Von Freiburg nach Weil am Rhein

Zusammenfassung:

Distanz: 79 km mit 1075 Höhenmetern entlang folgender Orte: Freiburg im Breisgau, Horben, Münstertal, Todtnau, Utzenfeld, Fröhnd, Zell im Wiesental, Schopfheim, Lörrach, Weil am Rhein.

Mit Blick auf das Schwabentor und dem Hotel Bären verlasse ich Freiburg im Breisgau pünktlich um 9h, nachdem ich heute reichhaltiges und abwechslungsreiches Frühstück bekommen habe. Die Route habe ich wieder mit Mapy geplant. Das Ziel ist Rheinfelden aber zuvor muss ich über den Freiburger Hausberg, den Schauinsland. Die Route leitet mich gut aus der Stadt raus. Das Warnschild mit 12% beeindruckt heute nicht mehr. Tatsächlich sind es nur selten über 10% und meistens so um die 7%. Das lässt sich ganz gut fahren. Ich bin aber nicht der Einzige. Massenweise Holländer in zwei verschiedenen Trikots japsen an mir vorbei. Ein paar Profis kommen auch mit einen Wahnsinnstempo an mir vorbei. Außerdem jede Menge Motorräder für die Samstag und Sonntag Fahrverbot hier herrscht. An der Dießendorfer Hütte fotografiere ich die weite Wiesenlandschaft mit ihren sanften Hügeln.

Nach etwa 2h erreichen ich die Bergstation der Schauinslandbahn. Es gibt eine Zitronenlimo am Kiosk. Mit meinem Rad gehe ich zur Aussichtsplattform von der man ein großartiges Panorama über die bewaldeten Hügel in das Rheintal hat.

Auf der Höhe sieht man wieder einige Berghöfe hier vor einer Wiese mit blühenden Lupinen. Später komme ich in ein tief eingeschnittenes grünes Tal mit Wiesen und Wald. In Schönau finde ich am Ortseingang ein Schild mit der Aufschrift „Schönauer Weltmeister – Jogi Löw!“. Die Dorfkirche mit spitzem Turm im Ortskern fotografiere ich auch. Damit ist aber meine heutige Ausbeute schon erschöpft.

Es ist irrsinnig heiß. Mein Thermometer am Lenker misst über 40 Grad. Am Bahnhof von Schopfheim gibt es einen gekühlten Bioladen. Der hat eine Quiche Lorraine, die machen sie zwar nicht warm, schmeckt aber bei der Hitze auch kalt. Einen kleinen steilen Hügel gilt es kurz vorher noch zu überwinden und ich schleppe mich drüber. Auf der Abfahrt höre ich seltsame Abrollgeräusche und ich kontrolliere Räder und Reifen. Viele kleine Steinchen sammeln sich an einer mit Teer verklebten Stelle. Es ist so heiß, das an manchen Stellen das Bitumen flüssig wird. Wenn man da durch fährt, dann kleben die Kiesel fest. Ich kratze es ab.

Die Routenführung von Mapy ist übrigens vorbildlich. Hoch auf den Berg gibt es keine Alternativen und runter Richtung Todtnau auch erstmal nicht. Im flacheren Bereich beginnen die Radwege und Mapy findet sie alle, leitet aber trotzdem richtig, selbst wenn die Obrigkeit den Radweg auf den Kiesweg verlegt, obwohl direkt daneben der asphaltiere Forstweg verläuft. Nur wenige Passagen muss ich auf Kieselwegen fahren.

In Schopfheim ändere ich meine Ziele. Statt Rheinfelden peile ich nun Weil am Rhein an, das sind dann nochmal 20 km. Da kommt die Regionalbahn von Basel nach Karlsruhe um kurz vor 15h an und 10 Minuten vorher bin ich auch da. Wenngleich das Bähnle immer warten muss, weil ganz unerwartet ein anderer Zug Vorfahrt hat, könnten 30 Minuten Umsteigezeit in Karlsruhe reichen, mal sehen.

Auf jeden Fall ist die leicht abgewandelte Schwarzwald-Durchquerung Nord-Süd nun erfolgreich abgeschlossen.

Von Hornberg nach Freiburg

Zusammenfassung:

Distanz: 73 km mit 1357 Höhenmetern entlang folgender Orte: Hornberg, Schonach im Schwarzwald, Schönwald im Schwarzwald, Furtwangen im Schwarzwald, St. Märgen, Buchenbach, Freiburg im Breisgau.

Gestern Abend habe ich mich dann doch noch aufgemacht hoch zur Burgruine um den Panoramablick ins Tal bei Sonnenuntergang mit rot-orange gefärbtem Himmel über den Schwarzwaldhügeln zu sehen. Auch die Vogelperspektive auf Hornberg mit dem markanten Eisenbahnviadukt im Hintergrund ist sehenswert und der mittelalterliche Mauerturm der Burgruine ist gerade noch vom letzten Licht des Tages beleuchtet.

Nachdem ich heute kurz nach 9h den Adler mit einem gutem Frühstück verlasse habe, ist das gelbe historische Rathaus samt Wappenschmuck und Giebeluhr durch die Morgensonne beleuchtet.

Die Straße nach Triberg ist mit dem Fahrrad kein Vergnügen, der Radweg fehlt und es ist viel Verkehr. So entscheide ich mich für den Aufstieg zum Hotel „Schöne Aussicht“. Es ist wieder verdammt steil. Das Schild am Anfang mit 16% fühlt sich wie der Durchschnitt an, nicht wie das Maximum. Die Aussicht (mit Holzstapel) ist dann tatsächlich sehr sehenswert und auf dem großen Parkplatz ist einiger Betrieb. Auf der Strecke ist aber kaum Verkehr.

Da oben geht es auf der sanft geschwungenen Hügellandschaft weiter bis ich Schonau erreiche. Idyllisch im Tal gelegen, mit Kirchturm und wieder eines der obligatorischen Windräder am Horizont. Ohne gibt es hier kein Panorama. Mein Fahrrad wird malerisch an den Ortsstein „Schonach“ gelehnt, dahinter Dorfkirche und und Ortsteich.

Die Kühe auf sattgrüner Weide vor Waldkulisse prägen das Bild dieser Landschaft, bis es dann wieder richtig steil den Berg runter geht. Zum Beweis das Warnschild „18 %“ vor dem steil abfallenden Tal.

In Furtwangen vergesse ich ein Foto zu schießen, dafür gibt es in der Confiserie Mayerhöfer einen sehr leckeren Käsekuchen mit Milchkaffee. Nachdem ich zunehmend von der Qualität von Komoot genervt bin, habe ich mir Mapy.com geladen. Kostenlos mit Premium Version und damit habe ich eine Tour direkt nach Freiburg planen lassen.

Der traumhafte Weg, den Mapy gefunden hat führt an der historische Mühle „Hexenlochmühle“ vorbei. Da ist viel Betrieb am Bach und die Motorräder haben diesen Ort natürlich auch schon gefunden. Noch 2x geht es bergauf, diesmal aber meist deutlich unter 10%. Meist sind es fast völlig verkehrsfreie Wege aber auf der steilen Straße ins Tal staut sich der Verkehr immer wieder, dicke entgegenkommende LKWs erfordern das aber ich kann bei Geschwindigkeiten zwischen 40 un 70 km/h ganz gut mitschwimmen.

Auf gepflasterten Feldwegen und einer der vielen Freiburger Radwege komme ich dann an mein Ziel. Der rote Bären ist das nach eigenem Bekunden älteste Gasthaus Deutschlands.

In der Dreisam, an der der Rad vorbei führt, kühlen sich einige Menschen indem sie sich dort einfach ins flache Wasser der kleinen Staustufen legen. Die unzähligen möglichen Motive Freiburgs sind hier mit historischem Rathaus mit grüner Turmkuppel und Uhr, belebter Gassen mit Bächle und Straßencafé, dem gotischen Münster mit schlankem Turm aus rotem Sandstein, sowie dem Bächlekanal im Stadtzentrum nur angedeutet.

Vorm mittelalterlichen Schwabentor in der Fußgängerzone, sitzen wie überall, wo das Wasser durch die Straßen fließt, Menschen die Kühlung suchen und ihre Füße ins Wasser des Rinnsals halten. Es ist jetzt kurz vor 19h und mein Thermometer zeigt immer noch über 30 Grad. Das älteste Hotel Deutschlands, hat leider noch keine Klimaanlage für mein Zimmer unterm Dach.

Mal sehen ob ich den Schleichwegen morgen weiter folge oder einen moderateren Plan verfolge werde.