Nach zwei Übernachtungen in Narbonne sind wir weiter nach Montpellier gefahren. Der Zug ist pünktlich abgefahren und nach einer guten Stunde fast pünktlich angekommen. Ein bisschen irritiert war ich darüber, dass einige Züge gestrichen waren. Ebenso haben wir uns das große Polizeiaufgebot am Bahnhof in Montpellier gewundert. Später sollte sich herausstellen, dass man wieder streiken und alles blockieren will.

Im diesmal sehr angenehmen Hotel in unmittelbarer Bahnhofsnähe konnten wir unsere Rucksäcke abstellen und mit leichtem Gepäck zum Rundgang durch die Altstadt aufbrechen. Kaum kommen wir in den Bereich des zentralen „Place de la Comédie“ mehren sich die Menschenmassen, die sich hier zum Protestmarsch sammeln. Es werden Fahnen unterschiedlichster Art geschwenkt und irgendwelche Parolen auf Pappkartons gemalt. Man ist so ziemlich gegen alles bzw. dafür die „Reichen“ zu besteuern und wahrscheinlich auch die Verschuldung zu erhöhen. Der Brunnen auf dem Platz dient als Kletterturm und wir umlaufen das Areal weitläufig.

Durch die Einkaufsstraßen erreichen wir dann den ebenfalls durch Polizisten gesicherten Arc de Triumph. Dahinter ist ein großer sandiger Platz die „Promenade du Peyrou“ mit einem der Ludwig-Könige als Kaiser kostümiert. Dahinter kommt ein kleiner Teich vor dem „Aqueduc Saint Clement“ was erhöht liegt und somit einen guten Ausblick über die Stadt bietet.

Es ist gerade 12h geworden und die Glocken der Stadt auf den verschiedenen Kirchtürmen intonieren gemeinsam eine Melodie. Wir steuern als nächstes Ziel die Kathedrale „Saint Pierre“ an. Die hat allerdings um 11:45 gecchlossen und macht erst um 14:30 wieder auf. Bei einem kleinen Imbiss bei Bruno am Boulevard Pasteur werden wir ungewollt zu Zuschauern des „Demonstrationszuges“.
Durch die labyrinthischen Gassen der Altstadt kommen wir zur Kirche des heiligen Rochus von Montpellier in der er auch mittels einer großen Statue als Pilger mit seinem Hund geehrt wird. Gegenüber ist eine triste fensterlose Fassade mit einem schönen Wandgemälde verziert. Das Pflichtprogramm die Kathedrale zu besichtigen absolvieren wir dann pünktlich um 14:30, um dann wieder unser Hotel anzusteuern, welches jetzt bestimmt ein Zimmer für uns hat.

Davor müssen wir allerdings wieder den Place de la Comédie weiträumig umgehen, da er vollständig von Polizei umstellt ist. Die edlen Läden und Galerien in den Seitenstraßen haben alles mit Gittern und Rollläden dicht gemacht. In der einen Richtung kommen wir nicht weiter, da kommt uns Tränengas entgegen. Auch auf der anderen Seite erreichen uns Tränengasschwaden und ein riesiges Wasserwerferfahrzeug fährt auf den Platz. Mit einem größeren Umweg erreichen wir das Hotel und können unser Zimmer beziehen. Die Bilder der Randalierenden in Paris und Montpellier mit Tränengas und Wasserwerfern und zerstörungsbereiten Radikalen sehen wir dann später im Fernsehen.

Zum Abendessen steuern wir das vermeintlich italienische Restaurant Baba an. Zwei Frauen erklären uns das draußen alles voll sei. Wir nehmen innen Platz auf kleinen unbequemen Stühlen und klebrigen Tischen. Die Karte ist klein, die Preise sehr hoch, angesichts Sauberkeit und Freundlichkeit, zu hoch. Es gibt nur ein Hibiskusbier und teure Weine. Kurzum fühle ich mich nicht wohl und nach einem kleinen Gläschen Wein steuern wir das italienische Restaurant Secco an. Da wird man freundlich empfangen, in sehr belebter Straße mit vielen Restaurants sind wir allerdings hier die einzigen Gäste. Pizza und das Peroni dazu waren in Ordnung. Ausklingen lassen wir den Montpellier-Aufenthalt im „Les BlockAle“ wo es erwartungsgemäß gutes Bier gibt und können das Viertelfinal EM-Baskeball-Spiel Deutschland-Slowenien auf großer Leinwnd folgen.
Immerhin 11 km haben wir unseren Wanderschuhen zugemutet und teilweise ist die Altstadt hügelig so kommt es zu 130 Höhenmetern.