Mal wieder ein paar Tage am See nach der Hitzewelle. Erfreulicherweise regnet es, gut für die ausgetrockneten Böden und den Wasserspiegel im See. Nicht so gut für meine Pläne eine Radtour zu unternehmen. So bleibt nur Zeit für eine kürzere Runde sm Nachmittag, als sich das Wetter langsam beruhigte. Son sind es insgesamt 53 km mit 754 Höhenmetern geworden. In Nussdorf sind wir gestartet, dann über Lippertsreute zunächst auf dem Radweg entlang einer ziemlich befahrenen Straße, dann auf einsamen kleinen Strässchen entlang ausgedehnten Apfelplantagen nach Groß-Schönach. Der Himmel ist grau und ab und zu kommen noch ein paar Tropfen runter.
Die Straße nach Herdwangen ist gesperrt aber für uns entlang des Radwegs ist das kein Problem. In Herdwangen geht es auf einer befahrenen Strasse ein Stück bis wir nach schließlich über ein sehr einsames Strässchen Schloss Hohenfels erreichen. Wenngleich es keine öffentlich Gaststätte ist, sondern ein Tagungshotel, bekommen wir etwas zu trinken.

Auf unsere Ehrlichkeit vertrauend, durften wir es selbst am Empfang des Hotels oben im Schloss bezahlen, was uns die Gelegenheit gab, uns ein bisschen umzuschauen. Es ist ein interessantes Areal und sehr einsam. Sehr steil führ die kleine Straße dann nach Seelfingen und dort wieder im Tal nach Billafingen. Dort sehen wir eine Herde von Wasserbüffeln am Ortseingang. Das scheint nicht so ganz in die Gegen zu passen. Auf einer Informationstafel wird es erklärt: die Wiesen zu bewirtschaften ist immer weniger rentabel. Dadurch breitet sich das Schilf in den sumpfigen Wiesen aus. Das führt zu Veränderung der Landschaft und zur Reduktion heimischer Arten.

Die für dieses Gelände wohl gut angepassten Wasserbüffel übernehmen somit die Rolle des Landschaftspflegers. Von Billafingen hoch zum Reuttehof, mit recht unangenehmen Hunden, führt ein sehr steiler Schotterweg, der nicht angenehm zu fahren ist. Nach Nesselwangen ist die Straße wieder geteert und wiederum sehr steil. Ein kurzes Stück leitet uns dann der Radweg auf die Straße bis er wieder nach Hödingen abbiegt. Am Ortsende öffnet sich das traumhafte Panorama über den See. Eine enge Straße führt dann nach Goldbach hinunter und hier entlang der Seepromenade durch Überlingen ist es nur ein kurzes Stück bis nach Nussdorf.

Der Wasserspielel des Sees ist niedriger als typischerweise im Sommer. Das Strandbad hat Flatterband über gespannt, das ja keiner das Gelände von der Seeseite aus betritt. Dafür sperren sie den Sprungturm mit kaputtem Sprungbrett. Traurig, wie die Pächter dieses traumhafte Gelände verrotten lassen. Die meisten fahren nun ins Ostbad und lassen diesen Platz links liegen. Wir gehen vor zum Steg um auch noch ein bisschen das Wasser zu genießen. Statt Wasser ist auch hier ein breiter Kiesstrand und die Leiter vom Steg führt in immerhin knietiefes Wasser.

Die Seepromenade in Überlingen ist auch am Ende der Saison noch gut besucht aber in den Restaurants gibt es wieder Plätze. Auch die Steinstufen an der Anlegestelle sind immer noch Anziehungspunkt und alternativer Picknickplatz um die Pizza aus dem Karton zu genießen. Die speziellen Pizzakartonmüllständer werden allerdings nicht von allen als solche wahrgenommen, so dass man immer wieder beobachten kann, wie versucht wird, den Karton irgendwie in den normalen Mülbehälter rein zu drücken. Zuletzt sind Sonnenuntergang und (fast) Vollmond beliebte Motive.