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Ausflug nach Eppingen

Die heutige gemütliche Wanderung hat uns über 13 km mit 311 Höhenmetern durch Eppingen und zum Ottilienberg geführt.

Immer noch ein bisschen in der Bewegung eingeschränkt haben wir heute einen Ausflug in die Fachwerkstadt Eppingen unternommen. Mit der Bahn geht das im Stundentakt von Heidelberg direkt, ohne umsteigen zu müssen. In Eppingen sind wir zu Fuß unterwegs und staunen, was sich in unmittelbarer Nähe zwischen alten Mauern, bunten Türen und modernen Skulpturen so findet.

Stadtteich und Stadtrand

Der Rundgang beginnt mit einem Blick über den Stadtteich, auf dem ein Springbrunnen oder eine Fontäne vor sich hin plätschert. Im Hintergrund zeichnet sich die Silhouette der Altstadt mit Kirchturm ab – eine der klassischen Ansichten, die man von Eppingen kennt. Am Ufer des Teichs, der von der kleinen Elsenz gespeist wird, führt ein gepflegter Weg entlang, gesäumt von langen Steinbänken, die ebenfalls kleine Brunnen enthalten und Blumenbeeten. Nicht weit davon steht ein älteres Fachwerkhaus auf einem massiven Steinsockel, das wirkt, als hätte es schon einige Jahrhunderte hinter sich. Im Park sind verschiedene hölzerne Fachwerk-Elemente aufgestellt. Auf Infotafeln wird erklärt, welche Elemente an welchen Gebäuden zu sehen sind und für was sie gut sind. Bei dem größeren Gebäude mit dem Laubengang im Erdgeschoss handelt es sich um das Fachwerkmuseum.

Fachwerk in der Altstadt

Wer durch Eppingens Altstadt läuft, kommt aus dem Schauen und Staunen kaum heraus. Die Fachwerkbauten stehen dicht an dicht, und kein Haus gleicht dem anderen. Viele der Häuser haben beachtliche Schieflage. Am Marktplatz steht eine große bronzefarbene vor den typischen rotweißen Fassaden im Hintergrund, die den Marktplatz einrahmen. In den Seitengassen finden sich weitere Beispiele: ein Haus mit besonders sorgfältig gesetzten roten Balken, ein anderes mit einer Art Innenhof und Holztreppe.

Türen, Details und eine Überraschung

Ein eigenes Thema für sich sind die Türen in Eppingen. Einige Hausbesitzer betreiben einigen Aufwand um ihre Haustüre dekorativ zu gestalten. Da ist zunächst eine braune Holztür mit aufgemalten roten Bändern und goldfarbenen Knöpfen – das Schild daneben weist darauf hin, dass der Zutritt nur für Personal gestattet ist, was den dekorativen Aufwand umso bemerkenswerter macht. Gleich daneben – oder zumindest in ähnlicher Nachbarschaft – eine grün gestrichene Tür unter einem steinernen Portal mit Wappen. Eine dritte Tür, leuchtend blau, sitzt tief in einer Sandsteinwand und ist von einer einfachen Steintreppe begleitet.

An der Hauswand der alten Synagoge, auch Fachwerk, findet sich ein eingelassenes Relief mit hebräischer Schrift – stilles Zeugnis der jüdischen Geschichte des Ortes. Ganz anders die nächste Szene: In einem Hinterhof stehen gut ein Dutzend alter Mopeds und Kleinkrafträder dicht gedrängt auf dem Kopfsteinpflaster, bunt lackiert. Der Besitzer dieses Hauses scheint ein Fan alter Motorfahrzeuge zu sein. Der Hof steht voll mit historischen Wägen und eben diese Sammlung historischer Mofas, die alle fahrtüchtig sind und gemietet werden können, was auch von einigen, die da hin und her jagen auch intensiv in Anspruch genommen wird. Der Abgasgeruch der 70er Jahre schwebt über dem Pflaster.

Kunst in der Stadt

Eppingen betreibt einen gewissen Aufwand, was Skulpturen im öffentlichen Raum angeht. Auf der Grünfläche am Bahnhofsteich steht ein großformatiges Eisenkonstrukt aus verschweißten Stahlteilen – sieht aus wie ein gestrandetes Schiff. Darin hängt im rostigen Rahmen ein bronzefarbenes Reliefgesicht mit Goldmünze im Mund. In der Innenstadt ein grob gearbeiteter Eisenkopf, der Africa King. Vor einer alten Steinmauer steht ein weiteres großes Metallrelief mit melancholischem Gesicht, die Melancholia. Vorm Bahnhof finde wir einen massiven Eisentorso. In einem netten Park eine lebensgroße Bronzefigur – ein Mensch, der auf einem Stuhl steht, im Hintergrund ein Ukulelen-Workshop.

Kirchen, Türme und der Ottilienberg

Schließlich haben wir auch mehrere Bauten gefunden, die nicht Fachwerk sind. Ein interessanter Kirchturm der katholischen Kirche zum Beispiel. Auf dem Weg zum Marktplatz kommen wir außerdem an dem mittelalterlichen Pfeifferturm vorbei, einst ein Gefängnis.

Durch Stadt und Wald führt uns ein Wanderweg teilweise ziemlich steil hoch zum Ottilienberg. Hinter Bäumen versteckt, steht eine kleine romanisch anmutende Kapelle mit quadratischem Turm und Schiefer- oder Steindach. Heute feiern hier oben Max & Lena Hochzeit. Eine Parade von mehreren riesigen Traktoren haben wir schon vor der zweiten Kirche gesehen und die gesamte Feuerwehr des Ortes hat in Uniform auf das Brautpaar gewartet. Am Eingang stehen hohe Stehtische – hier wird gerade die Veranstaltung professionell vorbereitet. Auf dem Rückweg kommen wir an einem kleinen Teich vorbei, an dem ein Holzsteg ins Wasser ragt. Eine junge Dame sitzt dort, die Beine über dem Wasser baumelnd und lässt sich von einem Profifotograf ablichten. Am Anglervereinsheim fragen wir ob das eine öffentliche Gaststätte sei und bekommen prompt was zu trinken angeboten. Die Angler freuen sich, dass wir aus Heidelberg hierher kommen. In der Stadt ist ein alter Industrieschornstein markant von allen Seiten zu sehen, der zur „Palmbräu“ gehört. Es ist der Stammsitz der Brauerei, die noch deutlich sichtbar im Stadtbild präsent ist.

Nachdem wir dann noch einmal über den Kunsthandwerkermarkt spaziert sind, nehmen wir den Zug zurück nach Heidelberg und probieren das neue La Trattoria Restaurant bei den Tennisplätzen aus. Wir sind überrascht, das gesamte Roseteam aus Kirchheim dort zu finden. Die Rose hatte zuletzt ziemlich abgewirtschaftet. Der Chef meint er sei froh, dass er dort draußen ist und jetzt dieses Lokal übernehmen konnte. Die Karte ist übersichtlich, vor allem Pizza aber auf den Tafeln die überall im schönen Biergarten versteckt sind, finden sich auch noch in paar andere Sachen. Der Koch ist der Gleiche. Die Pizza schmeckt gut, hat aber den gewohnten etwas zu harten Rand und lässt relativ viel vom Teller sehen.

Von Heidelberg über die Kamelhöcker zum Königsstuhl

Aufbruch durch das Kraichgau

Nach etwa 10 Kilometer ist der Aufstieg bei Nussloch nach Maisbach erreicht. Das ist der erste der vier kurzen aber steilen Kamelhöcker. Von Maisbach aus geht es wieder hoch, runter und wieder hoch (Kamelhöcker 2und 3) bis Ochsenbach erreicht ist und schließlich der letzte Anstieg (Kamelhöcker 4) bis nach Gauangelloch. Nach Bammental sind es dann nur noch wenige Meter hoch und eine schnelle Abfahrt. Schließlich führt ein eigentlich autofreies, teilweise sehr steiles, Nebensträsschen am Bammentaler Altenheim vorbei nach Wald-Hilsbach. Dort beginnt der Aufstieg über ca. 400 Höhenmeter zum Königsstuhl. In Summe sind das nach Abfahrt zur Molkenkur und dann wieder hoch zum Speyerer Hof und von dort in die Weststadt genau 40 km mit immerhin 859 Höhenmetern.

Los geht es durch offene Feldlandschaft – ein Schild am Rand des Getreidefelds weist auf Kraichgau-Korn hin, die Mohnblumen dazwischen leuchten rot in der bewölkten Frühsommersonne. Der Blick reicht weit über sanfte Hügel, die sich bis zum Horizont hinziehen, unterbrochen nur von einzelnen Baumgruppen und Strommasten. Weiter unten dann das erste Ortsbild von Ochsenbach, eingebettet in grüne Felder und Wiesen. Zum Abschluss dieser Sequenz zeigt sich ein ruhiger Flussabschnitt, das ist bereits die Elsenz in Bammental.

Bammental – An der Elsenz

Die Elsenz ist ein kleiner, klarer Fluss. Vom Ufer aus, umgeben von Geranien und blühenden Sträuchern, lässt sich das Wasser gut beobachten. An einer flachen Steinplatte am Flussufer lagern zwei Nilgänse.

Weiter oben öffnet sich der Blick auf Bammental in welliger Landschaft mit Wiesen und Waldrändern. Dann, mitten im Wald, auf dem Weg zum Königsstuhl, kann ich am großen Rossbrunnen meine Wasserflasche auffüllen. Es ist ein alter Naturwasserbrunnen aus Sandstein, mit einem runden Mühlstein als Rückwand.

In Wald-Hilsbach höre ich das Gewitter grollen und nach dem Ort komme ich in einen kleinen Regenguss, der aber schon bald wieder aufhört und bis oben bin ich wieder trocken. Auf dem Weg saust eine junge Dame, die erstmal gar nicht sonderlich sportlich wirkt, in sehr zügigem Tempo an mir vorbei.

Heidelberg – Aufstieg und Aussicht

Oben auf dem Königsstuhl angekommen gibt es Holzbänke, Picknicktische und einen Münzfernguckerpfosten. Ein klassischer Aussichtspunkt, der heute am Sonntag, dank Bergbahn, gut besucht ist. Mein Rennrad ist daneben geparkt.

Von hier aus blickt man hinunter auf Heidelberg: die roten Dächer der Altstadt, das Neckartal, dahinter die charakteristischen, bewaldeten Hügelkuppen. Eine junge Frau sitzt allein auf der Wiese unterhalb des Aussichtspunkts und genießt die Aussicht für sich alleine.

Auf dem Weg dann zum Speyerer Hof gibt es einen weiteren Aussichtspunkt. Von dort sieht man das Schloss, Altstadt mit Heiligenberg und noch einmal die Rheinebene. Die umliegenden Baumkronen rahmen den Ausblick ein, sodass man je nach Standort unterschiedliche Ausschnitte der Stadt und des Tals erfasst.

Experiment: Bei diesem Artikel handelt es sich um ein Experiment, der Inhalt ist ja eigentlich nicht so spektakulär. Ich habe den Workflow nun fast vollständig automatisiert. Dank der Python Bibliothek garminconnect lassen sich jetzt direkt von der Termux App auf Android aus die GPX Datei von Garmin Connect laden. In der Galerie des Telefons werden Collagen aus ein paar Bildern manuell erstellt und der Rest läuft völlig automatisch ab:

  • GPX Datei hoch laden (über eigenes REST-API plugin).
  • Bilder-Collagen hoch laden.
  • WordPress Gutenberg Blöcke erstellen (Text, Links auf Bild-Collagen, Karten-Plugin).
  • Textvorschlag erfolgt mit einem optionalen Parameter –ai. Dann wird Claude über API konsultiert, schaut sich die Bilder an und erzeugt Text dazu. Mit Hilfe einer Stilprobe funktioniert das ganz passabel aber natürlich muss es trotzdem überarbeitet werden. Aus den Nilgänsen wurde bspw. ein Hund. Die GPX Datei dient als White-List, nicht dass Claude in Versuchung kommt Orte zu erfinden.
  • Die Auswertung der GPX Datei (Distanz, Höhenmeter errechnen) erfolgt auch direkt im Python Script und schließlich die Erzeugung des Beitrags über WordPress REST-API ebenso.
  • Ein Aufruf des Claude API (Bilder erkennen und Text daraus erzeugen) mit Sonnet 4.6 liegt bei ca. 3-4 Cent.

Spaziergang durch Goslar

Nachdem wir heute unser Frühstück mit guten Ratschlägen zur „Nach-Fastenphase“ und n(n-1)/2, bei n=8, also 28 Umarmungen mit allen Teilnehmerinnen beendet haben, sind wir zunächst zur nah gelegenen Tankstelle gefahren und haben nun erstmal wieder für aktuell günstige 1,80 getankt. Leider musste ich auch gleich ein Ticket für die Waschanlage kaufen, da ich einen Parkplatz unter einer Linde gewählt hatte. Das gesamte Auto war völlig verklebt ebenso die Hände, wenn sie es versehentlich berührt hatten.

Über eine serpentinenreiche Straße geht es dann über 17 km bis Goslar, wo wir den Wagen vor unserer Unterkunft parken, die aber noch nicht besetzt ist. In wenigen Minuten sind wir in der Altstadt, in der wir bis zum Abend über 11 km ohne nennenswerte Höhenmeter kreuz und quer zurückgelegt haben.

Vorbei am alt-ehrwürdigen Hotel Achtermann, was wir wegen vielen nicht so positiven Bewertungen nicht ausgewählt hatten, betreten wir die Altstadt am Rosentor. Dahinter liegt die Neuwerkkirche, deren Inneneinrichtung durch dezente aber schöne Farbgebung sehr freundlich wirkt. Das Damenstift liegt gegenüber und der grüne Kräutergarten wird zur Naherholung genutzt.

Über die Rosengasse vorbei an der Bronzplastik „Mann mit Stock und Frau mit Schirm“ von Fernando Botero und dem Einhorn führt uns unser Weg als erstes zur einem kleinen Café, wo es neben opulentem Frühstück auch Hafermilch gibt und somit für uns seit längerem wieder einen Cappucino mit „Milch“, um zu testen, ob wir das trotz der guten Ratschläge noch gut vertragen. Er hat sehr gut geschmeckt.

Der Weg durch die Altstadt führt an hunderten wunderschönen Häusern vorbei, die alle individuelle Besonderheiten aufweisen. Kaum ein hässlicher Platz. Mit den Fotos, die ich gemacht habe, ließe sich eine ganze Galerie füllen. Hier ist eine Auswahl von sechs.

So kommen wir zur evangelischen Marktkirche mit den beiden unterschiedlichen Türmen. Als erstes sehen wir das Ticketbüro für den linken Turm, auf dem sich in 45 Metern Höhe eine Aussichtsplattform befindet. So entscheiden wir uns kurzentschlossen für den recht abenteuerlichen Aufstieg über einige Treppenstockwerke, vorbei am Glockengeläut und der inneren Mechanik der Turmuhr mit riesigen Gewichten.

Der Ausblick über die Stadt, beispielsweise über den Marktplatz oder zur Kaiserpfalz in alle Richtungen bei diesem Wetter ist selbstredend großartig. Lediglich der Ausblick auf die kahlen Harzhänge, die intensiv von den Gleitschirmfliegern benutzt werden, stimmt ein bisschen wehmütig. Auch das Interieur der Kirche ist sehenswert. Besonders schön, die Bilder auf der Kanzeltreppe.

Entlang verschiedener kleiner Geschäfte, die wir passieren, kommen wir auf dem Hohen Weg über die Anzucht zur Domvorhalle. Den Dom gibt es nicht mehr. Der Domplatz ist ein großer Parkplatz. Dahinter liegt die Kaiserpfalz. Die erstrahlt auf einem kleinen grünen Hügel gelegen in vollem Glanz, von Kaiser Wilhelm „dem Großen“ und Kaiser Friedrich I (Barbarossa) bewacht.

Mit freimütig eingeräumten großzügigen Rabatten können wir die Ausstellung mit sehr viel interessantem Text zu Kaisern, Adel, Klerus, Bauern, Bürgern besuchen. Das Highlight ist der Kaisersaal, der behängt ist mit monumentalen Gemälden, die jeweils ein bedeutsames geschichtliches Ereignis repräsentieren. Erfreulicherweise wenigstens mit römischer Jahresangabe markiert, um recherchieren zu können, was das Bild wohl darstellen soll.

Auf dem Rückweg sehen wir Löwen und die beiden Kaiser von hinten, ohne damit eine Wertung abgeben zu wollen. Wir wollen nun unsere Zimmer im Hotel beziehen. Auf dem Weg finden wir einen Erdbeerstand und erstehen dort eine Schale mit ganz hervorragenden Erdbeeren für eine kurze Picknickpause auf unseren Zimmern.

Dann starten wir wieder in die Altstadt, als erstes zum Mönchhausmuseum. Neben den modernen Kunstwerken und Videoinstallationen im Haus ist die eigentliche Attraktion das alte Gemäuer selbst mit der Konstruktion der Zimmer und der Stockwerke. Im beschaulichen grünen Innenhof sind auch nette Außenkunstwerke zu sehen.

Auf dem Weg zum Siemens-Haus beginnt uns langsam der Hunger zu plagen, da wir nun auf 17:30 für das abendliche Dinner konditioniert sind. Nach einiger Diskussion landen wir im sehr gut bewerteten indischen Bombay, wo es auf jeden Fall vegane und basische Gerichte geben dürfte. Wir werden nicht enttäuscht, das Essen ist ganz hervorragend.

Über den Marktplatz mit der roten nun in der Abendsonne liegenden Kaiserworth, dem historischen Gildehaus der Kaufleute, der Worthgilde, überqueren wir den Marktplatz. In entgegengesetzter Richtung liegt als Teil der alten Stadtbefestigung noch das „Breite Tor“. Auf dem Rückweg folgen wir wieder der Anzucht mit malerischen Häusern, kleinen blumengeschmückten Brücken, ein paar kleinen Kaskaden und auch noch ein paar illustrativ platzierten Kunstwerken über dem Bach. Auf dem Moritz-von-Sachsen Platz sehen wir denselben mit seinem Ross, beide offensichtlich Opfer einer Fastenkur.

Wir beschließen den Abend auf dem Marktplatz mit einem kleinen Bier und hoffen, dass unsere Kursleiterin, sollte sie das hier lesen, uns gnädig bewertet. Wir haben es sehr gut vertragen und es hat noch besser geschmeckt.

Goslar zu besuchen war eine sehr gute Idee. Eine sehenswerte freundliche Stadt und der allgegenwärtige Leerstand ist hier deutlich geringer. Dafür gibt es ein große Anzahl an sehenswerten Plätzen und Gebäuden.

Clausthal-Zellerfeld zur Prinzenlaube

Unsere letzte geplante Wanderung in Clausthal-Zellerfeld erstreckte sich über kurze 9 km mit 216 Höhenmetern über wenige kurze, aber immerhin steilen Passagen. Um 10h konnte ich nicht pünktlich mitlaufen, da ich noch in einem Video-Termin festgehalten war. Über die vorab zur Verfügung gestellte Komoot-Strecke und einen angepeilten WhatsApp Standort habe ich kurz nach 10:30 die Verfolgungsjagd aufgenommen und habe die gesamte Truppe schon bald bei der Pause an der Schutzhütte „Prinzenlaube“ gefunden, mit dem Blick auf das Örtchen Wildemann.

Die Schutzhütte, ein aus großen Brettern gezimmerte Zeltkonstruktion, ist fensterlos und damit völlig dunkel und wirkt wenig einladend. Im Eingangsbereich können sich stempelsammelnde Weitwanderer ihren Stempel selbst zuteilen.

Am hohen Funkturm vorbei geht es steil bergab und dann gleich wieder bergauf und es öffnet sich noch einmal der Blick nach Wildemann dank eines Fichtenkahlschlags durch Sturm oder Borkenkäfer. Eine tote Fichte steht mahnend in der Mitte. Auf der Höhe findet sich ein weiter Kahlschlag, dem entlang des Weges mit neu angepflanzten Ahornbäumen entgegengewirkt wird. Blumen sind, dank geringer forstwirtschaftlicher Nutzung und praktisch nicht sichtbarer Landwirtschaft, überall auf wunderschönen Wildblumenwiesen oder direkt auf dem Weg wie dieses kleine Männertreu.

Kurz nachdem wir das Hotel wieder erreicht haben, machen wir uns bereit für die Führung im Harzer Bergwerkmuseum. Der Besuch und insbesondere die Führung ist tatsächlich eine ganz große Empfehlung. Eine sehr nette und amüsante Tourleiterin führt durch die Historie des Bergbaus, die Techniken und Gerätschaften, die in den verschiedenen Epochen verwendet wurden. Alles nachgebaut mit den verschiedenen Gebäuden und Freilichtgelände, sowie nachgebauten Schächten unter der Erde, in denen die verschiedenen Technologien zur Befestigung und deren Tücken erläutert werden.

Das alles aufschreiben zu wollen, würde zu einem recht langen Beitrag führen und die Informationen sind sicher auch überall zugänglich. Besonders eindrucksvoll fand ich direkt im Eingangsbereich die 3D Landschaftsmodelle mit der Seenlandschaft im Übertagemodell und direkt gegenüber das Untertagemodell mit den unzähligen Schächten, die sich über Kilometer von Ort zu Ort erstrecken und über Generationen in den Berg getrieben worden sind. Jahresleistung eines Bergmanns um 1700 waren etwa 3 Meter in den Berg hinein zu hauen.

Clausthal-Zellerfeld zum Ottiliaeschacht

Nachdem wir uns mit den Rahmenbedingungen, wenig Essen und ein kleines Bewegungspensum, arrangiert haben, sind heute immerhin insgesamt 11 km mit 224 Höhenmetern zusammengekommen. Zunächst gehen wir entlang der alten Lorenschienen, die noch ab und zu auch touristisch verwendet werden, in Richtung Ottiliaeschacht. Zuvor passieren wir eine Wohngegend mit exklusiveren Häusern und schönen Gärten mit direktem Blick auf einen der vielen kleinen Seen.

Dann führt der Weg weiter durch den Wald und entlang vieler mit Blumen übersäten Wiesen. Landwirtschaftliche Nutzung gibt es praktisch keine. Beim Ottiliaeschacht sehen wir einen relativ modernen Turm. Bei diesem Schacht handelt es sich um einen, der zuletzt aus dem Betrieb genommen wurde. 1930 war fast überall Schluss mit Bergbau im Harz. Einige der alten Transportzüge, die Transportwagen heißen Hunde, sind auf dem Gleissystem zu sehen.

Entlang eines weiteren künstlichen Wassergrabens kommen wir dann wieder nach Clausthal zurück, wo wir uns von der Gruppe absondern. Clausthal ist der etwas lebhaftere Teil von Clausthal-Zellerfeld mit ein paar Geschäften, Restaurants und Cafés. Dabei passieren wir das Robert-Koch Haus, in dem er seine Jugend verbracht hat und kommen schließlich zur größten Attraktion, der blauen Marktkirche.

Die größte Holzkirche Europas liegt auf einem großen Platz, der frei von Pflanzen gehalten worden ist, um den imposanten Bau besser zur Geltung kommen zu lassen. Bei einer Hitze von 30 Grad, die aktuell herrscht, wirkt das dann allerdings ein bisschen leblos. In der Kirche ist es kühl. Der imposante große Innenbereich ist, wenngleich protestantisch, barock gestaltet. Auf dem Weg passieren wir auch das Hotel Krone, das damit wirbt, Heinrich Heine auf seiner Harzreise beherbergt zu haben. Das Restaurant ist dauerhaft geschlossen.

Die Häuser in Clausthal und Zellerfeld geben ein sehr unterschiedliches Bild ab. Insbesondere entlang der Hauptdurchfahrtsstraße reihen sich Leerstände und völlig verwahrloste Gebäude aneinander. Unser nächstes Ziel ist das Waldseebad. Auf dem Weg dahin kommen wir wieder durch bessere Viertel mit wunderschön gestalteten Fassaden und Gärten. Insbesondere die verstreuten Gebäude der verschiedenen Institute der Technischen Universität von Clausthal, in beschaulichen Parks verstreut, wirken einladend.

Die Bergwerkstransportwägen (Hunde) sind ein beliebtes Motiv, um den Vorgarten aufzuwerten. Dass wir hier einen alten Kramer-Traktor aus Überlingen zu sehen bekommen, kommt allerdings unerwartet.

Bei 30 Grad freuen wir uns auf Abkühlung im Waldseebad, kostenlos, allerdings ohne Kiosk, mit Umkleidekabinen und Toiletten und einem schönen angenehmen Einstieg in den gestauten See. Das Wasser ist bereits warm genug, um angenehm schwimmen zu können.

Auf dem Rückweg schauen wir uns dann noch das Innere der Zellerfelder St. Salvatoris Kirche in unmittelbarer Nähe des Hotels an. Ein imposanter grauer, von außen eher schmuckloser großer Kasten. Innen ist eine ganz interessante Kunstausstellung einer lokalen Künstlerin. Das Besondere in dieser Kirche ist das neuzeitliche Altarbild von Werner Tübke, welches 1997 eingeweiht wurde und ob seiner atheistischen Einstellung zu kontroversen Diskussionen führte.

Direkt gegenüber ist die historische Apotheke zu bewundern mit beeindruckender Eingangstür und der Besonderheit gleichmäßig angebrachter Gesichter oder Fratzen rundum die Ballustrade.

Kurzum ein schöner abwechslungsreicher Tag, mit blauem Himmel ohne ein einziges Wölkchen, viel grün, interessanten Gebäuden und sogar einer kleinen Erfrischungspause im See.

Clausthal-Zellerfeld zum Spiegelthaler Wasserfall

Am Pfingstmontag führt uns unsere Kursleiterin über eine Distanz von insgesamt 10 km mit 214 Höhenmetern zum Spiegelthaler Wasserfall. Einige E-Fahrrad Fahrer sausen über die gekiesten Waldwege. Tatsächlich ist heute kein Einziger ohne E- Unterstützung zu sehen. Zunächst gehen wir über den Wanderweg Richtung Goslar, was nur noch 15 Kilometer entfernt wäre, aber wir biegen bald Richtung Wasserfall ab. Ein wunderbares Foto-Motiv und ein guter Platz, um eine kleine Pause einzulegen.

Viel zu berichten gibt es eigentlich nicht. Es ist alles wunderschön grün und wir kommen immer wieder an idyllischen Gewässern vorbei, inklusive der historischen Deiche und Anlagen, die für die Kanalisierung und Führung des Wassers erforderlich waren.

Wir umgehen den Campingplatz Wildwood, der noch recht dünn belegt ist und kommen kurz vor dem Ortseingang an einem Wasserradsystem vorbei. Die Straße wird von sehr vielen lautstarken Motorrädern in Beschlag genommen, die mir schon am Anreisetag in Pulks und Horden entgegenkamen.

Clausthal-Zellerfeld zum Waldseebad

Aufgrund eines kleinen Unfalls mit resultierendem Armbruch und damit verbundener körperlicher Einschränkung haben wir uns zu dritt zu einem kleinen Basen-Entgiftungsurlaub im Harz entschlossen. Ich kam allerdings erst einen Tag später an. Die kulinarisch opulente Geburtstagsfeier am Vortag hatte allerdings meine Entlastungsambitionen ein bisschen boykottiert.

Heute sind wir zu einer, für mich, ersten kleinen Wanderung über 8 km mit wenigen (145) Höhenmetern aufgebrochen. Faszinierend an dieser Landschaft sind einerseits die Fülle von bunten Blumenwiesen, ohne dass irgendwo ein Tier zu sehen ist, was darauf weidet. Andererseits die sehr vielen kleinen Seen (an die 70), die teilweise gestaut, mit Deichen unterbrochen und mit Bächen und Kanälen verbunden sind.

Das Wasser wurde für den Bergbau als wesentlicher Energieträger benötigt, um das einsickernde Wasser wieder heraus pumpen zu können. Das führte zu einer großen Logistikleistung, um Wasser von möglichst weit aus dem Harz in ein komplexes System von Stauseen, Bächen und Kanälen zu führen. Heute erinnern unzählige Tafeln an die Schächte, die sich auf den jeweiligen Grundstücken befanden.

Angesichts der Auskunft unserer Hotelchefin, dass hier vor zwei Wochen noch Schnee lag, halten wir es nicht für realistisch, in einem dieser Gewässer schwimmen zu können. Wir werden aber durch unsere Führerin eines besseren belegt. Sie führt uns zu den Hausherzberger Teichen.

Am oberen liegt die Waldsee-Badeanstalt, die zwar auf den ersten Blick etwas verwahrlost wirkt, aber alles hat, was eine Badeanstalt braucht, insbesondere einen See, in dem schon einige eingetaucht sind. Wir beschränken uns auf Wassertreten, um Füße und Waden abzukühlen. Es ist Pfingstsonntag und einige Ausflügler mit kleinen Kindern sind da. Wir werden Zeuge von den Überlegungen, wer sich in der auf der anderen Seite des See liegenden Pizzeria welche Pizza bestellen will. Das macht uns angesichts unserer knapp bemessenen Kalorienzufuhr ein bisschen neidisch.

Von Heidelberg ins Neckartal

Es wird auch im Neckartal Frühling und so nutze ich den schönen Tag um mit einer langen Wanderung über 31 km und 910 Höhenmetern von Heidelberg ins Neckartal und zurück.

Auch wenn es ein Umweg ist, so lohnt sich der Blick vom Königsstuhl doch ganz besonders. Bis nach Neckargemünd geht geht es durchgehend abwärts.

Hier ist sind nur wenige Cafés geöffnet. Aber einen Milchkaffee und einen Kuchen finde ich dann doch. Über die Neckarbrücke mit Blick auf die Elsenzmündung kommt man auf die andere Neckarseite nach Kleingemünd. Erst einmal geht es steil den Berg hoch aber dann sich zieht sich der Weg bis Ziegelhausen auf halber Höhe am Hang entlang.

Teilweise öffnet sich zwischen den Bäumen mal ein schöner Blick. Irgendwann kommt man auf diesem Hauptweg an Baumfällarbeiten vorbei, die über hunderte von Metern wohl seit längerem Bäume und Äste auf dem Weg liegen lassen, so dass es sich hier zu einer schwierigen Kletterpartie entwickelt. Scheint wohl ein Protestaktion zu sein. Kein Wegzeichen, Sperrungen einfach nur alles seit längerem liegen gelassen.

Ziegelhausen durchquere ich zügig um wieder hoch zum Kanzlerblick am Köpfel zu kommen, wo Heidelberg nach ein paar Flusswindungen schon zu sehen ist. Das Schloss vom Philosophenweg aus liegt dann schon im letzten Licht und die Bar d´Aix, am Fuße des Philosopenweges, erreiche ich bei Dämmerung. Dort kehre ich mit schmerzenden Füßen ein und begegne der Dehydrierung mit einem kleinen Bier.

Von Toulouse zurück nach Heidelberg

Heute haben wir die Rückreise angetreten. Das französische Fernsehen berichtet auf allen Kanälen über die bevorstehenden Streiks, Blockaden und Randalen. Da der Shuttlebus an den Flughafen nur vormittags fahrplanmäßig fahren soll, verlassen wir das Hotel bereits um halb zehn. Meine Kiste aufzugeben sei kein Problem, aber ich sei viel zu früh und soll um 13h wiederkommen, wird mir bei der Gepäckabgabe erklärt. Mangels vernünftiger sonstiger Sitzgelegenheiten verbringen wir die Zeit bei einem riesigen (dem kleinsten) Milchkaffee im Starbucks. Draußen ist auch keine Option, Rauchschwaden um jeden Stuhl.

Um 13h darf ich dann meine Kiste verschnürt abgeben. Allerdings muss ich sie an den Sperrgepäckschalter (over sized) bringen, wo Taschenmesser, Nagelset, ergänzt um Trinkflasche und eine Jacke, die der Füllung des Päckchens dient, die Durchleuchtungskontrolle überstehen. Allerdings schafft es die kleine Kiste nicht vom Transportgummiband weiter transportiert zu werden und ich muss ein bisschen nachhelfen. Bei der Gepäck- und Körperkontrolle sind keinerlei Warteschlangen. Wir sind in wenigen Minuten durch. Die Angst vor den Auswirkungen der „Totalblockade“ scheint folglich wenig begründet. Im Oktober seien die Fluglotsen mal wieder dran. Da ist dann die Fliegerei betroffen meinte die Damen an der Gepäckabgabe.

Während es in Frankfurt keinen interessiert hat, wollen die Franzosen die Flüssigkeiten und Cremes wieder separat sehen und händigen jedem dafür einen Plastikbeutel aus. Auf dieser Seite des Flughafens ist dann auch ein deutlich größeres Nahrungsangebot und so können wir die Zeit mit einem kleinen Mittagessen verbringen. Außerdem gibt es einen ganz schön gestalteten Wartebereich mit halbwegs bequemen Stühlen und verschiedenen Liegeflächen. Ein Flügel ist aufgebaut, damit man in Eigenregie Musik machen kann.

Das Boarding beginnt leicht verspätet, aber der Pilot versichert uns, dass er pünktlich ankommt. Während wir auf dem Hinflug als „Business Kunden“ mit Mittagessen und Getränken verwöhnt wurden, da der Flug praktisch das Gleiche gekostet hatte, sind wir nun in der Economy-Holzklasse. Da gibt es dann noch ein 0,3 Liter stilles Wasser, was dann auch den einzigen Unterschied zu Ryanair und anderen Billig-Fluggesellschaften ausmacht. 

Tatsächlich kommen wir pünktlich an. Unser Gate an Terminal 1 ist allerdings noch nicht frei. Der Bus bringt uns nach A40. Viel weiter draußen ist schwierig zu finden. Als wir die Gepäckausgabe dann nach 20 Minuten erreicht haben, kommt auch schon relativ bald das Gepäck und auch mein 30 cm großer Karton ist dabei. Die meisten Züge am Fernbahnhof sind verspätet, aber unserer fährt auf die Minute ab, kommt zwar ein bisschen verspätet in Mannheim an und die S-Bahn nach Heidelberg kommt auch wie angekündigt. Gibt es gar nichts mehr zu meckern.

Dieser Urlaub ist zwar deutlich anders verlaufen, als wir das geplant hatten, aber wahrscheinlich war es auf diese Weise viel erholsamer. Unsere Gruppe schickte noch ein paar vegetationsarme Fotos vom Hochgebirge. Sportlich haben wir uns heute kaum betätigt, wenn man den langen Marsch von A40 bis zur Gepäckausgabe im Frankfurter Terminal 1 mal außer acht lässt.

Toulouse noch ein Spaziergang

Um 11:20 fährt der Zug in Ax-les-Thermes ab. Das Wetter ist super und lädt eigentlich zu weiteren Wanderungen ein aber für morgen ist Streik angesagt. Man will mal wieder alles blockieren. Besser sich rechtzeitig in Richtung Abflugort zu begeben. Auf die Minute pünktlich erreichen wir Toulouse um 13:12.

Die freundliche Rezeptionistin im ziemlich einfache än Hotel am Bahnhof lässt uns auch gleich auf das bereits fertige Zimmer.

Das Angebot im mittleren Preissegment war äußerst knapp bemessen. Wahrscheinlich schon in Beschlag genommen von denen die hier alles blockieren wollen.

Diesmal entdecken wir einen anderen Teil von Toulouse mit schönen Einkaufsstraßenund eindrucksvollen Plätzen. Viele Wohnungen in von außen zumindest wunderschönen Jugendstilhäusern stehen zum Verkauf.

An zwei schönen Kirchen kommen wir auch noch vorbei. Zuerst Notre Dame de la Dalbade. Die Fassade rund um das Portal ist sehr schön. Ein alter Wasserspeier liegt im Gebüsch und drinnen läuft Petrus auf dem Wasser.

Von dort kommen wir zur Garonne, die hier nicht so toll aussieht, dann zum Brunnen mit zwei Damen, die Ariege und Garonne symbolisieren, die kurz vor Toulouse zusammen fließen. Dann geht es weiter durch ein Viertel mit zunehmend edel anmutenden Geschäften zur Kathedrale Saint Etienne.

Da ist zwar rund rum eine riesige Baustelle mit viel Lärm, die asymmetrische Form ist aber ganz gut erkennbar und drinnen ist trotz Baustelle einiges zu sehen.

Morgen im Flieger will ich gerne meinen Rucksack ins Handgepäck nehmen und muß mein Taschenmesser und das Nagelmaniküreset aufgegeben. Also kaufen wir einen kleinen Karton bei der Post und ein Stück Schnur in einem Werkzeugladen und hoffen, dass wir das morgen so los bekommen.

Abends sind wir die ersten im gut bewerteten La Pastaciutta, daß sich aber sehr schnell füllt und der Bewertung standhält. Die Dame an der Rezeption hat recherchiert und am Vormittag fahren noch Busse zum Flughafen, danach nicht mehr.

Immerhin haben sich so 10 flache Kilometer summiert.