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Spaziergang in Ax-les-Thermes

Heute sind wir von Montpellier nach Ax-les-Thermes umgezogen. Eine direkte Zugbuchung gestern war nicht möglich. Alles ausgebucht oder nicht buchbar. Angesichts Streik und Unruhen fahren vielleicht zu wenig Züge? Mit Flixbus gibt es eine Option um 7h. Beim Versuch Tickets nach Toulouse zu buchen bin ich dann aber erfolgreich. Um 9:50 geht es entspannter zunächst nach Narbonne (pünktlich ab und an) und nach 30 Minuten weiter nach Toulouse. Auch der Anschlusszug fährt pünktlich ab und kommt pünktlich an. In Toulouse entscheiden wir uns für Ax-les-Thermes, buchen ein kleines Appartement und den Anschlusszug. Novum: der fährt 5 Minuten zu spät ab, weil er auf Reisende wartet. Auf die Minute um 15:40 erreichen wir unseren Zielort und um 16h die über dem Ort liegende Wohnung. Schöner Blick aber man muß ein bisschen steigen.

Die Wohnung ist wirklich schön und diesmal ziemlich preiswert, richtig sauber und modern-pragmatisch eingerichtet. Die vielen Appartements hier sind wahrscheinlich eher im Winter nachgefragt. 10 Minuten : bis in den Ort zum Spar und zum Käseladen.

Der kleine Spaziergang von 2km ist nicht weiter erwähnenswert. Die Brücken über die Ariege bieten schöne Motive und auch der Ausblick von unserem Balkon ist schön. Abends geht es noch einmal runter um im „Table du Sud“ eine gute Galette zu bekommen. Der Laden ist super bewertet, sehr preiswert, eine sehr nette ältere Bedienung, die selber kocht und auch für uns ein bisschen langsamer französisch spricht. Kurzum wir sind zufrieden.

Leider sind die Wetteraussichten durchwachsen. Mal sehen ob wir noch ein paar Wanderungen hier machen können. Die Vorhersagen sind aber auch nicht sehr stabil.

Rundgang durch Montpellier

Nach zwei Übernachtungen in Narbonne sind wir weiter nach Montpellier gefahren. Der Zug ist pünktlich abgefahren und nach einer guten Stunde fast pünktlich angekommen. Ein bisschen irritiert war ich darüber, dass einige Züge gestrichen waren. Ebenso haben wir uns das große Polizeiaufgebot am Bahnhof in Montpellier gewundert. Später sollte sich herausstellen, dass man wieder streiken und alles blockieren will.

Im diesmal sehr angenehmen Hotel in unmittelbarer Bahnhofsnähe konnten wir unsere Rucksäcke abstellen und mit leichtem Gepäck zum Rundgang durch die Altstadt aufbrechen. Kaum kommen wir in den Bereich des zentralen „Place de la Comédie“ mehren sich die Menschenmassen, die sich hier zum Protestmarsch sammeln. Es werden Fahnen unterschiedlichster Art geschwenkt und irgendwelche Parolen auf Pappkartons gemalt. Man ist so ziemlich gegen alles bzw. dafür die „Reichen“ zu besteuern und wahrscheinlich auch die Verschuldung zu erhöhen. Der Brunnen auf dem Platz dient als Kletterturm und wir umlaufen das Areal weitläufig.

Durch die Einkaufsstraßen erreichen wir dann den ebenfalls durch Polizisten gesicherten Arc de Triumph. Dahinter ist ein großer sandiger Platz die „Promenade du Peyrou“ mit einem der Ludwig-Könige als Kaiser kostümiert. Dahinter kommt ein kleiner Teich vor dem „Aqueduc Saint Clement“ was erhöht liegt und somit einen guten Ausblick über die Stadt bietet. 

Es ist gerade 12h geworden und die Glocken der Stadt auf den verschiedenen Kirchtürmen intonieren gemeinsam eine Melodie. Wir steuern als nächstes Ziel die Kathedrale „Saint Pierre“ an. Die hat allerdings um 11:45 gecchlossen und macht erst um 14:30 wieder auf. Bei einem kleinen Imbiss bei Bruno am Boulevard Pasteur werden wir ungewollt zu Zuschauern des „Demonstrationszuges“.

Durch die labyrinthischen Gassen der Altstadt kommen wir zur Kirche des heiligen Rochus von Montpellier in der er auch mittels einer großen Statue als Pilger mit seinem Hund geehrt wird. Gegenüber ist eine triste fensterlose Fassade mit einem schönen Wandgemälde verziert. Das Pflichtprogramm die Kathedrale zu besichtigen absolvieren wir dann pünktlich um 14:30, um dann wieder unser Hotel anzusteuern, welches jetzt bestimmt ein Zimmer für uns hat.

Davor müssen wir allerdings wieder den Place de la Comédie weiträumig umgehen, da er vollständig von Polizei umstellt ist. Die edlen Läden und Galerien in den Seitenstraßen haben alles mit Gittern und Rollläden dicht gemacht. In der einen Richtung kommen wir nicht weiter, da kommt uns Tränengas entgegen. Auch auf der anderen Seite erreichen uns Tränengasschwaden und ein riesiges Wasserwerferfahrzeug fährt auf den Platz. Mit einem größeren Umweg erreichen wir das Hotel und können unser Zimmer beziehen. Die Bilder der Randalierenden in Paris und Montpellier mit Tränengas und Wasserwerfern und zerstörungsbereiten Radikalen sehen wir dann später im Fernsehen.

Zum Abendessen steuern wir das vermeintlich italienische Restaurant Baba an. Zwei Frauen erklären uns das draußen alles voll sei. Wir nehmen innen Platz auf kleinen unbequemen Stühlen und klebrigen Tischen. Die Karte ist klein, die Preise sehr hoch, angesichts Sauberkeit und Freundlichkeit, zu hoch. Es gibt nur ein Hibiskusbier und teure Weine. Kurzum fühle ich mich nicht wohl und nach einem kleinen Gläschen Wein steuern wir das italienische Restaurant Secco an. Da wird man freundlich empfangen, in sehr belebter Straße mit vielen Restaurants sind wir allerdings hier die einzigen Gäste. Pizza und das Peroni dazu waren in Ordnung. Ausklingen lassen wir den Montpellier-Aufenthalt im „Les BlockAle“ wo es erwartungsgemäß gutes Bier gibt und können das Viertelfinal EM-Baskeball-Spiel Deutschland-Slowenien auf großer Leinwnd folgen.

Immerhin 11 km haben wir unseren Wanderschuhen zugemutet und teilweise ist die Altstadt hügelig so kommt es zu 130 Höhenmetern.



Narbonne und Narbonne Plage

Nachdem wir gestern Narbonne erreicht hatten und unser Appartement bezogen hatten, das zwar als Wohnung ganz ok war aber den Versprechnungen leider gar nicht entsprochen hat. Das wird af jeden Fall noch eine kritische Rezession geben. Ich hatte nach Frühstück gefiltert und der Preis war danach, das angebotene Frühstück für zwei Tage stand in der Küche mit ein bisschen Zwieback, Marmelade und Kaffeekapseln für eine dieser Billigmaschinen.

Direkt um die Ecke ist noch ein toller Weinladen mit einem riesigen Regal mit Weinen lokaler Weingüter in allen Preisklassen. Der Abend ist gerettet und nah an der Kathedrale finden wir ein kleines Restaurant Restaurant L’assiette de Tiphaine mit gutem französischem Essen zu angemessenem Preis.

Während unsere Wandergruppe wahrscheinlich schon über zwei Stunden unterwegs ist, gehe ich zur Boulangerie um die Ecke, wir bereiten unser bescheidenes Frühstück und rüsten uns. Die Sonne brennt ziemlich und trotz des Windes wird es teilweise sehr warm.

Wir starten am Forum wo außer Obelisk und einer Säule nicht viel zu sehen ist, daneben dann die Wölfin mit den säugenden Knaben. Kurz danach ist ein kleines Museum in dem in erster Linie neben Amphoren und ähnlichen Fundstücken aus der Römerzeit ein Labyrinth verwinkelter Gänge zu entdecken ist, in dessen Nischen auch immer verschiedene archäologische Artefakte gezeigt werden.

Wenige Schritte weiter kommen wir zur Kathedrale von Narbonne, die sich auf engem Raum in die Gassen einschmiegt und aus verschiedenen Richtungen ganz unterschiedliche beeindruckende Ansichten bereit hält.

Der Innenraum wirkt dann eher kompakt mit Altären rund herum um den Hauptraum, die verschiedene interessante Skulpturen enthalten. Die Orgel ist wohl eine der größten der Gegend und aktuell wird auch intensiv geübt.

Der Platz vor dem Palais View bietet in erster Linie, neben vielen Geschäften und Cafés eine tolle Aussicht auf den mit Blumen geschmückten und beflaggten Palast. Davor ist ein Loch im Platz, was einen Blick auf den Belag der alten Römerstraße „La Via Domitia“ erlaubt, die hier schnurgerade durchführte. Durch den ebenfalls mit Blumen geschmückten Eingang der „Pont des Marchands“ überqueren wir den „Canal de la Robine“.

Auf der anderen Kanalseite mit belebten Plätzen und der typischen Markthalle mit unzähligen kleinen Läden, gibt es weitere Motive auf Kanal, Palast und Kathedrale. In verschiedenen Schleifen kreuzen wir durch die Altstadt und kleine Straßen mit vielen kleinen Läden. Im Palast ist ein Museum und im Eingangsbereich mit dem faszinierenden schwarz-roten Boden findet sich eine recht moderne Statue einer kauernden Dame mit Rastafrisur und dahinter das Original der Wölfin.

Nachdem wir nun schon so nah am Meer sind, entscheiden wir uns für einen kleinen Ausflug an den Strand. Der ist riesig und es liegen auch ein paar Leute da, es ist warm aber windig und das Wasser ist mit 22 Grad eigentlich auch in Ordnung. Mangels Badesachen verzichten aber darauf es auszuprobieren. Unser Plan: ein kleines Päuschen in einer typischen Strandbar und dann wieder schnell zurück mit dem Bus, erweist sich leider als Reinfall. Die Schleife an den Strand spart der Bus sich, egal was auf den Plänen steht und was Google dazu meint, so das wir mit Hilfe einer alten Dame zu einer anderen Bushaltestelle gefahren werden und dann auf den nächsten Bus warten, der eine Stunde später fährt, aber dann noch 20 Minuten Verspätung mitbringt.

Damit ist es dann auch Zeit für ein Restaurant und an der Kathedrale gibt es das „Le Petit Péché“ und erwartungsgemäß wird dort guter Fisch serviert.

Die Distanz von 55 km mit 301 Höhenmetern setzt sich aus gut 10 km zu Fuß und gut 40 km mit dem Bus zusammen. Die Beine spüren wir insbesondere bei Treppenabgängen noch gewaltig.

Von Refugio Sorteny nach La Vela

Nachdem wir im Refugio gestern ein ganz passables Abendessen bekommen haben und alle schon recht früh ins Bett sind, also ins Stockbett im 8 Bett Zimmer, hatte ich eine recht unruhige Nacht. Es dauerte ein bisschen bis ich den Hüttenschlafsack endlich richtig positioniert hatte. Irgendwann kamen dann auch die ersten Schnarchgeräusche und meine Ohrstöpsel zum Einsatz. Vom Aufstehtrubel mit Licht und Lärm bemerke ich deshalb nichts, bis ich geweckt werde. Somit bin ich auch wieder hinten dran. Rasieren fällt flach und in der Enge gelingt es mir einigermaßen alles wieder in den Rucksack rein zu bekommen. 

Das Frühstück ist ok, und das Launchpaket für 13,50 € erweist sich als unnötig. Es lässt sich leicht selber zusammen stellen. Das Sandwich kann man sich selber machen, Äpfel gibt es auch zum mitnehmen, hervorragendes Wasser kommt aus dem Hahn und das kleine Snickers und die Kartoffelchips sind den Aufpreis nicht wert.

Gegen 7:30 verlassen wir die Hütte und als Erstes geht es noch einmal eine Stunde runter. Unsere Gruppe ist wieder sehr motiviert und als es steiler wird komme ich kaum noch hinterher, das linke Knie schmerzt, das führt zu unsicherer Gehweise und die Muskeln haben sich natürlich von gestern nicht erholen können. Wir kommen an rauschenden Wasserfällen vorbei aber Zeit für Naturwunder ist aktuell nicht eingeplant.

In dem Dörfchen El Serrat entscheiden wir uns dann zum Abbruch. Das was noch kommt und die Wetteraussichten, morgen ein Abstieg von 1200 Metern und übermorgen ein Aufstieg von 1800, sind zu viel. Wie es der Zufall will, warten vor dem Hotel, vor dem auch wir debattieren, ein englisches Pärchen auf ein Taxi und als das ankommt fragen wir höflich, ob wir uns das Taxi teilen dürfen „no charge …“ aber wir geben dann in La Massana trotzdem 20€. Dort wartet schon der Linienbus und vor 9h sind wir bereits am zentralen Busbahnhof in Andorra la Vella. Dort gibt es 2 Tickets für den Bus nach Toulouse um 12h und wir beschließen uns zwei Tage in Narbonne einzumieten und später auf eigene Faust zu wandern. 

Es bleibt Zeit für einen richtigen Milchkaffee in Andorra la Vella und für einen kleinen Spaziergang durch das historische Stadtzentrum in vollständiger Wandermontur mit dem Gepäck auf dem Rücken. Während wir ein bisschen gehadert hatten mit der Entscheidung die Tour abzubrechen, fühlen wir uns mit dem Gewicht auf dem Rücken und den Schmerzen in den Beinen schon ein bisschen besser damit.

Der Bus erreicht den Bahnhof Toulouse pünktlich, der Zug nach Narbonne fährt auf die Minute ab und kommt ebenso pünktlich an. Auch das Wetter in Frankreich hält sich an die Prognosen, es ist bewölkt und regnerisch. Da können wir das etwas schlechtere Wetter in Narbonne mit Stadtbesichtigung überbrücken.

Die Distanz von 3 km mit 5 Höhenmetern bergauf und knapp 400 bergab ist eigentlich nicht der Rede wert aber bereits der kleine Abstieg hat weh getan.

Von Soldeu nach Refugio Sorteny

Heute sind wir zur ersten Etappe einer einwöchigen Wander-Tour durch die Pyrenäen gestartet. Die Tour wird vom Deutschen Alpenverein in den Sektionen Karlsruhe und Heidelberg organisiert. Die erste Gruppe war schon eine Woche unterwegs und wir die Neuen kamen in Soldeu dazu. Die Stories derjenigen, die dann heute die Tour verließen, waren schon recht beunruhigend. Und so sind wir mit einigermaßen Respekt heute aufgebrochen.

Das Panorama ist traumhaft, die körperliche Herausforderung scheint unsere Möglichkeiten an ihre Grenzen zu bringen. Beim Fahradfahren zähle ich ja nur die Höhenmeter. Beim Wandern ist das runter laufen leider alles andere als einfach und geht auf Knie und Muskeln.

Die ersten knapp 1000 Höhenmter geht die Gruppe unseres Erachtens sehr zügig. Das kostet Körner, die uns beim letzten Pass und dann im Abstieg fehlen. Der Rest der Gruppe ist schon 45 Minuten vor uns auf der Hütte, das Wasser in derDusche ist dann auch kalt. Völlig erschöpft trinke ich zwei Bier. Mal sehen, wie wir uns morgen fühlen.

Insgesamt waren wir 17 km unterwegs und haben mit 1537 Höhenmetern ein ziemlich hartes Programm absolviert. Die Höhenmeter abwärts lagen dann auch um die 1300.

Spaziergang durch Toulouse

Heute sind wir früh aufgestanden. Mir hat ein Programmierproblem keine Ruhe gelassen. Das schöne an der neuen „Zuverlässigkeit“ der Bahn ist, dass man beruhigt Super Sparpreis buchen kann und mit allergrößte Wahrscheinlichkeit dann mit beliebigen Zügen fahren kann. Man darf nur nicht knapp planen. Kurzum sind wir 10 Minuten früher los und planmäßig am Flughafen in Frankfurt angekommen.

Heute sind wir in den Genuss eines Business Class Flug gekommen, da die Preise bei Buchung fast identisch waren. Dadurch können wir die 2 Stunden in der Lounge abhängen und mein Programmierproblem, mittlerweile am ipad mini, ist immer noch nicht gelöst. So starten wir recht spät um zu realisieren, dass A56 ein anderer weit entfernter Finger ist und wir in unseren Wanderschuhen eine erste Herausforderung zu bewältigen haben.

Pünktlich erreichen wir Toulouse und mein aufgegebener Rucksack kommt heile an aber leider verschmutzt. Der Aero Shuttle Bus bringt uns in gut 20 Minuten zu unserem Hotel am Bahnhof und dann schauen wir uns die Stadt an.

Der Himmel ist fast wolkenfrei, dementsprechend warm ist es und der Stadtkern ist bunt und belebt. Durch die Innenstadt führt der Weg dann an die Garonne, an deren Ursrpünge wir dieses Jahr wollen. Wir queren sie über die große Pont Neuf und finden auf der andern Seite ein kleines, noch wenig frequentiertes Café de Toulouse für eine Panachée. Über eine Brücke, die ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger reserviert wurde, queren wir die Garonne wieder.

Mit der Basilika St. Germain haben wir heute nur eine einzige Kirche von innen angeschaut. Die abendliche Beleuchtung des Kapitolplatzes signalisiert, dass es schon Zeit ist etwas zu Abend zu essen. Von den vielen gut bewerteten Restaurants landen wir beim italienischen Restaurant Prima Bonheur und dann im The Old Dockers Pub direkt auf Zeitreise in die 80er mit Publikum in fantasievollen Punk Kostümen..

Früh zieht es uns aufgrund der Müdigkeit in das Hotel zurück. Mit einer moderaten Distanz: 5 km mit flachen 59 Höhenmetern konnten wir immerhin einen kleinen Eindruck gewinnen.

Von Überlingen über die 3 Berge

Für ein paar Tage am Bodensee ist das Rad mit dabei und die Wetterankündigungen für den Rest der Woche sind nicht sehr vielversprechend. Also mache ich mich heute noch einmal zu einer Tour auf. Der Plan ist, alle drei Berge der Region: Heiligenberg – Höchsten – Gehrenberg auf einer Tour zu überqueren.

Los geht es in Nußdorf bei Überlingen. Über Lippertsreute, Frickingen und Stetten erreiche ich den Heiligenberg, den ersten dieser drei bekannten Berge der Region. Die Kuppe in Richtung Wintersulgen erreicht dann auch fast die 800 Meter und um diesmal ein paar Höhenmeter einzusparen geht es um das Deggenhauser Tal herum zum zweiten der Berge, dem Höchsten. Dort ist neben den großen Funkmasten ein Gestell aufgebaut, was die Wasserscheide symbolisieren soll: nördlich zur Donau, südlich zum Bodensee und somit zum Rhein.

Über das kleine Dorf Ilmensee am gleichnamigen See mit Campingplatz führt mich der Weg nun nach Wilhelmsdorf, wo ich durch das in der Ferienzeit schülerfreie Internat kurve und schaue, was sich da in den letzten 50 Jahren verändert hat. Der direkte Weg, der von hier nach Markdorf angezeigt wird, führt entlang wunderschöner einsamer Sträßchen. Allerdings sind von Eggwies bis Jonistobel davon etwa 3 Kilometer Schotter- oder Kiesweg durch Wald. Mit mit den 32er Reifen ist das gut zu fahren, zur Not ginge es auch mit dem Rennrad.

Bis Roggenbeuren geht es schön bergab aber dann kommen sehr steile Anstiege bis dann auch bald der Gehrenbergturm erreicht ist, mit toller Aussicht über die Baumkronen zum Bodensee und in die andere Richtung zum Höchsten. Über schöne kleine Nebenstraßen werde ich dann wieder bis Uhldingen geleitet und von dort die Radlerautobahn entlang des Sees an der Birnau zurück.

Insgesamt sind es 90 km mit 1203 Höhenmetern geworden und erstmalig habe ich alle drei Berge an einem Tag bezwungen. Im Großen und Ganzen ist das Profil eher wellig aber jeweils ein kurzer sehr steiler Stich mit Steigungen um die 15% ist dann doch ein bisschen herausfordernd.

Die letzten Tage in Budapest

In einer Woche kann man schon einiges sehen und so haben wir uns an den beiden letzten Tagen noch Standardprogramm für Touristen unterzogen. Insbesondere die nächtliche Donaufahrt, eine Runde an allen beleuchteten Highlights vorbei. Das dauert eine Stunde und ist nicht ganz billig aber lohnt sich schon. Ein kleines Bier haben wir auch noch bekommen. Trotz der Hitze sonst, waren wir auf der Donau froh eine Jacke eingesteckt zu haben.

Jeden Tag ist es ein bisschen heißer geworden und heute am Sonntag war es durchweg weit jenseits der 30 Grad. Die Margit-Insel, die man über die gleichnamige Brücke erreicht und die bis zur Arpad-Brücke reicht, bietet eine ganze Menge Schatten, Sportanlagen, ein riesiges Freibad, eine 5,3 km lange Jogging-Runde und verschiedene andere Attraktionen, wie bspw. den Musikbrunnen, der im Rhythmus der Musik beeindruckende Wasserfiguren produziert. Außerdem gibt es einen hohen Wasserturm, den man gegen Gebühr auch besteigen kann. Beim Parlament finden sich neben den schönen Ansichten auch ein Brunnen, der ab und zu Sprühnebel produziert. Unmittelbar springen die Umstehenden in die willkommene Abkühlung.

Das Parlament ist dann auch die letzte Station. Auf dem Hinweg haben wir Tickets für einen Slot um 15:30 besorgt. Als EU Bürger zahlt man die Hälfte. So sind es „nur“ gut 16€ pro Person. In 45 Minuten ist man durch, trotzdem ganz interessant. Über die Prachttreppe dürfen nur die hochrangigen Politiker eintreten. Wir müssen durch einen Seiteneingang. Das ungarische Parlament kommt mit 199 Abgeordneten aus. Da können wir nur von träumen. Die Kuppel mit dem 1000 kg schweren Kronleuchter ist schon ziemlich hoch, aber darüber sind dann noch 30 Meter Leerraum, was man im Querschnitt gut sieht. Der Architekt mit den Plänen in der Hand wurde, wie viele andere auch, durch eine Büste geehrt. Über bis zu 1000 Handwerker waren gleichzeitig tätig. 17 Jahre hat es gedauert. Klingt viel, wenn ich aber vergleiche, mit wie viel Leuten wir so wenig Software in ähnlicher Zeit schaffen und was hier nach 17 Jahren entstanden ist, dann ist das schon ziemlich beeindruckend. Die größte Synagoge Europas wäre am Sonntag auch wieder zu besichtigen, aber für 32€ pro Person sind wir zu geizig.

Insgesamt haben wir auf diesem Weg noch einmal 14 km absolviert und die 90 Höhenmeter kamen wohl durch die vielen Treppen zustande, die wir heute steigen mussten. Im Schatten der vielen Bäume der Insel oder im Parlament war das gut zu ertragen. Die Jogging-Runde auf der Margit-Insel, die schon ziemlich frequentiert war, muss es bei diesem Wetter nicht unbedingt sein.

Dritter Rundgang Budapest

Gestern haben wir ein koreanisches Restaurant besucht, nachdem das gut bewertete mit ungarischen Gerichten im „Keller“ einen derartigen Musiklärm produziert, dass wir es vorgezogen haben weiter zu ziehen. Der Koreaner war nicht der Hit, mal sehen, ob ich die roten Soßenspritzer wieder aus meinen hellblauen Hemd raus bekomme.

Im Anschluß sind wir per Gratisshot in eine Ruinenbar in unserer Straße „eingeladen“ worden. Ein Gorilla aus Holszstehlen mit roten Augen begrüßt uns. Der Innenhof der Hausruine sieht dem in unserem Appartement recht ähnlich. Los ist nichts um 22h, aber um Mitternacht wäre es voll, meint der Barkeeper.

Heute gehen wir in westliche Richtung. Als erstes kommen wir am Liszt Museum vorbei. Das ist recht klein und es tummeln sich dort zwei ungarische Schulklassen mit  Führerinnen.

Das nächste Ziel ist der Stadtpark mit dem grandios angelegten ethnologischen Museum. Eines der größten in Europa. Zwei riesige bewachsene Rampen stehen sich gegenüber, unter denen das Museum untergebracht ist.

Weiter geht es zur Burg Vajdahunyad. Die ist zwar nicht historisch, sondern wurde mit dem nahe liegenden Heldenplatz zur Jahrhundertwende um 1900 errichtet.

Eine der Figuren ist der Anonymous, der den unbekannten Verfasser der Magyarenchronik ehrt. Scheint Glück zu bringen, wenn man an seinem Schreibstift reibt. Die 10.000 Forint, also 25€, für den kurzen Ballonausflug sparen wir uns.

Wir kommen noch am Thermalbad und am Heldenplatz vorbei und über einen Schlenker Richtung Donau über die Margitstraße am Herrn mit dem Dackel dann wieder zurück.

Knapp 14 km sind wir heute voran gekommen. Die einzigen Höhenmetern kamen beim Aufstieg auf die Rampe zustande. Heute war der Wind weg und es war ziemlich heiß.

Zweiter Rundgang Budapest

Der Tag heute ist eigentlich schnell erzählt. Wir haben wieder Strom und haben mit Nespresso einen Tropfen Kaffee aus der Maschine geholt, ein Baguette gekauft und konnten somit frühstücken. Dann sind wir los auch wieder in Richtung Donau, nun aber durch den belebteren Teil des 7. Bezirks bis zur selbsternannten „Fashion-Street“ und dann bis zur weißen Hängebrücke (das ist die Elisabeth-Brücke, die davor heißt nur Kettenbrücke), über die wir die Donau überquert haben. An deren Ende ist der Gellert-Hegy (Hügel/Berg) und zu dessen Füßen beeindruckt ein monumentaler Bischof sein Kreuz hoch reckt. Der Hügel verdankt seinen Namen diesem Bischof Gellert, der von noch nicht christlichen Ungarn in einen Fass vom Berg in die Donau runter gerollt wurde.

Mit vielen anderen sind wir dann den Gellert-Hügel hinaufgelaufen. Es gibt dort viele Wege und Treppen. Recht weit unten ist schon eine Informationstafel, die darüber informiert, dass das Gelände oben nun endlich renoviert würde und deshalb der Zugang gesperrt sei. Die Malereien auf dem Schild geben zu der Vermutung Anlass, dass es schon länger da steht. Man kommt an unzähligen Aussichtspunkten vorbei. Manchmal muss man warten, bis man zum Foto zugelassen wird, also hier einmal ein Panorama mit Französinnengruppe. Oben ist dann auch die ungarische Freiheitsstatue in der Baustelle zu sehen und mit Zoom auch zu fotografieren. Tatsächlich ist die Freiheitsstatue mit durch Stacheldraht verstärkten Bauzaun eingesperrt. Wollen wir das nicht als schlechtes Zeichen deuten.

Auf dem Weg nach unten hat man dann einen schönen Blick auf die Szabadság hid (Freiheitsbrücke), die wir als vierte der Budapester Brücken dann auch bald überqueren, mit Blick auf viele weitere Kreuzfahrtschiffe, den Gellerthügel und das Burgviertel. Es sind 10 Budapester Brücken, wenn man Eisenbahn und Autobahnbrücken mitzählt. Die nächste kommt dann Donau aufwärts erst wieder in Esztergom. Schlösser an Brückengeländern ist natürlich auch hier eine der Sitten, deren Sinn man hinterfragen kann, genauso wie die teilweise absurden Aktionen, die man immer wieder beobachten kann um noch besonderere Fotos zu bekommen. An den Treppen zur Donau runter sitzt eine bemalte Figur. Vielleicht symbolisiert die blau-weiße Grenze wo das Wasser stehen sollte? Auf der Pester Seite gibt es eine Markthalle mit unten einigem an volkstümlichen Nahrungsmitteln und oben alles was sonst noch so volkstümlich ist. Hier beginnt die andere Seite der Einkaufsstraßen, durch die wir dann langsam wieder zurück schlendern.

In Summe hat sich eine Distanz von 12 km ergeben, die wir bei starkem Wind und mit immerhin etwa 200 Höhenmetern gewandert sind. Der Wind war so stark, dass ich die Mütze auf den Brücken lieber in die Tasche gesteckt hatte. So sind auch ein paar Wolken durchgezogen, aber im Großen und Ganzen war es wieder ein sonniger und ziemlich warmer Tag.