Von Heidelberg zum Kloster Hirsau

Heute habe ich mich zur ersten etwas längeren Radtour aufgemacht. Der ausgeschilderte Radroute Heidelberg Schwarzwald Bodensee geht fast vor der Haustür los und führt bis Radolfzell. Bis zur Ferienwohnung in Nußdorf nur noch ein Katzensprung. Die erste Etappe endet kurz vor Calw beim Kloster Hotel Hirsau.

Zunächst geht es relativ gut beschildert und fern der großen Bundesstraßen über Felder, durch Wälder, meistens asphaltiert aber nach St. Leon Rot war ein kurzes Stück Schotter und nach Bretten lief der Weg 4km durch einen Wald mit festen aber ungepflasterten Waldwegen, teilweise mit kurzen giftigen Anstiegen um die 10%.

Vor Bruchsal fahre ich durch unzählige Spargelfelder. In Bruchsal gibt es das Schloss zumindest von außen zu sehen und in Bretten das Melanchton Haus. Ab Bruchsal ist es hügelig.

In Pforzheim geht es über die Enz und die Führung des Radweges schafft es tatsächlich diesen Verkehrsmoloch einigermaßen sanft zu durchqueren. Ab Pforzheim folgt der Weg dann der Nagold. Das ist wunderschön, immer ohne Verkehr entlang des glitzernden Flusses. Im etwas enttäuschend lieblosen Bad Liebenzell bekomme ich meinen Käsekuchen. Danach ist es nur ein kurzes Stück bis Hirsau. Mein Rad wird sicher in der Garage eingeschlossen. Statt Wellness Programm im 4 Sterne Hotel, was es last minute sehr preiswert gab, entscheide ich mich dafür mir die Klosterruinen anzuschauen und das ist sehr beeindruckend. Da wäre ich wohl sonst kaum hingekommen.

Leider zieht das Wetter nun zu. Gewitter ist angesagt, der Wind wird stärker, nachdem den ganzen Tag nur wenige Schleierwolken vor blauem Himmel zu sehen waren. Mal sehen ob es morgen noch hält, der Kälteschock wird für Freitag angedroht.

Insgesamt waren es 101km und 720 Höhenmeter.

Zwei Tage in Zagreb

Anlässlich einer Hochzeit in Kroatien am Wochenende haben wir uns zunächst zwei Tage in Zagreb aufgehalten und die Stadt bei meist freundlichem Himmel aber kalten Temperaturen durchstreift.

Die gotische Kathedrale bestimmt das Bild und die Türme sind gute Orientierung am Rande der Oberstadt. Zagreb ist berühmt für seinen Weihnachtsmarkt, der sich kreuz und quer durch die Stadt zieht. Es ist kalt und windig, wir bleiben deshalb nur kurz mal stehen.

Wir trotzen der Kälte und laufen entlang des sogenannten grünen Hufeisens an den wichtigsten Plätzen und Gebäuden vorbei. Im Mamira Museum und einem gemütlich extravaganten Kaffee „Black Velvet“ können wir uns wärmen und abends gibt es noch einen Glühwein und ein hervorragendes Zagreb Schnitzel im Stari Fiaker.

Der kurze steile Weg zur Oberstadt führt unmittelbar zu toller Aussicht über die Stadt.

Nachdem wir entlang der Hauptstraße mit überfüllten Straßenbahnen 100erte Schuhgeschäfte und die klassischen Marken gesehen haben, ist die Oberstadt von kleineren exklusiven Läden geprägt.

Ausflug nach Siena

Für den Samstag hatten wir einen Tagesausflug nach Siena geplant. Mit dem Regionalzug von Florenz nach Siena kostet die Fahrt einfach 9,30 und benötigt ca. 90 Minuten. Der Bahnhof in Florenz ist in 10 Minuten zu Fuss erreicht und vom Bahnhof in Siena wäre man in ca. 20 Minuten am zentralen Piazzo del Campo. Allerdings kommt man zum einen wegen der vielen Menschen und zum anderen wegen der vielen interessanten Ansichten deutlich langsamer voran. Also auf jeden Fall besser laufen als den Bus nehmen (auch wenn wir zunächst in die falsche Richtung gegangen sind).

Der Piazza del Campo ist voller Leute. Vor 13 Jahren waren wir hier das letzte Mal und da hatte gerade das Pferderennen stattgefunden. Dementsprechend schwer war es was zum essen zu finden. Das ging heute sehr schön in einer Osteria Osteria Del Bigelli direkt mit dem Blick auf den Palast der Republik. Das Mittagessen dort war gut und trotz der exponierten Lage in einem vernünftigen Preis-/Leistungsbereich.

Am Dom kommen wir tatsächlich ohne Warteschlange an Tickets und in den Dom hinein. Ein ganz besonderes Erlebnis.

Nach der Rückfahrt ziehen wir durch die Altstadt von Florenz und suchen „nur“ ein Bier. Das ist nicht so einfach, Florenz ist eher auf Abendessen eingestellt, aber wir werden in einer echten Bar in Angie’s Pub in der Via dei Neri fündig, wo es für Florenz schon fast preiswertes Bier aus unterschiedlichen Regionen gibt.

Ein langes Wochenende in Florenz

Zu viert verbringen wir ein langes Wochenende in Florenz. Die Wettervorhersage ist katastrophal und im Süden, in Rom und in den Alpen haben Regen- und Hagelstürme gewütet. Der Markusplatz in Venedig steht unter Wasser und in Genua wurde der Hafen und der Flughafen gesperrt. Beste Voraussetzungen also. Unsere Erwartungen sind eher auf niedrigem Niveau.

Umso erfreulicher, dass es kaum regnet, relativ warm und windstill ist.

Gleich am Donnerstag Nachmittag haben wir eine Führung durch die Uffizien gebucht und sind begeistert über die kompetenten und unterhaltsamen Erläuterungen, die wir zu ausgewählten Werken von der netten Führerin Annette bekommen.

Abends bekommen wir ein sehr gutes Abendessen im Mattacena in der Via del Moro, in der Nähe unseres Hotels de la Ville. Abwechslungsreiche Karte mit für Florenz durchschnittlichem Preisniveau und es hat allen gut geschmeckt.

Auch für den nächsten Vormittag, bereits um 8:30 haben wir eine Stadtführung gebucht. Es geht los bei und in der Academia. Die Wartezeit verkürzt uns unser Führer mit Geschichten über die Stadt und die Medici, die er nicht besonders zu mögen scheint. Zuerst finde ich es ein bisschen schade, dass er in der Academia so auf Michelangelo und die Davidstatue fokussiert ist, aber muss nun sagen, das hat sich wirklich gelohnt so detailliert uber Künstler, sein Leben und Arbeit und Entstehungsgeschichte und Symbolik zu lernen.

Auch auf dem Weg über den Medicipalast zum Dom und dann weiter über den Palazzo Veccio zur Ponte Veccio bekommen wir sehr interessante und kurzweilig erzählte Information über Stadtgeschichte und Sehenswürdigkeiten, so dass ich auch hier äußerst angetan über Kenntnis und Stil des Führers bin. Da er zweisprachig aufwuchs ist sein Englisch hervorragend verständlich.

Der Rest des Tages beginnt mit einem kleinen Spaziergang hoch zur Piazza Michelangelo mit Bronzedavid und Blick über Arno und Stadt. Damit haben wir uns unser Mittagessen (ein Kilo Bistecca Fiorentina zu zweit und einem Liter Wein) im Ristorante Chianineria in der Via dei Cerchi verdient. Nicht billig und man muss ein bisschen Zeit mitbringen um einen Platz zu kommen, aber eine echte Empfehlung. Da können wir den Rest des Tages nur noch gemütlich durch die unzähligen Gässchen mit unzähligen Geschäften schlendern um gegen Abend die Kirche San Lorenzo und den Dom langsam wieder zum Hotel kommen.

Der Abend klingt bei ziemlich guter Live Musik im Caffe Concerto Paszkowskiin vor dem Savoy aus und bis auf Kai muss auch keiner mehr was essen. Preiswert ist es nicht, aber es gibt Bier im Maßkrug.

Meine kritische Haltung gegenüber gebuchten Führungen kann ich aufgrund der beiden sehr gelungenen Führungen revidieren. Wermutstropfen sind die internationalen Menschenmassen, die die Stadt bevölkern. Denn das lange Wochenende hat nicht nur uns auf die Idee gebracht einen Ausflug nach Italien zu unternehmen.

Bari

Heute geht unser Flug erst nach 20 Uhr und wir haben, nachdem wir unser Appartement um 10 Uhr verlassen hatten, den ganzen Tag Zeit durch Bari zu schlendern.

Gestern war nochmal ein schöner Badetag in der geschützten Bucht bei Polignano bevor wir zunächst die Strände südlich von Monopoli erkundet haben. Abends hatten wir wirklich Glück mit der Auswahl des Restaurants Grottino und so wurde es ein schöner letzter Abend.

In Bari lag eine Aida im Hafen und dementsprechend waren alle Sehenswürdigkeiten von großen Gruppen deutscher Touristen umlagert, die in Führungen zu Fuß, mit dem Rad oder dem ebike ihr Programm absolvierten.

Wir haben uns die Kirchen der heiligen Bischöfe Nikolaus und Sabinos angeschaut. Natürlich haben wir es auch nicht versäumt in der Luxuseinkaufstrasse mit allen bekannten Marken vorbei zu schauen.

Unser Schritteziel haben wir natürlich gut erreicht auch wenn unser Weg ein bisschen planlos aussieht. Den schönen Sonnentag (kaum eine Wolke war sichtbar und so ist auch die Prognose) haben wir mit Aperol Spritz und einem Bier vor dem Stauferkastell ausklingen lassen, bevor wir den Wagen vollgetankt zum Flughafen gebracht haben.

Castel del Monte und Trani

Wer in Heidelberg lebt, in der letzten Stefan George Ausstellung war und die Biografie über Friedrich II von Ernst Kantorowicz gelesen hat, der darf natürlich die Chance das Castel del Monte zu besichtigen nicht vorbei ziehen lassen, auch wenn es 100 km entfernt ist. Die Navigation in unserem Renault hält zunächst Überraschungen bereit, denn auf einmal endet die Straße an einem Müllberg und wir werden 2km über Landwirtschaftswege durch Olivenbäume geleitet. Diese Wege waren so voller tiefer Schlaglöcher, dass wir kaum schneller als Schrittgeschwindigkeit voran kamen.

Das achteckige Bauwerk mit den acht achteckigen Türmen ist bereits von weitem auf dem Hügel zu sehen. In der Nebensaison haben wir gerade noch einen Parkplatz oben bekommen, auch wenn uns unser Renault permanent versucht davon zu überzeugen, wieder umzukehren.

Das Gebäude von außen ist schon großartig, dagegen ist es im Inneren eher karg.

Um die ganzen geheimnisvollen Geschichten rund um das Kastell zu erkunden braucht man viel Zeit, die wir uns nicht nehmen. Im Innern sind viele Seiten und Textstellen des berühmten Falkenbuches ausgestellt, aber auch das studiert sich einfacher zu Hause oder in der Bibliothek.

Im Anschluß, bei strömendem Regen und überfluteten Straßen, fahren wir weiter nach Trani, den Anweisungen des Renault trotzend, der unbedingt links über die Bahnlinie will, finden wir Altstadt und Hafen, wo ein zweites Staufer Kastell und eine tolle Kathedrale zu sehen sind.

Bei nun wieder blauem Himmel ist der Ort mit dem schönem Hafen und engen Gässchen mit weißem Marmor sehenswert.

Auf dem Rückweg besteht der allgemeine Wunsch im Outlet Village bei Bari zu halten. Nachdem ich das dem kalifornischen Mission Style nachempfundene Dorf zweimal durchrundet habe, setze ich mich in den Western Saloon, trinke ein großes Bier und warte, bis wir dann schon recht spät wieder nach Polignano zurück fahren können.

Blauer Himmel in Polignano

Gestern Abend haben wir uns Polignano bei Nacht angeschaut und die Nahaufnahme Qualität meines Huawei getestet.

Heute ist der Himmel blau. Ab und zu ziehen ein paar Wolken an der Sonne vorbei aber das hindert uns nicht daran mit Badezeug zum Porto Paradiso zu spazieren wo man in einer kleinen geschützten Bucht wunderbar baden und auch von den Felsen springen kann.

Gegen späten Nachmittag wandern wir hin und zurück an eine weitere kleine Bucht in einem Dörfchen namens San Vito mit einer Abtei, vielen Restaurants und am Sonntag Anziehungspunkt für viele, beispielsweise eine Hochzeitsgesellschaft.

Hin und zurück sind das immerhin acht Kilometer.

Ostuni, Martina Franca, Locorotondo

Der zweite regnerische Tag hat uns zu einem Rundkurs über die drei Orte geführt, denen allen gemeinsam eine große, weithin sichtbare Kathedrale ist, im Ortszentrum an der höchsten Stelle gelegen.

Wir starten in Ostuni mit vielen kleinen Läden, weißen Marmorböden und einer pittoresken auf dem Hügel gelegenen Altstadt. Die Gassen sind verwinkelt und labyrinthisch angeordnet aber nicht zu vergleichen mit den Sträßchen der Altstadt von Martina Franca.

In denen einen die Orientierung vollständig verlässt. Ein kurzer Aufschwung im 19. Jahrhundert machte den Ort zur Barockstadt.

Auf dem nächsten Hügel ist Locorotondo mit der Kathedrale zu sehen, so dass wir diese Stadt als letztes anvisieren.

Die Landschaft zwischen den Orten ist voller Trulli Bauten, die offensichtlich doch mehr als rein touristische Attraktion sind.

Das Wetter ist bestenfalls als durchwachsen zu bezeichnen. In Ostuni regnete es teilweise in Strömen. In Martina Franca war es dann wieder angenehm und wir konnten einen Aperol in der Nachmittagssonne nehmen.

Auf dem Weg zurück standen wir dann in einen Stau, den in einer kurzen Serpentinenstrecke zwei in einander verkeilten Autos produziert haben. Abends sind wir wieder zur ersten Lieblingspizzeria.

Castellana Grotte, Alberobello, Monopoli

Heute Nacht hat bis in den Morgen geblitzt und gedonnert und in Strömen geregnet. Die Höhle bei Castellana ist für dieses Wetter ein gutes Ziel. Eine Idee, die wir mit vielen anderen Touristen teilen. So geht es in großen Gruppen mit italienischer, französischer, englischer und natürlich deutscher Sprache durch die verschiedenen Höhlen in insgesamt ca. zwei Stunden. Nur in der ersten Höhle darf man fotografieren.

Im Anschluß fahren wir mit unserem Renault Megane Kombi nach Alberobello und schauen uns auch gemeinsam mit einigen anderen die Trulli Dörfer an deren Sinn und Ursprung sich nur in Teilen aus dem Reiseführer erschließen lässt. Von Verfügbarkeit des Materials bis über Steuertricks reichen die Theorien.

So langsam erbarmt sich der Himmel. Der Regen lässt nach und Teile der Altstadt von Monopoli, das stürmische Meer und verschiedene Kirchen erkunden wir trockenen Fußes. Auf dem kurzen Weg zurück nach Polignano gibt es noch einen Lidl und in Polignano gehen wir in ein ganz gutes Restaurant und ich esse einen ziemlich großen Tintenfisch.

Polignano a Mare

Vom Baden Airpark bei Baden-Baden geht es in knapp zwei Stunden nach Bari und von dort ist es dann nur noch ein kurzer Weg mit dem Mietwagen nach Polignano. Wir kommen am späten Abend im sehr komfortablen Appartement an und finden noch eine versteckte aber hervorragende kleine Pizzeria.

Das Wetter ist heute durchwachsen wechselhaft, ideal für einen Spaziergang durch den in jeder Hinsicht fotogenen Ort.

Zum Baden ist das Meer etwas rau und so ist es bei einem kleinen Spaziergang durch die schöne Altstadt geblieben.