Rundgang durch Paris

Nachdem ich beim Studium alter Bilder festgestellt habe, dass es bereits 16 Jahre her ist, dass wir das letzte Mal in Paris waren, haben wir uns spontan entschlossen, dort ein paar Tage zu verbringen. Mit dem Zug geht es trotz der Unzulänglichkeiten der deutschen Bahn immer noch ganz gut, sobald man in Frankreich, von Straßburg nach Paris durchfährt, geht dann auch alles gut, zur deutschen Verspätung kommt keine neue dazu. Der Gare de l’Est liegt nur 10 Minuten Fußweg zu unserem Appartement entfernt.

Unser Quartier ist eine wunderschöne kleine Wohnung in der Nähe des Gare du Nord. Die Gegend ist lebhaft, viel indisches und afrikanisches Publikum, Geschäfte und Restaurants. Da die Wohnung im Hinterhof liegt, ist es absolut ruhig. Unser Abendspaziergang führt uns über die Gleise ins afrikanische Viertel. Richtung Montmarte gibt es ein italienisches Restaurant nachdem die afrikanischen Restaurants auf dem Weg doch alle nicht so richtig einladend aussahen. Danach sind wir über steile Treppen zur Kirche Sacre Coeur hoch gestiegen. Die Kirche ist angeleuchtet und von Nebelschwaden umgeben. Auch in den Gassen des Montmartre schafft der Nebel eine besondere Atmosphäre.

Am nächsten Morgen ist der Nebel immer noch da und heute sind die Massentouristenstationen geplant. Von Notre Dame über Louvre, Tuilerien, Place de la Concorde, Champs Elysée, Triumphbogen, dann wieder zurück zur Seine und auf der anderen Seite zum Eifelturm.

In der Nähe des Riesenrades in den Tuilerien entdecke ich zwei Bronzestatuen von Aristide Maillol, dessen Figuren ich vor ein paar Wochen schon in Banyul sur Mer bewundert habe. Entlang der Seine sind die bekannten Buchstände und Schallplatten gibt es auch. Der Eifelturm ist vom Place de la Concorde aus nur zur Hälfte zu sehen, aber während wir mit den Menschenmassen gemeinsam entlang des Champs Elysées schlendern, kommt die Sonne langsam heraus, so dass sich der Triumphbogen uns schon bei fast blauem Himmel präsentiert.

Der Eifelturm ist dann für ein paar Fotos erfreulicherweise gut beleuchtet und auf dem Rückweg über den Fluss betrachten wir das Schauspiel, wie sich eine Menschenschlange vor den olympischen Ringen bildet, um sich vor die Ringe mit Eifelturm im Hintergrund in Szene setzen zu können. Schlangen gibt es praktisch an jeder Station. Bei Notre Dame ist eine Bühne aufgebaut, um über die Baustelle hinweg Fotos aufnehmen zu können, denn da ist noch immer kein Einlass. Die Schlange für den Louvre ist mehrere hundert Meter lang, ebenso wie vor dem Triumphbogen und auch dem Eifelturm, den man für 35€ erklimmen kann, wenn man lange genug gewartet hat. Dementsprechend ist auch jeglicher Konsum von Kaffee etc. ein ziemlich teures Vergnügen.

Auf dem Weg zurück laufen wir dann fast bis zur Oper und steigen bei Haussmann in die Linie E ein, so dass sich auf der Uhr 19 km mit 160 Höhenmetern gesammelt haben. Bevor wir in die Bahn steigen, finden wir im Einkaufsviertel noch La Brulerie Caumartin, ein kleines französisches Restaurant, welches für diese Gegend zu moderaten Preisen eine gute Bavette mit Frites serviert.