Ausflug nach Eppingen

Die heutige gemütliche Wanderung hat uns über 13 km mit 311 Höhenmetern durch Eppingen und zum Ottilienberg geführt.

Immer noch ein bisschen in der Bewegung eingeschränkt haben wir heute einen Ausflug in die Fachwerkstadt Eppingen unternommen. Mit der Bahn geht das im Stundentakt von Heidelberg direkt, ohne umsteigen zu müssen. In Eppingen sind wir zu Fuß unterwegs und staunen, was sich in unmittelbarer Nähe zwischen alten Mauern, bunten Türen und modernen Skulpturen so findet.

Stadtteich und Stadtrand

Der Rundgang beginnt mit einem Blick über den Stadtteich, auf dem ein Springbrunnen oder eine Fontäne vor sich hin plätschert. Im Hintergrund zeichnet sich die Silhouette der Altstadt mit Kirchturm ab – eine der klassischen Ansichten, die man von Eppingen kennt. Am Ufer des Teichs, der von der kleinen Elsenz gespeist wird, führt ein gepflegter Weg entlang, gesäumt von langen Steinbänken, die ebenfalls kleine Brunnen enthalten und Blumenbeeten. Nicht weit davon steht ein älteres Fachwerkhaus auf einem massiven Steinsockel, das wirkt, als hätte es schon einige Jahrhunderte hinter sich. Im Park sind verschiedene hölzerne Fachwerk-Elemente aufgestellt. Auf Infotafeln wird erklärt, welche Elemente an welchen Gebäuden zu sehen sind und für was sie gut sind. Bei dem größeren Gebäude mit dem Laubengang im Erdgeschoss handelt es sich um das Fachwerkmuseum.

Fachwerk in der Altstadt

Wer durch Eppingens Altstadt läuft, kommt aus dem Schauen und Staunen kaum heraus. Die Fachwerkbauten stehen dicht an dicht, und kein Haus gleicht dem anderen. Viele der Häuser haben beachtliche Schieflage. Am Marktplatz steht eine große bronzefarbene vor den typischen rotweißen Fassaden im Hintergrund, die den Marktplatz einrahmen. In den Seitengassen finden sich weitere Beispiele: ein Haus mit besonders sorgfältig gesetzten roten Balken, ein anderes mit einer Art Innenhof und Holztreppe.

Türen, Details und eine Überraschung

Ein eigenes Thema für sich sind die Türen in Eppingen. Einige Hausbesitzer betreiben einigen Aufwand um ihre Haustüre dekorativ zu gestalten. Da ist zunächst eine braune Holztür mit aufgemalten roten Bändern und goldfarbenen Knöpfen – das Schild daneben weist darauf hin, dass der Zutritt nur für Personal gestattet ist, was den dekorativen Aufwand umso bemerkenswerter macht. Gleich daneben – oder zumindest in ähnlicher Nachbarschaft – eine grün gestrichene Tür unter einem steinernen Portal mit Wappen. Eine dritte Tür, leuchtend blau, sitzt tief in einer Sandsteinwand und ist von einer einfachen Steintreppe begleitet.

An der Hauswand der alten Synagoge, auch Fachwerk, findet sich ein eingelassenes Relief mit hebräischer Schrift – stilles Zeugnis der jüdischen Geschichte des Ortes. Ganz anders die nächste Szene: In einem Hinterhof stehen gut ein Dutzend alter Mopeds und Kleinkrafträder dicht gedrängt auf dem Kopfsteinpflaster, bunt lackiert. Der Besitzer dieses Hauses scheint ein Fan alter Motorfahrzeuge zu sein. Der Hof steht voll mit historischen Wägen und eben diese Sammlung historischer Mofas, die alle fahrtüchtig sind und gemietet werden können, was auch von einigen, die da hin und her jagen auch intensiv in Anspruch genommen wird. Der Abgasgeruch der 70er Jahre schwebt über dem Pflaster.

Kunst in der Stadt

Eppingen betreibt einen gewissen Aufwand, was Skulpturen im öffentlichen Raum angeht. Auf der Grünfläche am Bahnhofsteich steht ein großformatiges Eisenkonstrukt aus verschweißten Stahlteilen – sieht aus wie ein gestrandetes Schiff. Darin hängt im rostigen Rahmen ein bronzefarbenes Reliefgesicht mit Goldmünze im Mund. In der Innenstadt ein grob gearbeiteter Eisenkopf, der Africa King. Vor einer alten Steinmauer steht ein weiteres großes Metallrelief mit melancholischem Gesicht, die Melancholia. Vorm Bahnhof finde wir einen massiven Eisentorso. In einem netten Park eine lebensgroße Bronzefigur – ein Mensch, der auf einem Stuhl steht, im Hintergrund ein Ukulelen-Workshop.

Kirchen, Türme und der Ottilienberg

Schließlich haben wir auch mehrere Bauten gefunden, die nicht Fachwerk sind. Ein interessanter Kirchturm der katholischen Kirche zum Beispiel. Auf dem Weg zum Marktplatz kommen wir außerdem an dem mittelalterlichen Pfeifferturm vorbei, einst ein Gefängnis.

Durch Stadt und Wald führt uns ein Wanderweg teilweise ziemlich steil hoch zum Ottilienberg. Hinter Bäumen versteckt, steht eine kleine romanisch anmutende Kapelle mit quadratischem Turm und Schiefer- oder Steindach. Heute feiern hier oben Max & Lena Hochzeit. Eine Parade von mehreren riesigen Traktoren haben wir schon vor der zweiten Kirche gesehen und die gesamte Feuerwehr des Ortes hat in Uniform auf das Brautpaar gewartet. Am Eingang stehen hohe Stehtische – hier wird gerade die Veranstaltung professionell vorbereitet. Auf dem Rückweg kommen wir an einem kleinen Teich vorbei, an dem ein Holzsteg ins Wasser ragt. Eine junge Dame sitzt dort, die Beine über dem Wasser baumelnd und lässt sich von einem Profifotograf ablichten. Am Anglervereinsheim fragen wir ob das eine öffentliche Gaststätte sei und bekommen prompt was zu trinken angeboten. Die Angler freuen sich, dass wir aus Heidelberg hierher kommen. In der Stadt ist ein alter Industrieschornstein markant von allen Seiten zu sehen, der zur „Palmbräu“ gehört. Es ist der Stammsitz der Brauerei, die noch deutlich sichtbar im Stadtbild präsent ist.

Nachdem wir dann noch einmal über den Kunsthandwerkermarkt spaziert sind, nehmen wir den Zug zurück nach Heidelberg und probieren das neue La Trattoria Restaurant bei den Tennisplätzen aus. Wir sind überrascht, das gesamte Roseteam aus Kirchheim dort zu finden. Die Rose hatte zuletzt ziemlich abgewirtschaftet. Der Chef meint er sei froh, dass er dort draußen ist und jetzt dieses Lokal übernehmen konnte. Die Karte ist übersichtlich, vor allem Pizza aber auf den Tafeln die überall im schönen Biergarten versteckt sind, finden sich auch noch in paar andere Sachen. Der Koch ist der Gleiche. Die Pizza schmeckt gut, hat aber den gewohnten etwas zu harten Rand und lässt relativ viel vom Teller sehen.

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