Von Basel nach Waldshut

Heute bin ich kurz nach 10h los gekommen. Das Frühstück vom Buffet war reichlich.  Es gab alles, während es gestern außer Baguette und Croissant nichts frisch, nur Verpacktes gab, war heute alles dabei. Perfekt!

Abfahrt aus BaselAbfahrt aus Basel

Obwohl es eigentlich nicht so schwer hätte sein sollen ist mir es schwer gefallen den richtigen Weg aus Basel raus zu finden. Es geht flach, erst auf der Schweizer Seite des Rheins und an Rheinfelden auf der anderen Seite.

RheinfeldenRheinfelden

Ab und zu führen die gut ausgewiesenen Radwege über Schotter, meistens asphaltiert. In Rheinfelden werde ich von einem anderen Radler angesprochen, wo ich hin wolle er käme gerade aus Skandinavien. Das Wetter spielte einigermaßen mit. Es ist grau, selten lässt sich ein Fetzen blauer Himmel sehen. Bei Rheinfelden und vor Waldshut gibt es ein paar Tropfen.

Trompeterschloss
Trompeterschloss
Säckingen mit Holzbrücke
Säckingen mit Holzbrücke

In Säckingen gibt es einen Käsekuchen mit Streusel und den Trompeter und die Holzbrücke zu sehen.

Murg und LaufenburgMurg und Laufenburg

Nach ein paar Eindrücken aus Murg kommt mit Laufenburg ein sehr schönes Städtchen, der Radweg führt direkt an den Rhein.

WaldshutWaldshut

Kurz vor Waldshut raucht der Kühlturm des Kernkraftwerks Leibstadt in der Schweiz, In Waldshut entscheide ich mich, nach erst 75 km, Quartier zu suchen. Bis Schaffhausen sind es noch 50 km, das ist mir heute zu weit. Da ich getrödelt habe, ist es schon 16 Uhr vorbei. Hotels gibt es nur im 7 km entfernten Tiengen aber ich finde einen 4* Campingplatz direkt am Rhein, den ich heute ansteuere. 12€, perfekte Duschen (4min = 1€) und diesmal genügend Platz für mein kleines Zelt. Morgen steht der Rheinfall an und der Bodensee. 

Von Soultzeren nach Basel

Heute ist es ein langer Tag geworden. 9 Stunden unterwegs, 114 km, 1462 Höhenmeter.

Es war ein sonniger Tag und so war schnell klar, das ich noch einmal nach oben wollte. Allerdings noch einmal zum Col de la Schlucht hoch zu fahren wollte ich wegen des vielen Verkehrs auf der Strecke nicht, obwohl der Anstieg mit 7 bis 8 Prozent durchweg moderat gewesen wäre.

Stattdessen entscheide ich mich für den Aufstieg von Metzeral über Münster. Bis Metzeral geht es moderat über Nebenwege.

In Metzeral ein kurzer Blick von der Brücke und auf das Hotel in dem wir vor 25 Jahren einmal waren, an der Abzweigung nach Mittlach.

Ab Sondernach wird es dann richtig steil. Teilweise 10 bis 14 Prozent bis zum Col de Platzerwasel. Leider ist man da noch nicht oben, es geht nur kurz abwärts und bis zum Breitfirst muss man nochmal über 100 Meter klettern. Insgesamt war das mit den vier Taschen eine besondere Herausforderung aber es lief ganz gut.

Oben bleibt die Route des Crêtes auf ca. 1200 Meter und beim Grand Ballon muss man dann nochmal steigen. Es ist irre viel los. Beim Aufstieg war wenig Verkehr, nur die unvermeidlichen Motorradschwärme stören. Oben ist ein Getümmel rund um die vielen kleinen Ferme Auberges. Neben Motorrädern, Autos, gibt es  auch ein paar Rennradler.

Der Blick auf beide Seiten der Passstraße Route des Crêtes ist faszinierend. Man sieht weit in alle Richtungen. Am Pass des Großen Belchen, dem höchsten Punkt, lege ich eine Rast ein. Dann geht es runter (so denke ich) leider stellen sich aber noch ein paar kleinere giftige Anstiege dazwischen. Ein Blick zurück auf den Ballon und dann geht’s irgendwann steil in die Serpentinen bis Cernay. Der Garmin Edge 830 bekommt nun den Auftrag mich nach Basel zu navigieren.

Das funktioniert bis Mulhouse ziemlich gut, durch die Stadt ganz passabel aber auf einer breiten Landstraße ohne Seitenstreifen und schnellem Verkehr übergebe ich an Google und fahre ab jetzt durch stille Wälder auf asphaltierten Radwegen bis zum Kanal Huningue auf ganz feinem Kiesweg bis zum Rhein, praktisch mitten in die Stadt ohne ein einziges Auto und über Radwege bis zum gebuchten Hotel Rheinfelder Hof, auch 2*, kostet mit Frühstück das Gleiche, wie das Hotel gestern, es liegen aber Qualitätswelten dazwischen.

In Basel ist ganz großer Betrieb. Jazzbands überall in der Innenstadt und am Rhein.

Die Pizza kostet mit 20 CHF ebenfalls etwa das Selbe, wie das Choucroute von Gestern. Der Unterhaltungswert ist aber in Basel ungleich interessanter, die Stadt wirkt sehr lebendig.

Von Adelspach nach Soultzeren

Heute hat sich meine Schlechtwetterkleidung bewähren müssen. Leider verhindert der Regenschutz beim Aufstieg nicht, dass man aufgrund des Kondenswasser innen dann doch ziemlich nass wird. Vielleicht hätte ich doch besser einen Tag Ruhe mit Ausflug nach Mulhouse einlegen sollen. Dort sei es heiß und trocken gewesen.

Nach einem ziemlich reichhaltigen Frühstück und ein paar Kickerspielen hat es sich draußen mit leichtem Niesel eingeregnet. Also Ruhetag oder weiter fahren? Obwohl mich alle zum Ruhetag überreden wollen, entscheide ich mich für weiter und in voller Regenmontur geht es kurz vor 12h los.

Schon nach kurzem erreiche ich den Col de Freland. Es geht auf eine lange Abfahrt und ich verliere Höhe bis auf 360 Meter. Unten ist die Straße trocken und ich verpacke die Regenklamotten. Es steigt langsam bis nach Obrey. Von dort biege ich rechts ab Richtung der Seen Lac Noir und Lac Blanc. Ab 800 Meter, wohin es ziemlich steil hinauf ging, ist die Wolke wieder erreicht. Regenklamotten wieder an, am Lac Blanc auf 1050 Meter im strömendem Regen vorbei bis zum Col de Calvaire auf 1134 Meter. Alles nass und ich ziehe mir unter die Regenjacke eine trockene Jacke an.

Die Route des Crêtes führt wellig ohne sehr große Steigungen bis zum Col de la Schlucht. Zwischendurch klart es auf und man erahnt schöne Ausblicke in den Wolken.

Am Col de la Schlucht pausiere ich und versuche die Logistik der Übernachtung zu lösen. Leider sind die vielen Auberges entlang der Route des Crêtes alle ausgebucht und mit bleibt nichts anderes übrig um ein sehr einfaches Hotel in Soultzeren zu buchen, denn auch Münster weiter unten ist vollkommen ausgebucht. Also wieder auf 500 Meter runter, es regnet wieder in Strömen.

Kurz vorm Ziel, mit traumhaften Blick aufs Münstertal, ist alles wieder trocken. Das 2* Hotel Geradmer ist extrem einfach. Ich habe das Familienzimmer mit 4 Betten und Minibad gebucht. Alleine geht es gerade, zu viert mag ich es mir nicht vorstellen. Der Transport meiner kompletten Camping Garnitur erweist sich bislang als überflüssig.

Mit 57km eher eine kurze, gleichwohl anstrengende Etappe. 1000 Höhenmeter habe ich gesammelt und mal sehen ob ich morgen noch einmal die Route des Crêtes anpeile.

Von Straßburg nach Aubure

Gegen einen kleinen Aufpreis gab es dann im Hotel ein ordentliches Frühstück. Das Hotel Appart City, in unmittelbarer Nähe zur modernen Kunstgalerie ist in einem alten Energieversorgergebäude untergebracht, 15 Minuten zu gehen bis ins Zentrum oder nach Petite France. Über Radwege und asphaltierte Feldwege führt mich Garmin nach Obernai meinem ersten Zwischenziel. Dort ist großer Markt rund um das Kirchengelände und ich schiebe das Rad durch das Getümmel.

Auf der elsässichem Weinstraße, die ich aber manchmal verfehlt habe, führt der Weg durch viele pittoreske Fachwerkdörfer bis nach Selestat. Auch hier wieder eine sehenswerte Altstadt mit beeindruckendem Münster. Ich gönne mir eine Quiche Lorraine mit Salat und einem Radler. Auf dem Weg sind unzählige Kreuze zwischen den Weinbergen aufgestellt, mit Blick auf Burgen unter denen die Königsburg auf dem kegelförmigen Berg bei Selestat besonders hervor sticht.

Das nächste Ziel ist Ribeauville, wieder ein sehr schöner Ort. Es ist eine Menge los in der Fußgängerzone, die sich durch den ganzen Ort mit Blick auf eine von drei Burgen zieht.

Bislang ging es wellig entlang der Weinstraße, nun wird es steiler auf dem weg nach Aubure, bzw. muss ich eigentlich noch weiter in das kleine abgelegene Adelspach, bis auf 850 Meter. Es sind wieder 90km aber diesmal haben sich die Höhenmeter auf über 1100 angesammelt.

Dort empfangen mich meine Cousine mit ihrer Familie und im weitläufigen Ferienhaus mitten auf der Wiese, umgeben von Wäldern, wird als erstes großartig gegrillt. Die Sorge, dass ihr Mann zu viel Bier gekauft hat, können wir schnell zerstreuen.

Zuletzt schauen wir uns Ribeauville noch einmal bei Nacht an und absolvieren die gleiche Strecke mit dem Auto und es sieht recht steil aus.

Der Wetterbericht für die nächsten Tage ändert sich ständig.

Von Karlsruhe nach Straßburg

Heute bin ich nun ganz improvisiert zu einer kleinen Etappen-Tour mit dem Rad aufgebrochen ohne schon ganz genau zu wissen wohin es gehen soll. Bis Karlsruhe habe ich mich in die S-Bahn gesetzt. Dann wurde der neue Edge 830 auf die Probe gestellt in dem er zunächst nach Rastatt und dann nach Kehl navigieren musste. Das hat ziemlich gut geklappt, immer schön auf asphaltierten Radwegen und selbst durch Straßburg hatte er eine gute Radweg – Linie vorgegeben.

Zunächst habe ich in Rastatt eine Kleinigkeit gegessen und das Barockschloss von außen angeschaut.

Über kleine asphaltierte Wege entlang der Straße nach Kehl im Allgemeinen durch Felder am Baden Airpark vorbei, Blick auf Höhenzüge des Schwarzwalds, vorbei an verschiedenen kleinen Orten bis nach Kehl mit sehr internationalem Stattbild über die Europabrücke und dann sehr gut geführt über sehr gut ausgewiesene Radwege durch Straßburg.

Am Campingplatz wurde ich dann aber enttäuscht. Alles voll, kein Platz fur einen Radler mit Minizelt. Also dann doch ein Hotel und von dort durch Petite France und zum Münster. Leckere Kässpätzle mit Münsterkäse gab es bei Oncle Freddy.

Das waren 87km und vernachlässigbare Höhenmeter und hat sich doch gezogen. Eigentlich war der Campingplatz in Obernai das anvisierte Ziel aber das war mir dann zu weit.

Die Wettervorhersage ist aktuell nicht so prickelnd. Heute war es trotz 23 Grad auf Grund des ziemlich starken Gegenwind relativ kühl.

Von Hirsau nach Donaueschingen

Die heutige zweite Etappe war ein valider Formtest. 132km, 1500 Höhenmeter über meist kleine Radwege.

Zunächst ging es auf dem wunderschönen Nagold Radweg über Calw und Wildberg bis zum kleinen Nagold mit großem Markt in der Altstadt. Alles schön gepflastert nur der Sturm hatte einige Äste runter geweht. Der Himmel war blau aber mit gut 7 Grad waren Jacke und Handschuhe angesagt. Auf der Nagold Brücke in Calw bin ich Hermann Hesse als Bronzestatue begegnet.

Ab Nagold wurde es dann anspruchsvoller bis Horb am Neckar. Immer wieder steile Passagen über Waldwege mit Kies und Schotter. In Horb werfe ich einen kurzen Blick auf den noch recht schmalen Neckar. Dann geht es hoch bis auf das Hochplateau was bis Donaueschingen insgesamt die Höhe hält, was nicht heißt, dass es flach ist, denn es geht immer wieder hoch und runter und wenn man oben ist dann bläst einem der Wind entgegen.

Die Landschaft verändert sich kaum, grüne, braune, gelbe Äcker und Wiesen. Bei Rottweil ist der Aufzugsturm als Attraktion nicht zu übersehen. Aber da sind schon 100km auf dem Tacho und ich kurbele langsam in Richtung Ziel.

Der Neckar entlang des Radweges hat noch überschaubare Breite und weil ich mich in Schwenningen etwas verfahre komme ich zufällig in den Genuss sein Quellgebiet, das Schwenninger Moos zu sehen.

Nachdem ab Horb sich immer mehr Wolken vor die Sonne schoben, klart es in Donaueschingen wieder auf. Da gibt es unter Anderem das blaue Rathaus und die Donauquelle zu sehen.

In der kleinen Pizzeria um die Ecke il Baffo gibt es eine sensationelle Pizza (normal 30cm kaum zu schaffen, gibt aber auch groß mit 36cm). Die Biermarke in Donaueschingen heißt übrigens Fürstenberg, gibt es exklusiv und ausschließlich überall.

Leider ist die letzte Etappe bis zum Bodensee ins Wasser gefallen. Der Himmel ist dunkelgrau und der strömende Regen bei 7 Grad macht keine große Lust auf die verbleibenden 80 km. Also setze ich mich in den Regionalzug nach Singen und von dort weiter nach Überlingen. Die letzten 3km bekomme ich dann doch noch einen kleinen Eindruck des Fahrradgefühls bei strömenden Regen.

Von Heidelberg zum Kloster Hirsau

Heute habe ich mich zur ersten etwas längeren Radtour aufgemacht. Der ausgeschilderte Radroute Heidelberg Schwarzwald Bodensee geht fast vor der Haustür los und führt bis Radolfzell. Bis zur Ferienwohnung in Nußdorf nur noch ein Katzensprung. Die erste Etappe endet kurz vor Calw beim Kloster Hotel Hirsau.

Zunächst geht es relativ gut beschildert und fern der großen Bundesstraßen über Felder, durch Wälder, meistens asphaltiert aber nach St. Leon Rot war ein kurzes Stück Schotter und nach Bretten lief der Weg 4km durch einen Wald mit festen aber ungepflasterten Waldwegen, teilweise mit kurzen giftigen Anstiegen um die 10%.

Vor Bruchsal fahre ich durch unzählige Spargelfelder. In Bruchsal gibt es das Schloss zumindest von außen zu sehen und in Bretten das Melanchton Haus. Ab Bruchsal ist es hügelig.

In Pforzheim geht es über die Enz und die Führung des Radweges schafft es tatsächlich diesen Verkehrsmoloch einigermaßen sanft zu durchqueren. Ab Pforzheim folgt der Weg dann der Nagold. Das ist wunderschön, immer ohne Verkehr entlang des glitzernden Flusses. Im etwas enttäuschend lieblosen Bad Liebenzell bekomme ich meinen Käsekuchen. Danach ist es nur ein kurzes Stück bis Hirsau. Mein Rad wird sicher in der Garage eingeschlossen. Statt Wellness Programm im 4 Sterne Hotel, was es last minute sehr preiswert gab, entscheide ich mich dafür mir die Klosterruinen anzuschauen und das ist sehr beeindruckend. Da wäre ich wohl sonst kaum hingekommen.

Leider zieht das Wetter nun zu. Gewitter ist angesagt, der Wind wird stärker, nachdem den ganzen Tag nur wenige Schleierwolken vor blauem Himmel zu sehen waren. Mal sehen ob es morgen noch hält, der Kälteschock wird für Freitag angedroht.

Insgesamt waren es 101km und 720 Höhenmeter.

Zwei Tage in Zagreb

Anlässlich einer Hochzeit in Kroatien am Wochenende haben wir uns zunächst zwei Tage in Zagreb aufgehalten und die Stadt bei meist freundlichem Himmel aber kalten Temperaturen durchstreift.

Die gotische Kathedrale bestimmt das Bild und die Türme sind gute Orientierung am Rande der Oberstadt. Zagreb ist berühmt für seinen Weihnachtsmarkt, der sich kreuz und quer durch die Stadt zieht. Es ist kalt und windig, wir bleiben deshalb nur kurz mal stehen.

Wir trotzen der Kälte und laufen entlang des sogenannten grünen Hufeisens an den wichtigsten Plätzen und Gebäuden vorbei. Im Mamira Museum und einem gemütlich extravaganten Kaffee „Black Velvet“ können wir uns wärmen und abends gibt es noch einen Glühwein und ein hervorragendes Zagreb Schnitzel im Stari Fiaker.

Der kurze steile Weg zur Oberstadt führt unmittelbar zu toller Aussicht über die Stadt.

Nachdem wir entlang der Hauptstraße mit überfüllten Straßenbahnen 100erte Schuhgeschäfte und die klassischen Marken gesehen haben, ist die Oberstadt von kleineren exklusiven Läden geprägt.

Ausflug nach Siena

Für den Samstag hatten wir einen Tagesausflug nach Siena geplant. Mit dem Regionalzug von Florenz nach Siena kostet die Fahrt einfach 9,30 und benötigt ca. 90 Minuten. Der Bahnhof in Florenz ist in 10 Minuten zu Fuss erreicht und vom Bahnhof in Siena wäre man in ca. 20 Minuten am zentralen Piazzo del Campo. Allerdings kommt man zum einen wegen der vielen Menschen und zum anderen wegen der vielen interessanten Ansichten deutlich langsamer voran. Also auf jeden Fall besser laufen als den Bus nehmen (auch wenn wir zunächst in die falsche Richtung gegangen sind).

Der Piazza del Campo ist voller Leute. Vor 13 Jahren waren wir hier das letzte Mal und da hatte gerade das Pferderennen stattgefunden. Dementsprechend schwer war es was zum essen zu finden. Das ging heute sehr schön in einer Osteria Osteria Del Bigelli direkt mit dem Blick auf den Palast der Republik. Das Mittagessen dort war gut und trotz der exponierten Lage in einem vernünftigen Preis-/Leistungsbereich.

Am Dom kommen wir tatsächlich ohne Warteschlange an Tickets und in den Dom hinein. Ein ganz besonderes Erlebnis.

Nach der Rückfahrt ziehen wir durch die Altstadt von Florenz und suchen „nur“ ein Bier. Das ist nicht so einfach, Florenz ist eher auf Abendessen eingestellt, aber wir werden in einer echten Bar in Angie’s Pub in der Via dei Neri fündig, wo es für Florenz schon fast preiswertes Bier aus unterschiedlichen Regionen gibt.

Ein langes Wochenende in Florenz

Zu viert verbringen wir ein langes Wochenende in Florenz. Die Wettervorhersage ist katastrophal und im Süden, in Rom und in den Alpen haben Regen- und Hagelstürme gewütet. Der Markusplatz in Venedig steht unter Wasser und in Genua wurde der Hafen und der Flughafen gesperrt. Beste Voraussetzungen also. Unsere Erwartungen sind eher auf niedrigem Niveau.

Umso erfreulicher, dass es kaum regnet, relativ warm und windstill ist.

Gleich am Donnerstag Nachmittag haben wir eine Führung durch die Uffizien gebucht und sind begeistert über die kompetenten und unterhaltsamen Erläuterungen, die wir zu ausgewählten Werken von der netten Führerin Annette bekommen.

Abends bekommen wir ein sehr gutes Abendessen im Mattacena in der Via del Moro, in der Nähe unseres Hotels de la Ville. Abwechslungsreiche Karte mit für Florenz durchschnittlichem Preisniveau und es hat allen gut geschmeckt.

Auch für den nächsten Vormittag, bereits um 8:30 haben wir eine Stadtführung gebucht. Es geht los bei und in der Academia. Die Wartezeit verkürzt uns unser Führer mit Geschichten über die Stadt und die Medici, die er nicht besonders zu mögen scheint. Zuerst finde ich es ein bisschen schade, dass er in der Academia so auf Michelangelo und die Davidstatue fokussiert ist, aber muss nun sagen, das hat sich wirklich gelohnt so detailliert uber Künstler, sein Leben und Arbeit und Entstehungsgeschichte und Symbolik zu lernen.

Auch auf dem Weg über den Medicipalast zum Dom und dann weiter über den Palazzo Veccio zur Ponte Veccio bekommen wir sehr interessante und kurzweilig erzählte Information über Stadtgeschichte und Sehenswürdigkeiten, so dass ich auch hier äußerst angetan über Kenntnis und Stil des Führers bin. Da er zweisprachig aufwuchs ist sein Englisch hervorragend verständlich.

Der Rest des Tages beginnt mit einem kleinen Spaziergang hoch zur Piazza Michelangelo mit Bronzedavid und Blick über Arno und Stadt. Damit haben wir uns unser Mittagessen (ein Kilo Bistecca Fiorentina zu zweit und einem Liter Wein) im Ristorante Chianineria in der Via dei Cerchi verdient. Nicht billig und man muss ein bisschen Zeit mitbringen um einen Platz zu kommen, aber eine echte Empfehlung. Da können wir den Rest des Tages nur noch gemütlich durch die unzähligen Gässchen mit unzähligen Geschäften schlendern um gegen Abend die Kirche San Lorenzo und den Dom langsam wieder zum Hotel kommen.

Der Abend klingt bei ziemlich guter Live Musik im Caffe Concerto Paszkowskiin vor dem Savoy aus und bis auf Kai muss auch keiner mehr was essen. Preiswert ist es nicht, aber es gibt Bier im Maßkrug.

Meine kritische Haltung gegenüber gebuchten Führungen kann ich aufgrund der beiden sehr gelungenen Führungen revidieren. Wermutstropfen sind die internationalen Menschenmassen, die die Stadt bevölkern. Denn das lange Wochenende hat nicht nur uns auf die Idee gebracht einen Ausflug nach Italien zu unternehmen.