Von Malibu nach Venice

Auch heute ist wieder ein heißer Tag angekündigt. Gestern habe ich beschlossen mir für zwei Tage in Venice Beach ein Appartement Zimmer zu mieten. Scott macht einen Kaffee, haut ein paar Eier in die Pfanne und macht Toasts. Außerdem gibt es Kürbiskuchen. Dann gilt es, nach Austausch der Kontaktdaten und der Bitte uns doch in Heidelberg besuchen zu kommen, Abschied zu nehmen. Er wollte so gerne schon mal wieder dahin, es hätte ihm so gut gefallen, hat sich aber bislang nicht ergeben. Mal sehen, vielleicht wird es ja jetzt was.

Seiner Empfehlung folgend, fahre ich über die 23 ab, eine sehr kurvenreiche steile Straße, die dann am Ende in den Highway 1 einmündet und die grandiose Blicke auf die karge Berglandschaft bietet. Auf der 1 geht es dann wieder die gleiche Strecke ein paar Meilen, die ich gestern schon hin und zurück gefahren bin. Es ist schon um kurz nach 9 Uhr wahnsinnig heiß. Die höchste heute gemessene Temperatur war 42 Grad. Dazu kommen heftige Winde, die sehr böig von verschiedenen Seiten kommen, mal sehr starker Gegenwind und dann wieder Seitenwind.

Es geht vorbei an schönen Stränden. Immer wieder sind die Häuser auf Stelzen direkt auf den Strand gebaut. Wie die das Fundament befestigen, ist mir nicht klar. Je näher Santa Monica kommt, umso dichter wird der Verkehr. Teilweise parken die Autos am Rand, so dass oft nur eine kleine Lücke bleibt und man nie weiß, ob im Auto jemand sitzt, der gleich die Tür aufreißen oder losfahren will. Da hilft nur langsam und vorsichtig fahren. Alle 10 Meilen, halte ich irgendwo an, um ein kaltes Getränk zu mir zu nehmen. Der Gegenwind, die Hitze und dann immer wieder kleine Hügel zerren ziemlich an der Motivation.

Auf dem Weg nach Santa Monica werde ich von einem Rennradler überholt, der auch gleich wieder ein Gespräch mit mir beginnt. An der Abzweigung zu den Radwegen wartet er auf mich um mir nochmal alles zu zeigen. Der Radweg in Santa Monica bis Venice Beach geht dann einfach mitten durch den riesigen Sandstrand. Bei Venice Beach gibt es richtige kleine Obdachlosensiedlungen im Sand. Überhaupt wird hier das Publikum bunter.

In Venice Beach komme ich bereits gegen 14 Uhr an die vereinbarte Adresse, obwohl erst 16 Uhr ausgemacht war. Ist auch noch niemand da, so muss ich mir die Zeit in einem „schön“ runter gekühlten Starbucks vertreiben. Internet, Kaffee, Säfte Kuchen und ein kleiner Burger sind dort mein Mittagessen mit angeschlossener Kaffeepause. Die Zeit kann ich nutzen um meinen Bericht von gestern fertig zu stellen.

Der Tag ist nun zwar noch nicht zu Ende aber da dieses Appartement von der Vermieterin selbst bewohnt ist und sie das zweite Zimmer über Airbnb vermietet, ist es tatsächlich super sauber, alles ist toll eingerichtet und da lässt es sich ein bisschen entspannen, bevor es wieder raus in die Hitze geht.

Von Oxnard nach Malibu

Der Tag heute beginnt mit einem ordentlichen Frühstück, welches im Hotel serviert wird. Überraschend, dass sie selbst hier, in einem offensichtlich etwas gehobenen Hotel, nur Wegwerfgeschirr anbieten. Geschmeckt hat es trotzdem. Heute ist der erste einer Reihe sehr heißer Tage. Mein Zimmer liegt gegen Osten und die Wäsche ist extrem trocken. Ziel heute ist der RV Park in Malibu, nicht so weit und das ist auch gut so. Es werden dann trotzdem 67 km und 800 Höhenmeter.

Kaum aus dem Hotel raus bläst der Wind bei sehr starker Hitze. Teilweise kommt er jetzt von Süden, so dass über die ca. 10 Meilen bis zum Highway 1 aus Oxnard starker Gegenwind herrscht. D.h. ich komme nur mit Geschwindigkeiten und Gängen voran, die sonst bei 4-5% Steigung üblich sind.

Das Thermometer klettert teilweise bis auf 41 Grad.

Trotz extremer Trockenheit werden Rasenfelder bewässert (ich habe keine Frucht erkennen können). An einem Freilichtmuseum für verschiedene Raketen mach ich langsam und schau mir an, was die dort am Point Magu alles getestet habe.

Auf der Strecke mache ich dann an der ersten Möglichkeit, einem Lokal direkt an der Straße, eine Pause  um irgend etwas kaltes zu trinken. Dabei werde ich von Scott und Darla angesprochen, ob ich auf Long Distance Tour wäre. Wir kommen ins Gespräch; er erzählte mir, dass er auch viel Rad fährt, dass er auch schon mal von Malibu nach Ohio gefahren ist und als er erfährt, dass ich aus Heidelberg komme, wo er neun Monate studiert hat, ist er so begeistert, dass er mich zu sich einlädt. Er versäumt allerdings nicht mich zu warnen, dass er oben in den Bergen wohnt. Ich fahre dann zunächst zu den ersten Stränden von Malibu, trinke etwas im Einkaufszentrum und mache mich dann zu Scotts Heim auf.

Er hat nicht übertrieben. Es gibt wunderbare Aussichten über die Bucht und den Strand. Es sind ca. 1900 Fuß (580m) Kletterei und beim letzten Tageslicht komme ich an. Er hat die Tür aufgelassen und mir mit ausgedruckten Zetteln, die er bereits unten auf der Straße angebracht hat, den Weg gewiesen. In der Wohnung war dann eine Tasche eisgekühlter Getränke und Snacks für mich aufgestellt. Das ist schon ziemlich freundlich gewesen. Kaum habe ich alles drin kommt er auch schon angefahren und nachdem ich mich duschen konnte hat er mich zum Essen ausgeführt. D.h. er bestand darauf die Rechnung im italienischen Restaurant zu begleichen, so dass mir nur eine kleine Revanche blieb, in dem ich das Bier bezahlte an einem sehr schön zurecht gemachten Ort mit Wasserfall, Biergarten, toskanischem Weingarten, toll gemacht. Am Montag Abend ist natürlich wenig los.

Sein Haus liegt ziemlich auf der Bergspitze und auf der anderen Seite geht es schon wieder runter zur 101. Nach Thousand Oaks haben wir nur ca. 10 Minuten mit dem Auto benötigt.