Für heute war ja kein schönes Wetter angesagt. Der Himmel ist bewölkt aber der Tag entwickelt sich zu einem idealen Wandertag. Nicht so heiß aber vor allem kein Niederschlag in Sicht. Wir finden eine Wanderung, die hoch in das Skigebiet Ax 3 Domaines führt. Da oben gibt es einiges an Restaurants, da wird man dann vielleicht auch einkehren können. Eigentich geht da auch die Seilbahn hoch aber die läuft erst wieder wenn es Schnee gibt und die Skisaison eröffnet wird.
Kurz nach dem Einstieg kommen wir an der weithin sichtbaren Marienstatue auf einem kleinen Turm vorbei, die ein exakter Nachbau einer römischen Statue ist. Von hier sieht man schön auf das Tal und den Ort und auch auf unser Domizil, das letzte Haus am Berg. Der Anstieg wird, nachdem wir die Brücke der Nationalstraße unterquert haben, teilweise sehr steil. Aber mit gemütlichem Tempo und moderatem Puls ist es zwar schweißtreibend aber wesentlich angenehmer als ständig einer schnelleren Gruppe hinterher laufen zu müssen. Ab und zu queren wir die Trasse der Seilbahn und bekommen ein paar Blicke auf den im Tal liegenden Ort. Knapp vor der Zielhöhe, so auf 1300 Metern öffnet sich dann das Panorama in die höheren Berge.

Auf der Höhe mit dem typischen Passschild (Ax Trois Domaines altitude 1400 m) sind in erster Linie riesige meist eher schäbig wirkende Appartementblöcke zu sehen, sowie ein paar Skipisten, Lifte und Bahnen. Es gibt ganz viele Restaurants und Geschäfte aber die sind alle geschlossen, auch die in Google als offen markiert waren.
So begeben wir uns wieder auf den Abstieg, der sich in schönen Serpentinen knieschonend den steilen Berg herunter schlängelt. Wir kommen durch kleine idyllische Dörfchen, die alle Bazerque heißen und der Einfachheit wegen durchnummeriert sind (première, deuxième, troisième). Die Ruhe entspricht allerdings nicht der einsamen Lage. Das Rauschen des Verkehrs auf der Nationalstraße N20, die auf riesigen Pfeilern über die Täler gebaut wurde, ist fast den ganzen Abstieg entlang zu hören.

Unten im Ort gibt es in einem ziemlich verranzten Lokal direkt gegenüber von den Bädern einen passablen Kaffee. Im Spar packen wir ein paar Flaschen und Lebenmsittel in die fast leeren Rucksäcke. Diese waren heute nur mit reichlich Wasser und Jacken für alle Eventualitäten gefüllt. Das deutlich leichtere Gewicht auf dem Rücken und 1000 Meter geringere Höhe, machen sich sehr deutlich bemerkbar.

Wenngleich man im Wald nicht so viele Fernblicke hat, so gibt es doch einiges zu entdecken, wie beispielsweise diese ansehnliche Sammlung ganz unterschiedlicher Pilze.
Insgesamt waren wir 17 km unterwegs und hatten dabei 880 Höhenmetern hoch und wieder runter zu bewältigen. Das hat ganz gut geklappt. Muskeln und Knie waren wieder einsatzbereit. Der Anstieg war teilweise sehr steil dafür der Abstieg moderater. Nun ist auf einmal die Wettervorhersage für morgen ganz schlecht (gestern war sie noch gut), mal sehen.