Bryce Canyon nach St. George

Heute habe ich erst einmal viel Zeit im Bryce Canyon verbracht. Zunächst mit einer zweistündigen Wanderung durch die Felsformationen und dann mit dem Auto verschiedene Aussichtspunkte abgefahren. 

Insofern gibt es heute nur Bilder aus dem Canyon. Habe noch nicht gezählt aber es waren viele Bilder,  die ich von vielen Felstürmen, Fenstern in Felsen, riesigen Felstoren oder ganzen Amphitheatern gemacht habe. Das kleine Bild in der Mitte ist übrigens ein gefrorenes Rinnsal. In den Nachrichten freuen sich übrigens alle auf Winter- und Schneestürme, da am Freitag die Skisaison beginnt.

Gegen frühen Mittag bin ich über Panguitch nach St. George gefahren. In Panguitch habe ich Halt gemacht und überlegt ob ich einen älteren Herrn anrufen soll, den ich in San Diego im Einkaufszentrum getroffen habe. Wir kamen am Snackpoint ins Gespräch. Er erzählte von seinen Bekannten in Deutschland und wo er überall war und in Heidelberg war er auch. Ich solle ihn doch in Panguitch besuchen kommen. Es ist ein nettes kleines Städtchen mit vielen Motels aber irgendwie war mir die Bekanntschaft doch zu flüchtig. Ich war in einem Cafe/Restaurant und wollte nur einen Kaffee und da ich nur einen Kaffee wollte habe ich den umsonst bekommen.

Wie gesagt, ich entscheide mich weiter zu fahren und Las Vegas ist mir zu weit und so bleibe ich in St. George hängen. Soll auch ein paar ganz interessante Sachen zum anschauen hier geben. Beim Einchecken im äußerst preiswerten Motel klärt mich die Rezeptionistin, unterstützt durch zwei ältere Damen auf, dass ich hier in Utah wäre. Ich hatte nach einem Tipp zum Essen gehen, vielleicht eine Brauerei o.ä., gefragt. Da haben sie mich alle ausgelacht, denn in Utah gebe es so was nicht. In St. George gäbe es überhaupt nur eine einzige Bar und die hieße deswegen auch „the one and only“. Nachdem ich dann doch ein Restaurant mit Bierausschank gefunden habe, laufe ich auf dem Heimweg doch tatsächlich am „one and only“ vorbei und kann der Versuchung einzukehren dann doch nicht widerstehen.

Von Page zum Bryce Canyon 

In Page konnte ich in dem sehr preiswerten Motel auch beide Tage noch ganz ordentlich frühstücken und habe mich auf dem Weg zum Bryce Canyon gemacht. Erste Station war dann noch einmal der Staudamm am Glen Canyon hinter dem sich der Lake Powell aufstaut.

Relativ bald verlasse ich Arizona und komme nach Utah. Dort kommt irgendwann mal ein Parkplatz mit ein Informationstafeln. Von dort kann man zur Geisterstadt Paria über eine Sandpiste fahren. Ich überlege kurz und wage es dann. Es geht ca. 8 km durch immer spannender werdende Landschaft. An einem kleinen Platz wird dann an Tafeln erläutert, wann Paria am gleichnamigen Fluss von Mormonen gegründet und dann irgendwann wieder aufgegeben werde musste. Aufgrund der Kulisse wurde die Geisterstadt häufig für Westernverfilmungen genutzt. An dem Picknickplatz gibt es aber nur die pittoresken Felsen zu sehen und keine Filmkulissen. Allerdings ist mir die Fahrt nach kurzem Versuch zu heikel. Es wird sehr steil mit Sandlöchern. Da möchte ich mit meinem Pseudogeländewagen ohne 4×4 ungern feststecken. So begnüge ich mich mit Landschaftsfotos und trete den Rückweg auf der roten Sandpiste an. Meinem weißen Jeep sieht man den Geländeabstecher dank des roten Staubs deutlich an.

Seit heute früh meldet eine Warnleuchte, dass ein Reifen zu wenig Luft hätte. Da es in allen Tankstellen bisher keine Vorrichtungen gab um selbst tätig werden zu können, fahre ich in Kanab, dem nächsten größeren Ort kurz vor dem Zion Nationalpark, zu einem Reifenhändler. Er prüft für mich alle vier Reifen und wir unterhalten uns über deutsches Bier und das wir angesichts der vielen lokalen Brauereien auch für Amerika die Hoffnung nicht aufgeben sollten. Er mag aber am liebsten deutsches Pils und sein Service ist kostenfrei.

Die nächste größere Sehenswürdigkeit, schon kurz vor dem Ziel sind die Felsen des Red Canyons und entlang der Straße gibt es mehrere Felstore, durch die die Straße führt. Ab und zu hält mal ein Bus und dann kommt die ganze Mannschaft zum Fotografieren heraus.

In Bryce Canyon City beziehe ich schnell mein Zimmer und fahre dann weiter zum Nationalpark.  Auf einem zügigen Spaziergang zwischen Bryce Point und Inspiration Point lege ich gut 5 km zurück. Das Amphitheater, welches man im Halbkreis von oben umrundet, besteht aus tausenden von Türmen und Bögen, ein faszinierender Anblick. Der Weg geht ein bisschen bergauf und bergab ohne große Höhenmeter rund um 2.500 Meter. Die Temperatur lag, als ich gegen 16h los ging, etwa bei 16 Grad und sank bis um 17h kurz vor Sonnenuntergang auf 13 Grad. Jetzt sind wir wieder nahe am Gefrierpunkt.