Von Regensburg nach Straubing

Nach drei Stunden Fahrt im Dauerregen bei 10 Grad musste ich ein paarmal an die Abschiedsworte des gemütlichen Wirts vom Hotel Adler in Donaueschingen denken „… und immer dran denken, ist alles freiwillig … „. Glücklicherweise waren die Wege heute einwandfrei asphaltiert, nur 2,5 km übelsten Schotter mussten wir nach ca. 35 km überwinden. Wir kommen über die erste Brücke, kurz nach der Mündung der Regen, auf den markierten Radweg.

Die Etappe war ohne größere Höhepunkte. Den Aufstieg zur Wallhalla im Regen bei Donaustauf haben wir uns gespart. Das haben wir uns alles schon letztes Jahr angeschaut. Die Ausblicke auf die Donau waren selten und wenn, dann war alles düster und grau. Ein erster sehr großer Lastkahn ist uns begegnet, nachdem wir bei Kelheimwinzer gestern schon den ersten Jachthafen mit Motorbooten gesehen haben.

Vor dem Einstieg in die Schotterpiste schauen wir nach Alternativen, aber das ist alles zu umständlich. Nur die Schafe auf dem Deich scheinen sich trotz kürzlich erfolgter Schur nicht am Wetter zu stören.

Während gestern am Samstag das Leben überall tobte kommen uns heute nur wenige andere Radler entgegen. Alles wie ausgestorben.

Schon deutlich vor 14h haben wir unser Ziel, das Hotel Röhrl in Straubing, erreicht und können die Räder in einer eigens dafür eingerichteten Fahrradgarage mit Rolltür auf einem Haken aufhängen. Die Räder, die Taschen und die Regenklamotten sind völlig verdreckt. Schön, dass der Regen nun ein bisschen nachlässt, so dass wir uns in der gut besuchten Konditorei Schmidt unweit unseres Hotels mit Milchkaffee und Käsekuchen eine Stärkung gönnen können. Das Frühstück heute im Hampton in Regensburg war ok, aber auch nicht mehr. Angesichts Preis und Standard war die Auswahl eher nicht in Ordnung, zumal sie auch den Massenbetrieb am Sonntag nicht so wirklich im Griff hatten. Wir sind dennoch gut satt geworden, aber die Fahrt im Regen braucht noch ein bisschen mehr Energie.

Die Zeit bis zum nächsten Regenschauer nutzen wir mit einem Altstadtrundgang durch Straubing. Die goldene Dreifaltigkeitssäule glänzt ohne Sonne nicht so eindrucksvoll, der Stadtturm ist immer im Blick und die schönen historischen Gebäude mit Skulpturen und bemalten Fassaden sind auch bei diesem Wetter schön.

Über die Karmeliterkirche laufen wir zur Donau runter und sehen in der Ferne die Anlegestelle, die es offensichtlich innerhalb der Schleife gibt. Über die begradigte Fahrrinne mit riesiger Schleuse sind wir schon mit den Rädern gekommen. Durch den Park im Moosgraben kommen wir zum Spitaltor und von dort zur dominanten und weit sichtbaren Basilika St. Jakob, die nicht ganz so in Barock umgestaltet ist wie die vielen Kirchen, die wir bisher gesehen haben.

Stattdessen gibt es sehr eindrucksvoll bemalte Fenster, die wohl Anfang des 20. Jahrhunderts neu geschaffen worden sind. Orgelkonzert war gestern, aber heute testet ein Organist die Orgel mit Dauertönen auf den hohen Pfeifen. Das beendet unsere Besichtigung und draußen hat der Regen wieder eingesetzt.

Die flache Etappe von 49 km mit 133 Höhenmetern haben wir weitgehend ohne Pause absolviert. Die Schutzklamotten haben uns innen weitgehend trocken gehalten, aber Spaß beim Radfahren fühlt sich anders an.

Von Ingolstadt nach Regensburg

Die Beerdigung, auf der wir zu Gast in Durbach waren und wegen der wir mit dem Zug von Ingolstadt nach Offenburg gefahren sind und dort übernachtet hatten, war einerseits ein äußerst trauriger Anlass, andererseits ein schönes Zusammenkommen von Vielen, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, in einer wunderbaren Umgebung und vorzüglichem Essen. Mit dem Zug zurück nach Ingolstadt hat auch alles geklappt, auch wenn es manchmal ein bisschen eng wurde. Die Räder im Hotel Anker waren auch da, unser Zimmer lag im vierten Stock unterm Dach und war klein und winklig. Das Frühstück war gut und das Gespräch mit den vier Österreichern auf E-Bikes ergab, dass von Weltenburg keine Schiffe wegen Niedrigwasser fahren.

Nach anfänglichen Navigationsschwierigkeiten finden wir den Donauradweg, der sich mal wieder dadurch auszeichnet, dass man auf staubigen Schotterpisten fährt. Das Kraftwerk am Schotterweg ist die erste Attraktion, neben kleinen Kirchlein und der wenig attraktiven Silhouette von Vohburg mit einem Radweg, der diesen Namen beim besten Willen nicht verdient. Wir wechseln die Donauseite, da geht es asphaltiert weiter, aber wir machen den Fehler, den Fahrradwegweisern zu folgen und landen wieder auf einem Schotterweg. Bis zum Kloster Weltenburg lass ich mich noch zweimal reinlegen, aber wir folgen dann der kaum befahrenen Straße.

In Weltenburg frage ich den Mann im Ticketcontainer, ob es kein Wasser mehr gibt und der erläutert uns die Misere, gibt uns aber den Tipp, dass wir die Fahrräder und uns auch mit einer Zille durch den Donaudurchbruch bringen lassen können. Das setzen wir unmittelbar in die Tat um, denn es ist sehr viel Betrieb im und um das Kloster und wir wollen schnell weiter.

Unsere Räder und ein großer Kinderanhänger haben neben ca. 15 Leuten Platz in der Zille (einem kleinen offenen Boot mit Motor) und die fährt zwar nicht den gesamten Weg bis Kelheim, aber bis zu einer Stelle, wo wir die Räder auf den kleinen Radweg bekommen, der dann bis Kelheim führt.

Auf diese Weise kommen wir in den Genuss ca. 2 km über den Fluss zu gleiten und die faszinierende Felslandschaft vom Wasser aus zu sehen. Dem Nepomuk (in der Mitte auf dem Bild rechts oben) ging das Wasser angeblich letztes Jahr bis an die Füße. Das ist schon ein großer Unterschied.

Auf einem kleinen Wanderweg, der dann mehr und mehr zu einem richtigen Weg später auch mit Asphalt wird, fahren wir bis Kelheim. Es sind sehr viele Leute unterwegs. Beim Donautor finden wir dann auch ein schönes Café und die haben guten Käsekuchen und Milchkaffee. Ich schaue mir den Weg bis Regensburg an und entscheide mich dafür, eine rennradtaugliche Strecke auszuwählen.

Der Anfang ist nicht so schön, große Straße mit wenig Verkehr, der ist dann aber schnell. Sobald wir über die spektakuläre Brücke die Donau queren, fahren wir auf kleinen einspurigen Straßen und durch Dörfer und immer wieder läuft neben uns der offiziell angezeigte Donauradweg. Einfach zu erraten: staubiger Schotter.

Ganz zuletzt schon in Regensburg folgen wir wieder dem Radweg und es bleibt beim Schotter bis fast zur steinernen Brücke. Unser Hampton Hotel liegt am anderen Ende, vorbei an den Kreuzfahrtschiffen. Nachdem wir wieder sauber und in Zivil sind, laufen wir ca. 5 km durch die Stadt auf der Jagd nach den besten Perspektiven von Brücken und Dom. So sind es heute doch einige Fotos bei idealen Wetterbedingungen geworden.

Heute ist auf der andern Seite der Donau auch ein großes Volksfest mit Riesenrad und Kettenkarussell schon von weitem zu sehen. Die Jugend hüllt sich in schicke Trachten meist mit jeweils einem offenen Bierfläschchen als Accessoire. Man sieht kaum Flaschensammler, aber einer ist unterwegs und der ist äußerst bepackt.

Das Essen im Bischofshof am Dom inklusive dem preisgekrönten Weltenburger Dunkel Barock Bier ist ganz hervorragend, wird in Rekordzeit zu absolut akzeptablem Preisniveau geliefert.

Die heute bewältigte Distanz war mit 89 km mit ca. 2 km Bootsfahrt deutlich mehr, als wir bisher gemacht hatten. Die 270 Höhenmeter lassen sich weitgehend auf die beiden Fahrstraßen zurückführen, die wir, entnervt von den Radwegen, genommen hatten. Insgesamt ist es aber gut gelaufen und wir sind bei bestem Wetter und wenig Wind zügig vorangekommen.