Klongs und Wat Arun

Nachdem wir heute ziemlich lang geschlafen haben, die zeitliche Assimilation scheint zu klappen, wollten wir heute ein Bootstour durch die Kanäle (Klongs) machen. Eine Stunde war ausgemacht und fast zwei Stunden waren wir unterwegs, wenngleich wir jeweils beim Eingang und Ausgang der Seitenkanäle, an einer Art Tor jeweils circa 20 Minuten warten mussten, bis wir gemeinsam mit ganze vielen anderen Langbooten durch diese Tore durften. Erst dachte ich es seien Schleusen aber das Höhenniveau hatte sich nicht geändert.

Die Eindrücke entlang der Wasserstraßen, fast vollständig mit einfachsten Behausungen als Pfahlbauten in den Kanal gebaut, ab und zu mal Brachland, dann Tempel, dann zusammenbrechende Hütten und dann wieder – aber eher selten – Luxusbauten, die die ursprünglichen Hütten ersetzen. Viele Warane liegen am Ufer. Unser Bootsführer hält direkt Auge in Auge bei einem an. Neben ein paar Booten mit alten Damen, die versuchen irgendwas an die Touristen-Boote zu verkaufen, kommen wir auch durch Bereiche, in denen es was zu essen und trinken gibt. Besonders eindrucksvoll ist die riesige frei stehende Buddha-Statue, an der wir langsam vorbei tuckern.

Im Ausgangsbereich des Seitenkanals, kurz vorm Fluss, sammeln sich dutzende Boote auf kleinstem Raum in der Absperrung. Der schwarze Rauch, der beim Anlassen entsteht ,schmälert das Vergnügen aber die Bootsführer sind rücksichtsvoll. Wäre mal interessant auszurechnen, wie viele 100 Kilometer man mit einem modernen Auto fahren kann, um zu einer äquivalenten Emission zu kommen.

Beim Tempel Wat Arun steigen wir aus und das Besondere hier ist das Turmensemble. Für die 100 Baht Eintritt bekommen wir diesmal sogar ein kleines Wasserfläschchen gratis dazu. Um die Gebäude herum sind ganz viele ThailänderInnen (auch wenige Thailänder) in traditionellen Kostümen zu sehen, die sich von professionellen Fotografen knipsen lassen. Ein paar europäische Damen sehen wir auch, scheint also eine Art Kostümverleih in der Nähe zu geben. Insbesondere die Details der Verzierungen und Figuren sind einfach toll anzuschauen.

Es ist ziemlich heiß und wir sitzen eine ganze Zeit bei einer Limo im Schatten und beratschlagen, was wir noch machen und kommen zum Schluss, nichts mehr. Mit der Fähre queren wir rüber und gehen dann langsam wieder zum Hotel zurück.

Es zeigt sich bei einer weiteren hitzebedingten Pause im Kaffee, diesmal neben dem Starbucks und dafür mit Käsekuchen, dass meine Wanderhose einen Riss hat. Ist ja nun auch schon so um die 15 Jahre alt. In Khaosan versuchen wir einen Schneider aufzutreiben und werden erst im zweiten Anlauf fündig. Weil es der Schneider persönlich machen muss (und er macht es binnen zwei Stunden) sind 150 Baht fällig. Nachdem wir uns im Hotel ausgeruht haben, gehen wir zum Abendessen noch in eine der lebhafteren Kaosan Touristenecken.

Zuletzt durchstreifen wir dann noch dass Zentrum des Kaosan Viertels mit der Kaoson Road. Thailänder tragen hier nun keine Masken mehr sondern animieren mehr oder weniger nah, um Touristen ins Lokal zu bekommen. Die Straßen sind völlig überfüllt und immer wieder bahnen sich Motorräder einen Weg durchs Gedränge. Es ist extrem laut und das Erscheinungsbild der ganzen Umgebung suggeriert eine ostasiatische Ballermannversion.

Nachdem wir uns nun auch diesem Highlight nicht verwehrt haben, gehen wir früh zurück. Morgen wollen wir weiter.

Großer Palast, Chinatown und noch ein paar Tempel

Unser Hotel direkt am Kanal ist zwar ein bisschen hellhörig aber wir konnten ausschlafen und das Frühstück direkt am Wasser war auch gut. Mit einem Tuktuk, der am Straßenrand hält, fahren wir zum großen Palast und wahrscheinlich hat er uns wieder übers Ohr gehauen, da er nicht gezögert hatte als ich seinen Preis um ein Drittel reduzierte.

Nachdem wir gestern mit langen Hosen unterwegs waren und es dabei ein bisschen warm war, habe ich mich für die etwas kürzere Wanderhose entschieden und habe mich natürlich sofort geärgert, denn kurze Hosen sind nicht erlaubt, wenn man beim König zu Besuch kommt. Lächerliche Stoffhosen, die man für 100 Baht überall kaufen kann, schon. Hätte ich mir nur die Anzip Teile für die Hose in den Rucksack gelegt.

Im großen Palast, eigentlich dem im Palastgelände integrierten Tempel, erwarten uns Menschenmassen. Die Soldaten und Soldatinnen sollen nicht fotografiert werden sind aber doch auch ganz geschäftstüchtig und versuchen Guide-Posten an ihre Nächsten zu vergeben. Das ist uns ein bisschen viel und so spazieren wir ungeführt durch das wieder sehr beeindruckende Gelände. Der Smaragdbuddha (aus Jade, das thailändische Staatssymbol) darf nicht fotografiert und gefilmt werden. Außerdem darf man ihn nur mit einer Gesichtsmaske besichtigen. Masken sind sonst nirgendwo vorgeschrieben aber jeder Thailänder trägt eine, fast überall.

Vom Tempelgelände geht es dann rüber ins Palastgelände. Natürlich alles auch wieder bombastisch angelegt. Ein besonderer Luxus.

Mit einer Fähre für 2×4,5 Baht (30 Cent) überqueren wir den Fluss zu einem kleinen geruhsamen Tempel neben einer sehr lauten Schule mit einem Basketballwettbewerb. Besonderheit: die Spielerin auf der Gegenseite hält einen Korb in der Hand und muss versuchen die Bälle ihrer Mannschaftskolleginnen aktiv mit dem Korb zu fangen. Sie steht auf einem kleinen Sockel und so spart man sich ganz einfach das Equipment. Durch einen engen Marktbereich voller Einheimischer, keine Touristen drücken wir uns durch und landen wieder an einem Pier und fahren von dort mit dem Boot nach Chinatown.

Da ist es noch viel enger und es gibt viele Touristen. In jeder Straße gibt es irgendwas besonderes, erstmal nur Ramsch, dann kommen wir zu den Klempnern und eisenverarbeitenden Betrieben, bis wir schließlich auch „Werkstätten“ sehen, die sich um alles was fährt kümmern und riesige Berge von „Altmetall“ sammeln aus denen wieder Motorteile werden.

Irgendwann erreichen wir das chinesische Eingangstor und dahinter ist der Tempel mit dem goldenen Buddha (Wat Traimit). Obwohl nicht nur 66cm hoch sondern 5,5 Tonnen schwer verbindet ihn mit dem Smaragdbuddha, dass er in Gips versteckt und zufällig entdeckt wurde. Der große Buddha akzeptiert uns auch mit kurzer Hose und ohne Maske aber wir dürfen nur fotografieren, nicht filmen.

Nachdem wir nun das Bootfahren als schnellstes und billigstes (ein Weg je nach Schiff 20 oder 30 Baht = 60-90 Cent) Transportmittel entdeckt haben, fahren wir wieder zurück Richtung Hotel, ruhen uns aus und gehen später nochmal los. Am nächsten Megatempel Wat Arun fahren wir nur vorbei.

Der „Golden Mount“ Wat Saket wird vom Reiseführer dafür gerühmt, dass man bei Sonnenuntergang einen tollen Blick über die Stadt hat. Also klettern wir die steilen Treppen hoch, bis zur Aussichtsplattform der Tempelpagode (Schuhe sollen wir diesmal anlassen, sagt ein Lautsprecher in Dauerschleife auf englisch) .

Neben uns haben auch ein paar andere diesen oder einen anderen Reiseführer mit diesem Geheimtipp gelesen und das Balkongeländer gen Sonnenuntergang ist entsprechend gut besetzt. Die Geschichte zur Entstehung, Cholera, Leichenberge und Geier ist nicht ganz so schön aber dafür der Blick in alle Richtungen und zurück im Dunkeln auch.

Wir finden auch noch ein Restaurant am Kanal mit thailändischem Essen, vorsichtshalber mit nur einem Chili – Level und thailändischem Bier.

Bangkok, erste Tempelrundtour

Ende Januar haben wir uns nach Thailand aufgemacht. Wir brauchen eine Veränderung und es ist Zeit die Dinge neu anzugehen. Warum nicht mal ein paar Wochen Auszeit und wir treffen Steffen in Chiang Mai. Der Anfang läuft etwas holprig. Kurz bevor wir uns am Sonntag fertig machen wollen, meldet sich Thai Airways per E-Mail, dass der Flug am Abend gestrichen wird und stattdessen am nächsten Tag um 15h geflogen wird. Zugtickets verfallen und die erste Nacht im Hotel in Bangkok auch, aber immerhin bekommen wir nach circa einer knappen Stunde am Flughafen unsern Sitzplatz und kommen dann auch sehr pünktlich kurz vor 6h in Bangkok an.

Mit dem beeindruckenden Skytrain und der Metro kommen wir in die „Altstadt“ und laufen dann etwas länger als erhofft zu unserm Hotel. Unser Zimmer ist auch noch für uns reserviert. Auf dem Weg können wir schon einen ersten Blick auf den Verkehr und das Demokratiemonument sowie die beeindruckenden elektrischen Leitungen werfen. Aus unserm Zimmer schauen wir auf den Kanal und hören keinen Verkehr.

Ein bisschen müssen wir uns nach durchgemachter Nacht mit sechs Stunden Zeitverschiebung ausruhen. Dann machen wir uns vom Hotel zu Fuß auf den Weg. Zuerst zum Fluss „Chao Phraya“, der durch ganz Thailand und Bangkok fließt. Entlang des Flusses führt ein kleiner Fußweg zum Tourist-Office und durch das Universitätsgelände steuern wir unseren ersten Tempel den Wat Mahathat. Die Straße davor ist laut und chaotisch, im Eingangsbereich des Tempels ist dann erstmal ein großer Parkplatz mit teilweise edlen Limousinen. Ein riesiger BMW von German Auto wird von einer sehr zierlichen Thailänderin in eine winzige Parklücke buxiert.

Sobald wir dann aber in das Innere des Tempels kommen, ist auf einmal von dieser Welt nichts mehr zu hören. Es ist völlig ruhig, eintrittsfrei, kaum Leute und sehr eindrucksvoll. Wir sehen eine endlose Galerie sitzender Buddhas entlang der Außenmauer und große Buddhastatuen mit wenigen Betenden im Innern. Wer da rein will, muss die Schuhe ausziehen und ordentlich gekleidet sein. Der Tempel bietet auch echte Meditationslehrgänge an aber wir verzichten erst einmal und machen uns auf zum nächsten Tempel, dem Wat Pho.

Kurz nach 17h zahlen wir diesmal 400 Baht zu zweit und es ist schon deutlich mehr los, denn der liegende oder ausruhende Buddha gehört mit seinen 40 Metern Länge schon zu den besonderen äußerst beeindruckenden Highlights.

Aber nicht nur dieser Buddha ist toll sondern das ganze Gelände. Die thailändische Medizinschule inklusive Massagetechnik hat hier ihre Wurzeln und einige eher verstörende Körperübungen sind in Statuen abgebildet. Wir vertreiben uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang und sind an die 10 Kilometer durch die Stadt spaziert.

Ein aufdringlicher Taxifahrer fährt uns wahrscheinlich leicht überteuert ins Hotel, weil er auf Biegen und Brechen sein Taxometer nicht einschalten will, trotzdem billig.

Ein Wochenende in Hamburg

Anlässlich eines Firmenjubiläums durften wir ein sehr großzügig ausgestaltetes Wochenende in Hamburg verbringen. Der erste Abend wurde eingeleitet durch ein ganz hervorragendes Abendessen im east Restaurant mit toller Sushi Auswahl als Vorspeise und einem exzellentem Hauptgang. Der Samstag bot uns Gelegenheit Hamburg noch einmal zu durchstreifen, was dann doch eine Wanderung mit über 13 km wurde. Das Wetter war erst noch recht verhangen und wurde dann immer sonniger.

Zunächst konnten wir von der Hotel Rezeption aus direkt auf die Aussichtsgalerie, auf Höhe des 8. Stockwerks kann man so das Gebäude vollständig umrunden.

Durch die Speicherstadt über das Rathaus sind wir bis zum grünen Park Blomen & Planten marschiert, haben dort einen Rundgang gemacht und dann über Alster und Innenstadt zurück.

Für eine kleine Bootsfährfahrt von den Landungsbrücken zur Elbphilarmonie war auch noch Platz, wo wir auf gut gefüllter Fähre noch einmal ein paar andere Perspektiven auf unser Domizil werfen konnten.

Vor dem dem eigenlichen Event-Höhepunkt, dem Jazz-Konzert, war noch ein widerum sehr leckeres Abendessen eingeplant, diesmal in der Brasserei Carls direkt gegenüber.

Das Highlight Abends, im großen Saal der Elbphilarmonie, war das Konzert des Star-Quartetts mit Saxofonist Joshua Redman, Pianist Brad Mehldau, Bassist Christian McBride und Schlagzeuger Brian Blade. Von Christian McBride hatte ich schon 2017 aus San Francisco berichtet. Das Konzert war super, so total begeistert, wie in San Francisco war ich aber diesmal nicht. Danach, spätabends in der Bar, saßen wir noch auf ein Bier und Christian McBride saß auch da, also nutzte ich die Gelegenheit ihn mein Kompliment zu machen und kurz davon zu erzählen, dass ich ihn damals schon gesehen hatte. Er wusste noch die Kombination an Leuten, die damals auf der Bühne waren, “time flies …” war sein primärer Kommentar.

Wermutstropfen: An- und Abreise mit dem Zug (beides mal völlig überfüllt). Ganz wichtig, alle haben ffp2 Maske zu tragen, was aber viele nicht schert und auch nicht kontrolliert wird, überall steht “1,5 Meter Abstand halten”, im Zug sind es dann erzwungene 50 cm. Hinreise mit 61 Minuten Verspätung und am Dienstag dann erste Symptome.

So jetzt aber genug gemeckert, ein tolles Wochenende in einem wunderschönen Ambiente, mit super Konzert und außergewöhnlich gutem Essen. Sehr großzügig, wie manche Unternehmen ihre Jubilare bedenken.

Über den Bodanrück

Gestern Abend waren wir wieder zum Grillen eingeladen und es war wieder ausgesprochen lecker. Diesmal direkt am See. Nach ca. 1h Stunde ist aber das Gewitter, dass sich schon lange über dem Bodanrück mit malerischen Blitzen abzeichnete, immer näher gekommen und es begann sehr stark zu regnen und hörte damit auch die ganze Nacht nicht auf.

Nachdem wir aufgrund der schlechten Prognose eigentlich geplant hatten abzureisen und ein bisschen länger zu schlafen wurden wir dann davon überrascht, dass der Regen um 9h aufhörte, der Himmel aufriss und sich verheißungsvolles Blau sehen lies. Auf einmal waren die Prognosen gar nicht mehr schlecht und wir haben uns deshalb zu einer Wanderung aufgemacht. Erstmal mit dem Zug von Nußdorf bis nach Ludwigshafen, von dort mit dem Bus nach Bodman und dann zu Fuß weiter bis nach Wallhausen über den Bodanrück. Da sowohl die Marienschlucht als auch der Weg direkt am Wasser teilweise gesperrt ist, sind wir als erstes zur Burgruine Bodman aufgestiegen. Von dort gibt es malerische Blicke auf den See in Richtung Sipplingen aber es sollten nicht die einzigen malerischen Blicke bleiben.

Von der Burgruine führt der Weg dann oben, auf dem Bergrücken entlang, durch ein sehr großes Bisongehege und wir haben auch eine kleine Herde gesehen. Kurz danach gibt der Wald Blicke auf Radolfzell und die Reichenau frei, also auf die andere Seite den Untersee. Durch meist dichten Wald folgen wir der Ausschilderung des „Seegangs“ ein Weg, der über 53km die interessanten Punkte entlang des Sees abklappert.

Oft geht der Weg einfach durch den Wald über breite Forstwege, selten mal ein kleiner Pfad, aber je dichter man dem Ufer kommt öffnet sich manchmal der traumhafte Blick auf den Überlinger See. Im riesigen Golfplatz bei Kargegg gibt es ein kleines Restaurant, da führt uns der umgeleitete Seegang hin. Kurz davor wäre eigentlich der Abstieg zur Marienschlucht dran gewesen. Auch unser Tisch im Restaurant, indem es erfreulicherweise einen Käsekuchen ohne Obst gibt (und noch einen Apfelkuchen), bietet einen Logenblick auf den See. Die Umleitung führt danach durch den Golfplatz bis irgendwann der Seeuferweg erreicht ist und wir wähnten uns schon kurz vor dem Ziel, aber nach ca. 2km auf dem schmalen aber gut ausgebauten Uferweg, drohen Absperrgitter und Schilder mit Lebensgefahr und Forstarbeiten und wir beugen uns der Autorität in dem wir wieder zur Burgschänke dem Weg folgend aufsteigen. Dort machen wir aber keine Rast mehr, werden aber beim Abstieg kurz vor Wallhausen mit einem wirklich paradiesischen Blick auf den See, Sipplingen, Überlingen, Birnau, Alpen belohnt.

Den Hafen erreichen wir kurz bevor das Schiff aus Überlingen anlegt und wir müssen nur ca. 10 Minuten auf dem Deck warten bis die Überfahrt beginnt. Überlingen kommt immer näher bis sich auf der Münsteruhr die Zeit ablesen lässt. Mit einem kleinen Eis zur Stärkung schlendern wir zum Busbahnhof und fahren die letzten 3km wieder nach Nussdorf.

Von den insgesamt 40 Kilometern, die wir unterwegs waren, sind wir ca. 20 Kilometer gewandert und haben dabei doch schon 528 Höhenmeter bewältigt. Nach einer sehr schönen Wanderung an einem traumhaften Tag haben wir gelernt sich von Prognosen weniger vorbelasten zu lassen.

Kleine Radtour durchs Linzgau

Die Entscheidung vom Chiemsee zum Bodensee zu fahren, hat sich als richtig erwiesen. Das Wetter ist sehr angenehm, nicht so heiß, ein paar Wölkchen, ideal für eine Radtour ins Hinterland.

Der Radweg bis Lippertsreute ist gut ausgebaut, führt aber an der befahrenen Straße entlang. Die kleine Straße nach Großschönach ist dann gesperrt. Wir wagen es trotzdem und kommen an ein paar orangen Fahrzeugen vorbei, die einen Graben ausheben. Ist also kein Problem und mit dem angenehmen Nebeneffekt verbunden, dass Autos auf dieser Straße völlig fehlen. Der Radweg von Großschönach nach Herdwangen ist wieder gut ausgebaut entlang der recht breiten aber wenig befahrenen Straße. Es ist ziemlich hügelig.

Herdwangen hat ein schönes Rathaus und eine typische Ortskirche zu bieten. Der Radweg Richtung Stockach führt zunächst gut ausgebaut aus dem Ort raus aber mündet dann auf einer zweispurigen Straße an Hohenfels vorbei bis nach Kalkofen. Ab da gibt es wieder eine ganzen neuen Radweg steilt ins Tal, nachdem wir bei Hohenfels immerhin 700 Höhenmeter erreicht haben. Bei der Kirche in Winterspüren zeigen die Radwegweiser Richtung Bonndorf/Ludwigshafen und da wir den schnellsten Weg nach Ludwigshafen suchen, folgen wir vertrauensvoll auch der nächsten Abzweigung in ein kleines Seitensträßchen. Bald landen wir wieder an einer Straßensperrung, versuchen es trotzdem, kommen dann auf einen Schotterweg und dann an die Baustelle, die sich diesmal leider als unüberwindlich erweist, da ein riesiger Bagger die Brücke gerade abreißt. Als wieder zurück und wir folgen nun der zunächst ziemlich steilen Straße bis Bonndorf von wo es unter der B31n über die steilen Serpentinen mit schönem Ausblick bis Ludwigshafen.

Der Bodenseeradweg nach Überlingen zurück ist dann halt wieder recht befahren inklusive viel Verkehr auch an der Uferstraße. Bei 62km haben sich über die vielen kleinen Hügel 666 Höhenmeter angesammelt.

Hoch zur Hochplatte

Heute haben wir die Räder gegen die Wanderschuhe getauscht. Mit der recht gemütlichen Sesselbahn in Marquartstein geht es von gut 500 Meter auf gut 1000 Meter hoch. Da es hier mal wieder richtige Berge sind habe ich mich entschlossen meine richtigen Bergstiefel zum Einsatz zu bringen. Keine gute Idee, wie sich nach ca. 500 Metern Fußmarsch herausstellt. Innerhalb von kürzester Zeit lösen sich die Sohlen vom Schuh. Völlig poröses Gummi löst sich völlig auf. Das Aufsichtspersonal sowohl an der Bergstation, als auch wieder unten an der Talstation ist sehr freundlich und lässt uns runter und wieder hoch fahren, ohne dass wir noch einmal neu bezahlen müssen. Im Auto haben ich noch die kurzen Sportiva Schuhe. Mit denen mache ich einen neuen Versuch und so sind wir erst 1,5 Stunden später wieder am Start.

Einige interessante Pflanzen, gibt es zu entdecken auch der blaue Faserenzian wächst am Wegesrand und natürlich gibt es eine umfassende Weidewirtschaft als zwingende Notwendigkeit die Kulturlandschaft in dieser Form zu erhalten. Umso mehr sind die Landwirte besorgt, dass unbejagte Wolfsvermehrung zur ernstzunehmenden Bedrohung wird.

Der Forstweg führt ca. 300 Höhenmeter ziemlich steil nach oben. Ein paar E-Biker überholen uns aber es sind auch echte Radler unterwegs. Kurz nach der ersten kleinen Hütte mit ersten großartigen Blicken auf die Ebene und den Chiemsee biegen wir auf einen schmalen Pfad ab, der über weitere 200 Höhenmeter sehr sehr steil. Bis zur Hochplatte führt. Dort gibt es ein Gipfelkreuz mit Gipfelbuch und einen fantastischen freien Blick in alle Himmelsrichtungen. Über einen weiteren steilen Pfad, ein bisschen rutschig über feuchte Steine geht es wieder zur Forststraße und von dort noch zwanzig Minuten bis zur Piesenhausener Hochalm. Die machen zwar gerade Pause aber nachdem wir unsere mitgebrachten Brötchen vertilgen, gibt es dann doch noch ein Haferl Kaffee und zwei leckere Kuchen. Den Abstieg wählen wir wieder einen andern Weg durch den Wald bis wir wieder auf die Forststraße zurück kommen.

Das Aufsichtspersonal sowohl oben als auch unten erinnert sich noch an meine zerfetzten Bergschuhe und freut sich, dass sich die Tour für uns doch noch gelohnt hat und ich bedanke mich, dass beide so freundlich waren.

10 km sind auf diese Weise zusammen gekommen und 630 Höhenmeter aber wir äußerst schweißtreibend erklommen. Die Aussichten aus verschiedenen Perspektiven auf Chiemsee und das Tal der Tiroler Aachen ist großartig. Das ist den Muskelkater, der sich schon abzeichnet, auf jeden Fall wert.

Der Tag wird gekrönt durch die Einladung zum Grillen, alles perfekt auf den Punkt und großartiger Wein aus dem Weingut Chateaux Moyau. Auch wenn diese Weine sich nicht im unteren Supermakrt Regal finden so lohnt sich doch jeder Cent.

Rund um den Chiemsee

Es ist Sonntag, der Himmel ist blau mit ein paar weißen Wölkchen, die Temperatur ist angenehm (nicht zu heiß). Wir haben die Räder dabei, sind in einem Hotel bei Grassau und machen uns zur Umrundung des Chiemsees auf.

Wir starten am Hotel Weßner Hof in der Nähe von Grassau. Die Wege sind gut ausgeschildert. Nicht so toll ist der hohe Anteil der Schotter- bzw. Splitpassagen. Die Breite der Wege wird dem hohen Radverkehrsaufkommen mit sehr vielen mopedähnlichen E-Bikes häufig nicht gerecht.

Dafür werden wir mit wunderschönen Ausblicken rund um den See und auf die Inseln belohnt. In Ufernähe sind Restaurants und Cafés bestens besucht und erst in Grabenstätt, nicht direkt am Wasser, finden wir ein kleines Café mit Milchkaffee und Kuchen. Die Wiesen sind hier doch deutlich grüner und saftiger als wir das aus der ausgetrockneten Rheinebene kennen und die Wassermengen sind reichlich.

Insgesamt haben sich 72 km angesammelt, nachdem wir in Übersee nochmal ganz vorne an den Strand gefahren und haben beobachtet, wie sich einer recht langsam ins Wasser bewegt. Die Höhenmeter sind natürlich weitgehend vernachlässigter.

Viel Sonne in Heidelberg

Die Hitzewelle hält weiter an. Heute ist es allerdings ein bisschen kühler. Also mache ich mich zu einer kleinen Tour durch die Kraichgau Hügel auf. Den Neckar sehe ich deshalb nur von Weitem auf dem Weg von Mückenloch nach Dilsberg, vom Königsstuhl aus, mit Blick zu den Bergen des Pfälzerwald und schließlich vom Aussichtspunkt Riesenstein auf dem Weg zum Speyerer Hof.

Trotz der eigentlich ordentlichen Temperaturen ist insgesamt recht wenig los. Die Sonne brennt natürlich trotzdem und die Anstiege sind schweißtreibend. Keiner überholt mich auf dem Weg zum Königsstuhl. In Wiesenbach gibt es kleines Café an der Hauptstraße. Sie stellen mir eigens einen Tisch im Schatten auf und der Käsekuchen ist sehr lecker.

Die Hügel summieren sich auf über 1000 Höhenmeter und knapp 70 Kilometer.

Ein heißer Sonntag in Heidelberg

Dieses Wochenende war wieder von ziemlicher Hitze geprägt. Am Samstag hat es Nachmittags zugezogen und ich habe eine längere Tour durch Kraichgau und Odenwald unternommen.

Am Sonntag rufen Freunde an, dass sie wegen Corona Fällen ihrer Bekannten zwei Karten für das Theaterstück im dicken Turm im Schloss übrig haben und wir haben uns spontan entschlossen mitzugehen. Das bringt mich ein bisschen unter Druck und ich breche noch schnell zu einer kleinen Tour zum weißen Stein auf, von dort runter nach Ziegelhausen und über den 20% steilen Schlierbacher Hang zu Schloss, Molkenkur und Blockhaus. Da muß ich dann aber wieder runter um vorm Treffpunkt noch duschen zu können.

Mit 39km und 777 Höhenmeter keine beeindruckende Sache. Dafür habe ich schöne Bilder von der Veranstaltung am Abend gemacht.

Am Kornmarkt geht es los und der Teil des Schlosses beim dicken Turm ist normalerweise nicht zugänglich und bietet von der Terrasse noch einmal eine ganze besondere Perspektive auf Schloss und Stadt.

Das Stück “Eine Sommernacht” ist ganz lustig, mit Gesang, nur drei Schauspieler(2x in) die ziemlich beeindruckend sind, was sie über fast zwei Stunden vorführen. Der Komfort der Holzklappstühle korreliert negativ mit dem Eintritspreis aber das Ambiente ist eben unvergleichlich.