Heute haben wir uns einigermaßen früh aufgemacht. Das Zimmer im Hotel Elaya war geräumig und ordentlich. Das Frühstück im Vergleich eher unteres Niveau. Die Lage war nahe einer großen Fußgängerzone und vom 6. über den 7. Bezirk war man schnell in das Zentrum hinein gelaufen.
Gestern Abend gab es Shakespeare „Wie es Euch gefällt“ im Burgtheater. Drei Stunden mit einer Pause, recht amüsant, aber die Sitze sind nicht für 3 Stunden gemacht. Um 10:30 habe ich heute einen Telefontermin, den ich in einer Raststätte an der Donau absolviere, nachdem wir uns über 7km aus Wien hinaus geschlängelt haben. Das reduziert unseren Schnitt natürlich erheblich. Das Wetter wechselt von wolkig bedeckt und kühl auf blauer Himmel und heiß. Es bleibt durchweg bei über 30 Grad. Leider kommt der Wind nun von vorne und das macht die Strecke deutlich länger. Statt wie vorgestern mit 28 km/h lautlos und ohne Anstrengung zu gleiten, sind es heute eher 20 km/h, bei denen man ganz schön drücken muss.

Die Strecke ist ohne Highlights. Nach dieser ersten Raststätte gibt es noch zwei, drei weitere und dann nichts mehr. Nur noch schnurgerader Radweg, erst hinter dem Deich, dann auf dem Damm. Die nächste Möglichkeit wo einzukehren ist erst in Hainburg, nachdem wir diese riesige Donaubrücke überquert haben. Schmaler Streifen für Räder und Fußgänger, ordentlicher Gegenwind und heftiger Verkehr, wenigstens durch ein Geländer getrennt. Auf der anderen Seite ist die Donau ziemlich tief unter uns. Das fühlt sich ein bisschen mulmig an. Das Gebiet bis dahin ist Nationalpark für Donau und Auenland, d.h. meistens Bäume links und rechts und ab und zu auch einmal ein bisschen Wasser. Auch wenn die meisten Wege heute sehr in Ordnung waren, waren doch zwei Splitpassagen und ein paar hundert Meter durch ziemlichen Matsch zu bewältigen.
Hainburg hat ein historisches Zentrum und ein bisschen Gastronomie. Wir landen in einer Bäckerei am Kirchplatz mit schlechtem Service und unfreundlicher Bedienung. Es sind nun noch knapp 20 km, aber die ziehen sich, denn der Gegenwind lässt nicht nach. Bei Berg überqueren wir die Grenze zur Slowakei. Da gibt es zwar ein bisschen was, aber das sieht alles nicht einladend aus. Entlang der lauten und vollen Autobahn geht es über Betonplatten vorbei an einem zum Museum umgebauten Weltkriegsbunker zur nächsten großen Donaubrücke, über die wir allerdings wesentlich komfortabler drüber kommen. Die schon von Weitem sichtbare Burg über der Donau dominiert das Stadtbild. Von dort geht es dann nur noch ein paar hundert Meter durch die historische Altstadt bis zu unserem Hotel.

Abends finden wir in der quirligen Altstadt noch ein schönes ursprüngliches, in einem Hinterhof gelegenes Restaurant mit jungem Karpfen und hervorragendem Bier von Bernard.
Die Distanz von 74 km mit fast völlig flachen 231 Höhenmetern war heute dank Gegenwind und Hitze deutlich anstrengender als die längeren Etappen, die wir bisher absolviert hatten. Während der Wind bislang von Westen kam, scheinen sich hier die Wetterverhältnisse zu drehen.


