Clausthal-Zellerfeld zum Waldseebad

Aufgrund eines kleinen Unfalls mit resultierendem Armbruch und damit verbundener körperlicher Einschränkung haben wir uns zu dritt zu einem kleinen Basen-Entgiftungsurlaub im Harz entschlossen. Ich kam allerdings erst einen Tag später an. Die kulinarisch opulente Geburtstagsfeier am Vortag hatte allerdings meine Entlastungsambitionen ein bisschen boykottiert.

Heute sind wir zu einer, für mich, ersten kleinen Wanderung über 8 km mit wenigen (145) Höhenmetern aufgebrochen. Faszinierend an dieser Landschaft sind einerseits die Fülle von bunten Blumenwiesen, ohne dass irgendwo ein Tier zu sehen ist, was darauf weidet. Andererseits die sehr vielen kleinen Seen (an die 70), die teilweise gestaut, mit Deichen unterbrochen und mit Bächen und Kanälen verbunden sind.

Das Wasser wurde für den Bergbau als wesentlicher Energieträger benötigt, um das einsickernde Wasser wieder heraus pumpen zu können. Das führte zu einer großen Logistikleistung, um Wasser von möglichst weit aus dem Harz in ein komplexes System von Stauseen, Bächen und Kanälen zu führen. Heute erinnern unzählige Tafeln an die Schächte, die sich auf den jeweiligen Grundstücken befanden.

Angesichts der Auskunft unserer Hotelchefin, dass hier vor zwei Wochen noch Schnee lag, halten wir es nicht für realistisch, in einem dieser Gewässer schwimmen zu können. Wir werden aber durch unsere Führerin eines besseren belegt. Sie führt uns zu den Hausherzberger Teichen.

Am oberen liegt die Waldsee-Badeanstalt, die zwar auf den ersten Blick etwas verwahrlost wirkt, aber alles hat, was eine Badeanstalt braucht, insbesondere einen See, in dem schon einige eingetaucht sind. Wir beschränken uns auf Wassertreten, um Füße und Waden abzukühlen. Es ist Pfingstsonntag und einige Ausflügler mit kleinen Kindern sind da. Wir werden Zeuge von den Überlegungen, wer sich in der auf der anderen Seite des See liegenden Pizzeria welche Pizza bestellen will. Das macht uns angesichts unserer knapp bemessenen Kalorienzufuhr ein bisschen neidisch.