Von Heidelberg über die Kamelhöcker zum Königsstuhl

Aufbruch durch das Kraichgau

Nach etwa 10 Kilometer ist der Aufstieg bei Nussloch nach Maisbach erreicht. Das ist der erste der vier kurzen aber steilen Kamelhöcker. Von Maisbach aus geht es wieder hoch, runter und wieder hoch (Kamelhöcker 2und 3) bis Ochsenbach erreicht ist und schließlich der letzte Anstieg (Kamelhöcker 4) bis nach Gauangelloch. Nach Bammental sind es dann nur noch wenige Meter hoch und eine schnelle Abfahrt. Schließlich führt ein eigentlich autofreies, teilweise sehr steiles, Nebensträsschen am Bammentaler Altenheim vorbei nach Wald-Hilsbach. Dort beginnt der Aufstieg über ca. 400 Höhenmeter zum Königsstuhl. In Summe sind das nach Abfahrt zur Molkenkur und dann wieder hoch zum Speyerer Hof und von dort in die Weststadt genau 40 km mit immerhin 859 Höhenmetern.

Los geht es durch offene Feldlandschaft – ein Schild am Rand des Getreidefelds weist auf Kraichgau-Korn hin, die Mohnblumen dazwischen leuchten rot in der bewölkten Frühsommersonne. Der Blick reicht weit über sanfte Hügel, die sich bis zum Horizont hinziehen, unterbrochen nur von einzelnen Baumgruppen und Strommasten. Weiter unten dann das erste Ortsbild von Ochsenbach, eingebettet in grüne Felder und Wiesen. Zum Abschluss dieser Sequenz zeigt sich ein ruhiger Flussabschnitt, das ist bereits die Elsenz in Bammental.

Bammental – An der Elsenz

Die Elsenz ist ein kleiner, klarer Fluss. Vom Ufer aus, umgeben von Geranien und blühenden Sträuchern, lässt sich das Wasser gut beobachten. An einer flachen Steinplatte am Flussufer lagern zwei Nilgänse.

Weiter oben öffnet sich der Blick auf Bammental in welliger Landschaft mit Wiesen und Waldrändern. Dann, mitten im Wald, auf dem Weg zum Königsstuhl, kann ich am großen Rossbrunnen meine Wasserflasche auffüllen. Es ist ein alter Naturwasserbrunnen aus Sandstein, mit einem runden Mühlstein als Rückwand.

In Wald-Hilsbach höre ich das Gewitter grollen und nach dem Ort komme ich in einen kleinen Regenguss, der aber schon bald wieder aufhört und bis oben bin ich wieder trocken. Auf dem Weg saust eine junge Dame, die erstmal gar nicht sonderlich sportlich wirkt, in sehr zügigem Tempo an mir vorbei.

Heidelberg – Aufstieg und Aussicht

Oben auf dem Königsstuhl angekommen gibt es Holzbänke, Picknicktische und einen Münzfernguckerpfosten. Ein klassischer Aussichtspunkt, der heute am Sonntag, dank Bergbahn, gut besucht ist. Mein Rennrad ist daneben geparkt.

Von hier aus blickt man hinunter auf Heidelberg: die roten Dächer der Altstadt, das Neckartal, dahinter die charakteristischen, bewaldeten Hügelkuppen. Eine junge Frau sitzt allein auf der Wiese unterhalb des Aussichtspunkts und genießt die Aussicht für sich alleine.

Auf dem Weg dann zum Speyerer Hof gibt es einen weiteren Aussichtspunkt. Von dort sieht man das Schloss, Altstadt mit Heiligenberg und noch einmal die Rheinebene. Die umliegenden Baumkronen rahmen den Ausblick ein, sodass man je nach Standort unterschiedliche Ausschnitte der Stadt und des Tals erfasst.

Experiment: Bei diesem Artikel handelt es sich um ein Experiment, der Inhalt ist ja eigentlich nicht so spektakulär. Ich habe den Workflow nun fast vollständig automatisiert. Dank der Python Bibliothek garminconnect lassen sich jetzt direkt von der Termux App auf Android aus die GPX Datei von Garmin Connect laden. In der Galerie des Telefons werden Collagen aus ein paar Bildern manuell erstellt und der Rest läuft völlig automatisch ab:

  • GPX Datei hoch laden (über eigenes REST-API plugin).
  • Bilder-Collagen hoch laden.
  • WordPress Gutenberg Blöcke erstellen (Text, Links auf Bild-Collagen, Karten-Plugin).
  • Textvorschlag erfolgt mit einem optionalen Parameter –ai. Dann wird Claude über API konsultiert, schaut sich die Bilder an und erzeugt Text dazu. Mit Hilfe einer Stilprobe funktioniert das ganz passabel aber natürlich muss es trotzdem überarbeitet werden. Aus den Nilgänsen wurde bspw. ein Hund. Die GPX Datei dient als White-List, nicht dass Claude in Versuchung kommt Orte zu erfinden.
  • Die Auswertung der GPX Datei (Distanz, Höhenmeter errechnen) erfolgt auch direkt im Python Script und schließlich die Erzeugung des Beitrags über WordPress REST-API ebenso.
  • Ein Aufruf des Claude API (Bilder erkennen und Text daraus erzeugen) mit Sonnet 4.6 liegt bei ca. 3-4 Cent.

Von Heidelberg ins Neckartal

Es wird auch im Neckartal Frühling und so nutze ich den schönen Tag um mit einer langen Wanderung über 31 km und 910 Höhenmetern von Heidelberg ins Neckartal und zurück.

Auch wenn es ein Umweg ist, so lohnt sich der Blick vom Königsstuhl doch ganz besonders. Bis nach Neckargemünd geht geht es durchgehend abwärts.

Hier ist sind nur wenige Cafés geöffnet. Aber einen Milchkaffee und einen Kuchen finde ich dann doch. Über die Neckarbrücke mit Blick auf die Elsenzmündung kommt man auf die andere Neckarseite nach Kleingemünd. Erst einmal geht es steil den Berg hoch aber dann sich zieht sich der Weg bis Ziegelhausen auf halber Höhe am Hang entlang.

Teilweise öffnet sich zwischen den Bäumen mal ein schöner Blick. Irgendwann kommt man auf diesem Hauptweg an Baumfällarbeiten vorbei, die über hunderte von Metern wohl seit längerem Bäume und Äste auf dem Weg liegen lassen, so dass es sich hier zu einer schwierigen Kletterpartie entwickelt. Scheint wohl ein Protestaktion zu sein. Kein Wegzeichen, Sperrungen einfach nur alles seit längerem liegen gelassen.

Ziegelhausen durchquere ich zügig um wieder hoch zum Kanzlerblick am Köpfel zu kommen, wo Heidelberg nach ein paar Flusswindungen schon zu sehen ist. Das Schloss vom Philosophenweg aus liegt dann schon im letzten Licht und die Bar d´Aix, am Fuße des Philosopenweges, erreiche ich bei Dämmerung. Dort kehre ich mit schmerzenden Füßen ein und begegne der Dehydrierung mit einem kleinen Bier.

Zurück nach Heidelberg

Die letzten 32 km mit 350 Höhenmetern waren nicht geplant. Trotz der nicht besonders schönen Lage können wir im B&B Hotel ganz gut ausschlafen und bekommen ein dem Hotelstandard angemessenes Frühstück. Es begann zu regnen und die Tropfen auf dem Fensterbrett waren tatsächlich die größte Geräuschquelle. Kein Problem wir müssen ja nur noch 10 Minuten zum Bahnhof und dann geht es im Zug bis Heidelberg.

Zunächst schauen wir uns den Rhein an, die echte Loreley und die Radfahrer, die mit Packtaschen und gegen Regen gerüstet auf dem Rhein-Radweg unterwegs sind. Die Strecken waren alle etwas seltsam und gegen die Intuition. Entweder bis nach Kaiserslautern und dann in 4 Minuten von Gleis 1 auf Gleis 10 oder nach Frankfurt und dann eine gute halbe Stunde warten. Alle zwei Stunden geht auch Mainz, umsteigen nach Mannheim und dann umsteigen nach Heidelberg. Da die vier Minuten umsteigen in Kaiserslautern unrealistisch sind, liebäugeln wir in der RE17 nach Kaiserslautern bei Bingen damit, nach Mainz umzusteigen, um dort auf den Anschluss nach Mannheim zu warten. Das wäre etwas schneller als in Kaiserslautern mit der nächsten S-Bahn zu fahren. Wir entscheiden uns dann aber doch für die bequemere Variante mit nur einmal umsteigen.

Das war leider eine nicht vorhersehbare Fehlentscheidung. Wenige Minuten später die Durchsage: „in Rockenhausen endet der Zug, ein Baum liegt auf der Strecke. Wir wissen noch nicht wie es weitergeht.“ Nachdem wir mit den Rädern raus sind (einmal durch die Unterführung) die Durchsage: „der Betrieb nach Kaiserslautern geht weiter“. Wieder durch die Unterführung wie auch der gesamte restliche Zug. Für uns heißt das Aufzug runter und Aufzug wieder hoch. Im Zug kommt uns dann der Lokführer entgegen, was wir hier wollen, der Zug würde nicht fahren. Wir dagegen: „die Durchsage hätte gesagt es geht weiter“, er: „ich bin der Lokführer, ein Baum liegt auf der Strecke, der Zug fährt nicht“ … „die Durchsagen würden von der Deutschen Bahn kommen, da hätte er nichts mit zu tun“. Also zum dritten Mal durch die Unterführung, das hat nicht zur Verbesserung unserer Laune beigetragen.

Super Sushi gestern abend und verdreckte Räder heute

Wir ziehen uns um und setzen uns auf das Rad und steuern den Bahnhof Winnweiler an. Wenn der Baum dazwischen liegt, dann geht es von dort vielleicht weiter. Über Komoot und Radwegausschilderung finden wir den Weg, der sich in Kürze zu einem matschigen Schotter-Sand-Waldweg entwickelt. Gleichzeitig ist er mit heftigen Steigungen gespickt. In Winnweiler kommen wir völlig verdreckt an. Auf den beiden Bahnsteigen herrscht Chaos. Ein Zug steht einsam und wartet. Auf dem anderen Gleis steht eine riesige Traube von Menschen, die verschiedene Theorien austauschen, wo der Baum liegt, ob er schon weg ist und wann es weitergeht. Ich schimpfe ein bisschen auf die Unfähigkeit der deutschen Bahn und vor allem das völlige Chaos in deren Kommunikation. Ein Herr, der unweit von uns steht und stoisch sein Handy beobachtet, erbarmt sich und erklärt uns einen Weg über Landstraßen mit Radwegen in Richtung Kaiserslautern. Ein kleines DB-Logo an seiner Jacke outet ihn als Mitarbeiter, vielleicht war er auch ein Fan. Aber die Aussage, dass das hier noch ewig dauert, mit den Rädern seien wir schneller, spricht für die Eingangshypothese.

Der Weg entlang Landstraßen mit Radwegen daneben erweist sich als gut fahrbar. Der Regen hat aufgehört, nur noch Spritzwasser, aber das ist nun egal. Statt kurz vor 12h erreichen wir den Hauptbahnhof in Kaiserslautern um kurz vor 14h. Um ca. 14:17 komme die RE17 aus Koblenz an und siehe da eine ältere Dame, die mit uns im Zug war, steigt aus. Mit der S1 sind es nun noch knapp 1,5 Stunden nach Heidelberg.

Von Bad Friedrichshall nach Heidelberg

Auch heute hält das heiße, wolkenfreie Wetter an und ich mache mich auf, um eine andere Ecke des Odenwaldes zu erkunden. An der Bahnlinie entlang des Neckars wird derzeit über einige Monate gebaut und es gibt nur Ersatzbusse auf der Strecke. Aber es gibt eine Regionalbahn nach Heilbronn, die das Neckartal über Sinsheim umfährt. Der Plan ist, diese Bahn bis Bad Friedrichshall zu nehmen und dann noch in die S-Bahn nach Mosbach umzusteigen. 10 Minuten Umsteigezeit sollten auch mit dem Rad reichen. Wie kaum anders zu erwarten, kommt es anders. Die S-Bahn ist schon 10 Minuten weg und ich muss umdisponieren in dem ich direkt von Bad Friedrichshall losfahre.

Komoot führt direkt über die Hügel und zunächst über einsame geteerte kleine Wege, auf denen ich zunächst die Jagst erreiche, die über eine Brücke mit Treppen und Tragepassage zu queren ist. Während Komoot sonst ständig kleinste Pfade und Umgehungen sucht, wird es auf der Strecke von Gundelsheim nach Neckarzimmern nicht fündig, sondern führt über die stark frequentierte B27. Bei Neckarzimmern erfolgt deren Umgehung unerwartet über einen kleinen steilen Weg in die Weinberge.

Beim Guckstein sitzen zwei Sanitäter in der Mittagspause und genießen die Aussicht auf das Neckartal. Durch die Weinberge schlängelt sich der Weg dann an Mosbach vorbei und über einen Hügel direkt nach Neckargerach. Dort ist dann fast wieder Neckarniveau erreicht und der steile Anstieg in Richtung Katzenbuckel (höchste Erhebung im Odenwald) beginnt. Hinter Wald-Katzenbach erreicht man eine Höhe von 530 Meter. Der Katzenbuckel ist mit 626 Metern etwas höher, da kommt man aber nicht mit dem Rennrad hoch. Auf der sehr steilen Abfahrt nach Gaimühle begegne ich einem kleinen Autostau. Der erste in der Schlange traut sich wohl nur sehr langsam den steilen Berg hoch. Über Gaimühle erreicht man in Beerfelden über einen moderaten Anstieg wieder 415 Meter Höhe. 

Beerfelden, Hauptort der Gemeinde Oberzent, zeichnet sich, im Gegensatz zu Lindenfels (zwei Tagen zuvor), weitgehend durch desolate gastronomische Infrastruktur aus. Fast alles ist geschlossen. Oben bei der Martinskirche gibt es „Cafés“ mit in erster Linie Spielautomaten. Für Kaffee und Kuchen muss ich zurück zum Rewe rollen. Ein Club lokaler Rentnerinnen, haben das kleine Café im Rewe als Versammlungsort gewählt, sind aber gerade im Aufbruch begriffen. So find ich doch noch schnell einen freien Platz. Von Beerfelden führt Komoot wieder direkt steil (unnötigerweise, denn die eigentliche Straße ist sehr gut zu fahren) runter nach Falkengesäß. Über Finkenbach und Raubach kommt man vom Finkenbachtal ins Ulfenbachtal und nach dem nächsten querliegenden Bergrücken in Heiligkreuzsteinach ins Steinachtal. Der Radweg folgt der Steinach bis nach Neckarsteinach und von dort rollt das Rad nur noch entlang des Neckars auf dem manchmal vorhandenen Radstreifen nach Heidelberg. Die Sonne kommt schon tiefstehend mit goldenem Glanz aus dem Westen, so dass Schloss und Brücke besonders malerisch angestrahlt sind. 

Auf 114 km sammelten sich diesmal über 1800 Höhenmeter.

Von Bensheim nach Heidelberg

Von Bensheim nach Heidelberg geht es eigentlich entlang der Bergstraße ohne größere Steigungen. Ich wollte aber was Neues im Odenwald kennenlernen. Mit meinem neu erworbenen Ticket setze ich mich in die Regionalbahn nach Frankfurt, die mit geringer Verspätung knapp eine Stunde braucht.

Komoot führt über teilweise winzige Hohlwege mit teilweise extremer Steigung (oft über 15%) ins Hambachertal. Der Weg führt durch Ober-Hambach, vorbei an der in Verruf geratenen Odenwaldschule, jetzt Wohnpark, durch ein weiterhin sehr steiles Waldstück bis hoch zum Schannenbacher Moor. Es riecht nach frisch gemähtem Heu. Die Dörfer Schannenbach und Seidenbuch entlang des Nibelungensteigs sind idyllisch aber einsam.

Die Komoot Optimierungsalgorithmen locken mich immer wieder von der eigentlich perfekten Ortstraße auf schlaglochübersähte Nebenstraßen. So bekomme ich in Seidenbuch die Schutzengelkapelle zu sehen (nur von außen, da geschlossen). Das letzte Stück vor Lindenfels, bezeichnenderweise ein Dörfchen namens Winkel, ist dann auch wieder eine unnötige Abkürzung mit deutlich über 20% eingebaut.

Die Kulisse der Burgruine von Lindenfels vor den Odenwaldhügeln ist äußerst malerisch. In Lindenfels gibt es dann auch erfreulicher Weise, Cafés und eine schöne Bäckerei in der Altstadt, die mich zu einer Pause animiert. Der Weg vom Burghügel runter in Richtung Fürth ist äußerst speziell, nach Schranke mit Fahrverbot kommt ein sehr steiles Gefälle bis zur eigentlichen Autostraße nach Fürth.

Ab da, über Rimbach und Zotzenbach und dann noch einmal ein kleiner Stich runter nach Weiher, kommt wieder bekanntes Gebiet. Unter dem Eisenbahn-Viadukt beim Steinbruch von Mackenheim führt die kleine Nebenstraße bis Ober-Absteinbach und über verschiedene kleine Anstiege bis Wilhelmsfeld und zuletzt über den Köpfel-Kanzlerblick zurück.

Auf einer Strecke von 71 km, haben sich 1500 Höhenmeter angesammelt.

Von Heidelberg nach Tübingen

Nun sind schon wieder ein paar Tage vergangen seit wir unsere Bretagne/ Loire Tour beendet haben. Zwischenzeitlich bin ich einmal über den Königsstuhl geradelt und habe begonnen meine neue berufliche Web Seite einzurichten. Am Samstag hatte ich Geburtstag und habe Bücher, Weine, eine Jazz-Ballett Aufführung, eine Radhose und einen Garmin Edge 1040 geschenkt bekommen.

Ihr ahnt es schon, der muss natürlich eingeweiht werden. Außerdem ist die junge Generation in Nussdorf am Bodensee und somit gibt es zwei valide Gründe das Rad rauszuholen und los zu fahren. Ein weiteres Novum sind die beiden kleinen Restrap Taschen für Lenker und am Sattel, die gerade soviel Platz geben, dass ich damit auch ein paar Mal übernachten kann und die ich an mein Rennrad hängen kann. Die Hoffnung, dass ich mit ganz wenig Gewicht und mit dem Rennrad wahnsinnig schnell bin, schwindet leider von Kilometer zu Kilometer. 

Über Komoot habe ich Heidelberg-Kirchheim nach Nussdorf eingegeben und nun fahre ich den direkten Weg. Ich bin erstaunt wie Komoot sich verbessert. Bis Pforzheim nur schöne Radwege. Ab und zu dann mal eine Kreisstraße aber im großen und ganzen sehr angenehme Strecken. Bis Pforzheim sind es tatsächlich nur Radwege und ich überquere schadenfroh den Stau auf der A8.

Fachwerk gibt es auch in Tiefenbronn und Weil der Stadt. Kurz nach Pforzheim hängt eine dunkle Wolke vor mir und es donnert. Im Biergarten mache ich eine erste Pause und danach sind die Straßen nass. Ich folge sozusagen dem Regen nach. Das geht gut bis Gärtringen, da treffe ich auf die Wolke aber nur sehr kurz. Die Wolke biegt nach Osten ab, ich muss nach Süden. Im Würmtal gibt es einen ganz neuen Radweg mit perfektem Belag und verschiedenen Skulpturen am Weg.

In Herrenberg

Die Altstadt von Herrenberg ist für Autos gesperrt und auch hier sind die Fachwerkhäuser zahlreich. In einer Bäckerei am Weg gönne ich mir dann noch was isotonisches und Cappuccino und Marmorkuchen und hole mir ein paar Lebensgeister zurück.

In Tübingen

Nach Herrenberg führt der Radweg immer weiter nach Tübingen und als der Garmin nach Rottenburg weiter will, es da aber nur ganz wenige Hotels gibt, entscheide ich mich die 10km nach Tübingen weiter zu fahren und bekomme ein preiswertes sehr kleines Appartement, nah am Neckar und der Altstadt. Einchecken inklusive Schlüsselkartenkodierung ist vollständig digital. Per Aufzug geht es in den dritten Stock und für mein Rad ist genügend Platz.

In Tübingen

So komme ich in den Genuss die wunderschöne Altstadt mit Kirche, Schloss, vielen lebendigen Bars und Restaurants und die unglaubliche Neckarfront mal ganz gemütlich durchwandern zu können. Auf der Spitze des Berges zwischen den Stadtteilen ist das Schloss Hochtübingen mit tollen Innen- und Aussichten. Diesen Berg habe ich übrigens in einem langen Rad- und Fußgänger Tunnel zuvor unterquert. Das mit den Photovoltaik Anlagen scheint hier noch nicht so zu klappen.

Die Strecke heute war 129 km lang mit 1450 Höhenmetern.

Viel Sonne in Heidelberg

Die Hitzewelle hält weiter an. Heute ist es allerdings ein bisschen kühler. Also mache ich mich zu einer kleinen Tour durch die Kraichgau Hügel auf. Den Neckar sehe ich deshalb nur von Weitem auf dem Weg von Mückenloch nach Dilsberg, vom Königsstuhl aus, mit Blick zu den Bergen des Pfälzerwald und schließlich vom Aussichtspunkt Riesenstein auf dem Weg zum Speyerer Hof.

Trotz der eigentlich ordentlichen Temperaturen ist insgesamt recht wenig los. Die Sonne brennt natürlich trotzdem und die Anstiege sind schweißtreibend. Keiner überholt mich auf dem Weg zum Königsstuhl. In Wiesenbach gibt es kleines Café an der Hauptstraße. Sie stellen mir eigens einen Tisch im Schatten auf und der Käsekuchen ist sehr lecker.

Die Hügel summieren sich auf über 1000 Höhenmeter und knapp 70 Kilometer.

Ein heißer Sonntag in Heidelberg

Dieses Wochenende war wieder von ziemlicher Hitze geprägt. Am Samstag hat es Nachmittags zugezogen und ich habe eine längere Tour durch Kraichgau und Odenwald unternommen.

Am Sonntag rufen Freunde an, dass sie wegen Corona Fällen ihrer Bekannten zwei Karten für das Theaterstück im dicken Turm im Schloss übrig haben und wir haben uns spontan entschlossen mitzugehen. Das bringt mich ein bisschen unter Druck und ich breche noch schnell zu einer kleinen Tour zum weißen Stein auf, von dort runter nach Ziegelhausen und über den 20% steilen Schlierbacher Hang zu Schloss, Molkenkur und Blockhaus. Da muß ich dann aber wieder runter um vorm Treffpunkt noch duschen zu können.

Mit 39km und 777 Höhenmeter keine beeindruckende Sache. Dafür habe ich schöne Bilder von der Veranstaltung am Abend gemacht.

Am Kornmarkt geht es los und der Teil des Schlosses beim dicken Turm ist normalerweise nicht zugänglich und bietet von der Terrasse noch einmal eine ganze besondere Perspektive auf Schloss und Stadt.

Das Stück „Eine Sommernacht“ ist ganz lustig, mit Gesang, nur drei Schauspieler(2x in) die ziemlich beeindruckend sind, was sie über fast zwei Stunden vorführen. Der Komfort der Holzklappstühle korreliert negativ mit dem Eintritspreis aber das Ambiente ist eben unvergleichlich.

Zum Katzenbuckel

Das Wetter soll sich verschlechtern. Die ganze nächste Woche Regen? Also noch mal raus aufs Rad, der Wind, der von Westen bläst ist schon ziemlich stark. Diesmal fahre ich in Richtung Stadt und auf der Neckarbrücke wehen die Fahnen heftig in Richtung Neckartal.

Die Aussicht auf Rückenwind verleitet mich dazu die zwar schöne aber sehr verkehrsreiche Strecke entlang des Neckar zu wählen. Es geht zügig voran, auf der flachen Strecke mit breitem Seitenstreifen für Fahrradfahrer zwischen Neckarsteinach und Hirschhorn kratze ich an den 40 km/h. In den Neckarschleifen von Baden-Württemberg nach Hessen und wieder zurück nach Baden-Württemberg bläst es aber auch manchmal von der Seite oder von vorne.

In Eberbach geht’s weg vom Neckar bis Gaimühle ohne große Steigungen. Ab da wird es heftig, also ziemlich steil bis Waldkatzenbach unterhalb der unauffälligen Kuppe des Katzenbuckels (626 Meter), der höchsten Erhebung des Odenwalds. Bis hoch zum Parkplatz und zum Restaurant fahre ich noch um den Ausblick in die Weite zu genießen. Am Parkplatz bleibt man allerdings noch unter 600 Meter, da wären noch ein paar Meter zu Fuß zu gehen.

Bei der Abfahrt nach Neckargerach macht sich der Wind erstmalig ungünstig bemerkbar. Es bläst so stark von der Seite, dass äußerste Vorsicht in der steilen Abfahrt notwendig ist. In den steilen Serpentinen kurz vorm Ort ist der Wind dann erfreulicher Weise nicht mehr zu spüren. Der Ort macht einen freundlichen, touristischen Eindruck, viele Radler, die den Neckar entlang fahren. Ich klettere auf der anderen Seite wieder hoch.

Ab Neckarkatzenbach wird es steil aber noch anstrengender ist der Gegenwind, der mich nun über die gesamte Strecke zurück begleitet. Das Foto mit zeigt schön, wie der Wind die Gräser runter drückt. Über den kleinen Odenwald führen schöne Radwege oder kleinere Sträßchen zurück. Am Ende Auf dem letzten steilen Anstieg von Maisbach Richtung Nussloch fehlen mir ein bisschen die Kräfte, zu wenig getrunken und gegessen.

110 km mit 1200 Höhenmeter haben sich angesammelt.

Heidelberger Hausberge

Mal wieder ein kleiner Bericht, damit es hier mangels längerer Touren oder Urlaube nicht ganz so einsam wird. Gestern Abend waren wir zu einem Geburtstag eingeladen und und der Jubilar ist nun mit 70 in erheblich besserer Form und klettert täglich mit dem Rad auf den weißen Stein.

Das motiviert mich heute auch mal auf diesen Heidelberger Hausberg hoch zu fahren. Ich werde nur von einem Rennradler überholt, der allerdings in einem Tempo an mir vorbei gezogen ist, welches ich auch in den besten Zeiten nicht erreicht habe. Ein Grüppchen Gravelbiker kann ich dagegen kurz danach ein- und überholen und höre den lustigen Spruch „immer die E-Biker“ aber mein Gewissen ist rein. Nach der Schleife auf die Höhe mit Bild auf Fernsehturm und Aussichtsturm geht es entlang des geteerten Waldwegs zum langen Kirschbaum. Ein Cabrio kommt mir entgegen, keine gute Idee, da mit dem Auto rein zu fahren.

Vom langen Kirschbaum entschließe ich mich über Wilhelmsfeld nach Altneudorf abzufahren. Diesmal nutze ich den offiziellen Radweg, ohne Verkehr, allerdings nicht ganz so schnell wie auf der Straße, dafür aber mit Ausblicken und einer Rindersorte mit langen Hörnern, die ich nicht identifizieren konnte. Am Neckar bei den vier Burgen fühle ich mich noch gut und entscheide mich bei Klein-Gemünd für den Weg über die Eisenbahnbrücke nach Neckargemünd, Wiesental, Mauer, vorbei am Fundort Homo Heidelbergensis nach Bammental zu fahren. Von dort geht es steil hoch Waldhilsbach und dann weiter zum Königsstuhl, dem zweiten Heidelberger Hausberg.

Oben auf dem Berg ist das übliche Gerummel mit übervollem Parkplatz. Vom Aussichtsplatz sind wieder die Pfälzer Berge gut zu sehen. Das „schöne“ neue Hotel hat immerhin eine schöne große Terasse, auf der ich bislang noch nie eingekehrt bin und bislang war es auch immer voll. E-Biker gibt es tatsächlich in großen Mengen und mich zeiht es schnell weiter. In der Mitte des Hotels sieht man den denkmalgeschützten Bereich, der Rest ist einfach zu groß und ohne Genehmigung und ohne dass es jemand gemerkt hat dazu gebaut worden. Faszinierend.

An der kleinen Aussichtsplattform auf dem Weg zum Speyerer Hof ziehe ich die Weste aus und mach die letzten 3 Fotos von Schloss, alter Brücke und Neckar. Nach dem Speyerer Hof fühle ich mich immer noch gut; also nochmal hoch über den Steiger Weg und dann über Gaiberg und Lingental zurück. 77 km, 1300 Höhenmeter.