Rundweg: Sorrento, Massa, Marina della Lobra

Gestern Nachmittag haben wir von Salerno nach Sorrento gewechselt. Erst mit der Regionalbahn und dann mit der U- oder Straßenbahn. Die eine Verbindung weiß von der andern nichts und Google ist hier nicht vollständig zu trauen. Aber es hat alles geklappt. Bahnhofswechsel von Torre Annunziata Città nach Torre Annunziata, etwa 15 Minuten zu Fuß über kleine Sträßchen mit dem Rollkoffer manchmal ein bisschen unhandlich. Insgesamt waren wir zwei Stunden unterwegs und konnten direkt in unser Hotel Zi’Teresa aufs Zimmer.

Wir haben also den ganzen Nachmittag, um Sorrento noch einmal zu durchqueren. Es ist sonnig, aber windig und es sind einige Touristengruppen unterwegs. Das Größte für die ganzen kleinen Italiener ist allerdings Halloween. In professionell makabren Kostümen, teilweise sind die Mamas auch solidarisch eingekleidet, wandern sie von Geschäft zu Geschäft, um ihre Plastikeimer im Kürbisdesign mit Süsswaren zu füllen.

Wir kommen am historischen Uhrturm mit Bogeneingang vorbei. Es gibt auch hier Streetart-Wandbilder und es dominiert Sophia Loren, wie man sie sich in moderner Kleidung vorstellt. In der Via S. Cesareo, die so eng ist, dass sich nur sehr selten ein Motorroller hier reinwagt, reihen sich die Souvenirshops aneinander. Bunte Limoncello-Flaschen und Zitronenprodukte sind hier überall zu bekommen. Keramik-, Leder-, „Original-Italian“ Bekleidung- und Holzintarsien-Geschäfte wechseln sich ab.

An der fantastischen Steilküste beginnt bereits der Sonnenuntergang mit Blick aufs Meer. Als Sehenswürdigkeiten werden der Kreuzgang des „Chiostro di San Francesco“ und die „Basilica di Sant’Antonio“ genannt. In der Dunkelheit wage mich noch einmal auf unsere dunkle Dachterrasse und werde mit einem nächtlichen Blick über die beleuchtete Stadt mit dem Vesuv im Hintergrund belohnt.

Heute haben wir uns zu einer Wanderung entschlossen, die ich auf Komoot gefunden habe. Der Wetterbericht ist nicht so schön. Regen, Wolken und Gewitter sind angesagt. Nach dem ganz ordentlichen Frühstück starten wir. Während wir die ersten hundert Meter gehen, kommen auch die ersten Tropfen und nach wenigen Minuten ist es dann richtiger Regen. Regenjacken an und nach einem Kilometer wieder zurück, es schüttet, aber nach zwei Stunden ist der Himmel wieder blau.

Wir starten also erneut und diesmal schaffen wir die gesamte Distanz von 18 km mit 552 Höhenmetern über Sorrento, dem Ortsverbund Massa Lubrense und Marina della Lobra.

Durch die Fußgängerzone bis zum Ortsende, ein paar hundert Meter entlang der Fahrstraße mit sicherem Bürgersteig und dann geht es auch schon steil hoch. Es öffnen sich weite Blicke über unzählige Olivenhaine auf Sorrento. Über alte, meist gepflasterte Wege durch Steinmauern hindurch ist das Panorama am Anfang noch etwas eingeschränkt.

Zunehmend öffnen sich die Blicke über grüne Zitronenkulturen auf das Meer. Die Besiedelung ist sehr dicht, wird aber immer durch Zitronen- oder Orangenplantagen oder Olivennetze durchbrochen. Massa Lubrense besteht wohl aus einer Reihe von kleinen Ortschaften, die dicht beieinander liegen. Der Kirchturm der alten gelben Kirche hat sicher schon bessere Zeiten gesehen. Einfaches Verputzen reicht da nicht mehr.

Je weiter wir nach Süden kommen, werden wir mit Panoramablicken belohnt. Dabei übertrifft der nächste immer den vorangehenden. Zunächst der Blick über die Häuser von Massa mit Vesuv im Hintergrund. Dann sehen wir vor uns Capri liegen. Oben auf dem Gelände des Wachturms glauben wir das Optimum erreicht zu haben. Rechts der Vesuv, vorne Ischia, auf der andern Seite Capri. Aber der Belvedere dell’Annunziata übertrifft das dann doch noch: Capri, Ischia, Procida und der Vesuv sind alle gleichzeitig zu sehen. Allerdings ist Ischia nicht mehr sehr gut zu sehen, denn eine bedrohlich dunkle Wolkenwand braut sich von dort über dem Meer zusammen.

Nun beginnt ein steiler Abstieg mit Treppen und sehr engen Wegen, aber trotzdem gibt es links und rechts immer wieder ein Anwesen mit tollem Blick und Autos, die es irgendwie da hin schaffen. Erster Hunger stellt sich ein und überraschender Weise steht auf einmal ein Marktstand mit Nüssen, Nougat, Keksen und Süßigkeiten am Straßenrand unter einem Zeltdach. Wir kaufen ein bisschen ein und er freut sich, dass wir uns bemühen, italienisch mit ihm zu sprechen. Bei der Kirche mit Friedhof kommt uns die Erkenntnis, warum er da steht: heute ist Allerheiligen und viele Italiener besuchen die Friedhöfe und holen sich dabei ein paar Süßigkeiten. Wir sehen den kleinen Hafen Marina della Lobra mit Fischerbooten und bunten Häusern.

Nachdem wir bei Angelo’s am Hafen zwei gute Cappucini und eine bescheidene Pizza mit 2x Coperto zu uns genommen haben, folgen wir der Küstenpromenade mit schwarzen Felsen und zunehmend bewölktem Himmel. Kurz vor der Steilküste führt eine steile Treppe nach oben und nach steilem Anstieg müssen wir dann ein paar hundert Meter der befahrenden Straße folgen, bis wir wieder auf abgeschiedene schmale Wege mit überwuchernder Vegetation kommen. Ein bisschen mulmig ist es uns bei diesen Wegen, ob sie nicht irgendwann im Nichts enden. Unter dunklen Wolken mit einem hellen Streifen sehen wir Capri noch einmal von oben. Der Blick auf die Inseln im Meer und den stimmungsvollen Himmel genießen wir nur kurz, denn es ist offensichtlich, dass der Regen bald kommt. Auf den letzten zwei Kilometern kommen dann die Regenjacken und der Regenschutz für den Rucksack zum Einsatz und so kommen wir nach knapp fünf Stunden bei ziemlich strömendem Regen gut geschützt im Hotel an.

Wandern durch Neapel

Ende Oktober reisen wir nach Neapel. Mit dem Zug nach Stuttgart, mit der S-Bahn zum Flughafen. Das klappt alles reibungslos, nur in Neapel erwartet uns eine recht lange Schlange am Alibus. Der fährt zum Bahnhof und Hafen und ist die günstigste und einfachste Möglichkeit, um in die Stadt zu kommen. Die Busse sind eng getaktet und schon den dritten Bus erreichen wir und beziehen das Quartier im historischen Zentrum. Einigermaßen ruhig gelegen zwischen den beiden touristischen Hot-Spot-Straßen Via dei Tribunali und Via Vicaria Vecchia. Die zu trocknende Wäsche hängt malerisch über unsere Straße.

Unser Spaziergang über 17 km mit 363 Höhenmetern führt uns durch die meisten bekannten Orte in der Innenstadt. Der Verkehr in den engen Gassen mit Motorrollern und Autos, die sich nicht immer rücksichtsvoll in ihren Weg durch die Touristenmassen bahnen, ist ziemlich abenteuerlich. Man ist gut beraten, immer sehr aufmerksam zu bleiben. Wir starten in der Nähe der weißen Fassade der „Chiesa dei Girolamini“ und zwischen den überall präsenten Schmierereien finden sich alle paar Meter schönere Wandfresken mit meist entweder Sofia Loren oder Diego Maradona.

Als erstes haben wir das „MANN (museo archeologico nazionale di napoli)“ besichtigt. Dort sind viele der in Pompei gefundenen Kunstwerke ausgestellt. Teilweise riesige Marmorstatuen, wie der Herkules mit Keule und Löwenfell, die Gruppe „Farnesischer Stier“ oder der „Farnese-Atlas“ der statt der Weltkugel eine Himmelskugel mit vielen Sternzeichen trägt.

In einem der Ausstellungsräume mit antiken roten Wandfresken wurde auch Angela Merkel abgebildet, die ihren Urlaub gleichzeitig, mit etwas mehr öffentlicher Aufmerksamkeit verbunden, hier verbringt. An dem berühmten aber unscheinbar aufgehängten Porträt-Medaillon „Sappho“ einer Frau mit Schreibtafel (Pompeji-Fresko) und der Bronzestatue des tanzenden Faun läuft man fast vorbei. Es wird viel renoviert, was eigentlich schön ist, aber das geheime Zimmer oder das Alexander-Mosaik sind deshalb nicht zugänglich.

An der gotischen Kathedralenfassade des „Duomo di Napoli“ kommt man in den prunkvoll verzierten Kircheninnenraum mit goldenem Altar. Die vielen Kirchen sind alle aufs prächtigste mit unzähligen Gemälden und Statuen ausgestattet. Große Maradona-Wandgemälde, -Trikots mit der Nummer 10, -Magnete, Figuren sind allgegenwärtig, und werden mit dem Akronym „D10S“ zum Kult erhoben. In der Via S. Gregorio Armeno gibt es hunderte Verkaufsstände mit Krippenfiguren und den roten Glücksbringern (Cornicelli), die vor bösen Blicken schützen. Über das Portal in der rustikal gebuckelten Fassade der „Chiesa del Jesu Nuovo“ kommt man wieder in einen riesigen prachtvollen Kircheninnenraum mit Kassettendecken und Marmorböden.

Ein breiter Fußweg, der dank einiger Stufen erfreulicherweise mal verkehrsfrei ist und den wir uns nur mit einigen andern Touristen, die den steilen Aufstieg nicht scheuen, teilen müssen, führt zum Panoramablick über Neapel (Belvedere San Martino). Dieser liegt unweit der weithin sichtbaren Anlage „Certosa die San Martina“, das aber Dienstag, wie viele Museen, geschlossen hat.

Der Vesuv ist allgegenwärtig im Hintergrund. Über einige weitere steile Treppen mit Blick auf Terrassenhäuser und den Golf von Neapel kommen wir ins spanische Viertel. Über das Tor in der klassizistischen Palastfassade des „Palazzo Reale di Napoli“ geht es in ein weiteres beeindruckendes Museum.

Es gibt die Möglichkeit, in einem festgelegten Zeitslot die Dachterrasse zu besichtigen. Dort ist ein begrünter Wandelgang mit gusseisernen Bögen und einem tollen Blick auf den Hafen von Neapel wieder mit dem Vesuv im Hintergrund. Durch das spanische Viertel mit der eleganten Jugendstil-Galerie mit Glasdach in der „Galleria Umberto I“ erreichen wir dann langsam wieder unser Quartier.

Radtour um Überlingen

Mal wieder ein paar Tage am See nach der Hitzewelle. Erfreulicherweise regnet es, gut für die ausgetrockneten Böden und den Wasserspiegel im See. Nicht so gut für meine Pläne eine Radtour zu unternehmen. So bleibt nur Zeit für eine kürzere Runde sm Nachmittag, als sich das Wetter langsam beruhigte. Son sind es insgesamt 53 km mit 754 Höhenmetern geworden. In Nussdorf sind wir gestartet, dann über Lippertsreute zunächst auf dem Radweg entlang einer ziemlich befahrenen Straße, dann auf einsamen kleinen Strässchen entlang ausgedehnten Apfelplantagen nach Groß-Schönach. Der Himmel ist grau und ab und zu kommen noch ein paar Tropfen runter.

Die Straße nach Herdwangen ist gesperrt aber für uns entlang des Radwegs ist das kein Problem. In Herdwangen geht es auf einer befahrenen Strasse ein Stück bis wir nach schließlich über ein sehr einsames Strässchen Schloss Hohenfels erreichen. Wenngleich es keine öffentlich Gaststätte ist, sondern ein Tagungshotel, bekommen wir etwas zu trinken.

Auf unsere Ehrlichkeit vertrauend, durften wir es selbst am Empfang des Hotels oben im Schloss bezahlen, was uns die Gelegenheit gab, uns ein bisschen umzuschauen. Es ist ein interessantes Areal und sehr einsam. Sehr steil führ die kleine Straße dann nach Seelfingen und dort wieder im Tal nach Billafingen. Dort sehen wir eine Herde von Wasserbüffeln am Ortseingang. Das scheint nicht so ganz in die Gegen zu passen. Auf einer Informationstafel wird es erklärt: die Wiesen zu bewirtschaften ist immer weniger rentabel. Dadurch breitet sich das Schilf in den sumpfigen Wiesen aus. Das führt zu Veränderung der Landschaft und zur Reduktion heimischer Arten.

Die für dieses Gelände wohl gut angepassten Wasserbüffel übernehmen somit die Rolle des Landschaftspflegers. Von Billafingen hoch zum Reuttehof, mit recht unangenehmen Hunden, führt ein sehr steiler Schotterweg, der nicht angenehm zu fahren ist. Nach Nesselwangen ist die Straße wieder geteert und wiederum sehr steil. Ein kurzes Stück leitet uns dann der Radweg auf die Straße bis er wieder nach Hödingen abbiegt. Am Ortsende öffnet sich das traumhafte Panorama über den See. Eine enge Straße führt dann nach Goldbach hinunter und hier entlang der Seepromenade durch Überlingen ist es nur ein kurzes Stück bis nach Nussdorf.

Der Wasserspielel des Sees ist niedriger als typischerweise im Sommer. Das Strandbad hat Flatterband über gespannt, das ja keiner das Gelände von der Seeseite aus betritt. Dafür sperren sie den Sprungturm mit kaputtem Sprungbrett. Traurig, wie die Pächter dieses traumhafte Gelände verrotten lassen. Die meisten fahren nun ins Ostbad und lassen diesen Platz links liegen. Wir gehen vor zum Steg um auch noch ein bisschen das Wasser zu genießen. Statt Wasser ist auch hier ein breiter Kiesstrand und die Leiter vom Steg führt in immerhin knietiefes Wasser.

Die Seepromenade in Überlingen ist auch am Ende der Saison noch gut besucht aber in den Restaurants gibt es wieder Plätze. Auch die Steinstufen an der Anlegestelle sind immer noch Anziehungspunkt und alternativer Picknickplatz um die Pizza aus dem Karton zu genießen. Die speziellen Pizzakartonmüllständer werden allerdings nicht von allen als solche wahrgenommen, so dass man immer wieder beobachten kann, wie versucht wird, den Karton irgendwie in den normalen Mülbehälter rein zu drücken. Zuletzt sind Sonnenuntergang und (fast) Vollmond beliebte Motive.

Von Überlingen nach Sipplingen

Wir feiern ein großes Familienfest am Bodensee. Mit über 35 Familienmitgliedern sind wir in Überlingen mit dem Schiff nach Wallhausen, von dort zur neu eröffneten Marienschlucht gewandert und von dort mit dem Schiff zurück nach Sipplingen. Inklusive der Schifffahrten wahren das 15 km und immerhin 304 Höhenmeter, die wir auf dem Wanderweg und den Stahltreppen der Marienschlucht erwandert haben.

Überligen erreichen wir mit den Zug und langsam geht es vom Bahnhof zum Landungsplatz. Vorbei am Überlingen Schwertletänzerbrunnen wo ein fürsorglicher Anwohner für Abkühlung mit Fussbad sorgt und weitere Abkühlung erhalten wir auf auf dem schattigen Münsterplatz an der Eisdiele.

Der Brunnen mit dem Bodenseereiter am Landungsplatz findet immer einige Zuschauer und dient heute bei über 30 Grad auch der Abkühlung. Auf dem See sind die Blick auf die Uferorte wie hier Überlingen das Highlight. Auf der kurzen Fahrt kann man auch Bier trinken, dass muss man aber zügig angehen, den nach knapp 20 Minuten ist man schon wieder drüben in Wallhausen. Da es an der Marienschlucht keinen Kiosk gibt decken wir uns im Wallhausener Dorfladen erst einmal ein mit Getränken und Verpflegung ein.

Der kurze Teil des Seeuferwegs von Wallhausen ist leider immer noch nicht begehbar und gesperrt, was einen Teil der Höhenmeter verursacht. Wir versuchen uns im Wald zu halten aber müssen doch auch immer wieder in die sengende Sonne. Bis wir beim Burghof wieder den Wald erreichen und in steilen Serpentinen wieder zum Seeuferweg kommen. Dieser ist alles andere als flach, es geht rauf runter auf relativ schmalen Pfaden und einer ganze Menge Gegenverkehr. Wenngleich wir mit unserer Gruppe wahrscheinlich die Mehrheit bilden.

So benötigen wir für die ca. 6-7 km, die es zu bewältigen an die zwei Stunden. Die Mehrheit unserer Gruppe such als erstes das kühlende Bad, während sich eine klein Minderheit als erstes zur neu gestalteten Marienschlucht aufmacht. Die großen sicheren Stahltreppen, Plattformen und ausgesetzten Aussichtspunkten erlauben sensationelle Aussichten auf den teilweise türkisblauen See. Seit einigen Monaten ist die Schlucht wieder öffentlich und sicher begehbar ist, nachdem sie nun über Jahrzehnte gesperrt war. Beim Runtergehen sieht man die tiefe Schlucht unter sich, denn die Stahlgitter sind durchsichtig. Bis zu den höchsten Aussichtspunkten sind es etwa 50 Höhenmeter.

So gelangen wir schließlich wieder zurück an unsere Badestelle und steigen in den See. Der fühlt sich insbesondere im flachen Uferbereich wie eine warme Badewanne an, weiter draußen ist es dann erfrischender. Mit dem nächsten Schiff setzen wir nun nach Sipplingen über. Wir haben dort noch 45 Minuten Aufenthalt, den die Mehrheit wieder für einen kurzen Café-Stopp nutzt. Mit der Bahn fahren wir wieder zum Ausgangspunkt zurück und sparen so die exorbitanten Sipplinger Parkgebühren, wenngleich kurzen Bootfahrten mit 6€ von Überlingen nach Wallhausen und 7,50€ von der Marienschlucht nach Sipplingen auch nicht unbedingt besonders preiswert erscheinen. Aber die Panoramen sind es wert.

Der Zug kommt auch nur geringfügig verspätet an und zum Abendessen wind wir tatsächlich alle vollzählig beieinander, keiner ist verloren gegangen.

Von Freiburg nach Weil am Rhein

Zusammenfassung:

Distanz: 79 km mit 1075 Höhenmetern entlang folgender Orte: Freiburg im Breisgau, Horben, Münstertal, Todtnau, Utzenfeld, Fröhnd, Zell im Wiesental, Schopfheim, Lörrach, Weil am Rhein.

Mit Blick auf das Schwabentor und dem Hotel Bären verlasse ich Freiburg im Breisgau pünktlich um 9h, nachdem ich heute reichhaltiges und abwechslungsreiches Frühstück bekommen habe. Die Route habe ich wieder mit Mapy geplant. Das Ziel ist Rheinfelden aber zuvor muss ich über den Freiburger Hausberg, den Schauinsland. Die Route leitet mich gut aus der Stadt raus. Das Warnschild mit 12% beeindruckt heute nicht mehr. Tatsächlich sind es nur selten über 10% und meistens so um die 7%. Das lässt sich ganz gut fahren. Ich bin aber nicht der Einzige. Massenweise Holländer in zwei verschiedenen Trikots japsen an mir vorbei. Ein paar Profis kommen auch mit einen Wahnsinnstempo an mir vorbei. Außerdem jede Menge Motorräder für die Samstag und Sonntag Fahrverbot hier herrscht. An der Dießendorfer Hütte fotografiere ich die weite Wiesenlandschaft mit ihren sanften Hügeln.

Nach etwa 2h erreichen ich die Bergstation der Schauinslandbahn. Es gibt eine Zitronenlimo am Kiosk. Mit meinem Rad gehe ich zur Aussichtsplattform von der man ein großartiges Panorama über die bewaldeten Hügel in das Rheintal hat.

Auf der Höhe sieht man wieder einige Berghöfe hier vor einer Wiese mit blühenden Lupinen. Später komme ich in ein tief eingeschnittenes grünes Tal mit Wiesen und Wald. In Schönau finde ich am Ortseingang ein Schild mit der Aufschrift „Schönauer Weltmeister – Jogi Löw!“. Die Dorfkirche mit spitzem Turm im Ortskern fotografiere ich auch. Damit ist aber meine heutige Ausbeute schon erschöpft.

Es ist irrsinnig heiß. Mein Thermometer am Lenker misst über 40 Grad. Am Bahnhof von Schopfheim gibt es einen gekühlten Bioladen. Der hat eine Quiche Lorraine, die machen sie zwar nicht warm, schmeckt aber bei der Hitze auch kalt. Einen kleinen steilen Hügel gilt es kurz vorher noch zu überwinden und ich schleppe mich drüber. Auf der Abfahrt höre ich seltsame Abrollgeräusche und ich kontrolliere Räder und Reifen. Viele kleine Steinchen sammeln sich an einer mit Teer verklebten Stelle. Es ist so heiß, das an manchen Stellen das Bitumen flüssig wird. Wenn man da durch fährt, dann kleben die Kiesel fest. Ich kratze es ab.

Die Routenführung von Mapy ist übrigens vorbildlich. Hoch auf den Berg gibt es keine Alternativen und runter Richtung Todtnau auch erstmal nicht. Im flacheren Bereich beginnen die Radwege und Mapy findet sie alle, leitet aber trotzdem richtig, selbst wenn die Obrigkeit den Radweg auf den Kiesweg verlegt, obwohl direkt daneben der asphaltiere Forstweg verläuft. Nur wenige Passagen muss ich auf Kieselwegen fahren.

In Schopfheim ändere ich meine Ziele. Statt Rheinfelden peile ich nun Weil am Rhein an, das sind dann nochmal 20 km. Da kommt die Regionalbahn von Basel nach Karlsruhe um kurz vor 15h an und 10 Minuten vorher bin ich auch da. Wenngleich das Bähnle immer warten muss, weil ganz unerwartet ein anderer Zug Vorfahrt hat, könnten 30 Minuten Umsteigezeit in Karlsruhe reichen, mal sehen.

Auf jeden Fall ist die leicht abgewandelte Schwarzwald-Durchquerung Nord-Süd nun erfolgreich abgeschlossen.

Von Hornberg nach Freiburg

Zusammenfassung:

Distanz: 73 km mit 1357 Höhenmetern entlang folgender Orte: Hornberg, Schonach im Schwarzwald, Schönwald im Schwarzwald, Furtwangen im Schwarzwald, St. Märgen, Buchenbach, Freiburg im Breisgau.

Gestern Abend habe ich mich dann doch noch aufgemacht hoch zur Burgruine um den Panoramablick ins Tal bei Sonnenuntergang mit rot-orange gefärbtem Himmel über den Schwarzwaldhügeln zu sehen. Auch die Vogelperspektive auf Hornberg mit dem markanten Eisenbahnviadukt im Hintergrund ist sehenswert und der mittelalterliche Mauerturm der Burgruine ist gerade noch vom letzten Licht des Tages beleuchtet.

Nachdem ich heute kurz nach 9h den Adler mit einem gutem Frühstück verlasse habe, ist das gelbe historische Rathaus samt Wappenschmuck und Giebeluhr durch die Morgensonne beleuchtet.

Die Straße nach Triberg ist mit dem Fahrrad kein Vergnügen, der Radweg fehlt und es ist viel Verkehr. So entscheide ich mich für den Aufstieg zum Hotel „Schöne Aussicht“. Es ist wieder verdammt steil. Das Schild am Anfang mit 16% fühlt sich wie der Durchschnitt an, nicht wie das Maximum. Die Aussicht (mit Holzstapel) ist dann tatsächlich sehr sehenswert und auf dem großen Parkplatz ist einiger Betrieb. Auf der Strecke ist aber kaum Verkehr.

Da oben geht es auf der sanft geschwungenen Hügellandschaft weiter bis ich Schonau erreiche. Idyllisch im Tal gelegen, mit Kirchturm und wieder eines der obligatorischen Windräder am Horizont. Ohne gibt es hier kein Panorama. Mein Fahrrad wird malerisch an den Ortsstein „Schonach“ gelehnt, dahinter Dorfkirche und und Ortsteich.

Die Kühe auf sattgrüner Weide vor Waldkulisse prägen das Bild dieser Landschaft, bis es dann wieder richtig steil den Berg runter geht. Zum Beweis das Warnschild „18 %“ vor dem steil abfallenden Tal.

In Furtwangen vergesse ich ein Foto zu schießen, dafür gibt es in der Confiserie Mayerhöfer einen sehr leckeren Käsekuchen mit Milchkaffee. Nachdem ich zunehmend von der Qualität von Komoot genervt bin, habe ich mir Mapy.com geladen. Kostenlos mit Premium Version und damit habe ich eine Tour direkt nach Freiburg planen lassen.

Der traumhafte Weg, den Mapy gefunden hat führt an der historische Mühle „Hexenlochmühle“ vorbei. Da ist viel Betrieb am Bach und die Motorräder haben diesen Ort natürlich auch schon gefunden. Noch 2x geht es bergauf, diesmal aber meist deutlich unter 10%. Meist sind es fast völlig verkehrsfreie Wege aber auf der steilen Straße ins Tal staut sich der Verkehr immer wieder, dicke entgegenkommende LKWs erfordern das aber ich kann bei Geschwindigkeiten zwischen 40 un 70 km/h ganz gut mitschwimmen.

Auf gepflasterten Feldwegen und einer der vielen Freiburger Radwege komme ich dann an mein Ziel. Der rote Bären ist das nach eigenem Bekunden älteste Gasthaus Deutschlands.

In der Dreisam, an der der Rad vorbei führt, kühlen sich einige Menschen indem sie sich dort einfach ins flache Wasser der kleinen Staustufen legen. Die unzähligen möglichen Motive Freiburgs sind hier mit historischem Rathaus mit grüner Turmkuppel und Uhr, belebter Gassen mit Bächle und Straßencafé, dem gotischen Münster mit schlankem Turm aus rotem Sandstein, sowie dem Bächlekanal im Stadtzentrum nur angedeutet.

Vorm mittelalterlichen Schwabentor in der Fußgängerzone, sitzen wie überall, wo das Wasser durch die Straßen fließt, Menschen die Kühlung suchen und ihre Füße ins Wasser des Rinnsals halten. Es ist jetzt kurz vor 19h und mein Thermometer zeigt immer noch über 30 Grad. Das älteste Hotel Deutschlands, hat leider noch keine Klimaanlage für mein Zimmer unterm Dach.

Mal sehen ob ich den Schleichwegen morgen weiter folge oder einen moderateren Plan verfolge werde.

Von Seebach nach Hornberg

Zusammenfassung:

Distanz: 87 km mit 2193 Höhenmetern entlang folgender Orte: Seebach, Oppenau, Oberharmersbach, Oberwolfach, Wolfach, Hornberg.

Über kleine verkehrsfreie Schleichwege komme ich zum ersten Aussichtspunkt mit Blick auf Seebach. Kurze Zeit später noch einmal ein Blick auf die Hornisgrinde und viel Holz im Vordergrund. Das ist auch das Einzige, was ich ausser Vögeln und meinen Rollgeräuschen höre: weit entfernte Motorsägen. Das letzte Stück dieses Schleichwegs ist so steil, dass ich absteige. Von ca 900 Meter geht es nun steil ab nach Allerheiligen. Die schönen Wasserfälle haben wir letztes Jahr schon gesehen. Heute ist nur ein kurzer Blick von der Straße drin.

Oppenau ist der tiefste Punkt, ab hier führt ein leidlich ausgebauter Radweg entlang der recht stark befahrenen Straße bis nach Löcherberg. Hier beginnt der zweite längere Anstieg, den ich mir mit viel Verkehr ganz viel Motorrädern, vielen Wohnmobilen und ab und an auch ein Laster. Diesmal wird es deutlich steiler. Meistens über 10% Steigung und ich bin schon öfters auf dem Reserveritzel. Ab und zu bietet ein Motiv von oben einen kleinen Grund für eine Atempause. Auf der Abfahrt begrüßt mich Oberharmersbach mit einem riesigen Bett und der Aufschrift „hier liegen sie richtig“. Der Ort zieht sich ewig und kurz vor der Abzweigung zum Brandenkopf finde ich eine nette Bäckerei und die nette Verkäuferin belegt mir auch ein Brötchen. Auf das Motorräderaufkommen angesprochen meint sie, dass man kaum noch einen Unterschied zum Wochenende ausmachen könne. Alles ist voll davon, dafür scheine das Geld wohl noch zu reichen.

Rathaus und Kirchturm liegen direkt gegenüber und auf der Straße zum Brandenkopf und hier habe ich die Straße wieder fast für mich alleine. Ab und zu kommt einer vorbei und oft ist es so eng, dass ich lieber stehenbleibe. Über 11% oder 12% freue ich mich jetzt, denn die Steigung liegt meistens über 15% und klettert bis auf 20%. Flüssiges pedalieren ist da nicht mehr drin.

Der Brandenkopf hat einen Aufsichtstrum, 33 Meter hoch und oben sieht man durch schmutzige Fenster in jeder Richtung Windräder. Im Wanderheim gibt es erfreulicher Weise ein alkoholfreies Radler, bevor ich mich über eine enge Abfahrt mit teilweise schlechtem Belag langsam wieder, viel bremsend, nach unten in die Hitze bewege.

Eine typische Streusiedlung mit kleinen Höfe und einem Traktor, der gerade Heu macht. Überall riecht es nach frischem Heu. Dem Radweg entlang der Wolf geht es dann mit hübsch dekorierten Holzbrückchen und Kapellchen bis man nach Wolfach kommt und fortan der Kinzig folgt. Das ist eine beschaulichere Passage.

In Wolfach gibt es ein paar Blicke auf den schönen Brunnen und das Rathaus. Die Atmosphäre wird durch den massiven Durchgangsverkehr ein bisschen getrübt. Am Ortsende kämpfe ich mit meinem inneren Schweinehund. Nach Hornberg könnte man auch durch das Tal über Hausach fahren.

Ich entscheide mich für den härteren Weg, nicht ahnend, dass sich hier die Steigungen wieder im Bereich von 15%-20% befinden. Schieben kommt als Alternative auch nicht in Frage und so kurble ich mit Kadenzen von um die 30 mit 3,5 km/h nach oben. Dafür brauche ich nochmal 1,5 Stunden und freue mich über den Kiosk auf der Kuppe. Diesmal gibt es ein richtiges Radler.

Endlich erreiche ich Hornberg. Im altehrwürdigen Hotel Adler beziehe ich mein modernes Zimmer und vor dem Abendessen im Hotel-Restaurant bleibt noch ein bisschen Zeit durch den Ort zu schlendern und Gutach, das Rathaus und ein paar Brunnen zu bestaunen. Eigentlich geht es hier immer um eine Sache: Die große Blamage, als sie irgendeinem Fürsten im 16 Jahrhundert mittels Salutschüssen huldigen wollten, war schließlich die Munition alle, wegen mehrfachem Fehlalarm.

Das deftige Essen wird der guten Bewertung gerecht und ich habe einen ziemlichen Hunger. Mal sehen ob ich morgen wieder den Schleichwegen folge oder ein moderateren Weg suche.

Von Bad Herrenalb nach Seebach

Zusammenfassung:

Distanz: 71 km mit 1385 Höhenmetern von Bad Herrenalb überr Loffenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach, Schönmünz zum Mummelsee und der Hornisgrinde und dann runter bis nach Seebach.

Mit der S-Bahn starte ich von Heidelberg nach Karlsruhe und steige dort in die S1 bis nach Bad Herrenalb. Dort geht es mit ängstlichen Blicken zur geschlossenen Wolkendecke los. Bleibt es trocken?

Diesmal bin ich nicht mit dem Reiserad sondern dem Rennrad und minimalem Gepäck unterwegs.

Am Marktplatz in Bad Herrenalb mit Blick auf Rathaus und kleinem Bachlauf entscheide ich mich erst einmal für den direkten Weg nach Gernsbach. Die Häuser sind hier gut in Schuss, wieder Fachwerk und die Murg. Dem Murgradweg folge ich jetzt, entlang der grünen Radwegweiser und komme an interessanten kleinen Kapellen oder Kirchen vorbei.

Entlang der Murg ist der Radweg vorbildlich. Leider hat sich der Himmel jetzt zugezogen und es regnet leicht aber kontinuierlich.

In Weisenbach gibt es ein paar Motive, insbesondere diese kleine Höhlenmadonna. Kurz vor Forbach meint Gemeinde Langenbrand, dass die Ortsstrasse renoviert werden muss. Nach misslungenen Ausweichversuchen lande ich auf der großen Straße. In Forbach kurve ich auf der Suche nach einem netten Café herum. Bis auf einen Kebab Laden ist alles ausgestorben und die Holzbrücke ist gesperrt. Wenigstens gibt es einen Netto am Ortsausgang. Die Bäckerei-Theke hat innen auch einen Tisch, den ich für Kaffee und belegtes Brötchen in Beschlag nehme. Ich spreche die Verkäuferin an, es sei alles so ausgestorben, da meint sie nur resigniert, wem sagen sie das.

Ich verlasse den Netto von Forbach und komme entlang des jetzt wieder vorbildlichen Radweges am Kirschbaumwasener Wehr vorbei und an einem kleinen Felsdurchbruch, der wohl extra für diesen Radweg entstanden ist. In Schönmünz folge ich nunmehr dem gleichnamigen Bach, ignoriere den Schotterradweg und fahre praktisch ohne Verkehr in leichtem Regen den zunehmend steiler werdenden Weg zum Seibelseckle hoch.

Dabei passiere ich verschiedene Häuser, die schon bessere Zeiten erlebt haben. Im Gegensatz dazu ist in der einsamen Gegend auf einmal der Auerhahnhof eine riesige Wellness Enklave mit internationalen Besuchern. Kurz danach ist die Straße für Autos gesperrt, was nicht heißt, daß dort keine fahren. Aber insgesamt eine wunderschöne Strecke durch den Wald in dem ich angesichts des schlechten Wetters fast alleine bin.

Vom Seibelseckle ist es nur noch ein kleines Stück bis zum Mummelsee, trotz schlechtem Wetter herrscht Massenbetrieb. Immerhin habe ich genügend Platz für mein Rad mit Mummelsee Panorama.

Es ist noch nicht einmal 15h und so suche ich die asphaltierte Straße (nur für Busse) zur Hornisgrinde. Beim Turm fängt es wieder stärker an zu regnen und schnell mache ich noch ein Foto auf die im Trüben liegene Rheinebene.

Dann geht es über 600 Meter Abfahrt, anfänglich bei Regen, dann wird es trocken, nach Seebach. In meiner kleinen Pension genieße ich einen tollen Ausblick auf den Ort und das Wetter deutet an, dass morgen nicht mehr mit Regen zu rechnen ist.

Ausflug nach Eppingen

Die heutige gemütliche Wanderung hat uns über 13 km mit 311 Höhenmetern durch Eppingen und zum Ottilienberg geführt.

Immer noch ein bisschen in der Bewegung eingeschränkt haben wir heute einen Ausflug in die Fachwerkstadt Eppingen unternommen. Mit der Bahn geht das im Stundentakt von Heidelberg direkt, ohne umsteigen zu müssen. In Eppingen sind wir zu Fuß unterwegs und staunen, was sich in unmittelbarer Nähe zwischen alten Mauern, bunten Türen und modernen Skulpturen so findet.

Stadtteich und Stadtrand

Der Rundgang beginnt mit einem Blick über den Stadtteich, auf dem ein Springbrunnen oder eine Fontäne vor sich hin plätschert. Im Hintergrund zeichnet sich die Silhouette der Altstadt mit Kirchturm ab – eine der klassischen Ansichten, die man von Eppingen kennt. Am Ufer des Teichs, der von der kleinen Elsenz gespeist wird, führt ein gepflegter Weg entlang, gesäumt von langen Steinbänken, die ebenfalls kleine Brunnen enthalten und Blumenbeeten. Nicht weit davon steht ein älteres Fachwerkhaus auf einem massiven Steinsockel, das wirkt, als hätte es schon einige Jahrhunderte hinter sich. Im Park sind verschiedene hölzerne Fachwerk-Elemente aufgestellt. Auf Infotafeln wird erklärt, welche Elemente an welchen Gebäuden zu sehen sind und für was sie gut sind. Bei dem größeren Gebäude mit dem Laubengang im Erdgeschoss handelt es sich um das Fachwerkmuseum.

Fachwerk in der Altstadt

Wer durch Eppingens Altstadt läuft, kommt aus dem Schauen und Staunen kaum heraus. Die Fachwerkbauten stehen dicht an dicht, und kein Haus gleicht dem anderen. Viele der Häuser haben beachtliche Schieflage. Am Marktplatz steht eine große bronzefarbene vor den typischen rotweißen Fassaden im Hintergrund, die den Marktplatz einrahmen. In den Seitengassen finden sich weitere Beispiele: ein Haus mit besonders sorgfältig gesetzten roten Balken, ein anderes mit einer Art Innenhof und Holztreppe.

Türen, Details und eine Überraschung

Ein eigenes Thema für sich sind die Türen in Eppingen. Einige Hausbesitzer betreiben einigen Aufwand um ihre Haustüre dekorativ zu gestalten. Da ist zunächst eine braune Holztür mit aufgemalten roten Bändern und goldfarbenen Knöpfen – das Schild daneben weist darauf hin, dass der Zutritt nur für Personal gestattet ist, was den dekorativen Aufwand umso bemerkenswerter macht. Gleich daneben – oder zumindest in ähnlicher Nachbarschaft – eine grün gestrichene Tür unter einem steinernen Portal mit Wappen. Eine dritte Tür, leuchtend blau, sitzt tief in einer Sandsteinwand und ist von einer einfachen Steintreppe begleitet.

An der Hauswand der alten Synagoge, auch Fachwerk, findet sich ein eingelassenes Relief mit hebräischer Schrift – stilles Zeugnis der jüdischen Geschichte des Ortes. Ganz anders die nächste Szene: In einem Hinterhof stehen gut ein Dutzend alter Mopeds und Kleinkrafträder dicht gedrängt auf dem Kopfsteinpflaster, bunt lackiert. Der Besitzer dieses Hauses scheint ein Fan alter Motorfahrzeuge zu sein. Der Hof steht voll mit historischen Wägen und eben diese Sammlung historischer Mofas, die alle fahrtüchtig sind und gemietet werden können, was auch von einigen, die da hin und her jagen auch intensiv in Anspruch genommen wird. Der Abgasgeruch der 70er Jahre schwebt über dem Pflaster.

Kunst in der Stadt

Eppingen betreibt einen gewissen Aufwand, was Skulpturen im öffentlichen Raum angeht. Auf der Grünfläche am Bahnhofsteich steht ein großformatiges Eisenkonstrukt aus verschweißten Stahlteilen – sieht aus wie ein gestrandetes Schiff. Darin hängt im rostigen Rahmen ein bronzefarbenes Reliefgesicht mit Goldmünze im Mund. In der Innenstadt ein grob gearbeiteter Eisenkopf, der Africa King. Vor einer alten Steinmauer steht ein weiteres großes Metallrelief mit melancholischem Gesicht, die Melancholia. Vorm Bahnhof finde wir einen massiven Eisentorso. In einem netten Park eine lebensgroße Bronzefigur – ein Mensch, der auf einem Stuhl steht, im Hintergrund ein Ukulelen-Workshop.

Kirchen, Türme und der Ottilienberg

Schließlich haben wir auch mehrere Bauten gefunden, die nicht Fachwerk sind. Ein interessanter Kirchturm der katholischen Kirche zum Beispiel. Auf dem Weg zum Marktplatz kommen wir außerdem an dem mittelalterlichen Pfeifferturm vorbei, einst ein Gefängnis.

Durch Stadt und Wald führt uns ein Wanderweg teilweise ziemlich steil hoch zum Ottilienberg. Hinter Bäumen versteckt, steht eine kleine romanisch anmutende Kapelle mit quadratischem Turm und Schiefer- oder Steindach. Heute feiern hier oben Max & Lena Hochzeit. Eine Parade von mehreren riesigen Traktoren haben wir schon vor der zweiten Kirche gesehen und die gesamte Feuerwehr des Ortes hat in Uniform auf das Brautpaar gewartet. Am Eingang stehen hohe Stehtische – hier wird gerade die Veranstaltung professionell vorbereitet. Auf dem Rückweg kommen wir an einem kleinen Teich vorbei, an dem ein Holzsteg ins Wasser ragt. Eine junge Dame sitzt dort, die Beine über dem Wasser baumelnd und lässt sich von einem Profifotograf ablichten. Am Anglervereinsheim fragen wir ob das eine öffentliche Gaststätte sei und bekommen prompt was zu trinken angeboten. Die Angler freuen sich, dass wir aus Heidelberg hierher kommen. In der Stadt ist ein alter Industrieschornstein markant von allen Seiten zu sehen, der zur „Palmbräu“ gehört. Es ist der Stammsitz der Brauerei, die noch deutlich sichtbar im Stadtbild präsent ist.

Nachdem wir dann noch einmal über den Kunsthandwerkermarkt spaziert sind, nehmen wir den Zug zurück nach Heidelberg und probieren das neue La Trattoria Restaurant bei den Tennisplätzen aus. Wir sind überrascht, das gesamte Roseteam aus Kirchheim dort zu finden. Die Rose hatte zuletzt ziemlich abgewirtschaftet. Der Chef meint er sei froh, dass er dort draußen ist und jetzt dieses Lokal übernehmen konnte. Die Karte ist übersichtlich, vor allem Pizza aber auf den Tafeln die überall im schönen Biergarten versteckt sind, finden sich auch noch in paar andere Sachen. Der Koch ist der Gleiche. Die Pizza schmeckt gut, hat aber den gewohnten etwas zu harten Rand und lässt relativ viel vom Teller sehen.

Von Heidelberg über die Kamelhöcker zum Königsstuhl

Aufbruch durch das Kraichgau

Nach etwa 10 Kilometer ist der Aufstieg bei Nussloch nach Maisbach erreicht. Das ist der erste der vier kurzen aber steilen Kamelhöcker. Von Maisbach aus geht es wieder hoch, runter und wieder hoch (Kamelhöcker 2und 3) bis Ochsenbach erreicht ist und schließlich der letzte Anstieg (Kamelhöcker 4) bis nach Gauangelloch. Nach Bammental sind es dann nur noch wenige Meter hoch und eine schnelle Abfahrt. Schließlich führt ein eigentlich autofreies, teilweise sehr steiles, Nebensträsschen am Bammentaler Altenheim vorbei nach Wald-Hilsbach. Dort beginnt der Aufstieg über ca. 400 Höhenmeter zum Königsstuhl. In Summe sind das nach Abfahrt zur Molkenkur und dann wieder hoch zum Speyerer Hof und von dort in die Weststadt genau 40 km mit immerhin 859 Höhenmetern.

Los geht es durch offene Feldlandschaft – ein Schild am Rand des Getreidefelds weist auf Kraichgau-Korn hin, die Mohnblumen dazwischen leuchten rot in der bewölkten Frühsommersonne. Der Blick reicht weit über sanfte Hügel, die sich bis zum Horizont hinziehen, unterbrochen nur von einzelnen Baumgruppen und Strommasten. Weiter unten dann das erste Ortsbild von Ochsenbach, eingebettet in grüne Felder und Wiesen. Zum Abschluss dieser Sequenz zeigt sich ein ruhiger Flussabschnitt, das ist bereits die Elsenz in Bammental.

Bammental – An der Elsenz

Die Elsenz ist ein kleiner, klarer Fluss. Vom Ufer aus, umgeben von Geranien und blühenden Sträuchern, lässt sich das Wasser gut beobachten. An einer flachen Steinplatte am Flussufer lagern zwei Nilgänse.

Weiter oben öffnet sich der Blick auf Bammental in welliger Landschaft mit Wiesen und Waldrändern. Dann, mitten im Wald, auf dem Weg zum Königsstuhl, kann ich am großen Rossbrunnen meine Wasserflasche auffüllen. Es ist ein alter Naturwasserbrunnen aus Sandstein, mit einem runden Mühlstein als Rückwand.

In Wald-Hilsbach höre ich das Gewitter grollen und nach dem Ort komme ich in einen kleinen Regenguss, der aber schon bald wieder aufhört und bis oben bin ich wieder trocken. Auf dem Weg saust eine junge Dame, die erstmal gar nicht sonderlich sportlich wirkt, in sehr zügigem Tempo an mir vorbei.

Heidelberg – Aufstieg und Aussicht

Oben auf dem Königsstuhl angekommen gibt es Holzbänke, Picknicktische und einen Münzfernguckerpfosten. Ein klassischer Aussichtspunkt, der heute am Sonntag, dank Bergbahn, gut besucht ist. Mein Rennrad ist daneben geparkt.

Von hier aus blickt man hinunter auf Heidelberg: die roten Dächer der Altstadt, das Neckartal, dahinter die charakteristischen, bewaldeten Hügelkuppen. Eine junge Frau sitzt allein auf der Wiese unterhalb des Aussichtspunkts und genießt die Aussicht für sich alleine.

Auf dem Weg dann zum Speyerer Hof gibt es einen weiteren Aussichtspunkt. Von dort sieht man das Schloss, Altstadt mit Heiligenberg und noch einmal die Rheinebene. Die umliegenden Baumkronen rahmen den Ausblick ein, sodass man je nach Standort unterschiedliche Ausschnitte der Stadt und des Tals erfasst.

Experiment: Bei diesem Artikel handelt es sich um ein Experiment, der Inhalt ist ja eigentlich nicht so spektakulär. Ich habe den Workflow nun fast vollständig automatisiert. Dank der Python Bibliothek garminconnect lassen sich jetzt direkt von der Termux App auf Android aus die GPX Datei von Garmin Connect laden. In der Galerie des Telefons werden Collagen aus ein paar Bildern manuell erstellt und der Rest läuft völlig automatisch ab:

  • GPX Datei hoch laden (über eigenes REST-API plugin).
  • Bilder-Collagen hoch laden.
  • WordPress Gutenberg Blöcke erstellen (Text, Links auf Bild-Collagen, Karten-Plugin).
  • Textvorschlag erfolgt mit einem optionalen Parameter –ai. Dann wird Claude über API konsultiert, schaut sich die Bilder an und erzeugt Text dazu. Mit Hilfe einer Stilprobe funktioniert das ganz passabel aber natürlich muss es trotzdem überarbeitet werden. Aus den Nilgänsen wurde bspw. ein Hund. Die GPX Datei dient als White-List, nicht dass Claude in Versuchung kommt Orte zu erfinden.
  • Die Auswertung der GPX Datei (Distanz, Höhenmeter errechnen) erfolgt auch direkt im Python Script und schließlich die Erzeugung des Beitrags über WordPress REST-API ebenso.
  • Ein Aufruf des Claude API (Bilder erkennen und Text daraus erzeugen) mit Sonnet 4.6 liegt bei ca. 3-4 Cent.