Am Pfingstmontag führt uns unsere Kursleiterin über eine Distanz von insgesamt 10 km mit 214 Höhenmetern zum Spiegelthaler Wasserfall. Einige E-Fahrrad Fahrer sausen über die gekiesten Waldwege. Tatsächlich ist heute kein Einziger ohne E- Unterstützung zu sehen. Zunächst gehen wir über den Wanderweg Richtung Goslar, was nur noch 15 Kilometer entfernt wäre, aber wir biegen bald Richtung Wasserfall ab. Ein wunderbares Foto-Motiv und ein guter Platz, um eine kleine Pause einzulegen.
Viel zu berichten gibt es eigentlich nicht. Es ist alles wunderschön grün und wir kommen immer wieder an idyllischen Gewässern vorbei, inklusive der historischen Deiche und Anlagen, die für die Kanalisierung und Führung des Wassers erforderlich waren.
Wir umgehen den Campingplatz Wildwood, der noch recht dünn belegt ist und kommen kurz vor dem Ortseingang an einem Wasserradsystem vorbei. Die Straße wird von sehr vielen lautstarken Motorrädern in Beschlag genommen, die mir schon am Anreisetag in Pulks und Horden entgegenkamen.
Aufgrund eines kleinen Unfalls mit resultierendem Armbruch und damit verbundener körperlicher Einschränkung haben wir uns zu dritt zu einem kleinen Basen-Entgiftungsurlaub im Harz entschlossen. Ich kam allerdings erst einen Tag später an. Die kulinarisch opulente Geburtstagsfeier am Vortag hatte allerdings meine Entlastungsambitionen ein bisschen boykottiert.
Heute sind wir zu einer, für mich, ersten kleinen Wanderung über 8 km mit wenigen (145) Höhenmetern aufgebrochen. Faszinierend an dieser Landschaft sind einerseits die Fülle von bunten Blumenwiesen, ohne dass irgendwo ein Tier zu sehen ist, was darauf weidet. Andererseits die sehr vielen kleinen Seen (an die 70), die teilweise gestaut, mit Deichen unterbrochen und mit Bächen und Kanälen verbunden sind.
Das Wasser wurde für den Bergbau als wesentlicher Energieträger benötigt, um das einsickernde Wasser wieder heraus pumpen zu können. Das führte zu einer großen Logistikleistung, um Wasser von möglichst weit aus dem Harz in ein komplexes System von Stauseen, Bächen und Kanälen zu führen. Heute erinnern unzählige Tafeln an die Schächte, die sich auf den jeweiligen Grundstücken befanden.
Angesichts der Auskunft unserer Hotelchefin, dass hier vor zwei Wochen noch Schnee lag, halten wir es nicht für realistisch, in einem dieser Gewässer schwimmen zu können. Wir werden aber durch unsere Führerin eines besseren belegt. Sie führt uns zu den Hausherzberger Teichen.
Am oberen liegt die Waldsee-Badeanstalt, die zwar auf den ersten Blick etwas verwahrlost wirkt, aber alles hat, was eine Badeanstalt braucht, insbesondere einen See, in dem schon einige eingetaucht sind. Wir beschränken uns auf Wassertreten, um Füße und Waden abzukühlen. Es ist Pfingstsonntag und einige Ausflügler mit kleinen Kindern sind da. Wir werden Zeuge von den Überlegungen, wer sich in der auf der anderen Seite des See liegenden Pizzeria welche Pizza bestellen will. Das macht uns angesichts unserer knapp bemessenen Kalorienzufuhr ein bisschen neidisch.
Es wird auch im Neckartal Frühling und so nutze ich den schönen Tag um mit einer langen Wanderung über 31 km und 910 Höhenmetern von Heidelberg ins Neckartal und zurück.
Auch wenn es ein Umweg ist, so lohnt sich der Blick vom Königsstuhl doch ganz besonders. Bis nach Neckargemünd geht geht es durchgehend abwärts.
Hier ist sind nur wenige Cafés geöffnet. Aber einen Milchkaffee und einen Kuchen finde ich dann doch. Über die Neckarbrücke mit Blick auf die Elsenzmündung kommt man auf die andere Neckarseite nach Kleingemünd. Erst einmal geht es steil den Berg hoch aber dann sich zieht sich der Weg bis Ziegelhausen auf halber Höhe am Hang entlang.
Teilweise öffnet sich zwischen den Bäumen mal ein schöner Blick. Irgendwann kommt man auf diesem Hauptweg an Baumfällarbeiten vorbei, die über hunderte von Metern wohl seit längerem Bäume und Äste auf dem Weg liegen lassen, so dass es sich hier zu einer schwierigen Kletterpartie entwickelt. Scheint wohl ein Protestaktion zu sein. Kein Wegzeichen, Sperrungen einfach nur alles seit längerem liegen gelassen.
Ziegelhausen durchquere ich zügig um wieder hoch zum Kanzlerblick am Köpfel zu kommen, wo Heidelberg nach ein paar Flusswindungen schon zu sehen ist. Das Schloss vom Philosophenweg aus liegt dann schon im letzten Licht und die Bar d´Aix, am Fuße des Philosopenweges, erreiche ich bei Dämmerung. Dort kehre ich mit schmerzenden Füßen ein und begegne der Dehydrierung mit einem kleinen Bier.
Heute haben wir die Rückreise angetreten. Das französische Fernsehen berichtet auf allen Kanälen über die bevorstehenden Streiks, Blockaden und Randalen. Da der Shuttlebus an den Flughafen nur vormittags fahrplanmäßig fahren soll, verlassen wir das Hotel bereits um halb zehn. Meine Kiste aufzugeben sei kein Problem, aber ich sei viel zu früh und soll um 13h wiederkommen, wird mir bei der Gepäckabgabe erklärt. Mangels vernünftiger sonstiger Sitzgelegenheiten verbringen wir die Zeit bei einem riesigen (dem kleinsten) Milchkaffee im Starbucks. Draußen ist auch keine Option, Rauchschwaden um jeden Stuhl.
Um 13h darf ich dann meine Kiste verschnürt abgeben. Allerdings muss ich sie an den Sperrgepäckschalter (over sized) bringen, wo Taschenmesser, Nagelset, ergänzt um Trinkflasche und eine Jacke, die der Füllung des Päckchens dient, die Durchleuchtungskontrolle überstehen. Allerdings schafft es die kleine Kiste nicht vom Transportgummiband weiter transportiert zu werden und ich muss ein bisschen nachhelfen. Bei der Gepäck- und Körperkontrolle sind keinerlei Warteschlangen. Wir sind in wenigen Minuten durch. Die Angst vor den Auswirkungen der „Totalblockade“ scheint folglich wenig begründet. Im Oktober seien die Fluglotsen mal wieder dran. Da ist dann die Fliegerei betroffen meinte die Damen an der Gepäckabgabe.
Während es in Frankfurt keinen interessiert hat, wollen die Franzosen die Flüssigkeiten und Cremes wieder separat sehen und händigen jedem dafür einen Plastikbeutel aus. Auf dieser Seite des Flughafens ist dann auch ein deutlich größeres Nahrungsangebot und so können wir die Zeit mit einem kleinen Mittagessen verbringen. Außerdem gibt es einen ganz schön gestalteten Wartebereich mit halbwegs bequemen Stühlen und verschiedenen Liegeflächen. Ein Flügel ist aufgebaut, damit man in Eigenregie Musik machen kann.
Das Boarding beginnt leicht verspätet, aber der Pilot versichert uns, dass er pünktlich ankommt. Während wir auf dem Hinflug als „Business Kunden“ mit Mittagessen und Getränken verwöhnt wurden, da der Flug praktisch das Gleiche gekostet hatte, sind wir nun in der Economy-Holzklasse. Da gibt es dann noch ein 0,3 Liter stilles Wasser, was dann auch den einzigen Unterschied zu Ryanair und anderen Billig-Fluggesellschaften ausmacht.
Tatsächlich kommen wir pünktlich an. Unser Gate an Terminal 1 ist allerdings noch nicht frei. Der Bus bringt uns nach A40. Viel weiter draußen ist schwierig zu finden. Als wir die Gepäckausgabe dann nach 20 Minuten erreicht haben, kommt auch schon relativ bald das Gepäck und auch mein 30 cm großer Karton ist dabei. Die meisten Züge am Fernbahnhof sind verspätet, aber unserer fährt auf die Minute ab, kommt zwar ein bisschen verspätet in Mannheim an und die S-Bahn nach Heidelberg kommt auch wie angekündigt. Gibt es gar nichts mehr zu meckern.
Dieser Urlaub ist zwar deutlich anders verlaufen, als wir das geplant hatten, aber wahrscheinlich war es auf diese Weise viel erholsamer. Unsere Gruppe schickte noch ein paar vegetationsarme Fotos vom Hochgebirge. Sportlich haben wir uns heute kaum betätigt, wenn man den langen Marsch von A40 bis zur Gepäckausgabe im Frankfurter Terminal 1 mal außer acht lässt.
Um 11:20 fährt der Zug in Ax-les-Thermes ab. Das Wetter ist super und lädt eigentlich zu weiteren Wanderungen ein aber für morgen ist Streik angesagt. Man will mal wieder alles blockieren. Besser sich rechtzeitig in Richtung Abflugort zu begeben. Auf die Minute pünktlich erreichen wir Toulouse um 13:12.
Die freundliche Rezeptionistin im ziemlich einfache än Hotel am Bahnhof lässt uns auch gleich auf das bereits fertige Zimmer.
Das Angebot im mittleren Preissegment war äußerst knapp bemessen. Wahrscheinlich schon in Beschlag genommen von denen die hier alles blockieren wollen.
Diesmal entdecken wir einen anderen Teil von Toulouse mit schönen Einkaufsstraßenund eindrucksvollen Plätzen. Viele Wohnungen in von außen zumindest wunderschönen Jugendstilhäusern stehen zum Verkauf.
An zwei schönen Kirchen kommen wir auch noch vorbei. Zuerst Notre Dame de la Dalbade. Die Fassade rund um das Portal ist sehr schön. Ein alter Wasserspeier liegt im Gebüsch und drinnen läuft Petrus auf dem Wasser.
Von dort kommen wir zur Garonne, die hier nicht so toll aussieht, dann zum Brunnen mit zwei Damen, die Ariege und Garonne symbolisieren, die kurz vor Toulouse zusammen fließen. Dann geht es weiter durch ein Viertel mit zunehmend edel anmutenden Geschäften zur Kathedrale Saint Etienne.
Da ist zwar rund rum eine riesige Baustelle mit viel Lärm, die asymmetrische Form ist aber ganz gut erkennbar und drinnen ist trotz Baustelle einiges zu sehen.
Morgen im Flieger will ich gerne meinen Rucksack ins Handgepäck nehmen und muß mein Taschenmesser und das Nagelmaniküreset aufgegeben. Also kaufen wir einen kleinen Karton bei der Post und ein Stück Schnur in einem Werkzeugladen und hoffen, dass wir das morgen so los bekommen.
Abends sind wir die ersten im gut bewerteten La Pastaciutta, daß sich aber sehr schnell füllt und der Bewertung standhält. Die Dame an der Rezeption hat recherchiert und am Vormittag fahren noch Busse zum Flughafen, danach nicht mehr.
Immerhin haben sich so 10 flache Kilometer summiert.
Gestern sind abends dann noch wie in Bluemeteo angekündigt die Wolken hier eingezogen und es sollte auch regnen. Deswegen hatten wir uns im Spar mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt und sind in der Wohnung geblieben. Heute in der Frühe waren die Wolken noch da und haben sich, so wie von Bluemeteo angekündigt dann so gegen 10h langsam verzogen. So sind wir etwas später zu einer kleineren Wanderung aufgebrochen.
Zunächst steigen wir hinter dem Casino den steilen Hang nach Ignaux hoch. Dort schau ich mal ein bisschen genauer. Es wundert mich, dass überall recht viele Häuser zu sehen sind und es trotzdem so wenig Einwohner gibt. Schaut man sich gerade die größeren Häuser an, dann stellt man schnell fest, dass diese völlig verrammelt sind und somit den Eigentümern nur zeitweise als Domizil dienen oder einfach nur vermietet werden. Jetzt sind wir in der Nebensaison, da ist niemand mehr da. Diese kleinen absichtlich völlig krumm gezimmerten Hexenhäuschen werden wohl auch vermietet. Zumindest ist ein Schild zu sehen, welches ich aber entziffern konnte. Auf dem steilen Hang gegenüber springen einige bunte Ziegen, die hier umzäunt gehalten werden.
Entlang der Höhe von um die 1000 Meter geht es teilweise durch dichten, naturbelassenen Wald und über eine fast verfallene Brücke, die über einen kleinen Wasserfall führt, bis nach Vaychis. Am Ortseingang erwartet uns ein größeres Grundstück voller bunter Kisten, die wohl für die Zucht vieler unterschiedlicher Bienenvölker genutzt werden. Dann kommt noch eine kleine Kirche und ein steiler, steiniger Weg, der zurück ins Tal führt.
Im Dörfchen Savignac-les-Ormeaux gibt es auf der anderen Seite des Flusses tatsächlich ein bewirtschaftetes Lokal wo es Kaffee und Eis für uns gibt. Heute waren es 14 km und 500 Höhenmeter. Nach steilem Anstieg und noch steilerem Abstieg waren die letzten Kilometer ein gemütlicher Spaziergang entlang der Ariege.
Wir starten in Ax am Parc de Teich mit dem nun wirklich völlig unspektakulären Teich. Über einen schön ausgebauten Rad- und Wanderweg (der wohl eben für gut 20T€ gebaut wurde, so eine Informationstafel) kommen wir zunächst zu einem kleinen idyllischen Stausee, dem Lac de Campauleil. Kurz danach findet sich ein kleiner Schrein mit der Sainte Germaine.
Orgeix (okzitanisch: Orgeish) ist die nächste kleine Gemeinde im Tal der Oriege. Auch hier leben nur 101 Einwohner und entlang des Flusses mit vielen malerischen Blicken in die steil aufsteigenden Berge erreichen wir Orlu. Hier beginnt am Ortsende der Aufstieg zum Col de l’Osque. In langen Serpentinen auf einem breiten Schotterweg führt der Weg in die Höhe. Die Steigung ist mässig, aber der gesamte Weg liegt in der Sonne. Nach knapp 2h haben wir die Höhe bei 1400 Metern erreicht. Es krabbelt und hüpft den ganzen Weg entlang. Unzählige kleine Tiere bevölkern den Hang.
Wenn man von oben auf die kleinen Orte schaut, dann fällt auf, dass trotz ganz viel Sonne gar keine Photovoltaic Anlagen zu sehen ist.
Zum Gite La Forge d’Ascou führen von hier die Wegmarken, welches wir dann gegen 15:30 erreichen. Offiziel macht es leider erst um 16h auf. Drei große Hunde schleichen um unser Vesper. Irgendwann ist die Tür dann doch offen. Die Hunde verteilen sich im Raum und die Wirtin stimmt erfreulicherweise zu, uns was zu trinken zu verkaufen.
Neben den vielen kleinen Krabblern gibt es im Wald unzählige interessante Pilze.
Wir folgen von hier dem GR107 Wanderweg nach Ascou durch ein wildes Tal. Wieder leben hier nur 115 Einwohner, obwohl es mindestens so viele kleine verwinkelte Häuser gibt in ebenso verwinkelten Gässchen.
In knapp 7 Stunden sind wir heute gute 23 km gelaufen und haben 910 Höhenmeter hoch und runter absolviert.
Obwohl der Anstieg in schönen Serpentinen mit moderater Steigung eigentlich gar nicht so schlimm hätte sein sollen, hat es sich in der prallen Sonne ziemlich gezogen und Kraft gezehrt.
Nach dem regnerischen Tag gestern scheint die Morgensonne auf unseren Balkon und wir brechen diesmal zu einer längeren Tour auf.
In der Ferne sehen wir die weiße Marienstatue in der Sonne leuchten. Zunächst müssen wir runter durch das Zentrum und kommen an Casino und Bad vorbei. Das Becken neben dem Bad mit warmem Thermalwasser dampft in der Sonne. Nachdem wir die höher gelegenen Teile von Ax durchquert hatten, erreichen wir Ignaux (okzitanisch Inhaus) wo sich Auf- und Abstieg trennen. Es gibt hier 126 Einwohner und ziemlich viele verschlossene Feriendomizile. Die Bewohner werden Ignaous genannt.
Unsere nächste Station ist die 90 Einwohner zählende Gemeinde Sorgeat.
Ein Pilzsammler zeigt uns seine Beute, eine volle Tasche mit Steinpilzen. Das alte Waschhaus wurde zu einem kleinen Museum umdekoriert.
Wir kommen durch das Gebiet von Ascou, da wird es ein bischen steiler. Uns kommen am Sonntag einige Wanderer entgegen inklusive 2 Trail-Läuferinnen, eine mit dem Junior, der mit MTB runter fahren darf. Sie muss es allerdings bis zur Anhöhe schieben.
Auf der Passhöhe bei etwa 1650 Metern rastet eine Gruppe und die Aussicht von den bewaldeten Höhen wandelt sich in Weidegebiet bis wir das Refuge du Chioula auf gut 1600 Metern erreichen.
Eine rieisige Gruppe französischer Wanderer sitzt an einem ganz langen Tisch. Deshalb gibt es auch nichts mehr zu essen. Wir kaufen Apfelsaft und müssen unseren Proviant essen.
Auf dem Rückweg müssen wir die Kuhherde durchqueren, die direkt vor die Hütte gewandert ist. Dabei vertue ich mich beim navigieren und biege zu früh ab, was uns gute 2 km Umweg beschert.
Auch der Abstieg bietet unzählige schöne Panoramen und Motive. Es wird ein bisschen steiler bis wir dann wieder Ignaux erreichen und dort auf dem gleichen Weg nach Ax absteigen.
Die Distanz von 23 km mit 1099 Höhenmetern hoch und runter war machbar, aber wir haben nun doch schon einiges gespürt.
Die Wetterprognosen ändern sich hier täglich. Heute ist allerdings auch ohne Prognose sichtbar, dass es regnet und wir verbringen einige Zeit in der Wohnung. In einer kleinen Regenpause bewegen wir uns ein bisschen durch den Ort und wundern uns, dass die Thermalbecken, in denen man sich die Füße baden kann, eher lauwarm als heiß sind. Im Juni letzten Jahres, als ich hier mit dem Rad durchgefahren bin, waren diese Becken ganz heiß.
Das Foto mit dem blauen Himmel von der Kirche Saint-Vincent ist natürlich nachgereicht. Viel zu sehen ist in der Kirche nicht. Außen steht eine Glocke und es wird erklärt, dass der Heilige von den „Wisigoten“ zum Märtyrer gemacht wurde.
Abends gönnen wir uns angesichts des faulen Tags das etwas noblere Restaurant Le Fedou, etwas höher gelegen. Die Einrichtung, das hölzerne Treppenhaus und die präsentierte Kunst sind sehenswert.
Für heute war ja kein schönes Wetter angesagt. Der Himmel ist bewölkt aber der Tag entwickelt sich zu einem idealen Wandertag. Nicht so heiß aber vor allem kein Niederschlag in Sicht. Wir finden eine Wanderung, die hoch in das Skigebiet Ax 3 Domaines führt. Da oben gibt es einiges an Restaurants, da wird man dann vielleicht auch einkehren können. Eigentich geht da auch die Seilbahn hoch aber die läuft erst wieder wenn es Schnee gibt und die Skisaison eröffnet wird.
Kurz nach dem Einstieg kommen wir an der weithin sichtbaren Marienstatue auf einem kleinen Turm vorbei, die ein exakter Nachbau einer römischen Statue ist.
Von hier sieht man schön auf das Tal und den Ort und auch auf unser Domizil, das letzte Haus am Berg.
Der Anstieg wird, nachdem wir die Brücke der Nationalstraße unterquert haben, teilweise sehr steil. Aber mit gemütlichem Tempo und moderatem Puls ist es zwar schweißtreibend aber wesentlich angenehmer als ständig einer schnelleren Gruppe hinterher laufen zu müssen. Ab und zu queren wir die Trasse der Seilbahn und bekommen ein paar Blicke auf den im Tal liegenden Ort. Knapp vor der Zielhöhe, so auf 1300 Metern öffnet sich dann das Panorama in die höheren Berge.
Auf der Höhe mit dem typischen Passschild (Ax Trois Domaines altitude 1400 m) sind in erster Linie riesige meist eher schäbig wirkende Appartementblöcke zu sehen, sowie ein paar Skipisten, Lifte und Bahnen. Es gibt ganz viele Restaurants und Geschäfte aber die sind alle geschlossen, auch die in Google als offen markiert waren.
So begeben wir uns wieder auf den Abstieg, der sich in schönen Serpentinen knieschonend den steilen Berg herunter schlängelt. Wir kommen durch kleine idyllische Dörfchen, die alle Bazerque heißen und der Einfachheit wegen durchnummeriert sind (première, deuxième, troisième). Die Ruhe entspricht allerdings nicht der einsamen Lage. Das Rauschen des Verkehrs auf der Nationalstraße N20, die auf riesigen Pfeilern über die Täler gebaut wurde, ist fast den ganzen Abstieg entlang zu hören.
Unten im Ort gibt es in einem ziemlich verranzten Lokal direkt gegenüber von den Bädern einen passablen Kaffee. Im Spar packen wir ein paar Flaschen und Lebenmsittel in die fast leeren Rucksäcke. Diese waren heute nur mit reichlich Wasser und Jacken für alle Eventualitäten gefüllt. Das deutlich leichtere Gewicht auf dem Rücken und 1000 Meter geringere Höhe, machen sich sehr deutlich bemerkbar.
Wenngleich man im Wald nicht so viele Fernblicke hat, so gibt es doch einiges zu entdecken, wie beispielsweise diese ansehnliche Sammlung ganz unterschiedlicher Pilze.
Insgesamt waren wir 17 km unterwegs und hatten dabei 880 Höhenmetern hoch und wieder runter zu bewältigen.
Das hat ganz gut geklappt. Muskeln und Knie waren wieder einsatzbereit. Der Anstieg war teilweise sehr steil dafür der Abstieg moderater. Nun ist auf einmal die Wettervorhersage für morgen ganz schlecht (gestern war sie noch gut), mal sehen.