Von Freiburg nach Weil am Rhein

Zusammenfassung:

Distanz: 79 km mit 1075 Höhenmetern entlang folgender Orte: Freiburg im Breisgau, Horben, Münstertal, Todtnau, Utzenfeld, Fröhnd, Zell im Wiesental, Schopfheim, Lörrach, Weil am Rhein.

Mit Blick auf das Schwabentor und dem Hotel Bären verlasse ich Freiburg im Breisgau pünktlich um 9h, nachdem ich heute reichhaltiges und abwechslungsreiches Frühstück bekommen habe. Die Route habe ich wieder mit Mapy geplant. Das Ziel ist Rheinfelden aber zuvor muss ich über den Freiburger Hausberg, den Schauinsland. Die Route leitet mich gut aus der Stadt raus. Das Warnschild mit 12% beeindruckt heute nicht mehr. Tatsächlich sind es nur selten über 10% und meistens so um die 7%. Das lässt sich ganz gut fahren. Ich bin aber nicht der Einzige. Massenweise Holländer in zwei verschiedenen Trikots japsen an mir vorbei. Ein paar Profis kommen auch mit einen Wahnsinnstempo an mir vorbei. Außerdemjede Menge Motorräder für die Samstagund Sonntag Fahrverbot hier herrscht. An der Dießendorfer Hütte fotografiere ich die weite Wiesenlandschaft mit ihren sanften Hügeln.

Nach etwa 2h erreichen ich die Bergstation der Schauinslandbahn. Es gibt eine Zitronenlimo am Kiosk. Und eine Dame die gerade aus der Seilbahn steigt, macht ein Foto von mir mit neuem Helm und meinem Rad auf der Aussichtsplattform von der man ein großartiges Panorama über die bewaldeten Hügel in das Rheintal hat.

Auf der Höhe sieht man wieder einige Berghöfe hier vor einer Wiese mit blühenden Lupinen. Später komme ich in ein tief eingeschnittenes grünes Tal mit Wiesen und Wald. In Schönau finde ich am Ortseingang ein Schild mit der Aufschrift „Schönauer Weltmeister – Jogi Löw!“. Die Dorfkirche mit spitzem Turm im Ortskern fotografiere ich auch. Damit ist aber meine heutige Ausbeute schon erschöpft.

Es ist irrsinnig heiß. Mein Thermometer am Lenker misst über 40 Grad. Im Bioladen am Bahnhof von Schopfheim gibt es einen gekühlten Bioladen. Der hat eine Quiche Lorraine, die machen sie zwar nicht warm, schmeckt aber bei der Hitze auch kalt. Einen kleinen steilen Hügel gilt es kurz vorher noch zu überwinden und ich schleppe mich drüber. Auf der Abfahrt höre ich seltsame Abrollgeräusche und ich kontrolliere Räder und Reifen. Viele kleine Steinchen sammeln sich an einer mit Teer verklebten Stelle. Es ist so heiß, das an manchen Stellen das Bitumen flüssig wird. Wenn man da durch fährt, dann kleben die Kiesel fest. Ich kratze es ab.

Die Routenführung von Mapy ist übrigens vorbildlich. Hoch auf den Berg gibt es keine Alternativen und runter Richtung Todtnau auch erstmal nicht. Im flacheren Bereich beginnen die Radwege und Mapy findet sie alle, leitet aber trotzdem richtig, selbst wenn die Obrigkeit den Radweg auf den Kiesweg verlegt, obwohl direkt daneben der asphaltiere Forstweg verläuft. Nur wenige Passagen muss ich auf Kieselwegen fahren.

In Schopfheim ändere ich meine Ziele. Statt Rheinfelden peile ich nun Weil am Rhein an, das sind dann nochmal 20 km. Da kommt die Regionalbahn von Basel nach Karlsruhe um kurz vor 15h an und 10 Minuten vorher bin ich auch da. Wenngleich das Bähnle immer warten muss, weil ganz unerwartet ein anderer Zug Vorfahrt hat, könnten 30 Minuten Umsteigezeit in Karlsruhe reichen, mal sehen.

Auf jeden Fall ist die leicht abgewandelte Schwarzwald-Durchquerung Nord-Süd nun erfolgreich abgeschlossen.

Von Hornberg nach Freiburg

Zusammenfassung:

Distanz: 73 km mit 1357 Höhenmetern entlang folgender Orte: Hornberg, Schonach im Schwarzwald, Schönwald im Schwarzwald, Furtwangen im Schwarzwald, St. Märgen, Buchenbach, Freiburg im Breisgau.

Gestern Abend habe ich mich dann doch noch aufgemacht hoch zur Burgruine um den Panoramablick ins Tal bei Sonnenuntergang mit rot-orange gefärbtem Himmel über den Schwarzwaldhügeln zu sehen. Auch die Vogelperspektive auf Hornberg mit dem markanten Eisenbahnviadukt im Hintergrund ist sehenswert und der mittelalterliche Mauerturm der Burgruine ist gerade noch vom letzten Licht des Tages beleuchtet.

Nachdem ich heute kurz nach 9h den Adler mit einem gutem Frühstück verlasse habe, ist das gelbe historische Rathaus samt Wappenschmuck und Giebeluhr durch die Morgensonne beleuchtet.

Die Straße nach Triberg ist mit dem Fahrrad kein Vergnügen, der Radweg fehlt und es ist viel Verkehr. So entscheide ich mich für den Aufstieg zum Hotel „Schöne Aussicht“. Es ist wieder verdammt steil. Das Schild am Anfang mit 16% fühlt sich wie der Durchschnitt an, nicht wie das Maximum. Die Aussicht (mit Holzstapel) ist dann tatsächlich sehr sehenswert und auf dem großen Parkplatz ist einiger Betrieb. Auf der Strecke ist aber kaum Verkehr.

Da oben geht es auf der sanft geschwungenen Hügellandschaft weiter bis ich Schonau erreiche. Idyllisch im Tal gelegen, mit Kirchturm und wieder eines der obligatorischen Windräder am Horizont. Ohne gibt es hier kein Panorama. Mein Fahrrad wird malerisch an den Ortsstein „Schonach“ gelehnt, dahinter Dorfkirche und und Ortsteich.

Die Kühe auf sattgrüner Weide vor Waldkulisse prägen das Bild dieser Landschaft, bis es dann wieder richtig steil den Berg runter geht. Zum Beweis das Warnschild „18 %“ vor dem steil abfallenden Tal.

In Furtwangen vergesse ich ein Foto zu schießen, dafür gibt es in der Confiserie Mayerhöfer einen sehr leckeren Käsekuchen mit Milchkaffee. Nachdem ich zunehmend von der Qualität von Komoot genervt bin, habe ich mir Mapy.com geladen. Kostenlos mit Premium Version und damit habe ich eine Tour direkt nach Freiburg planen lassen.

Der traumhafte Weg, den Mapy gefunden hat führt an der historische Mühle „Hexenlochmühle“ vorbei. Da ist viel Betrieb am Bach und die Motorräder haben diesen Ort natürlich auch schon gefunden. Noch 2x geht es bergauf, diesmal aber meist deutlich unter 10%. Meist sind es fast völlig verkehrsfreie Wege aber auf der steilen Straße ins Tal staut sich der Verkehr immer wieder, dicke entgegenkommende LKWs erfordern das aber ich kann bei Geschwindigkeiten zwischen 40 un 70 km/h ganz gut mitschwimmen.

Auf gepflasterten Feldwegen und einer der vielen Freiburger Radwege komme ich dann an mein Ziel. Der rote Bären ist das nach eigenem Bekunden älteste Gasthaus Deutschlands.

In der Dreisam, an der der Rad vorbei führt, kühlen sich einige Menschen indem sie sich dort einfach ins flache Wasser der kleinen Staustufen legen. Die unzähligen möglichen Motive Freiburgs sind hier mit historischem Rathaus mit grüner Turmkuppel und Uhr, belebter Gassen mit Bächle und Straßencafé, dem gotischen Münster mit schlankem Turm aus rotem Sandstein, sowie dem Bächlekanal im Stadtzentrum nur angedeutet.

Vorm mittelalterlichen Schwabentor in der Fußgängerzone, sitzen wie überall, wo das Wasser durch die Straßen fließt, Menschen die Kühlung suchen und ihre Füße ins Wasser des Rinnsals halten. Es ist jetzt kurz vor 19h und mein Thermometer zeigt immer noch über 30 Grad. Das älteste Hotel Deutschlands, hat leider noch keine Klimaanlage für mein Zimmer unterm Dach.

Mal sehen ob ich den Schleichwegen morgen weiter folge oder einen moderateren Plan verfolge werde.

Von Seebach nach Hornberg

Zusammenfassung:

Distanz: 87 km mit 2193 Höhenmetern entlang folgender Orte: Seebach, Oppenau, Oberharmersbach, Oberwolfach, Wolfach, Hornberg.

Über kleine verkehrsfreie Schleichwege komme ich zum ersten Aussichtspunkt mit Blick auf Seebach. Kurze Zeit später noch einmal ein Blick auf die Hornisgrinde und viel Holz im Vordergrund. Das ist auch das Einzige, was ich ausser Vögeln und meinen Rollgeräuschen höre: weit entfernte Motorsägen. Das letzte Stück dieses Schleichwegs ist so steil, dass ich absteige. Von ca 900 Meter geht es nun steil ab nach Allerheiligen. Die schönen Wasserfälle haben wir letztes Jahr schon gesehen. Heute ist nur ein kurzer Blick von der Straße drin.

Oppenau ist der tiefste Punkt, ab hier führt ein leidlich ausgebauter Radweg entlang der recht stark befahrenen Straße bis nach Löcherberg. Hier beginnt der zweite längere Anstieg, den ich mir mit viel Verkehr ganz viel Motorrädern, vielen Wohnmobilen und ab und an auch ein Laster. Diesmal wird es deutlich steiler. Meistens über 10% Steigung und ich bin schon öfters auf dem Reserveritzel. Ab und zu bietet ein Motiv von oben einen kleinen Grund für eine Atempause. Auf der Abfahrt begrüßt mich Oberharmersbach mit einem riesigen Bett und der Aufschrift „hier liegen sie richtig“. Der Ort zieht sich ewig und kurz vor der Abzweigung zum Brandenkopf finde ich eine nette Bäckerei und die nette Verkäuferin belegt mir auch ein Brötchen. Auf das Motorräderaufkommen angesprochen meint sie, dass man kaum noch einen Unterschied zum Wochenende ausmachen könne. Alles ist voll davon, dafür scheine das Geld wohl noch zu reichen.

Rathaus und Kirchturm liegen direkt gegenüber und auf der Straße zum Brandenkopf und hier habe ich die Straße wieder fast für mich alleine. Ab und zu kommt einer vorbei und oft ist es so eng, dass ich lieber stehenbleibe. Über 11% oder 12% freue ich mich jetzt, denn die Steigung liegt meistens über 15% und klettert bis auf 20%. Flüssiges pedalieren ist da nicht mehr drin.

Der Brandenkopf hat einen Aufsichtstrum, 33 Meter hoch und oben sieht man durch schmutzige Fenster in jeder Richtung Windräder. Im Wanderheim gibt es erfreulicher Weise ein alkoholfreies Radler, bevor ich mich über eine enge Abfahrt mit teilweise schlechtem Belag langsam wieder, viel bremsend, nach unten in die Hitze bewege.

Eine typische Streusiedlung mit kleinen Höfe und einem Traktor, der gerade Heu macht. Überall riecht es nach frischem Heu. Dem Radweg entlang der Wolf geht es dann mit hübsch dekorierten Holzbrückchen und Kapellchen bis man nach Wolfach kommt und fortan der Kinzig folgt. Das ist eine beschaulichere Passage.

In Wolfach gibt es ein paar Blicke auf den schönen Brunnen und das Rathaus. Die Atmosphäre wird durch den massiven Durchgangsverkehr ein bisschen getrübt. Am Ortsende kämpfe ich mit meinem inneren Schweinehund. Nach Hornberg könnte man auch durch das Tal über Hausach fahren.

Ich entscheide mich für den härteren Weg, nicht ahnend, dass sich hier die Steigungen wieder im Bereich von 15%-20% befinden. Schieben kommt als Alternative auch nicht in Frage und so kurble ich mit Kadenzen von um die 30 mit 3,5 km/h nach oben. Dafür brauche ich nochmal 1,5 Stunden und freue mich über den Kiosk auf der Kuppe. Diesmal gibt es ein richtiges Radler.

Endlich erreiche ich Hornberg. Im altehrwürdigen Hotel Adler beziehe ich mein modernes Zimmer und vor dem Abendessen im Hotel-Restaurant bleibt noch ein bisschen Zeit durch den Ort zu schlendern und Gutach, das Rathaus und ein paar Brunnen zu bestaunen. Eigentlich geht es hier immer um eine Sache: Die große Blamage, als sie irgendeinem Fürsten im 16 Jahrhundert mittels Salutschüssen huldigen wollten, war schließlich die Munition alle, wegen mehrfachem Fehlalarm.

Das deftige Essen wird der guten Bewertung gerecht und ich habe einen ziemlichen Hunger. Mal sehen ob ich morgen wieder den Schleichwegen folge oder ein moderateren Weg suche.

Von Bad Herrenalb nach Seebach

Zusammenfassung:

Distanz: 71 km mit 1385 Höhenmetern von Bad Herrenalb überr Loffenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach, Schönmünz zum Mummelsee und der Hornisgrinde und dann runter bis nach Seebach.

Mit der S-Bahn starte ich von Heidelberg nach Karlsruhe und steige dort in die S1 bis nach Bad Herrenalb. Dort geht es mit ängstlichen Blicken zur geschlossenen Wolkendecke los. Bleibt es trocken?

Diesmal bin ich nicht mit dem Reiserad sondern dem Rennrad und minimalem Gepäck unterwegs.

Am Marktplatz in Bad Herrenalb mit Blick auf Rathaus und kleinem Bachlauf entscheide ich mich erst einmal für den direkten Weg nach Gernsbach. Die Häuser sind hier gut in Schuss, wieder Fachwerk und die Murg. Dem Murgradweg folge ich jetzt, entlang der grünen Radwegweiser und komme an interessanten kleinen Kapellen oder Kirchen vorbei.

Entlang der Murg ist der Radweg vorbildlich. Leider hat sich der Himmel jetzt zugezogen und es regnet leicht aber kontinuierlich.

In Weisenbach gibt es ein paar Motive, insbesondere diese kleine Höhlenmadonna. Kurz vor Forbach meint Gemeinde Langenbrand, dass die Ortsstrasse renoviert werden muss. Nach misslungenen Ausweichversuchen lande ich auf der großen Straße. In Forbach kurve ich auf der Suche nach einem netten Café herum. Bis auf einen Kebab Laden ist alles ausgestorben und die Holzbrücke ist gesperrt. Wenigstens gibt es einen Netto am Ortsausgang. Die Bäckerei-Theke hat innen auch einen Tisch, den ich für Kaffee und belegtes Brötchen in Beschlag nehme. Ich spreche die Verkäuferin an, es sei alles so ausgestorben, da meint sie nur resigniert, wem sagen sie das.

Ich verlasse den Netto von Forbach und komme entlang des jetzt wieder vorbildlichen Radweges am Kirschbaumwasener Wehr vorbei und an einem kleinen Felsdurchbruch, der wohl extra für diesen Radweg entstanden ist. In Schönmünz folge ich nunmehr dem gleichnamigen Bach, ignoriere den Schotterradweg und fahre praktisch ohne Verkehr in leichtem Regen den zunehmend steiler werdenden Weg zum Seibelseckle hoch.

Dabei passiere ich verschiedene Häuser, die schon bessere Zeiten erlebt haben. Im Gegensatz dazu ist in der einsamen Gegend auf einmal der Auerhahnhof eine riesige Wellness Enklave mit internationalen Besuchern. Kurz danach ist die Straße für Autos gesperrt, was nicht heißt, daß dort keine fahren. Aber insgesamt eine wunderschöne Strecke durch den Wald in dem ich angesichts des schlechten Wetters fast alleine bin.

Vom Seibelseckle ist es nur noch ein kleines Stück bis zum Mummelsee, trotz schlechtem Wetter herrscht Massenbetrieb. Immerhin habe ich genügend Platz für mein Rad mit Mummelsee Panorama.

Es ist noch nicht einmal 15h und so suche ich die asphaltierte Straße (nur für Busse) zur Hornisgrinde. Beim Turm fängt es wieder stärker an zu regnen und schnell mache ich noch ein Foto auf die im Trüben liegene Rheinebene.

Dann geht es über 600 Meter Abfahrt, anfänglich bei Regen, dann wird es trocken, nach Seebach. In meiner kleinen Pension genieße ich einen tollen Ausblick auf den Ort und das Wetter deutet an, dass morgen nicht mehr mit Regen zu rechnen ist.

Ausflug nach Eppingen

Die heutige gemütliche Wanderung hat uns über 13 km mit 311 Höhenmetern durch Eppingen und zum Ottilienberg geführt.

Immer noch ein bisschen in der Bewegung eingeschränkt haben wir heute einen Ausflug in die Fachwerkstadt Eppingen unternommen. Mit der Bahn geht das im Stundentakt von Heidelberg direkt, ohne umsteigen zu müssen. In Eppingen sind wir zu Fuß unterwegs und staunen, was sich in unmittelbarer Nähe zwischen alten Mauern, bunten Türen und modernen Skulpturen so findet.

Stadtteich und Stadtrand

Der Rundgang beginnt mit einem Blick über den Stadtteich, auf dem ein Springbrunnen oder eine Fontäne vor sich hin plätschert. Im Hintergrund zeichnet sich die Silhouette der Altstadt mit Kirchturm ab – eine der klassischen Ansichten, die man von Eppingen kennt. Am Ufer des Teichs, der von der kleinen Elsenz gespeist wird, führt ein gepflegter Weg entlang, gesäumt von langen Steinbänken, die ebenfalls kleine Brunnen enthalten und Blumenbeeten. Nicht weit davon steht ein älteres Fachwerkhaus auf einem massiven Steinsockel, das wirkt, als hätte es schon einige Jahrhunderte hinter sich. Im Park sind verschiedene hölzerne Fachwerk-Elemente aufgestellt. Auf Infotafeln wird erklärt, welche Elemente an welchen Gebäuden zu sehen sind und für was sie gut sind. Bei dem größeren Gebäude mit dem Laubengang im Erdgeschoss handelt es sich um das Fachwerkmuseum.

Fachwerk in der Altstadt

Wer durch Eppingens Altstadt läuft, kommt aus dem Schauen und Staunen kaum heraus. Die Fachwerkbauten stehen dicht an dicht, und kein Haus gleicht dem anderen. Viele der Häuser haben beachtliche Schieflage. Am Marktplatz steht eine große bronzefarbene vor den typischen rotweißen Fassaden im Hintergrund, die den Marktplatz einrahmen. In den Seitengassen finden sich weitere Beispiele: ein Haus mit besonders sorgfältig gesetzten roten Balken, ein anderes mit einer Art Innenhof und Holztreppe.

Türen, Details und eine Überraschung

Ein eigenes Thema für sich sind die Türen in Eppingen. Einige Hausbesitzer betreiben einigen Aufwand um ihre Haustüre dekorativ zu gestalten. Da ist zunächst eine braune Holztür mit aufgemalten roten Bändern und goldfarbenen Knöpfen – das Schild daneben weist darauf hin, dass der Zutritt nur für Personal gestattet ist, was den dekorativen Aufwand umso bemerkenswerter macht. Gleich daneben – oder zumindest in ähnlicher Nachbarschaft – eine grün gestrichene Tür unter einem steinernen Portal mit Wappen. Eine dritte Tür, leuchtend blau, sitzt tief in einer Sandsteinwand und ist von einer einfachen Steintreppe begleitet.

An der Hauswand der alten Synagoge, auch Fachwerk, findet sich ein eingelassenes Relief mit hebräischer Schrift – stilles Zeugnis der jüdischen Geschichte des Ortes. Ganz anders die nächste Szene: In einem Hinterhof stehen gut ein Dutzend alter Mopeds und Kleinkrafträder dicht gedrängt auf dem Kopfsteinpflaster, bunt lackiert. Der Besitzer dieses Hauses scheint ein Fan alter Motorfahrzeuge zu sein. Der Hof steht voll mit historischen Wägen und eben diese Sammlung historischer Mofas, die alle fahrtüchtig sind und gemietet werden können, was auch von einigen, die da hin und her jagen auch intensiv in Anspruch genommen wird. Der Abgasgeruch der 70er Jahre schwebt über dem Pflaster.

Kunst in der Stadt

Eppingen betreibt einen gewissen Aufwand, was Skulpturen im öffentlichen Raum angeht. Auf der Grünfläche am Bahnhofsteich steht ein großformatiges Eisenkonstrukt aus verschweißten Stahlteilen – sieht aus wie ein gestrandetes Schiff. Darin hängt im rostigen Rahmen ein bronzefarbenes Reliefgesicht mit Goldmünze im Mund. In der Innenstadt ein grob gearbeiteter Eisenkopf, der Africa King. Vor einer alten Steinmauer steht ein weiteres großes Metallrelief mit melancholischem Gesicht, die Melancholia. Vorm Bahnhof finde wir einen massiven Eisentorso. In einem netten Park eine lebensgroße Bronzefigur – ein Mensch, der auf einem Stuhl steht, im Hintergrund ein Ukulelen-Workshop.

Kirchen, Türme und der Ottilienberg

Schließlich haben wir auch mehrere Bauten gefunden, die nicht Fachwerk sind. Ein interessanter Kirchturm der katholischen Kirche zum Beispiel. Auf dem Weg zum Marktplatz kommen wir außerdem an dem mittelalterlichen Pfeifferturm vorbei, einst ein Gefängnis.

Durch Stadt und Wald führt uns ein Wanderweg teilweise ziemlich steil hoch zum Ottilienberg. Hinter Bäumen versteckt, steht eine kleine romanisch anmutende Kapelle mit quadratischem Turm und Schiefer- oder Steindach. Heute feiern hier oben Max & Lena Hochzeit. Eine Parade von mehreren riesigen Traktoren haben wir schon vor der zweiten Kirche gesehen und die gesamte Feuerwehr des Ortes hat in Uniform auf das Brautpaar gewartet. Am Eingang stehen hohe Stehtische – hier wird gerade die Veranstaltung professionell vorbereitet. Auf dem Rückweg kommen wir an einem kleinen Teich vorbei, an dem ein Holzsteg ins Wasser ragt. Eine junge Dame sitzt dort, die Beine über dem Wasser baumelnd und lässt sich von einem Profifotograf ablichten. Am Anglervereinsheim fragen wir ob das eine öffentliche Gaststätte sei und bekommen prompt was zu trinken angeboten. Die Angler freuen sich, dass wir aus Heidelberg hierher kommen. In der Stadt ist ein alter Industrieschornstein markant von allen Seiten zu sehen, der zur „Palmbräu“ gehört. Es ist der Stammsitz der Brauerei, die noch deutlich sichtbar im Stadtbild präsent ist.

Nachdem wir dann noch einmal über den Kunsthandwerkermarkt spaziert sind, nehmen wir den Zug zurück nach Heidelberg und probieren das neue La Trattoria Restaurant bei den Tennisplätzen aus. Wir sind überrascht, das gesamte Roseteam aus Kirchheim dort zu finden. Die Rose hatte zuletzt ziemlich abgewirtschaftet. Der Chef meint er sei froh, dass er dort draußen ist und jetzt dieses Lokal übernehmen konnte. Die Karte ist übersichtlich, vor allem Pizza aber auf den Tafeln die überall im schönen Biergarten versteckt sind, finden sich auch noch in paar andere Sachen. Der Koch ist der Gleiche. Die Pizza schmeckt gut, hat aber den gewohnten etwas zu harten Rand und lässt relativ viel vom Teller sehen.

Von Heidelberg über die Kamelhöcker zum Königsstuhl

Aufbruch durch das Kraichgau

Nach etwa 10 Kilometer ist der Aufstieg bei Nussloch nach Maisbach erreicht. Das ist der erste der vier kurzen aber steilen Kamelhöcker. Von Maisbach aus geht es wieder hoch, runter und wieder hoch (Kamelhöcker 2und 3) bis Ochsenbach erreicht ist und schließlich der letzte Anstieg (Kamelhöcker 4) bis nach Gauangelloch. Nach Bammental sind es dann nur noch wenige Meter hoch und eine schnelle Abfahrt. Schließlich führt ein eigentlich autofreies, teilweise sehr steiles, Nebensträsschen am Bammentaler Altenheim vorbei nach Wald-Hilsbach. Dort beginnt der Aufstieg über ca. 400 Höhenmeter zum Königsstuhl. In Summe sind das nach Abfahrt zur Molkenkur und dann wieder hoch zum Speyerer Hof und von dort in die Weststadt genau 40 km mit immerhin 859 Höhenmetern.

Los geht es durch offene Feldlandschaft – ein Schild am Rand des Getreidefelds weist auf Kraichgau-Korn hin, die Mohnblumen dazwischen leuchten rot in der bewölkten Frühsommersonne. Der Blick reicht weit über sanfte Hügel, die sich bis zum Horizont hinziehen, unterbrochen nur von einzelnen Baumgruppen und Strommasten. Weiter unten dann das erste Ortsbild von Ochsenbach, eingebettet in grüne Felder und Wiesen. Zum Abschluss dieser Sequenz zeigt sich ein ruhiger Flussabschnitt, das ist bereits die Elsenz in Bammental.

Bammental – An der Elsenz

Die Elsenz ist ein kleiner, klarer Fluss. Vom Ufer aus, umgeben von Geranien und blühenden Sträuchern, lässt sich das Wasser gut beobachten. An einer flachen Steinplatte am Flussufer lagern zwei Nilgänse.

Weiter oben öffnet sich der Blick auf Bammental in welliger Landschaft mit Wiesen und Waldrändern. Dann, mitten im Wald, auf dem Weg zum Königsstuhl, kann ich am großen Rossbrunnen meine Wasserflasche auffüllen. Es ist ein alter Naturwasserbrunnen aus Sandstein, mit einem runden Mühlstein als Rückwand.

In Wald-Hilsbach höre ich das Gewitter grollen und nach dem Ort komme ich in einen kleinen Regenguss, der aber schon bald wieder aufhört und bis oben bin ich wieder trocken. Auf dem Weg saust eine junge Dame, die erstmal gar nicht sonderlich sportlich wirkt, in sehr zügigem Tempo an mir vorbei.

Heidelberg – Aufstieg und Aussicht

Oben auf dem Königsstuhl angekommen gibt es Holzbänke, Picknicktische und einen Münzfernguckerpfosten. Ein klassischer Aussichtspunkt, der heute am Sonntag, dank Bergbahn, gut besucht ist. Mein Rennrad ist daneben geparkt.

Von hier aus blickt man hinunter auf Heidelberg: die roten Dächer der Altstadt, das Neckartal, dahinter die charakteristischen, bewaldeten Hügelkuppen. Eine junge Frau sitzt allein auf der Wiese unterhalb des Aussichtspunkts und genießt die Aussicht für sich alleine.

Auf dem Weg dann zum Speyerer Hof gibt es einen weiteren Aussichtspunkt. Von dort sieht man das Schloss, Altstadt mit Heiligenberg und noch einmal die Rheinebene. Die umliegenden Baumkronen rahmen den Ausblick ein, sodass man je nach Standort unterschiedliche Ausschnitte der Stadt und des Tals erfasst.

Experiment: Bei diesem Artikel handelt es sich um ein Experiment, der Inhalt ist ja eigentlich nicht so spektakulär. Ich habe den Workflow nun fast vollständig automatisiert. Dank der Python Bibliothek garminconnect lassen sich jetzt direkt von der Termux App auf Android aus die GPX Datei von Garmin Connect laden. In der Galerie des Telefons werden Collagen aus ein paar Bildern manuell erstellt und der Rest läuft völlig automatisch ab:

  • GPX Datei hoch laden (über eigenes REST-API plugin).
  • Bilder-Collagen hoch laden.
  • WordPress Gutenberg Blöcke erstellen (Text, Links auf Bild-Collagen, Karten-Plugin).
  • Textvorschlag erfolgt mit einem optionalen Parameter –ai. Dann wird Claude über API konsultiert, schaut sich die Bilder an und erzeugt Text dazu. Mit Hilfe einer Stilprobe funktioniert das ganz passabel aber natürlich muss es trotzdem überarbeitet werden. Aus den Nilgänsen wurde bspw. ein Hund. Die GPX Datei dient als White-List, nicht dass Claude in Versuchung kommt Orte zu erfinden.
  • Die Auswertung der GPX Datei (Distanz, Höhenmeter errechnen) erfolgt auch direkt im Python Script und schließlich die Erzeugung des Beitrags über WordPress REST-API ebenso.
  • Ein Aufruf des Claude API (Bilder erkennen und Text daraus erzeugen) mit Sonnet 4.6 liegt bei ca. 3-4 Cent.

Spaziergang durch Goslar

Nachdem wir heute unser Frühstück mit guten Ratschlägen zur „Nach-Fastenphase“ und n(n-1)/2, bei n=8, also 28 Umarmungen mit allen Teilnehmerinnen beendet haben, sind wir zunächst zur nah gelegenen Tankstelle gefahren und haben nun erstmal wieder für aktuell günstige 1,80 getankt. Leider musste ich auch gleich ein Ticket für die Waschanlage kaufen, da ich einen Parkplatz unter einer Linde gewählt hatte. Das gesamte Auto war völlig verklebt ebenso die Hände, wenn sie es versehentlich berührt hatten.

Über eine serpentinenreiche Straße geht es dann über 17 km bis Goslar, wo wir den Wagen vor unserer Unterkunft parken, die aber noch nicht besetzt ist. In wenigen Minuten sind wir in der Altstadt, in der wir bis zum Abend über 11 km ohne nennenswerte Höhenmeter kreuz und quer zurückgelegt haben.

Vorbei am alt-ehrwürdigen Hotel Achtermann, was wir wegen vielen nicht so positiven Bewertungen nicht ausgewählt hatten, betreten wir die Altstadt am Rosentor. Dahinter liegt die Neuwerkkirche, deren Inneneinrichtung durch dezente aber schöne Farbgebung sehr freundlich wirkt. Das Damenstift liegt gegenüber und der grüne Kräutergarten wird zur Naherholung genutzt.

Über die Rosengasse vorbei an der Bronzplastik „Mann mit Stock und Frau mit Schirm“ von Fernando Botero und dem Einhorn führt uns unser Weg als erstes zur einem kleinen Café, wo es neben opulentem Frühstück auch Hafermilch gibt und somit für uns seit längerem wieder einen Cappucino mit „Milch“, um zu testen, ob wir das trotz der guten Ratschläge noch gut vertragen. Er hat sehr gut geschmeckt.

Der Weg durch die Altstadt führt an hunderten wunderschönen Häusern vorbei, die alle individuelle Besonderheiten aufweisen. Kaum ein hässlicher Platz. Mit den Fotos, die ich gemacht habe, ließe sich eine ganze Galerie füllen. Hier ist eine Auswahl von sechs.

So kommen wir zur evangelischen Marktkirche mit den beiden unterschiedlichen Türmen. Als erstes sehen wir das Ticketbüro für den linken Turm, auf dem sich in 45 Metern Höhe eine Aussichtsplattform befindet. So entscheiden wir uns kurzentschlossen für den recht abenteuerlichen Aufstieg über einige Treppenstockwerke, vorbei am Glockengeläut und der inneren Mechanik der Turmuhr mit riesigen Gewichten.

Der Ausblick über die Stadt, beispielsweise über den Marktplatz oder zur Kaiserpfalz in alle Richtungen bei diesem Wetter ist selbstredend großartig. Lediglich der Ausblick auf die kahlen Harzhänge, die intensiv von den Gleitschirmfliegern benutzt werden, stimmt ein bisschen wehmütig. Auch das Interieur der Kirche ist sehenswert. Besonders schön, die Bilder auf der Kanzeltreppe.

Entlang verschiedener kleiner Geschäfte, die wir passieren, kommen wir auf dem Hohen Weg über die Anzucht zur Domvorhalle. Den Dom gibt es nicht mehr. Der Domplatz ist ein großer Parkplatz. Dahinter liegt die Kaiserpfalz. Die erstrahlt auf einem kleinen grünen Hügel gelegen in vollem Glanz, von Kaiser Wilhelm „dem Großen“ und Kaiser Friedrich I (Barbarossa) bewacht.

Mit freimütig eingeräumten großzügigen Rabatten können wir die Ausstellung mit sehr viel interessantem Text zu Kaisern, Adel, Klerus, Bauern, Bürgern besuchen. Das Highlight ist der Kaisersaal, der behängt ist mit monumentalen Gemälden, die jeweils ein bedeutsames geschichtliches Ereignis repräsentieren. Erfreulicherweise wenigstens mit römischer Jahresangabe markiert, um recherchieren zu können, was das Bild wohl darstellen soll.

Auf dem Rückweg sehen wir Löwen und die beiden Kaiser von hinten, ohne damit eine Wertung abgeben zu wollen. Wir wollen nun unsere Zimmer im Hotel beziehen. Auf dem Weg finden wir einen Erdbeerstand und erstehen dort eine Schale mit ganz hervorragenden Erdbeeren für eine kurze Picknickpause auf unseren Zimmern.

Dann starten wir wieder in die Altstadt, als erstes zum Mönchhausmuseum. Neben den modernen Kunstwerken und Videoinstallationen im Haus ist die eigentliche Attraktion das alte Gemäuer selbst mit der Konstruktion der Zimmer und der Stockwerke. Im beschaulichen grünen Innenhof sind auch nette Außenkunstwerke zu sehen.

Auf dem Weg zum Siemens-Haus beginnt uns langsam der Hunger zu plagen, da wir nun auf 17:30 für das abendliche Dinner konditioniert sind. Nach einiger Diskussion landen wir im sehr gut bewerteten indischen Bombay, wo es auf jeden Fall vegane und basische Gerichte geben dürfte. Wir werden nicht enttäuscht, das Essen ist ganz hervorragend.

Über den Marktplatz mit der roten nun in der Abendsonne liegenden Kaiserworth, dem historischen Gildehaus der Kaufleute, der Worthgilde, überqueren wir den Marktplatz. In entgegengesetzter Richtung liegt als Teil der alten Stadtbefestigung noch das „Breite Tor“. Auf dem Rückweg folgen wir wieder der Anzucht mit malerischen Häusern, kleinen blumengeschmückten Brücken, ein paar kleinen Kaskaden und auch noch ein paar illustrativ platzierten Kunstwerken über dem Bach. Auf dem Moritz-von-Sachsen Platz sehen wir denselben mit seinem Ross, beide offensichtlich Opfer einer Fastenkur.

Wir beschließen den Abend auf dem Marktplatz mit einem kleinen Bier und hoffen, dass unsere Kursleiterin, sollte sie das hier lesen, uns gnädig bewertet. Wir haben es sehr gut vertragen und es hat noch besser geschmeckt.

Goslar zu besuchen war eine sehr gute Idee. Eine sehenswerte freundliche Stadt und der allgegenwärtige Leerstand ist hier deutlich geringer. Dafür gibt es ein große Anzahl an sehenswerten Plätzen und Gebäuden.

Clausthal-Zellerfeld zur Prinzenlaube

Unsere letzte geplante Wanderung in Clausthal-Zellerfeld erstreckte sich über kurze 9 km mit 216 Höhenmetern über wenige kurze, aber immerhin steilen Passagen. Um 10h konnte ich nicht pünktlich mitlaufen, da ich noch in einem Video-Termin festgehalten war. Über die vorab zur Verfügung gestellte Komoot-Strecke und einen angepeilten WhatsApp Standort habe ich kurz nach 10:30 die Verfolgungsjagd aufgenommen und habe die gesamte Truppe schon bald bei der Pause an der Schutzhütte „Prinzenlaube“ gefunden, mit dem Blick auf das Örtchen Wildemann.

Die Schutzhütte, ein aus großen Brettern gezimmerte Zeltkonstruktion, ist fensterlos und damit völlig dunkel und wirkt wenig einladend. Im Eingangsbereich können sich stempelsammelnde Weitwanderer ihren Stempel selbst zuteilen.

Am hohen Funkturm vorbei geht es steil bergab und dann gleich wieder bergauf und es öffnet sich noch einmal der Blick nach Wildemann dank eines Fichtenkahlschlags durch Sturm oder Borkenkäfer. Eine tote Fichte steht mahnend in der Mitte. Auf der Höhe findet sich ein weiter Kahlschlag, dem entlang des Weges mit neu angepflanzten Ahornbäumen entgegengewirkt wird. Blumen sind, dank geringer forstwirtschaftlicher Nutzung und praktisch nicht sichtbarer Landwirtschaft, überall auf wunderschönen Wildblumenwiesen oder direkt auf dem Weg wie dieses kleine Männertreu.

Kurz nachdem wir das Hotel wieder erreicht haben, machen wir uns bereit für die Führung im Harzer Bergwerkmuseum. Der Besuch und insbesondere die Führung ist tatsächlich eine ganz große Empfehlung. Eine sehr nette und amüsante Tourleiterin führt durch die Historie des Bergbaus, die Techniken und Gerätschaften, die in den verschiedenen Epochen verwendet wurden. Alles nachgebaut mit den verschiedenen Gebäuden und Freilichtgelände, sowie nachgebauten Schächten unter der Erde, in denen die verschiedenen Technologien zur Befestigung und deren Tücken erläutert werden.

Das alles aufschreiben zu wollen, würde zu einem recht langen Beitrag führen und die Informationen sind sicher auch überall zugänglich. Besonders eindrucksvoll fand ich direkt im Eingangsbereich die 3D Landschaftsmodelle mit der Seenlandschaft im Übertagemodell und direkt gegenüber das Untertagemodell mit den unzähligen Schächten, die sich über Kilometer von Ort zu Ort erstrecken und über Generationen in den Berg getrieben worden sind. Jahresleistung eines Bergmanns um 1700 waren etwa 3 Meter in den Berg hinein zu hauen.

Clausthal-Zellerfeld zum Ottiliaeschacht

Nachdem wir uns mit den Rahmenbedingungen, wenig Essen und ein kleines Bewegungspensum, arrangiert haben, sind heute immerhin insgesamt 11 km mit 224 Höhenmetern zusammengekommen. Zunächst gehen wir entlang der alten Lorenschienen, die noch ab und zu auch touristisch verwendet werden, in Richtung Ottiliaeschacht. Zuvor passieren wir eine Wohngegend mit exklusiveren Häusern und schönen Gärten mit direktem Blick auf einen der vielen kleinen Seen.

Dann führt der Weg weiter durch den Wald und entlang vieler mit Blumen übersäten Wiesen. Landwirtschaftliche Nutzung gibt es praktisch keine. Beim Ottiliaeschacht sehen wir einen relativ modernen Turm. Bei diesem Schacht handelt es sich um einen, der zuletzt aus dem Betrieb genommen wurde. 1930 war fast überall Schluss mit Bergbau im Harz. Einige der alten Transportzüge, die Transportwagen heißen Hunde, sind auf dem Gleissystem zu sehen.

Entlang eines weiteren künstlichen Wassergrabens kommen wir dann wieder nach Clausthal zurück, wo wir uns von der Gruppe absondern. Clausthal ist der etwas lebhaftere Teil von Clausthal-Zellerfeld mit ein paar Geschäften, Restaurants und Cafés. Dabei passieren wir das Robert-Koch Haus, in dem er seine Jugend verbracht hat und kommen schließlich zur größten Attraktion, der blauen Marktkirche.

Die größte Holzkirche Europas liegt auf einem großen Platz, der frei von Pflanzen gehalten worden ist, um den imposanten Bau besser zur Geltung kommen zu lassen. Bei einer Hitze von 30 Grad, die aktuell herrscht, wirkt das dann allerdings ein bisschen leblos. In der Kirche ist es kühl. Der imposante große Innenbereich ist, wenngleich protestantisch, barock gestaltet. Auf dem Weg passieren wir auch das Hotel Krone, das damit wirbt, Heinrich Heine auf seiner Harzreise beherbergt zu haben. Das Restaurant ist dauerhaft geschlossen.

Die Häuser in Clausthal und Zellerfeld geben ein sehr unterschiedliches Bild ab. Insbesondere entlang der Hauptdurchfahrtsstraße reihen sich Leerstände und völlig verwahrloste Gebäude aneinander. Unser nächstes Ziel ist das Waldseebad. Auf dem Weg dahin kommen wir wieder durch bessere Viertel mit wunderschön gestalteten Fassaden und Gärten. Insbesondere die verstreuten Gebäude der verschiedenen Institute der Technischen Universität von Clausthal, in beschaulichen Parks verstreut, wirken einladend.

Die Bergwerkstransportwägen (Hunde) sind ein beliebtes Motiv, um den Vorgarten aufzuwerten. Dass wir hier einen alten Kramer-Traktor aus Überlingen zu sehen bekommen, kommt allerdings unerwartet.

Bei 30 Grad freuen wir uns auf Abkühlung im Waldseebad, kostenlos, allerdings ohne Kiosk, mit Umkleidekabinen und Toiletten und einem schönen angenehmen Einstieg in den gestauten See. Das Wasser ist bereits warm genug, um angenehm schwimmen zu können.

Auf dem Rückweg schauen wir uns dann noch das Innere der Zellerfelder St. Salvatoris Kirche in unmittelbarer Nähe des Hotels an. Ein imposanter grauer, von außen eher schmuckloser großer Kasten. Innen ist eine ganz interessante Kunstausstellung einer lokalen Künstlerin. Das Besondere in dieser Kirche ist das neuzeitliche Altarbild von Werner Tübke, welches 1997 eingeweiht wurde und ob seiner atheistischen Einstellung zu kontroversen Diskussionen führte.

Direkt gegenüber ist die historische Apotheke zu bewundern mit beeindruckender Eingangstür und der Besonderheit gleichmäßig angebrachter Gesichter oder Fratzen rundum die Ballustrade.

Kurzum ein schöner abwechslungsreicher Tag, mit blauem Himmel ohne ein einziges Wölkchen, viel grün, interessanten Gebäuden und sogar einer kleinen Erfrischungspause im See.

Clausthal-Zellerfeld zum Spiegelthaler Wasserfall

Am Pfingstmontag führt uns unsere Kursleiterin über eine Distanz von insgesamt 10 km mit 214 Höhenmetern zum Spiegelthaler Wasserfall. Einige E-Fahrrad Fahrer sausen über die gekiesten Waldwege. Tatsächlich ist heute kein Einziger ohne E- Unterstützung zu sehen. Zunächst gehen wir über den Wanderweg Richtung Goslar, was nur noch 15 Kilometer entfernt wäre, aber wir biegen bald Richtung Wasserfall ab. Ein wunderbares Foto-Motiv und ein guter Platz, um eine kleine Pause einzulegen.

Viel zu berichten gibt es eigentlich nicht. Es ist alles wunderschön grün und wir kommen immer wieder an idyllischen Gewässern vorbei, inklusive der historischen Deiche und Anlagen, die für die Kanalisierung und Führung des Wassers erforderlich waren.

Wir umgehen den Campingplatz Wildwood, der noch recht dünn belegt ist und kommen kurz vor dem Ortseingang an einem Wasserradsystem vorbei. Die Straße wird von sehr vielen lautstarken Motorrädern in Beschlag genommen, die mir schon am Anreisetag in Pulks und Horden entgegenkamen.