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Rund um Chiang Rai

Das Hotel ist wie gesagt diesmal ein bisschen gehobener, größere Zimmer, bessere Einrichtung und Frühstück im Thai – European Stil. Ein paar Sachen nach thailändischer Art und ein paar nach europäischer Manier. Wobei bei Käse bislang grundsätzlich Fehlanzeige ist. Milchprodukte gibt es eben in Form von ein bisschen Milch und leicht gesüßtem Joghurt. Leider ist es bislang auch das Hotel mit dem schlechtesten W-LAN. Wir haben für zwei Nächte gebucht und haben damit einen vollen Tag, den wir möglichst gut nutzen wollen. Das Hotel vermittelt Fahrer, die entlang einer Route verschiedene interessante Orte ansteuern.

Das erste Ziel sind die weißen Tempel, etwa 14km südlich der Stadt. Das ist eine Anlage, die in den letzten Jahren von einem Künstler entworfen, gebaut und immer weiter entwickelt wird. Die Tempel mit ihren filigranen, oft mit glitzernden Spiegelchen besetzten Stuckverzierungen sind schon ein visuelles Ereignis. Rundum mit buddhistischer und animistischer Symbolik versehen, ist man doch immer wieder am rätseln, was das denn nun bedeuten soll.

Das ist in die Kategorie „must see“ einzuordnen und demzufolge sind wir hier nicht alleine. Größere Menschenmassen schieben sich insbesondere am Anfang durch. Die Religion ist eher zweitrangig, obwohl einmal auch die Schuhe runter müssen. Da im ersten Bereich eine Gruppe nach der andern vorm Eintrittsbereich fotografiert werden will, geht es da zunächst langsam voran.

Nach dem „white temple“ kommt das „black house“. Eine Anlage, die von einem andern eigenwilligen Künstler entworfen und auf großem Gelände umgesetzt wurde. Einige Häuser in traditioneller Teakholzhausbauweise, die vollgestopft mit eigenartiger Kunst sind. Teilweise Gemälde, teilweise Artefakte aus toten Tieren, dann wieder Steinkreise oder unzählige kleine Pyramiden aus flachen Steinen. Einen lebendigen Wasserbüffel gibt es nebenan auch zu sehen.

Von dort geht es zum „5 hill tribe village“. Da bin ich nicht so richtig schlau draus geworden, was das eigentlich soll. Für thailändische Verhältnisse sehr hoher Eintritt, um dann durch ein staubiges Dorf mit vielen verfallenen Hütten zu laufen. Es ist klar, dass in den Bergen noch verschiedene Bergvölker wohnen. Inwieweit das aber authentisch ist, dass an einer Stelle unweit von Chiang Rai tatsächlich fünf Stämme in einem Dorf angesiedelt haben, erscheint mir doch eher fragwürdig. Spektakulär einerseits aber auch befremdlich andererseits sind die „Karen long neck“ Frauen.

Die sind insofern echt, als dass sich die zwei Kilo schweren Halsringe um den dadurch immer länger werdenden Hals gar nicht abnehmen lassen. Sie zeigen ein bisschen ihre Web-Künste und verkaufen dabei perfekt gewebte Schals. Im Eingangsbereich wird das damit begründet, dass das eingenommene Geld und auch gern genommene Spenden dazu dienen, den in Not und flüchtenden Bergvölkern, insbesondere aus Myanmar, unterstützen zu können.

Das nächste Ziel ist unverfänglicher. Auch in Thailand wird seit den siebziger Jahren Tee angebaut und in der großen Plantage gibt es dann verschiedene Gastronomien, Möglichkeiten zur Verkostung und Kauf. Ein willkommene Pause mit einem kleinen Kuchen und grünem Tee im Pappbecher. Die stilvollen Teeservices, die man dort auch kaufen kann, sind nicht für die breite Masse.

Zuletzt kommen wir an eine Sehenswürdigkeit, die auch bei uns einige Zeit die Presse beschäftigt hat, als eine Gruppe jugendlicher Fußballspieler in die Höhle eingedrungen sind. Durch starke Regenfälle mit plötzlich ansteigendem Wasser wurden sie im hinteren Bereich eingesperrt. Eine riesige Rettungsaktion über 3 Kilometer durch teilweise enge Höhlenbereiche ist dann letztendlich gelungen. Deswegen ist die Höhle auch ein bisschen zur Nebensache geworden und im Vordergrund steht die Rettungsaktion und ihre Helden. Ein sehr großes Denkmal des Retters, der bei der Aktion selbst ums Leben gekommen ist und ein Parcours mit Fotos und Beschreibungen der Rettungsaktion inmitten der Legendentafeln, wie die Berge und Flüsse rundum entstanden sind.

Uns hat man nur bis zur zweiten Kammer reingelassen. Der Eintritt war frei, allerdings musste unser Fahrer auf einem Parkplatz warten, dann hat für zwei Kilometer ein Pickup übernommen und dann für die letzten paar Hundert Meter noch ein offener Bus mit Holzbänken. Für den Transport auf diese Weise waren 20 Baht pro Person fällig.

So haben wir auf diese Art und Weise einiges gesehen, wofür wir alleine und mit öffentlichen Transportmitteln wesentlich mehr Zeit gebraucht hätten und die meisten Ziele sind eben mit öffentlichen Bussen gar nicht zu erreichen.

Von Lampang nach Chiang Rai

Lampang wieder zu verlassen hat sich als gar nicht so einfach erwiesen. Ursprünglich wollten wir nach Pai. Das wäre aber sehr schwer gewesen da hin zukommen. Das hat unser Host, der uns sehr liebenswert ans Bus Terminal gefahren hat, dort rausgefunden. Also hat er uns dann auch noch an den Bahnhof gefahren und wir sind mit dem Zug nach Chiang Mai. Wieder für einen winzigen Betrag von 23 Baht mal 2. Das ist dann in der dritten Klasse. Air Condition gibt es keine, dafür kann man die Fenster öffnen. Auch alle Türen sind der besseren Belüftung wegen auch während der Fahrt geöffnet. Wir wollten dann aber erstmal weiter in den Norden und sind weiter mit einem Fahrer nach Chiang Rai.

Diesmal ist der Zug allerdings 10 Minuten zu spät angekommen und losgefahren. Trotz analoger Steuerung, mit Fahnen, Pfeife und Glocke am Bahnsteig durch einen Uniformierten. Ein anderer Uniformierter spricht uns am Gleis an, wann wir wo hin wollen. Dabei lässt er sich von einem Kollegen fotografieren, wahrscheinlich gut für sein Karma, wenn wir unser Ziel erreichen. Der Zug ist übrigens in Bangkok am Vorabend 22h losgefahren und um 10h ging es in Lampang weiter.

Das war dann schon später Nachmittag, als wir ins Hotel kamen. Diesmal ein Upgrade gegenüber Lampang, sehr edel das Nak Nakara. Großes Zimmer mit Teakholzmöbeln eingerichtet, einem Pool, an dem die Europäer die Liegen unter Kontrolle halten.

Als wir die erste Sehenswürdigkeit, den goldenen Uhrturm ansteuern, ist der Himmel schon rot. Einen Tempel, Wat Ming Muang, finden wir aber noch. Der ist allerdings auch in der Dämmerung wirklich fasziniert. Die Mönche beten schon, deshalb bleiben wir draußen.

Zum Abschluss des Tages landen wir in einem Viertel bei den Nachtmärkten. Das Strassenbild wird zunehmend von europäisch/amerikanisch Touristen geprägt. Im Irish-Pub werden wir gleich angesprochen, es gäbe englisches Essen und Bier. Beim italienischen Restaurant La Gatta werden wir dann doch schwach.

Zum Elefanten Ressort bei Lampang

Heute haben wir unsern Aufenthalt in Lampang noch einmal um eine Nacht verlängert. So wollten wir ohne größeren Stress auch noch das Elephant Conservation Center in 30 km Entfernung und, nach Führer, auch noch einen der wichtigsten Tempel, den Wat Phra That Lampang Luang, sehen. Der liegt in der gleichen Richtung etwa 13 Kilometer entfernt und den steuern wir zuerst an. Die Parkplätze, die wir passieren, reichen für ein paar 1000 Autos. Erfreulicherweise sind sie alle leer. Das Tempelgelände ist kleiner als erwartet. Es sind wieder einige Holzschnitzereien zu sehen. In der größten zentralen Halle sind auf Holz ziemlich schwer zu entziffernde Malereien zu sehen.

In einem Nebengebäude gibt es einen wertvollen Smaragdbuddha aus Jade und als Besonderheit wird Buddhas Fußabdruck in einem winzigen Gebäude verehrt, in welchem Damen der Zutritt verwehrt ist. Ich steh dann mit zwei Herren da drin. Nachdem die Tür zu ist im Dunkeln vor einer großen Plane gibt es nichts zu sehen. Erst als ein paar Mönche beherzt hinter die Plane gehen und mit ihren Handykameras den völlig im Dunkeln liegenden „Abdruck“ beleuchten, trauen wir uns auch dahin. Da gilt es zu ergründen, was der tiefere Sinn dahinter sein mag.

Anschließend geht es weiter in Richtung Elefanten Camp. Unser Host im Hotel hat übrigens den gleichen Taxifahrer bestellt, der uns direkt überall hinfährt und dann auf uns wartet. Bei den Elefanten verbringen wir eine ganze Zeit. Das Gelände ist sehr weitläufig. Sie machen Shows, haben ein „Elephant Hospital“ und bilden auch zum Amateur – Mahout (Elefantenführer) aus. Dann muss man aber drei Tage bleiben. Keine Ahnung, ob das einen irgendwo qualifiziert. Insgesamt ist es ein tolles Erlebnis. Gefühlt ist das eine gute Institution, in denen Elefanten ein angenehmes Dasein haben. Dennoch hat es ein bisschen den Charakter eines Zoos mit kleinen Shows, aber natürlich in ein einem riesigen Gelände.

Sie zeigen auch mit einigen Show-Einlagen, wie Elefanten zum Arbeitseinsatz gerade in der Holzindustrie verwendet wurden. Das ist schon sehr beeindruckend, was die alles können.

Von Lampang zum Tempel im Himmel

Unser Hotel ist heute sehr einfach. Die Bewertung bei Booking.com war 9.1, aber wahrscheinlich dann eben in der Kategorie. Das Zimmer ist sauber, aber nicht allzu groß und die richtige Balance zwischen Geräusch und Raumtemperatur zu finden, erweist sich in der Nacht als schwierig. Dafür ist der junge Hotelier so ausgesprochen nett und hilfsbereit, dass ein Großteil der guten Bewertung genau darauf zurückzuführen ist. Wir frühstücken im Bluebird im Park. Das war sehr gut. Immer noch unschlüssig lassen wir uns dann nochmal vom Chef beraten und wir bekommen unser Privattaxi: erst zu den Tempelanlagen auf den steilen Bergspitzen (temple in the sky) und dann zum Nationalpark mit Wasserfällen und heißen Quellen.

Bis zur ersten Station sind es ca. 60 km mit dem Taxi. Von dort fahren dann die letzten 2,5 km nur noch spezialisierte Pickups die steile Bergpassage hoch. Teilweise Steigungen um 20-30%. Auf der Zwischenstation sind wir dann 300 Höhenmeter auf 670 gestiegen und dann sind es nochmal 150 Höhenmeter, die auf knapp einem Kilometer zu Fuß zu bewältigen sind.

Die Wege sind auf die sehr gut ausgebaute Treppe eingeschränkt. Erst geht es bis zum höchsten Punkt der Pagode, von dort haben wir schon einen guten Blick, dann nochmal runter und hoch zur Tempelplattform mit noch besserer Sicht.

Wir fahren also wieder mit der Familie im Bild den Berg runter und über weitere 9 Kilometer mit dem Taxi kommen wir in den Nationalpark Chaeson. Unser Fahrer hat solange unten gewartet, aber es gab genug Gastronomie in der Zwischenstation.

Die Möglichkeiten des Nationalparks streifen wir nur. Ein kleiner steiler Spaziergang entlang der Wasserfälle und anschließend noch die Füße in die 40 Grad heißen Quellen. Schließlich gönnen wir uns noch ein bisschen Massage. Einige Besucher baden in den Quellen und dem nebenan laufenden Bach.

Mit dem Taxi geht es dann wieder 60 Kilometer zurück direkt vors Hotel. Das war schon super. Am Fluss gibt es einige Restaurants. Das erste Mount Mong ist laut Hotelier zu empfehlen und so war es dann auch.




Von Lampang die Strecke bis zur Tempelbasisstation. Von dort mit einem Pickup auf der Ladefläche den Berg hoch. Im Nationalpark eine kleine Wanderung zu den Wasserfällen und den heißen Quellen und schließlich wieder zurück nach Lampang.

Von Sukhothai nach Lampang

Heute haben wir Sukhothai wieder verlassen. Das Hotel Midtown war wirklich schön. Ab heute bauen sie aber wieder, um es noch schöner zu machen. Beim Frühstück fragen wir nach Busoptionen und bevor wir uns versehen, bekommen wir ein Ticket nach Lampang gebucht. Auf der wenig spektakulären Fahrt ohne Halt buche ich das Hotel Le Neuf. Der Hotelier meldet sich sofort, ob er uns wo abholen kann und so werden wir direkt am Busbahnhof abgeholt und sehr ausführlich in die Möglichkeiten der Gegend eingewiesen.

Für heute machen wir uns einfach zu Fuß auf den Weg. Das ist bei 36 Grad schweißtreibend und die Wege sind oft wenig attraktiv. Die Stellen, die wir dann erreichen, sind schon alle spektakulär. Wenn man in die Ferne schaut, dann sieht man nun auch ein paar Berge. Nachdem wir in Ayutthaya und Sukhothai es vornehmlich mit alten Königsstätten und imposanten Ruinen zu tun hatten, sind wir nun im Bereich real verwendeter Tempel und Kloster.

Eine Besonderheit in Lampang ist die Teakholzindustrie vergangener Tage. Das hat hier zu einigem Wohlstand geführt und in der Stadtarchitektur sieht man sehr viele, manchmal sehr schön erhaltene, Holzhäuser. Auch in den Tempeln spiegelt sich die Holzbauweise wieder. Statt pittoresk kunstfertige Steinarbeiten ist jetzt sehr viel mehr Holzschnitzerei zu sehen.

Wir starten in unmittelbarer Nähe des Hotels mit dem Wat Chiang Rai, kommen dann erst an den Fluss mit ersten Holzarchitekturgebäuden, die idyllische Kaffees und Lokale beherbergen.

Dabei stolpern wir unerwartet durch den Wat Koh Walukram Bereich. Das ist überhaupt ein Phänomen, dass aufgrund der Tempelvielfalt viele schöne Ecken gar nicht mehr irgendwo aufgeführt werden.

Wir wechseln bei ziemlichem Verkehr die Uferseite des Wang Flusses und finden den Wat Pongsanook mit tollem Arrangement von Tempel, Chedi, Buddha und ein bisschen Ausblick. Über den kleinen Tempel Wat Pratupong, mit Holzverzierungen, kommen wir über ziemlich mühsamem Fußweg nach etwa weiteren 15 Minuten zum letzten Tempel, dem Wat Phrakaewdontao mit beeindruckendem goldenen Chedi auf den gerade die letzten Sonnenstrahlen fallen.

Auf dem Rückweg finden wir nach der Brücke Ratsadapisiek ein äußerst angenehmes Lokal (wooden house) direkt am Fluss. Hier bleiben wir zum Abendessen. Es geht zwar ein bisschen was bei der Bestellung schief, aber das Essen ist vorzüglich und an das thailändische Bier Singha habe ich mich schon gut gewöhnt.

Wir waren so trotz der Hitze 10 Kilometer zu Fuß unterwegs und die Motivation für den letzten Tempel hatte dann auch schon ein bisschen gelitten.

Sukhothai

Heute starte ich mal mit einem großen Bild als Stellvertreter der beeindruckendste von den vielen Buddhas, die wir heute gesehen haben.

In unserem wunderschönen Ressort, Midtown in „new“ Sukhothai, hat die Dame an der Rezeption uns gestern schon gut geklärt, wie wir das heute organisieren. Mit einem Tuktuk, welches das Hotel für Hin- und Rückfahrt zu 300 Baht organisiert, fahren wir mit heftigem Fahrtwind die 12 Kilometer mit ca. 35 km/h direkt zum Fahrradverleih. Dort gibt es wieder eine Ansammlung von Rädern, die in Heidelberg recht diebstahlsicher wären.

Sie fahren aber deutlich besser als die vor zwei Tagen und ohne Hilfsmittel sind die Strecken nicht zu bewältigen. Das Gelände des Geschichtsparks ist so weitläufig und voller Türme, Pagoden, Wassergräben, angelegten Seen und Inseln und eben unzählige Buddhas. Der größte sitzende Buddha ist 15 Meter hoch und allein die Hand mit den filigranen langen Fingern ist mannshoch und er füllt den ganzen Raum aus. In einem kleinen (aktiven) Kloster gibt es einen liegenden Goldbuddha zu sehen.

Mit den Rädern schaffen wir es dann auch noch knapp 3 Kilometer außerhalb, wo ein stehender Buddha über die Ebene schaut. Dazu müssen wir allerdings schweißtreibende 50 Höhenmeter zu Fuß überwinden. Der Geschichtspark ist in Areale eingeteilt und für jedes Areal sind 100 Baht Eintritt pro Person fällig und für das Fahrrad nochmal 10. Die Kontrollintensität lässt aber nach. Beim ersten Mal ist es noch ganz genau, beim zweiten, werden die Räder ignoriert, beim dritten wird nur noch gerufen, ob wir schon Tickets haben und kurz vorm letzten Buddha auf dem Berg wagen wir es nicht, den jungen Ticketverkäufer und Kontrolleur aufzuwecken.

Den Garmin habe ich mal mitlaufen lassen. Es waren 47 km, davon ca. 24km mit dem Tuktuk hin und zurück. Mit dem Tuktuk auf der linken Spur mit 37km/h fühlt man sich nicht so ganz sicher, aber es ist tatsächlich die einfachste und schnellste Transportoption. Es gibt auch Fahrradverleih, die machen das dann aber nur mit geführten Touren.

Fahrräder sind außerhalb der touristischen Aktivitäten offensichtlich das Symbol absoluter Armut. Man sieht kaum welche und wenn, dann sitzt darauf eine sehr arm aussehende Person und das völlig runter gekommene Gefährt funktioniert auch gerade eben noch so. Jeder, der es sich ansatzweise leisten kann, fährt ein Verbrennerzweirad und davon gibt es sehr sehr viele.

Von Bangkok nach Ayutthaya

Für heute haben wir beschlossen, nicht den Zug um 8:30 zu nehmen, sondern entspannt den Express Zug um 10:05. Kurz vor 9h bestellen wir ein Taxi und sind trotz schwerem Verkehr kurz nach 9h am Hua Lampong Bahnhof. Dort werden wir sofort von einer englisch sprechenden Dame in Empfang genommen. Diese erklärt uns gleich, dass es einen einfachen, langsamen Zug mit dritter Klasse um 9:30 gibt. Der um 10:05 fährt am neuen Bahnhof ab. Na gut, wir sind ja rechtzeitig da. Die Züge werden sukzessive auf den neuen Bahnhof umgestellt. Für zwei Tickets und 70km und 2h Fahrt müssen wir je 15 Baht bezahlen.

Der Zug hat noch einige Plätze frei, es kommen vornehmlich europäische Reisende. Am neuen Bahnhof füllt es sich dann aber doch. Der Zug fährt um 9:30:00 ab und kommt um 11:27 auf die Minute in Ayutthaya an. Im Zug versuchen fliegende Händler was zu essen oder trinken zu verkaufen. Direkt neben der Strecke wird gegrillt und es spielen Kinder.

In Ayutthaya fährt uns ein Tuktuk auf der Ladefläche mit unseren zwei Koffern für 120 Baht gut 5 Minuten zum Hostel / Hotel. Da ist niemand da, dann kommt eine junge Frau,  wir können in 2 Stunden aufs Zimmer, dann geht es doch schneller. Der Chef kommt nach 10 Minuten, zeigt uns alles und unser Zimmer.

Es gibt Fahrräder, die wir umsonst benutzen dürfen, die allerdings in äußerst desolatem Zustand sind. Immerhin kommen wir damit gleich los, lassen uns von Google zum „historical park office“ leiten. Keine Sehenswürdigkeiten, nur zwei Einheimische,  die uns mit Handbewegung  die Richtung weisen.

Aber schließlich finden wir die ersten Ruinen. Es ist alles extrem weitläufig und wir sind froh, dass wir die Räder haben. Einige Touristen lassen sich auf Elefanten durch die Gegend tragen, da sind wir flexibler. Es ist schon unglaublich in welchem Prunk die damaligen Könige gelebt haben müssen.

Nach vier Tempel oder Palastruinen, die sich letztlich doch recht ähneln, sind wir erschöpft. Die meisten Buddhas, die in Bangkok noch aus Gold waren, sind nun nur noch Steinhaufen. Die besondere Attraktion im letzten Tempel, dem Wat Mahathat, ist der überwucherte Buddhakopf.

Die Altstadt besteht aus riesig breiten Straßen und vielen kleinen Geschäften, eher ungepflegten Gebäuden und sehr viel Verkehr.

Zum Abendessen finden wir einen sehr angenehmen Platz (Baan Kra) direkt am Fluss. Das Essen ist gut, leider mögen den Platz am Fluss auch die Mücken. Wir suchen die Partymeile. Die ist mückenfrei aber voller dissonanter Musik und sehr aufgetakelten Thailänderinnen.

Auf der Straße verkaufen fliegende Händler wieder irgendwas und ab und zu kommt ein circa 5 jähriges Mädchen an und bietet irgendwelches Süßzeug an. Wir suchen einen leiseren Platz, finden ein bisschen Duett Live Musik, wollen nur etwas trinken und werden informiert, dass es aber heute keine Cocktails gibt. Die Karte ist originell, denn sie zeigt welche Biersorte in welcher Menge wieviel kostet.

Klongs und Wat Arun

Nachdem wir heute ziemlich lang geschlafen haben, die zeitliche Assimilation scheint zu klappen, wollten wir heute ein Bootstour durch die Kanäle (Klongs) machen. Eine Stunde war ausgemacht und fast zwei Stunden waren wir unterwegs, wenngleich wir jeweils beim Eingang und Ausgang der Seitenkanäle, an einer Art Tor jeweils circa 20 Minuten warten mussten, bis wir gemeinsam mit ganze vielen anderen Langbooten durch diese Tore durften. Erst dachte ich es seien Schleusen aber das Höhenniveau hatte sich nicht geändert.

Die Eindrücke entlang der Wasserstraßen, fast vollständig mit einfachsten Behausungen als Pfahlbauten in den Kanal gebaut, ab und zu mal Brachland, dann Tempel, dann zusammenbrechende Hütten und dann wieder – aber eher selten – Luxusbauten, die die ursprünglichen Hütten ersetzen. Viele Warane liegen am Ufer. Unser Bootsführer hält direkt Auge in Auge bei einem an. Neben ein paar Booten mit alten Damen, die versuchen irgendwas an die Touristen-Boote zu verkaufen, kommen wir auch durch Bereiche, in denen es was zu essen und trinken gibt. Besonders eindrucksvoll ist die riesige frei stehende Buddha-Statue, an der wir langsam vorbei tuckern.

Im Ausgangsbereich des Seitenkanals, kurz vorm Fluss, sammeln sich dutzende Boote auf kleinstem Raum in der Absperrung. Der schwarze Rauch, der beim Anlassen entsteht ,schmälert das Vergnügen aber die Bootsführer sind rücksichtsvoll. Wäre mal interessant auszurechnen, wie viele 100 Kilometer man mit einem modernen Auto fahren kann, um zu einer äquivalenten Emission zu kommen.

Beim Tempel Wat Arun (Tempel der Morgenröte) steigen wir aus. Dieser ist eine „erste Klasse Tempel“, denn die buddhistischen Tempel sind in Klassen kategorisiert. Das Besondere hier ist das Turmensemble (Prangs). Für die 100 Baht Eintritt bekommen wir diesmal sogar ein kleines Wasserfläschchen gratis dazu. Um die Gebäude herum sind ganz viele ThailänderInnen (auch wenige Thailänder) in traditionellen Kostümen zu sehen, die sich von professionellen Fotografen knipsen lassen. Ein paar europäische Damen im thailändischen Traditionskostüm sehen wir auch, scheint also eine Art Kostümverleih in der Nähe zu geben.

Auch an diesem Tempel gibt es viele Figuren mit detaillierten Verzierungen.

Es ist ziemlich heiß und wir sitzen eine ganze Zeit bei einer Limo im Schatten und beratschlagen, was wir noch machen und kommen zum Schluss, nichts mehr. Mit der Fähre queren wir rüber und gehen dann langsam wieder zum Hotel zurück.

Es zeigt sich bei einer weiteren hitzebedingten Pause im Kaffee, diesmal neben dem Starbucks und dafür mit Käsekuchen, dass meine Wanderhose einen Riss hat. Ist ja nun auch schon so um die 15 Jahre alt. In Khaosan versuchen wir einen Schneider aufzutreiben und werden erst im zweiten Anlauf fündig. Weil es der Schneider persönlich machen muss (und er macht es binnen zwei Stunden) sind 150 Baht fällig.

Nachdem wir uns im Hotel ausgeruht haben, gehen wir in eine der lebhafteren Kaosan Touristenecken, wo der Schneider residiert, der mir bei Aushändigen meiner Hose gerne noch ein Hemd anfertigen möchte. Es gibt unzählige Möglichkeiten sich auf der Straße massieren zu lassen. A. nutzt die Gelegenheit in einer Seitenstraße, mit angenehmer, seriöser Atmosphäre. Ich warte bei einem Bier und beobachtete das Treiben. Danach bekommen wir in der Ecke auch noch was zu essen.

Zuletzt durchstreifen wir dann noch dass Zentrum des Kaosan Viertels mit der Kaoson Road. Thailänder tragen hier nun keine Masken mehr sondern animieren mehr oder weniger nah, um Touristen ins Lokal zu bekommen. Die Straßen sind völlig überfüllt und immer wieder bahnen sich Motorräder einen Weg durchs Gedränge. Es ist extrem laut und das Erscheinungsbild der ganzen Umgebung suggeriert eine ostasiatische Ballermannversion.

Nachdem wir uns nun auch diesem Highlight nicht verwehrt haben, gehen wir früh zurück. Morgen wollen wir weiter.

Großer Palast, Chinatown und noch ein paar Tempel

Unser Hotel direkt am Kanal ist zwar ein bisschen hellhörig aber wir konnten ausschlafen und das Frühstück direkt am Wasser war auch gut. Mit einem Tuktuk, der am Straßenrand hält, fahren wir zum großen Palast und wahrscheinlich hat er uns wieder übers Ohr gehauen, da er nicht gezögert hatte als ich seinen Preis um ein Drittel reduzierte.

Nachdem wir gestern mit langen Hosen unterwegs waren und es dabei ein bisschen warm war, habe ich mich für die etwas kürzere Wanderhose entschieden und habe mich natürlich sofort geärgert, denn kurze Hosen sind nicht erlaubt, wenn man beim König zu Besuch kommt. Lächerliche Stoffhosen, die man für 100 Baht überall kaufen kann, schon. Hätte ich mir nur die Anzip Teile für die Hose in den Rucksack gelegt.

Im großen Palast, eigentlich dem im Palastgelände integrierten Tempel, erwarten uns Menschenmassen. Die Soldaten und Soldatinnen sollen nicht fotografiert werden sind aber doch auch ganz geschäftstüchtig und versuchen Guide-Posten an ihre Nächsten zu vergeben. Das ist uns ein bisschen viel und so spazieren wir ungeführt durch das wieder sehr beeindruckende Gelände. Der Smaragdbuddha (aus Jade, das thailändische Staatssymbol) darf nicht fotografiert und gefilmt werden. Außerdem darf man ihn nur mit einer Gesichtsmaske besichtigen. Masken sind sonst nirgendwo vorgeschrieben aber jeder Thailänder trägt eine, fast überall.

Vom Tempelgelände geht es dann rüber ins Palastgelände. Natürlich alles auch wieder bombastisch angelegt. Ein besonderer Luxus.

Mit einer Fähre für 2×4,5 Baht (30 Cent) überqueren wir den Fluss zu einem kleinen geruhsamen Tempel neben einer sehr lauten Schule mit einem Basketballwettbewerb. Besonderheit: die Spielerin auf der Gegenseite hält einen Korb in der Hand und muss versuchen die Bälle ihrer Mannschaftskolleginnen aktiv mit dem Korb zu fangen. Sie steht auf einem kleinen Sockel und so spart man sich ganz einfach das Equipment. Durch einen engen Marktbereich voller Einheimischer, keine Touristen drücken wir uns durch und landen wieder an einem Pier und fahren von dort mit dem Boot nach Chinatown.

Da ist es noch viel enger und es gibt viele Touristen. In jeder Straße gibt es irgendwas besonderes, erstmal nur Ramsch, dann kommen wir zu den Klempnern und eisenverarbeitenden Betrieben, bis wir schließlich auch „Werkstätten“ sehen, die sich um alles was fährt kümmern und riesige Berge von „Altmetall“ sammeln aus denen wieder Motorteile werden.

Irgendwann erreichen wir das chinesische Eingangstor und dahinter ist der Tempel mit dem goldenen Buddha (Wat Traimit). Obwohl nicht nur 66cm hoch sondern 5,5 Tonnen schwer verbindet ihn mit dem Smaragdbuddha, dass er in Gips versteckt und zufällig entdeckt wurde. Der große Buddha akzeptiert uns auch mit kurzer Hose und ohne Maske aber wir dürfen nur fotografieren, nicht filmen.

Nachdem wir nun das Bootfahren als schnellstes und billigstes (ein Weg je nach Schiff 20 oder 30 Baht = 60-90 Cent) Transportmittel entdeckt haben, fahren wir wieder zurück Richtung Hotel, ruhen uns aus und gehen später nochmal los. Am nächsten Megatempel Wat Arun fahren wir nur vorbei.

Der „Golden Mount“ Wat Saket wird vom Reiseführer dafür gerühmt, dass man bei Sonnenuntergang einen tollen Blick über die Stadt hat. Also klettern wir die steilen Treppen hoch, bis zur Aussichtsplattform der Tempelpagode (Schuhe sollen wir diesmal anlassen, sagt ein Lautsprecher in Dauerschleife auf englisch) .

Neben uns haben auch ein paar andere diesen oder einen anderen Reiseführer mit diesem Geheimtipp gelesen und das Balkongeländer gen Sonnenuntergang ist entsprechend gut besetzt. Die Geschichte zur Entstehung, Cholera, Leichenberge und Geier ist nicht ganz so schön aber dafür der Blick in alle Richtungen und zurück im Dunkeln auch.

Wir finden auch noch ein Restaurant am Kanal mit thailändischem Essen, vorsichtshalber mit nur einem Chili – Level und thailändischem Bier.

Bangkok, erste Tempelrundtour

Ende Januar haben wir uns nach Thailand aufgemacht. Wir brauchen eine Veränderung und es ist Zeit die Dinge neu anzugehen. Warum nicht mal ein paar Wochen Auszeit und wir treffen Steffen in Chiang Mai. Der Anfang läuft etwas holprig. Kurz bevor wir uns am Sonntag fertig machen wollen, meldet sich Thai Airways per E-Mail, dass der Flug am Abend gestrichen wird und stattdessen am nächsten Tag um 15h geflogen wird. Zugtickets verfallen und die erste Nacht im Hotel in Bangkok auch, aber immerhin bekommen wir nach circa einer knappen Stunde am Flughafen unsern Sitzplatz und kommen dann auch sehr pünktlich kurz vor 6h in Bangkok an.

Mit dem beeindruckenden Skytrain und der Metro kommen wir in die „Altstadt“ und laufen dann etwas länger als erhofft zu unserm Hotel. Unser Zimmer ist auch noch für uns reserviert. Auf dem Weg können wir schon einen ersten Blick auf den Verkehr und das Demokratiemonument sowie die beeindruckenden elektrischen Leitungen werfen. Aus unserm Zimmer schauen wir auf den Kanal und hören keinen Verkehr.

Ein bisschen müssen wir uns nach durchgemachter Nacht mit sechs Stunden Zeitverschiebung ausruhen. Dann machen wir uns vom Hotel zu Fuß auf den Weg. Zuerst zum Fluss „Chao Phraya“, der durch ganz Thailand und Bangkok fließt. Entlang des Flusses führt ein kleiner Fußweg zum Tourist-Office und durch das Universitätsgelände steuern wir unseren ersten Tempel den Wat Mahathat. Die Straße davor ist laut und chaotisch, im Eingangsbereich des Tempels ist dann erstmal ein großer Parkplatz mit teilweise edlen Limousinen. Ein riesiger BMW von German Auto wird von einer sehr zierlichen Thailänderin in eine winzige Parklücke buxiert.

Sobald wir dann aber in das Innere des Tempels kommen, ist auf einmal von dieser Welt nichts mehr zu hören. Es ist völlig ruhig, eintrittsfrei, kaum Leute und sehr eindrucksvoll. Wir sehen eine endlose Galerie sitzender Buddhas entlang der Außenmauer und große Buddhastatuen mit wenigen Betenden im Innern. Wer da rein will, muss die Schuhe ausziehen und ordentlich gekleidet sein. Der Tempel bietet auch echte Meditationslehrgänge an aber wir verzichten erst einmal und machen uns auf zum nächsten Tempel, dem Wat Pho.

Kurz nach 17h zahlen wir diesmal 400 Baht zu zweit und es ist schon deutlich mehr los, denn der liegende oder ausruhende Buddha gehört mit seinen 40 Metern Länge schon zu den besonderen äußerst beeindruckenden Highlights.

Aber nicht nur dieser Buddha ist toll sondern das ganze Gelände. Die thailändische Medizinschule inklusive Massagetechnik hat hier ihre Wurzeln und einige eher verstörende Körperübungen sind in Statuen abgebildet. Wir vertreiben uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang und sind an die 10 Kilometer durch die Stadt spaziert.

Ein aufdringlicher Taxifahrer fährt uns wahrscheinlich leicht überteuert ins Hotel, weil er auf Biegen und Brechen sein Taxometer nicht einschalten will, trotzdem billig.