ist ziemlich eindrucksvoll. Oben an der Baou Blanc hängt die Wolke, so daß wir hier wieder nach Vence auf einem sehr steilen Kletterpfad absteigen.

St. Jeannet

Abends laufen wir noch ein bisschen durch das Bergdorf St. Jeannet. Sensationell schöne Ecken und es werden sogar noch Immobilien verkauft.

Durch den Linzgau nach Pfullendorf

Trotz Ankündigung von Gewittern ist auch heute der Himmel wieder tiefblau, für Bayern gibt es Hitzewarnungen, hier ist es aber gut auszuhalten. Heute plane ich wieder eine Tour weg vom See. Größer könnte der Kontrast kaum sein. Während am Ufer der Bär tobt, liegt das Hinterland vollkommen einsam. Auf dem Weg von Lippertsreute nach Groß-Schönach habe ich zwei Autos und eine E-Bikerin getroffen. Ein einsames hügeliges einspuriges Sträßchen durch Wälder, Felder und Obstanlagen. Bis nach Pfullendorf ist es zweispurig, das ist nicht ganz so idyllisch.

Die Altstadt von Pfullendorf hat einige schöne Fachwerkhäuser und das weiße Obertor zu bieten. Das weiße Obertor sieht man schon vom Hügel vor der Stadt bei einem Rasenflugplatz. Ich kurve ein bisschen rum, halte mich aber nicht lang auf, da wir ja noch zur nächsten Geburtstagsfeier müssen.

Der Rückweg führt, den Radwegweisern folgend, wieder über sehr schmale asphaltierte Wege nach Aach Linz und dann durch frisch geerntete Felder nach Herdwangen. Dort trifft der Radweg auf die große, stark befahrene Straße mit Radstreifen an der Seite. Kurz danach biege ich aber nach Billafingen ab. Nachdem es auf die höchste Stelle von 700 Metern noch leicht ansteigt, komme ich an ein Schild was vor 20% Gefälle warnt und später kommt noch einmal eine Passage mit 14% nach Billafingen. Über den nächsten Bergrücken führt eine steile Schotterstrecke nach Nesselwangen.

Von Nesselwangen führt der asphaltierte Weg über Hödingen und Goldbach zurück an den See, hinein in die Pulks von Radlern und E-Bikern entlang der Landesgartenschau. In der steilen Abfahrt durch die Überlinger Weinberge bieten sich wieder tolle Blicke auf den See.

60 km mit 800 Höhenmetern.

Rund um den Säntis

Mit unser schon lange geplanten Woche am See haben wir richtig Glück mit dem Wetter. Jeder Tag wird noch schöner als der zuvor. Für heute ist eine Tour in der Schweiz geplant. Das sind 100 km Anfahrt und entlang der überfüllten Bodenseestrecke geht das langsam. In Oberriet angekommen habe ich schnell Fahrrad und Ausrüstung ausgepackt. Stelle dann aber fest, dass die geplante Tour auf Komoot noch nicht offline verfügbar ist und Internet Verbindung äußerst gemächlich funktioniert. Somit muss ich aus dem Gedächtnis navigieren und das funktioniert auch ganz gut.

Der erste schöne Blick bietet sich beim Hirschsprung durch den sich die Straße quetscht. Bis Gams ist der Weg ein bisschen wellig aber es gibt kaum Höhenmeter. Ausblick nach links ins Rheintal und rechts zum Säntis – Stock (welche Berge es genau sind, weiß ich leider nicht). Ab Gams wird der Weg steil und ich brauche mein Reserveritzel recht häufig. Oben auf dem Wildhaus – Pass bei gut 1000 Metern mit Restaurant und Kirche erlaube ich mir einen Flammkuchen zu essen, mit Kaffee und Trinkgeld immerhin 23 CHF und es war eines der preiswertesten Gerichte.

Vom Wildhauspass aus gibt es einige Seil- und Sesselbahnen, die auch im Sommer zur Verfügung stehen und es ist einiges los. Zunächst führt der Weg wieder recht steil nach unten aber schon bald wird es flacher und es zieht es sich bei Gegenwind ein ziemliches Stück bis zur Abzweigung zur Schwägalp. Die Abzweigung in Neu-Sankt Johann liegt auf 760 Metern und somit sind es weiter 500 Meter bis hoch zur Passhöhe bei Schwägalp auf 1300 Metern. Das erste Mal dieses Jahr, dass ich überhaupt höher als 1000 Meter komme, keine Ski-, keine Radtouren im Gebirge. Oben angekommen, mit einigen kleinen Päuschen, und wieder häufiger Bemühung des Reserveritzels und Steigungen immer wieder auf bis zu 12% bin ich ziemlich matt und spare mir die letzten Meter bis zur Säntis-Seilbahn. Auf dem Weg nach oben bietet sich der Blick auf die drei Churfürsten und oben auf der Höhe, dass obligatorischere Beweisfotos mit Rad.

Von der Passhöhe geht es einige Kilometer über steile Serpentinen nach unten. Nur Motorräder schaffen es zu überholen und das eine Motorrad gewinnt kaum Abstand. Insgesamt sind die Straßen trotz Wochentag sowohl nach Wildhaus als auch zur Schwägalp ziemlich befahren, viele Motorräder. Leider gibt es auch einige Schweizer, die sehr knapp überholen, teilweise ziemlich aggressive Fahrweise.

Oben auf der Schwägalp bietet sich schöne Aussicht auf das Säntis-Massiv. Der Weg durchs Appenzeller Land (mit Käse-Manufaktur) führt mit einigen Zwischenanstiegen endlich nach Appenzell an. Da ist auch richtig viel Betrieb und das Rad schieb ich durch die Fußgängerzone.

Nach Appenzell steigt es noch einmal an und die Fahrradroute führt endlich weg von den stark befahrenen Straßen über einspurige kleine Strässchen durch Wiesen und an Bauernhöfen entlang. Der Weg liegt immer noch auf 900 Meter Höhe und erst ziemlich kurz vor Oberriet stürzt sich die Straße in steilen Serpentinen ins Rheintal hinunter.

Nach 93 km und 1600 Höhenmetern erreiche ich den Parkplatz in Oberriet wieder und sehr gemächlich geht es dann mit dem Auto über die österreichische Autobahn und den Pfändertunnel zurück.

Haldenhof und Überlinger See

Heute breche ich recht früh, immer hin schon vor 10h, zu einer kleinen Tour auf. Über den Radweg nach Alt-Birnau und Rengoldshausen folge ich der Beschilderung nach Owingen und lande auf einem ziemlich zermatschten Gravel-Feldweg. Gut, das sich mit Reiserad und nicht mit Rennrad unterwegs bin. In Owingen, bei der Kirche angekommen, suche ich ein bisschen in meinem Handy und ein älterer einheimischer Herr auf dem Rad erklärt mir die Optionen. Zunächst fahre ich durch das Tal bis Billafingen, dort gibt es fast die gleiche Kirche. Ein Wegweiser zeigt nach Nesselwangen, da will ich eigentlich hin, denn von dort geht es zum Haldenhof.

Die sehr kleine Straße steigt moderat bis zu einer Gabelung und obwohl der asphaltierte Weg rechts weiter geht, zeigt die Wegtafel nach links auf den Schotterweg. Mit teilweise knapp 17% geht es nach oben bis auf immerhin 650 Meter. Auf der Höhe trifft der Schotterweg bei einem einsamen Hof wieder auf die asphaltierte Straße. Ein paar steile Serpentinen später öffnet sich das Tal und kurz oberhalb von Nesselwangen bietet sich eine traumhafte Aussicht auf die Höhenzüge der Alpen. Die Kirche in Nesselwangen bietet einen anderen Stil und kurz nach dem Ort führt eine kleine Fahrstraße zum Haldenhof.

An dem alten hohlen Baum, der sich für Kinder als gutes Wanderziel eignet, beginnet die Ausflugsgaststätte, die eine ziemlich große Anzahl von Tischen aufzubieten hat, allerdings ist um die Zeit noch geschlossen. An verschiedenen belehrenden Schildern vorbei —- Parkplatz nur für Restaurantbesucher, auf keinen Fall das Picknick hier verzehren, Fahrräder schieben —- kommt man an die wunderschönen Aussichtspunkte mit Blick auf See und Alpen auf der einen Seite und auf den Rest des Überlinger Sees bis Bodman.

Die wieder recht steile Straße, die ich zuvor hoch musste, geht es jetzt flott runter zurück bis Bonndorf und nach wenigen Kilometern auf der Landstraße bis zu den steilen Kurven runter nach Ludwigshafen. In einer der Kehren gibt es auch nochmal einen tollen Blick auf Ludwigshafen, See und Bodman.

In Ludwigshafen ist der Teufel los. Entlang des Sees nach Überlingen zurück ist keine Option, zuviele sind hier unterwegs. Ich kurbele also in die andere Richtung, komme schnell nach Bodman und kurz danach geht die steile kleine Straße, die trotzdem recht befahren ist, hoch auf den Bodanrück nach Liggeringen. Von dort geht es auf gut ausgebauten Radwegen entlang der Autostraße bis Dettingen und dort kann man steil nach Wallhausen abfahren. Ein toller Blick von der anderen Seite des Sees, die Birnau diesmal aus ganz anderer Perspektive. Der Radweg zeigt nach Überlingen, bzw. zum Landesteg und da steht eine riesenlange Schlange.

Da, denke ich, fahre ich lieber bis zur Autofähre von Staad nach Meersburg und esse erstmal was an dem kleinen Imbiss. Nachdem ich damit fertig bin ist das Schiff immer noch da und so ich rolle dann doch noch auf den Steg, komme als letzter an Bord und mein Rad steht damit taktisch an der ersten Aussteigeposition und es sind viele Räder hier. Das Schiff ist voll. In Überlingen auf der Uferpromenade sind Menschenmassen unterwegs und nach wenigen Bildern, die meisten habe ich bereits vom Schiff aus gemacht, suche ich das Weite und fahre über die frisch gepflasterte Hafenstraße nach Nussdorf zurück und komme nach 56 km bei 700 Höhenmetern dort an.

Über den Gehrenberg

Nachdem es gestern den ganzen Tag in Strömen geregnet hatte,verheist die kommende Woche wieder Sommerwetter. Es ist bedeckt, also nicht heiß aber trocken. Schöne Bedingungen für eine Radtour. Auf Komoot finde ich eine Route über den Gehrenberg bei Markdorf den ich schon lange überqueren wollte.

Die Runde führt am See entlang an der Birnau und Untermaurach vorbei, unten durch Seefelden bis nach Unteruhldungen mit Blicken auf den grauen See, den Hafen in Unteruhldingen, ein Schwan überquert die Straße.

Der Radweg ist ziemlich voll und in Meersburg flanieren die Massen. Wahrscheinlich habe ich aufgrund des mäßigen Wetters Glück, denn sonst wäre der Radewg am Sonntag kaum befahrbar. Over-Tourism am Bodensse. Jedes Haus, was früher mal ein Wohnhaus war wird nun an Feriengäste vermietet und Rotunden ist alles belegt. Die Campingplätze nach Hagnau sind riesige Siedlungen aus Wohnmobilen und Wohnwagen.

Kurz vor Friedrichshafen verlasse ich den See und über kleine Straßen komme ich zügig nach Markdorf. Im Ortskern haben sie lustige Skulpturen aufgestellt und kurz danach geht es steil nach oben. Teilweise Steigungen um 15%-17% (zeigt zumindest der Garmin, wahrscheinlich übertreibt er ein bisschen) aber auf jeden Fall brauche ich den kleinsten Gang, den Rettungsring. Entlohnt werde ich trotz Wolken durch einen traumhaften Weitblick über den See und die Alpen sind zu erahnen. Der Gehrenbergturm sieht ein bisschen wie der Eifelturm aus, liegt auf 700 Metern und hat gut 130 Stufen, bis nach oben. Vor dort gibt es einen tollen Rundumblick vom Höchsten über den See, die Schweiz bis zu den Bergen in Österreich. Es sind einige Stockwerke durch den luftigen Turm nach oben und man sollte halbwegs schwindelfrei sein um hoch zu kommen.

Über sehr schöne Radwege, steil bergab, komme ich entlang verschiedener Weiler und einsamer Höfe nach Untersiggingen ins Deggenhausertal. Mit leicht geänderter Wegführung zum Affenberg und von dort entlang der Straße bis nach Tüfingen. Dieses kurze Teilstück ist leider ziemlich befahren und ein Idiot aus „BE“ überholt trotz Gegenverkehr, hätte schief gehen können. Kurz nach Tüfingen wieder eine neue Strecke, über den einsam liegenden Andreashof nach Deisendorf und von dort zurück nach Nussdorf. Über die kleine Kapelle fahre ich runter zum See. Dort gibt es noch eine paar schöne Blicke auf den ziemlich hohen See. Ideales Segelwetter und entsprechend viele Boote sind auf dem See zu sehen.

64 km und 650 Höhenmeter.