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Narbonne und Narbonne Plage

Nachdem wir gestern Narbonne erreicht hatten und unser Appartement bezogen hatten, das zwar als Wohnung ganz ok war aber den Versprechnungen leider gar nicht entsprochen hat. Das wird af jeden Fall noch eine kritische Rezession geben. Ich hatte nach Frühstück gefiltert und der Preis war danach, das angebotene Frühstück für zwei Tage stand in der Küche mit ein bisschen Zwieback, Marmelade und Kaffeekapseln für eine dieser Billigmaschinen.

Direkt um die Ecke ist noch ein toller Weinladen mit einem riesigen Regal mit Weinen lokaler Weingüter in allen Preisklassen. Der Abend ist gerettet und nah an der Kathedrale finden wir ein kleines Restaurant Restaurant L’assiette de Tiphaine mit gutem französischem Essen zu angemessenem Preis.

Während unsere Wandergruppe wahrscheinlich schon über zwei Stunden unterwegs ist, gehe ich zur Boulangerie um die Ecke, wir bereiten unser bescheidenes Frühstück und rüsten uns. Die Sonne brennt ziemlich und trotz des Windes wird es teilweise sehr warm.

Wir starten am Forum wo außer Obelisk und einer Säule nicht viel zu sehen ist, daneben dann die Wölfin mit den säugenden Knaben. Kurz danach ist ein kleines Museum in dem in erster Linie neben Amphoren und ähnlichen Fundstücken aus der Römerzeit ein Labyrinth verwinkelter Gänge zu entdecken ist, in dessen Nischen auch immer verschiedene archäologische Artefakte gezeigt werden.

Wenige Schritte weiter kommen wir zur Kathedrale von Narbonne, die sich auf engem Raum in die Gassen einschmiegt und aus verschiedenen Richtungen ganz unterschiedliche beeindruckende Ansichten bereit hält.

Der Innenraum wirkt dann eher kompakt mit Altären rund herum um den Hauptraum, die verschiedene interessante Skulpturen enthalten. Die Orgel ist wohl eine der größten der Gegend und aktuell wird auch intensiv geübt.

Der Platz vor dem Palais View bietet in erster Linie, neben vielen Geschäften und Cafés eine tolle Aussicht auf den mit Blumen geschmückten und beflaggten Palast. Davor ist ein Loch im Platz, was einen Blick auf den Belag der alten Römerstraße „La Via Domitia“ erlaubt, die hier schnurgerade durchführte. Durch den ebenfalls mit Blumen geschmückten Eingang der „Pont des Marchands“ überqueren wir den „Canal de la Robine“.

Auf der anderen Kanalseite mit belebten Plätzen und der typischen Markthalle mit unzähligen kleinen Läden, gibt es weitere Motive auf Kanal, Palast und Kathedrale. In verschiedenen Schleifen kreuzen wir durch die Altstadt und kleine Straßen mit vielen kleinen Läden. Im Palast ist ein Museum und im Eingangsbereich mit dem faszinierenden schwarz-roten Boden findet sich eine recht moderne Statue einer kauernden Dame mit Rastafrisur und dahinter das Original der Wölfin.

Nachdem wir nun schon so nah am Meer sind, entscheiden wir uns für einen kleinen Ausflug an den Strand. Der ist riesig und es liegen auch ein paar Leute da, es ist warm aber windig und das Wasser ist mit 22 Grad eigentlich auch in Ordnung. Mangels Badesachen verzichten aber darauf es auszuprobieren. Unser Plan: ein kleines Päuschen in einer typischen Strandbar und dann wieder schnell zurück mit dem Bus, erweist sich leider als Reinfall. Die Schleife an den Strand spart der Bus sich, egal was auf den Plänen steht und was Google dazu meint, so das wir mit Hilfe einer alten Dame zu einer anderen Bushaltestelle gefahren werden und dann auf den nächsten Bus warten, der eine Stunde später fährt, aber dann noch 20 Minuten Verspätung mitbringt.

Damit ist es dann auch Zeit für ein Restaurant und an der Kathedrale gibt es das „Le Petit Péché“ und erwartungsgemäß wird dort guter Fisch serviert.

Die Distanz von 55 km mit 301 Höhenmetern setzt sich aus gut 10 km zu Fuß und gut 40 km mit dem Bus zusammen. Die Beine spüren wir insbesondere bei Treppenabgängen noch gewaltig.

Von Refugio Sorteny nach La Vela

Nachdem wir im Refugio gestern ein ganz passables Abendessen bekommen haben und alle schon recht früh ins Bett sind, also ins Stockbett im 8 Bett Zimmer, hatte ich eine recht unruhige Nacht. Es dauerte ein bisschen bis ich den Hüttenschlafsack endlich richtig positioniert hatte. Irgendwann kamen dann auch die ersten Schnarchgeräusche und meine Ohrstöpsel zum Einsatz. Vom Aufstehtrubel mit Licht und Lärm bemerke ich deshalb nichts, bis ich geweckt werde. Somit bin ich auch wieder hinten dran. Rasieren fällt flach und in der Enge gelingt es mir einigermaßen alles wieder in den Rucksack rein zu bekommen. 

Das Frühstück ist ok, und das Launchpaket für 13,50 € erweist sich als unnötig. Es lässt sich leicht selber zusammen stellen. Das Sandwich kann man sich selber machen, Äpfel gibt es auch zum mitnehmen, hervorragendes Wasser kommt aus dem Hahn und das kleine Snickers und die Kartoffelchips sind den Aufpreis nicht wert.

Gegen 7:30 verlassen wir die Hütte und als Erstes geht es noch einmal eine Stunde runter. Unsere Gruppe ist wieder sehr motiviert und als es steiler wird komme ich kaum noch hinterher, das linke Knie schmerzt, das führt zu unsicherer Gehweise und die Muskeln haben sich natürlich von gestern nicht erholen können. Wir kommen an rauschenden Wasserfällen vorbei aber Zeit für Naturwunder ist aktuell nicht eingeplant.

In dem Dörfchen El Serrat entscheiden wir uns dann zum Abbruch. Das was noch kommt und die Wetteraussichten, morgen ein Abstieg von 1200 Metern und übermorgen ein Aufstieg von 1800, sind zu viel. Wie es der Zufall will, warten vor dem Hotel, vor dem auch wir debattieren, ein englisches Pärchen auf ein Taxi und als das ankommt fragen wir höflich, ob wir uns das Taxi teilen dürfen „no charge …“ aber wir geben dann in La Massana trotzdem 20€. Dort wartet schon der Linienbus und vor 9h sind wir bereits am zentralen Busbahnhof in Andorra la Vella. Dort gibt es 2 Tickets für den Bus nach Toulouse um 12h und wir beschließen uns zwei Tage in Narbonne einzumieten und später auf eigene Faust zu wandern. 

Es bleibt Zeit für einen richtigen Milchkaffee in Andorra la Vella und für einen kleinen Spaziergang durch das historische Stadtzentrum in vollständiger Wandermontur mit dem Gepäck auf dem Rücken. Während wir ein bisschen gehadert hatten mit der Entscheidung die Tour abzubrechen, fühlen wir uns mit dem Gewicht auf dem Rücken und den Schmerzen in den Beinen schon ein bisschen besser damit.

Der Bus erreicht den Bahnhof Toulouse pünktlich, der Zug nach Narbonne fährt auf die Minute ab und kommt ebenso pünktlich an. Auch das Wetter in Frankreich hält sich an die Prognosen, es ist bewölkt und regnerisch. Da können wir das etwas schlechtere Wetter in Narbonne mit Stadtbesichtigung überbrücken.

Die Distanz von 3 km mit 5 Höhenmetern bergauf und knapp 400 bergab ist eigentlich nicht der Rede wert aber bereits der kleine Abstieg hat weh getan.

Von Soldeu nach Refugio Sorteny

Heute sind wir zur ersten Etappe einer einwöchigen Wander-Tour durch die Pyrenäen gestartet. Die Tour wird vom Deutschen Alpenverein in den Sektionen Karlsruhe und Heidelberg organisiert. Die erste Gruppe war schon eine Woche unterwegs und wir die Neuen kamen in Soldeu dazu. Die Stories derjenigen, die dann heute die Tour verließen, waren schon recht beunruhigend. Und so sind wir mit einigermaßen Respekt heute aufgebrochen.

Das Panorama ist traumhaft, die körperliche Herausforderung scheint unsere Möglichkeiten an ihre Grenzen zu bringen. Beim Fahradfahren zähle ich ja nur die Höhenmeter. Beim Wandern ist das runter laufen leider alles andere als einfach und geht auf Knie und Muskeln.

Die ersten knapp 1000 Höhenmter geht die Gruppe unseres Erachtens sehr zügig. Das kostet Körner, die uns beim letzten Pass und dann im Abstieg fehlen. Der Rest der Gruppe ist schon 45 Minuten vor uns auf der Hütte, das Wasser in derDusche ist dann auch kalt. Völlig erschöpft trinke ich zwei Bier. Mal sehen, wie wir uns morgen fühlen.

Insgesamt waren wir 17 km unterwegs und haben mit 1537 Höhenmetern ein ziemlich hartes Programm absolviert. Die Höhenmeter abwärts lagen dann auch um die 1300.

Spaziergang durch Toulouse

Heute sind wir früh aufgestanden. Mir hat ein Programmierproblem keine Ruhe gelassen. Das schöne an der neuen „Zuverlässigkeit“ der Bahn ist, dass man beruhigt Super Sparpreis buchen kann und mit allergrößte Wahrscheinlichkeit dann mit beliebigen Zügen fahren kann. Man darf nur nicht knapp planen. Kurzum sind wir 10 Minuten früher los und planmäßig am Flughafen in Frankfurt angekommen.

Heute sind wir in den Genuss eines Business Class Flug gekommen, da die Preise bei Buchung fast identisch waren. Dadurch können wir die 2 Stunden in der Lounge abhängen und mein Programmierproblem, mittlerweile am ipad mini, ist immer noch nicht gelöst. So starten wir recht spät um zu realisieren, dass A56 ein anderer weit entfernter Finger ist und wir in unseren Wanderschuhen eine erste Herausforderung zu bewältigen haben.

Pünktlich erreichen wir Toulouse und mein aufgegebener Rucksack kommt heile an aber leider verschmutzt. Der Aero Shuttle Bus bringt uns in gut 20 Minuten zu unserem Hotel am Bahnhof und dann schauen wir uns die Stadt an.

Der Himmel ist fast wolkenfrei, dementsprechend warm ist es und der Stadtkern ist bunt und belebt. Durch die Innenstadt führt der Weg dann an die Garonne, an deren Ursrpünge wir dieses Jahr wollen. Wir queren sie über die große Pont Neuf und finden auf der andern Seite ein kleines, noch wenig frequentiertes Café de Toulouse für eine Panachée. Über eine Brücke, die ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger reserviert wurde, queren wir die Garonne wieder.

Mit der Basilika St. Germain haben wir heute nur eine einzige Kirche von innen angeschaut. Die abendliche Beleuchtung des Kapitolplatzes signalisiert, dass es schon Zeit ist etwas zu Abend zu essen. Von den vielen gut bewerteten Restaurants landen wir beim italienischen Restaurant Prima Bonheur und dann im The Old Dockers Pub direkt auf Zeitreise in die 80er mit Publikum in fantasievollen Punk Kostümen..

Früh zieht es uns aufgrund der Müdigkeit in das Hotel zurück. Mit einer moderaten Distanz: 5 km mit flachen 59 Höhenmetern konnten wir immerhin einen kleinen Eindruck gewinnen.

Von Überlingen über die 3 Berge

Für ein paar Tage am Bodensee ist das Rad mit dabei und die Wetterankündigungen für den Rest der Woche sind nicht sehr vielversprechend. Also mache ich mich heute noch einmal zu einer Tour auf. Der Plan ist, alle drei Berge der Region: Heiligenberg – Höchsten – Gehrenberg auf einer Tour zu überqueren.

Los geht es in Nußdorf bei Überlingen. Über Lippertsreute, Frickingen und Stetten erreiche ich den Heiligenberg, den ersten dieser drei bekannten Berge der Region. Die Kuppe in Richtung Wintersulgen erreicht dann auch fast die 800 Meter und um diesmal ein paar Höhenmeter einzusparen geht es um das Deggenhauser Tal herum zum zweiten der Berge, dem Höchsten. Dort ist neben den großen Funkmasten ein Gestell aufgebaut, was die Wasserscheide symbolisieren soll: nördlich zur Donau, südlich zum Bodensee und somit zum Rhein.

Über das kleine Dorf Ilmensee am gleichnamigen See mit Campingplatz führt mich der Weg nun nach Wilhelmsdorf, wo ich durch das in der Ferienzeit schülerfreie Internat kurve und schaue, was sich da in den letzten 50 Jahren verändert hat. Der direkte Weg, der von hier nach Markdorf angezeigt wird, führt entlang wunderschöner einsamer Sträßchen. Allerdings sind von Eggwies bis Jonistobel davon etwa 3 Kilometer Schotter- oder Kiesweg durch Wald. Mit mit den 32er Reifen ist das gut zu fahren, zur Not ginge es auch mit dem Rennrad.

Bis Roggenbeuren geht es schön bergab aber dann kommen sehr steile Anstiege bis dann auch bald der Gehrenbergturm erreicht ist, mit toller Aussicht über die Baumkronen zum Bodensee und in die andere Richtung zum Höchsten. Über schöne kleine Nebenstraßen werde ich dann wieder bis Uhldingen geleitet und von dort die Radlerautobahn entlang des Sees an der Birnau zurück.

Insgesamt sind es 90 km mit 1203 Höhenmetern geworden und erstmalig habe ich alle drei Berge an einem Tag bezwungen. Im Großen und Ganzen ist das Profil eher wellig aber jeweils ein kurzer sehr steiler Stich mit Steigungen um die 15% ist dann doch ein bisschen herausfordernd.

Die letzten Tage in Budapest

In einer Woche kann man schon einiges sehen und so haben wir uns an den beiden letzten Tagen noch Standardprogramm für Touristen unterzogen. Insbesondere die nächtliche Donaufahrt, eine Runde an allen beleuchteten Highlights vorbei. Das dauert eine Stunde und ist nicht ganz billig aber lohnt sich schon. Ein kleines Bier haben wir auch noch bekommen. Trotz der Hitze sonst, waren wir auf der Donau froh eine Jacke eingesteckt zu haben.

Jeden Tag ist es ein bisschen heißer geworden und heute am Sonntag war es durchweg weit jenseits der 30 Grad. Die Margit-Insel, die man über die gleichnamige Brücke erreicht und die bis zur Arpad-Brücke reicht, bietet eine ganze Menge Schatten, Sportanlagen, ein riesiges Freibad, eine 5,3 km lange Jogging-Runde und verschiedene andere Attraktionen, wie bspw. den Musikbrunnen, der im Rhythmus der Musik beeindruckende Wasserfiguren produziert. Außerdem gibt es einen hohen Wasserturm, den man gegen Gebühr auch besteigen kann. Beim Parlament finden sich neben den schönen Ansichten auch ein Brunnen, der ab und zu Sprühnebel produziert. Unmittelbar springen die Umstehenden in die willkommene Abkühlung.

Das Parlament ist dann auch die letzte Station. Auf dem Hinweg haben wir Tickets für einen Slot um 15:30 besorgt. Als EU Bürger zahlt man die Hälfte. So sind es „nur“ gut 16€ pro Person. In 45 Minuten ist man durch, trotzdem ganz interessant. Über die Prachttreppe dürfen nur die hochrangigen Politiker eintreten. Wir müssen durch einen Seiteneingang. Das ungarische Parlament kommt mit 199 Abgeordneten aus. Da können wir nur von träumen. Die Kuppel mit dem 1000 kg schweren Kronleuchter ist schon ziemlich hoch, aber darüber sind dann noch 30 Meter Leerraum, was man im Querschnitt gut sieht. Der Architekt mit den Plänen in der Hand wurde, wie viele andere auch, durch eine Büste geehrt. Über bis zu 1000 Handwerker waren gleichzeitig tätig. 17 Jahre hat es gedauert. Klingt viel, wenn ich aber vergleiche, mit wie viel Leuten wir so wenig Software in ähnlicher Zeit schaffen und was hier nach 17 Jahren entstanden ist, dann ist das schon ziemlich beeindruckend. Die größte Synagoge Europas wäre am Sonntag auch wieder zu besichtigen, aber für 32€ pro Person sind wir zu geizig.

Insgesamt haben wir auf diesem Weg noch einmal 14 km absolviert und die 90 Höhenmeter kamen wohl durch die vielen Treppen zustande, die wir heute steigen mussten. Im Schatten der vielen Bäume der Insel oder im Parlament war das gut zu ertragen. Die Jogging-Runde auf der Margit-Insel, die schon ziemlich frequentiert war, muss es bei diesem Wetter nicht unbedingt sein.

Dritter Rundgang Budapest

Gestern haben wir ein koreanisches Restaurant besucht, nachdem das gut bewertete mit ungarischen Gerichten im „Keller“ einen derartigen Musiklärm produziert, dass wir es vorgezogen haben weiter zu ziehen. Der Koreaner war nicht der Hit, mal sehen, ob ich die roten Soßenspritzer wieder aus meinen hellblauen Hemd raus bekomme.

Im Anschluß sind wir per Gratisshot in eine Ruinenbar in unserer Straße „eingeladen“ worden. Ein Gorilla aus Holszstehlen mit roten Augen begrüßt uns. Der Innenhof der Hausruine sieht dem in unserem Appartement recht ähnlich. Los ist nichts um 22h, aber um Mitternacht wäre es voll, meint der Barkeeper.

Heute gehen wir in westliche Richtung. Als erstes kommen wir am Liszt Museum vorbei. Das ist recht klein und es tummeln sich dort zwei ungarische Schulklassen mit  Führerinnen.

Das nächste Ziel ist der Stadtpark mit dem grandios angelegten ethnologischen Museum. Eines der größten in Europa. Zwei riesige bewachsene Rampen stehen sich gegenüber, unter denen das Museum untergebracht ist.

Weiter geht es zur Burg Vajdahunyad. Die ist zwar nicht historisch, sondern wurde mit dem nahe liegenden Heldenplatz zur Jahrhundertwende um 1900 errichtet.

Eine der Figuren ist der Anonymous, der den unbekannten Verfasser der Magyarenchronik ehrt. Scheint Glück zu bringen, wenn man an seinem Schreibstift reibt. Die 10.000 Forint, also 25€, für den kurzen Ballonausflug sparen wir uns.

Wir kommen noch am Thermalbad und am Heldenplatz vorbei und über einen Schlenker Richtung Donau über die Margitstraße am Herrn mit dem Dackel dann wieder zurück.

Knapp 14 km sind wir heute voran gekommen. Die einzigen Höhenmetern kamen beim Aufstieg auf die Rampe zustande. Heute war der Wind weg und es war ziemlich heiß.

Zweiter Rundgang Budapest

Der Tag heute ist eigentlich schnell erzählt. Wir haben wieder Strom und haben mit Nespresso einen Tropfen Kaffee aus der Maschine geholt, ein Baguette gekauft und konnten somit frühstücken. Dann sind wir los auch wieder in Richtung Donau, nun aber durch den belebteren Teil des 7. Bezirks bis zur selbsternannten „Fashion-Street“ und dann bis zur weißen Hängebrücke (das ist die Elisabeth-Brücke, die davor heißt nur Kettenbrücke), über die wir die Donau überquert haben. An deren Ende ist der Gellert-Hegy (Hügel/Berg) und zu dessen Füßen beeindruckt ein monumentaler Bischof sein Kreuz hoch reckt. Der Hügel verdankt seinen Namen diesem Bischof Gellert, der von noch nicht christlichen Ungarn in einen Fass vom Berg in die Donau runter gerollt wurde.

Mit vielen anderen sind wir dann den Gellert-Hügel hinaufgelaufen. Es gibt dort viele Wege und Treppen. Recht weit unten ist schon eine Informationstafel, die darüber informiert, dass das Gelände oben nun endlich renoviert würde und deshalb der Zugang gesperrt sei. Die Malereien auf dem Schild geben zu der Vermutung Anlass, dass es schon länger da steht. Man kommt an unzähligen Aussichtspunkten vorbei. Manchmal muss man warten, bis man zum Foto zugelassen wird, also hier einmal ein Panorama mit Französinnengruppe. Oben ist dann auch die ungarische Freiheitsstatue in der Baustelle zu sehen und mit Zoom auch zu fotografieren. Tatsächlich ist die Freiheitsstatue mit durch Stacheldraht verstärkten Bauzaun eingesperrt. Wollen wir das nicht als schlechtes Zeichen deuten.

Auf dem Weg nach unten hat man dann einen schönen Blick auf die Szabadság hid (Freiheitsbrücke), die wir als vierte der Budapester Brücken dann auch bald überqueren, mit Blick auf viele weitere Kreuzfahrtschiffe, den Gellerthügel und das Burgviertel. Es sind 10 Budapester Brücken, wenn man Eisenbahn und Autobahnbrücken mitzählt. Die nächste kommt dann Donau aufwärts erst wieder in Esztergom. Schlösser an Brückengeländern ist natürlich auch hier eine der Sitten, deren Sinn man hinterfragen kann, genauso wie die teilweise absurden Aktionen, die man immer wieder beobachten kann um noch besonderere Fotos zu bekommen. An den Treppen zur Donau runter sitzt eine bemalte Figur. Vielleicht symbolisiert die blau-weiße Grenze wo das Wasser stehen sollte? Auf der Pester Seite gibt es eine Markthalle mit unten einigem an volkstümlichen Nahrungsmitteln und oben alles was sonst noch so volkstümlich ist. Hier beginnt die andere Seite der Einkaufsstraßen, durch die wir dann langsam wieder zurück schlendern.

In Summe hat sich eine Distanz von 12 km ergeben, die wir bei starkem Wind und mit immerhin etwa 200 Höhenmetern gewandert sind. Der Wind war so stark, dass ich die Mütze auf den Brücken lieber in die Tasche gesteckt hatte. So sind auch ein paar Wolken durchgezogen, aber im Großen und Ganzen war es wieder ein sonniger und ziemlich warmer Tag.

Rundgang Budapest

Gestern sind wir in einer zwar schönen und großen Airbnb Wohnung untergekommen, aber leider wird es hier heiß. Es gibt niemand mehr, der uns ein Frühstück bereitet. Gestern waren wir noch im Spar und haben ein bisschen vorgesorgt. Unter anderem als Brot ein Baguette zum Aufbacken. Das war ein Fehler, denn bei Benutzung des Ofens haut es die Sicherheit raus und wir finden nicht, wie wir sie wieder rein bekommen. Ein Handwerker soll es lösen, während wir weg sind.

Zu Fuß machen wir uns auf und passieren als erstes das Operngebäude, bis wir zur Stephans Basilika kommen. Wenngleich erst gute hundert Jahre alt, birgt sie doch einiges an Geschichte, insbesondere die Reliquie, die Hand des heilig gesprochenen Königs Stephan, dem offensichtlich siegreichen Befrieder der anderen Magyaren und damit der Gründer von Ungarn.

Sowohl der Kirchenraum, als auch der Turm kosten Eintritt. Dafür hat das im Innenraum nicht mehr viel mit Kirche zu tun. Unter den vielen laut geführten Reisegruppen sind auch wieder einige Wikinger. So kommen wir am kleinen Polizeimeister vorbei zur Donau und zur Kettenbrücke. Über das Parlament spazieren wir auf der Pester Seite bis zur Margit Brücke, über die wir gestern schon gekommen sind. Dort kommen wir am Imre-Nagy Denkmal vorbei.

Auf der Buda Seite nehmen wir erst einmal einen Kaffee, der mangels Strom heute ausgefallen war. Im Rossmann gibt es ein kühles Wasser. So ausgerüstet erklimmen wir den Burgberg und schauen uns die Matthiaskirche und die faszinierenden Gebäudekonstellationen an. Auch hier wird wieder der heilige Stephan mit einem Brunnen geehrt.

Die Ausblicke auf die Brücken, das Parlament, die Stephans Basilika sind außergewöhnlich. So geht es über weitere tolle Aussichten, vorbei an der Nationalgalerie, wieder zurück über die Kettenbrücke nach Pest. Da oben waren wir erwartungsgemäß nicht alleine. Wäre mal interessant rauszufinden, wie viel Terabytes fast identischer Bilder jeden Tag in irgendeine Cloud geladen werden.

Zurück im Appartement stellen wir fest, es hat sich nichts getan. Käse, Milch etc. gammeln im stromlosen Kühlschrank vor sich hin. Nach erneutem Aufbegehren per Airbnb Nachricht meldet sich der Handwerker und zeigt mir, wo man die Sicherung wieder rein bekommt. Morgen will er wieder kommen und sich den Herd anschauen.

16 Kilometer und immerhin knapp 200 Höhenmeter sind wir so langsam mit einigen Pausen durch die Stadt spaziert.

Von Esztergom nach Budapest

Unsere Befürchtung, heute durch Regen fahren zu müssen, ist nicht eingetreten. Der Himmel war blau, allerdings bewegten sich die Blätter in den Bäumen ziemlich heftig. Auch dieses Frühstück im letzten geplanten Hotel dieser Tour war völlig in Ordnung. Brot ist nicht mehr die Beilage der Wahl, aber es gibt eine Reihe guter Alternativen. 9:40 sitzen wir auf den Rädern und schon nach wenigen Metern spüren wir, dass wir besser erst einmal eine Jacke anziehen. Auch der Wind wendet sich nicht sehr freundlich gegen uns. Die Kuppel der Basilika und die Brücke sehen bei wenigen weißen Wolken deutlich freundlicher aus. Auch die Felsen, die wir nach wenigen Kilometern Radweg auf der gegenüberliegenden Seite sehen, präsentieren sich ab und zu in Sonnenlicht.

Nach wenigen Kilometern ist allerdings Schluss mit Radweg und wir müssen auf die Straße. Das ist die Nationalstraße 11, an deren Seite wir schon einmal mit perfektem Radweg fahren durften. Hier ist davon leider nichts zu sehen. Komoot und Google zeigen mir einen Weg über die Donau und wir fahren eine längere Stichstraße bis zum Fluss. Eine Fähre ist da nicht zu sehen. Nach ein bisschen rum suchen sehe ich den Rest einer Informationstafel, die erklärt (auch in englisch), dass diese Fähre seit Oktober 2022 nicht mehr funktioniert. Nächste Möglichkeit die Donau zu überqueren, wäre in Visegrad, in 12 km. Wir müssen also die Stichstraße wieder zurück und fahren die 12 km bis Visegrad auf einer ziemlich stark befahrenen Straße. Bei den ungarischen Fahrern gibt es auch solche und solche. Manche mit Abstand und Respekt, andere absichtlich eng und behindernd. Ab und zu ein „Poser“ mit hochgetuntem, geräuschoptimierten Motorenlärm. Trotzdem geht es auf der Straße ziemlich schnell voran. Wir kommen dann nach ca. 30 km um 11:10 an der Fähre in Visegrad an.

Die Fähre fährt einmal stündlich, Abfahrt ist um 11:45. Bis dahin sammelt sich eine lange Autoschlange. Wir rollen ein bisschen durch den Ort, aber von Schloss und Burg sieht man von hier unten auch nur Fragmente. Um 11:45 ist dann das erwartete Chaos an der Fähre. Sinnbefreit werden zuerst die Autos, dann die Motorräder, dann die Fußgänger und Fahrräder auf die Fähre gelassen. Damit ist natürlich der Weg versperrt, die Räder an die Reling legen zu können. Stattdessen lehne ich mein Rad dann einfach an ein Auto, was zwangsläufig geduldet wird. Bei dem Verkehr wäre ein Takt von 30 Minuten vielleicht auch noch zumutbar gewesen, zumal Personal und Material ja ohnehin da sind.

Auf der linken Seite der Donau fahren wir dann über schöne Orte und Landschaften und über sehr schnucklige kleine und schmale Radwege weiter. Heute, Pfingstmontag, ist auch in Ungarn Feiertag. Das bedeutet, einiges ist geschlossen und die Leute haben frei und machen Ausflüge. Von ganz klein bis ganz groß, von ganz langsam bis ganz schnell und von kleinen Gruppen bis zu langen E-Biker-Zügen ist alles dabei. Die schmalen Wege sind dann auch nicht so richtig frei von Schlaglöchern und somit kommen wir zwar abwechslungsreich, aber auch sehr langsam voran. In Vac machen wir eine Pause mit Kaffee und Kuchen und danach schlängelt sich der Weg durch weitere Ortschaften.

Die Radwege verlaufen heute eben nicht auf einem kahlen Deich sondern durch kleine Wälder und Auen, in denen sich nicht nur die vielen Radfahrer sondern auch Myriaden von Mücken oder sonstige Kleinlebewesen wohl fühlen. Wie zuvor schon gesagt ist man gut beraten eine Brille zu tragen und den Mund geschlossen zu halten, dennoch ist es kein schönes Gefühl immer wieder durch solche Wolken von Insektenschwärmen durchzustoßen.

Nach etwa 6 Stunden erreichen wir dann Budapest. Am Anfang sind die Radwege super, aber irgendwann wird es dann ein bisschen zum Hindernisparcours auf schmalen Wegen für Fußgänger, auf die auch Radfahrer dürfen und nach Esztergom unterqueren wir wieder die erste Brücke über die Donau. Über die übernächste fahren wir wieder auf die andere Seite der Donau nach Buda und dann über die prächtige Margit Brücke wieder auf die linke Donauseite oder auch die Pester Seite. Von der Brücke aus fotografieren wir das bekannteste Motiv der Stadt, das Parlament über der Donau.

Von hier ist es nicht mehr weit in den 7. Bezirk, wo wir ein Appartement gemietet haben. Mit dem Aufzug bringen wir Taschen und Räder in den dritten Stock und versuchen erst einmal die Temperatur in der Wohnung zu senken, indem wir die Fenster öffnen.

Auf dem Weg dahin erleide ich noch ein Missgeschick mit meinem Samsung Handy. Während der Komoot Führung, über die ich versuche, ans Ziel zu navigieren, schaltet es sich aus. Beim wieder einschalten, will es eine PIN. Die war mir mit meinem neuen Vertrag gar nicht mehr präsent und so beginnt mit Hilfe von Laptop, mobilem Hotspot ein aufwändiger Prozess, bis das Handy wieder benutzbar ist und mit 20% Reststrom finden wir dann auch über die Anweisungen in die Wohnung.

Auf diese Weise sind so 88 km Fahrtstrecke zustande gekommen und tatsächlich waren auch immer wieder kleine Steigungen zu überwinden, so dass sich 369 Höhenmeter gesammelt haben. Da wir entlang der Donau einige Male die Richtung gewechselt haben, kam der recht heftige und böige Wind öfters von der Seite und von Vorne, aber dann doch meistens von der richtigen Seite. Ich denke, dass ich unterm Helm einen kleinen Sonnenbrand bekommen habe.

Unser Ziel haben wir heute pannenfrei und mit nur einmal Aufpumpen während der knapp 1300 Kilometer erreicht. Angesichts dessen sind diese kleinen Missgeschicke eher Marginalien.