Ax-les-Thermes nach Vaychis

Gestern sind abends dann noch wie in Bluemeteo angekündigt die Wolken hier eingezogen und es sollte auch regnen. Deswegen hatten wir uns im Spar mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt und sind in der Wohnung geblieben. Heute in der Frühe waren die Wolken noch da und haben sich, so wie von Bluemeteo angekündigt dann so gegen 10h langsam verzogen. So sind wir etwas später zu einer kleineren Wanderung aufgebrochen.

Zunächst steigen wir hinter dem Casino den steilen Hang nach Ignaux hoch. Dort schau ich mal ein bisschen genauer. Es wundert mich, dass überall recht viele Häuser zu sehen sind und es trotzdem so wenig Einwohner gibt. Schaut man sich gerade die größeren Häuser an, dann stellt man schnell fest, dass diese völlig verrammelt sind und somit den Eigentümern nur zeitweise als Domizil dienen oder einfach nur vermietet werden. Jetzt sind wir in der Nebensaison, da ist niemand mehr da. Diese kleinen absichtlich völlig krumm gezimmerten Hexenhäuschen werden wohl auch vermietet. Zumindest ist ein Schild zu sehen, welches ich aber entziffern konnte. Auf dem steilen Hang gegenüber springen einige bunte Ziegen, die hier umzäunt gehalten werden.

Entlang der Höhe von um die 1000 Meter geht es teilweise durch dichten, naturbelassenen Wald und über eine fast verfallene Brücke, die über einen kleinen Wasserfall führt, bis nach Vaychis. Am Ortseingang erwartet uns ein größeres Grundstück voller bunter Kisten, die wohl für die Zucht vieler unterschiedlicher Bienenvölker genutzt werden. Dann kommt noch eine kleine Kirche und ein steiler, steiniger Weg, der zurück ins Tal führt.

Im Dörfchen Savignac-les-Ormeaux gibt es auf der anderen Seite des Flusses tatsächlich ein bewirtschaftetes Lokal wo es Kaffee und Eis für uns gibt. Heute waren es 14 km und 500 Höhenmeter. Nach steilem Anstieg und noch steilerem Abstieg waren die letzten Kilometer ein gemütlicher Spaziergang entlang der Ariege.

Ax-les-Thermes über den Col de l’Osque

Wir starten in Ax am Parc de Teich mit dem nun wirklich völlig unspektakulären Teich. Über einen schön ausgebauten Rad- und Wanderweg (der wohl eben für gut 20T€ gebaut wurde, so eine Informationstafel) kommen wir zunächst zu einem kleinen idyllischen Stausee, dem Lac de Campauleil. Kurz danach findet sich ein kleiner Schrein mit der Sainte Germaine.

Orgeix (okzitanisch: Orgeish) ist die nächste kleine Gemeinde im Tal der Oriege. Auch hier leben nur 101 Einwohner und entlang des Flusses mit vielen malerischen Blicken in die steil aufsteigenden Berge erreichen wir Orlu. Hier beginnt am Ortsende der Aufstieg zum Col de l’Osque. In langen Serpentinen auf einem breiten Schotterweg führt der Weg in die Höhe. Die Steigung ist mässig, aber der gesamte Weg liegt in der Sonne. Nach knapp 2h haben wir die Höhe bei 1400 Metern erreicht. Es krabbelt und hüpft den ganzen Weg entlang. Unzählige kleine Tiere bevölkern den Hang.

Wenn man von oben auf die kleinen Orte schaut, dann fällt auf, dass trotz ganz viel Sonne gar keine Photovoltaic Anlagen zu sehen ist. Zum Gite La Forge d’Ascou führen von hier die Wegmarken, welches wir dann gegen 15:30 erreichen. Offiziel macht es leider erst um 16h auf. Drei große Hunde schleichen um unser Vesper. Irgendwann ist die Tür dann doch offen. Die Hunde verteilen sich im Raum und die Wirtin stimmt erfreulicherweise zu, uns was zu trinken zu verkaufen. Neben den vielen kleinen Krabblern gibt es im Wald unzählige interessante Pilze.

Wir folgen von hier dem GR107 Wanderweg nach Ascou durch ein wildes Tal. Wieder leben hier nur 115 Einwohner, obwohl es mindestens so viele kleine verwinkelte Häuser gibt in ebenso verwinkelten Gässchen.

In knapp 7 Stunden sind wir heute gute 23 km gelaufen und haben 910 Höhenmeter hoch und runter absolviert. Obwohl der Anstieg in schönen Serpentinen mit moderater Steigung eigentlich gar nicht so schlimm hätte sein sollen, hat es sich in der prallen Sonne ziemlich gezogen und Kraft gezehrt.

Ax-les-Thermes zum Refuge Chioula

Nach dem regnerischen Tag gestern scheint die Morgensonne auf unseren Balkon und wir brechen diesmal zu einer längeren Tour auf. In der Ferne sehen wir die weiße Marienstatue in der Sonne leuchten. Zunächst müssen wir runter durch das Zentrum und kommen an Casino und Bad vorbei. Das Becken neben dem Bad mit warmem Thermalwasser dampft in der Sonne. Nachdem wir die höher gelegenen Teile von Ax durchquert hatten, erreichen wir Ignaux (okzitanisch Inhaus) wo sich Auf- und Abstieg trennen. Es gibt hier 126 Einwohner und ziemlich viele verschlossene Feriendomizile. Die Bewohner werden Ignaous genannt.

Unsere nächste Station ist die 90 Einwohner zählende Gemeinde Sorgeat. Ein Pilzsammler zeigt uns seine Beute, eine volle Tasche mit Steinpilzen. Das alte Waschhaus wurde zu einem kleinen Museum umdekoriert.

Wir kommen durch das Gebiet von Ascou, da wird es ein bischen steiler. Uns kommen am Sonntag einige Wanderer entgegen inklusive 2 Trail-Läuferinnen, eine mit dem Junior, der mit MTB runter fahren darf. Sie muss es allerdings bis zur Anhöhe schieben.

Auf der Passhöhe bei etwa 1650 Metern rastet eine Gruppe und die Aussicht von den bewaldeten Höhen wandelt sich in Weidegebiet bis wir das Refuge du Chioula auf gut 1600 Metern erreichen. Eine rieisige Gruppe französischer Wanderer sitzt an einem ganz langen Tisch. Deshalb gibt es auch nichts mehr zu essen. Wir kaufen Apfelsaft und müssen unseren Proviant essen.

Auf dem Rückweg müssen wir die Kuhherde durchqueren, die direkt vor die Hütte gewandert ist. Dabei vertue ich mich beim navigieren und biege zu früh ab, was uns gute 2 km Umweg beschert. Auch der Abstieg bietet unzählige schöne Panoramen und Motive. Es wird ein bisschen steiler bis wir dann wieder Ignaux erreichen und dort auf dem gleichen Weg nach Ax absteigen.

Die Distanz von 23 km mit 1099 Höhenmetern hoch und runter war machbar, aber wir haben nun doch schon einiges gespürt.

Regentag in Ax-les-Thermes

Die Wetterprognosen ändern sich hier täglich. Heute ist allerdings auch ohne Prognose sichtbar, dass es regnet und wir verbringen einige Zeit in der Wohnung. In einer kleinen Regenpause bewegen wir uns ein bisschen durch den Ort und wundern uns, dass die Thermalbecken, in denen man sich die Füße baden kann, eher lauwarm als heiß sind. Im Juni letzten Jahres, als ich hier mit dem Rad durchgefahren bin, waren diese Becken ganz heiß.

Das Foto mit dem blauen Himmel von der Kirche Saint-Vincent ist natürlich nachgereicht. Viel zu sehen ist in der Kirche nicht. Außen steht eine Glocke und es wird erklärt, dass der Heilige von den „Wisigoten“ zum Märtyrer gemacht wurde.

Abends gönnen wir uns angesichts des faulen Tags das etwas noblere Restaurant Le Fedou, etwas höher gelegen. Die Einrichtung, das hölzerne Treppenhaus und die präsentierte Kunst sind sehenswert.

Ax-les-Thermes nach Ax 3 Domaines

Für heute war ja kein schönes Wetter angesagt. Der Himmel ist bewölkt aber der Tag entwickelt sich zu einem idealen Wandertag. Nicht so heiß aber vor allem kein Niederschlag in Sicht. Wir finden eine Wanderung, die hoch in das Skigebiet Ax 3 Domaines führt. Da oben gibt es einiges an Restaurants, da wird man dann vielleicht auch einkehren können. Eigentich geht da auch die Seilbahn hoch aber die läuft erst wieder wenn es Schnee gibt und die Skisaison eröffnet wird.

Kurz nach dem Einstieg kommen wir an der weithin sichtbaren Marienstatue auf einem kleinen Turm vorbei, die ein exakter Nachbau einer römischen Statue ist. Von hier sieht man schön auf das Tal und den Ort und auch auf unser Domizil, das letzte Haus am Berg. Der Anstieg wird, nachdem wir die Brücke der Nationalstraße unterquert haben, teilweise sehr steil. Aber mit gemütlichem Tempo und moderatem Puls ist es zwar schweißtreibend aber wesentlich angenehmer als ständig einer schnelleren Gruppe hinterher laufen zu müssen. Ab und zu queren wir die Trasse der Seilbahn und bekommen ein paar Blicke auf den im Tal liegenden Ort. Knapp vor der Zielhöhe, so auf 1300 Metern öffnet sich dann das Panorama in die höheren Berge.

Auf der Höhe mit dem typischen Passschild (Ax Trois Domaines altitude 1400 m) sind in erster Linie riesige meist eher schäbig wirkende Appartementblöcke zu sehen, sowie ein paar Skipisten, Lifte und Bahnen. Es gibt ganz viele Restaurants und Geschäfte aber die sind alle geschlossen, auch die in Google als offen markiert waren.

So begeben wir uns wieder auf den Abstieg, der sich in schönen Serpentinen knieschonend den steilen Berg herunter schlängelt. Wir kommen durch kleine idyllische Dörfchen, die alle Bazerque heißen und der Einfachheit wegen durchnummeriert sind (première, deuxième, troisième). Die Ruhe entspricht allerdings nicht der einsamen Lage. Das Rauschen des Verkehrs auf der Nationalstraße N20, die auf riesigen Pfeilern über die Täler gebaut wurde, ist fast den ganzen Abstieg entlang zu hören.

Unten im Ort gibt es in einem ziemlich verranzten Lokal direkt gegenüber von den Bädern einen passablen Kaffee. Im Spar packen wir ein paar Flaschen und Lebenmsittel in die fast leeren Rucksäcke. Diese waren heute nur mit reichlich Wasser und Jacken für alle Eventualitäten gefüllt. Das deutlich leichtere Gewicht auf dem Rücken und 1000 Meter geringere Höhe, machen sich sehr deutlich bemerkbar.

Wenngleich man im Wald nicht so viele Fernblicke hat, so gibt es doch einiges zu entdecken, wie beispielsweise diese ansehnliche Sammlung ganz unterschiedlicher Pilze.

Insgesamt waren wir 17 km unterwegs und hatten dabei 880 Höhenmetern hoch und wieder runter zu bewältigen. Das hat ganz gut geklappt. Muskeln und Knie waren wieder einsatzbereit. Der Anstieg war teilweise sehr steil dafür der Abstieg moderater. Nun ist auf einmal die Wettervorhersage für morgen ganz schlecht (gestern war sie noch gut), mal sehen.

Spaziergang in Ax-les-Thermes

Heute sind wir von Montpellier nach Ax-les-Thermes umgezogen. Eine direkte Zugbuchung gestern war nicht möglich. Alles ausgebucht oder nicht buchbar. Angesichts Streik und Unruhen fahren vielleicht zu wenig Züge? Mit Flixbus gibt es eine Option um 7h. Beim Versuch Tickets nach Toulouse zu buchen bin ich dann aber erfolgreich. Um 9:50 geht es entspannter zunächst nach Narbonne (pünktlich ab und an) und nach 30 Minuten weiter nach Toulouse. Auch der Anschlusszug fährt pünktlich ab und kommt pünktlich an. In Toulouse entscheiden wir uns für Ax-les-Thermes, buchen ein kleines Appartement und den Anschlusszug. Novum: der fährt 5 Minuten zu spät ab, weil er auf Reisende wartet. Auf die Minute um 15:40 erreichen wir unseren Zielort und um 16h die über dem Ort liegende Wohnung. Schöner Blick aber man muß ein bisschen steigen.

Die Wohnung ist wirklich schön und diesmal ziemlich preiswert, richtig sauber und modern-pragmatisch eingerichtet. Die vielen Appartements hier sind wahrscheinlich eher im Winter nachgefragt. 10 Minuten : bis in den Ort zum Spar und zum Käseladen.

Der kleine Spaziergang von 2km ist nicht weiter erwähnenswert. Die Brücken über die Ariege bieten schöne Motive und auch der Ausblick von unserem Balkon ist schön. Abends geht es noch einmal runter um im „Table du Sud“ eine gute Galette zu bekommen. Der Laden ist super bewertet, sehr preiswert, eine sehr nette ältere Bedienung, die selber kocht und auch für uns ein bisschen langsamer französisch spricht. Kurzum wir sind zufrieden.

Leider sind die Wetteraussichten durchwachsen. Mal sehen ob wir noch ein paar Wanderungen hier machen können. Die Vorhersagen sind aber auch nicht sehr stabil.

In Girona

Frühstück gibt es im ByPillow Erba Hotel keins, aber im Umkreis von 200 Meter mehrere Kaffees. Das Hotel ist ok, Zimmer ist groß genug und mein Fahrrad hat Platz im recht kleinen Fahrradraum. Nach dem Frühstück mache ich mich auf um diesmal die Sehenswürdigkeiten, dass sind in erster Linie die wichtigsten Kirchen Saint Feliu und die Kathedrale, von innen zu besichtigen. Für die beiden Kirchen zahlt man 7€ und mit Audio Guide in englisch kann man da Stunden verbringen.

Zunächst entdecke ich noch ein paar Kuriositäten, den kletternden Löwen, als Wahrzeichen, eine Fliege als Symbol für den Heiligen Narziss, dem Schutzheiligen der Stadt. Als die Römer ihn zur Zeit der Christenverfolgung fangen wollten, konnte er einen falschen Fußabdruck hinterlassen, der ihm zunächst die Flucht ermöglichte und als die Franzosen Girona einnahmen und sein Grab schänden wollten, sind daraus so viele stechende Fliegen gekommen, die Pferde und Reiter der Franzosen zu Tode brachten. Diese Legende ist auch auf einem der Gemälde in Saint Feliu abgebildet.

Wenn die Kirche Saint Feliu schon beeindruckend ist, dann erst recht die Kathedrale. Riesig in den Außenmaßen, angeblich die gotische Kirche mit dem breitesten Kirchenschiff. 28 Seitenkapellen, eine Schatzkammer mit dem großartigen Schöpfungsteppich aus dem 11 Jahrhundert und einem Kloster-Kreuzgang. Der erste Gang wird von lauter Säulen getragen auf denen die Geschichten aus der Genesis in Stein gemeißelt erzählt werden. Die Audio Guides erklären die Geschichten recht gut, allerdings muss man sich da schon jeweils mindestens eine Stunde für Zeit nehmen und es ist durchaus noch mehr zu sehen.

Das Wetter ist heute durchwachsen. In der Nacht hat es geregnet, es ist bewölkt und ab und zu kommen noch ein ein paar Tropfen. Die Stadt ist eher voller als gestern, was wahrscheinlich da dran liegt, dass von den unzähligen Rennradlern ein paar einen Schlechtwetterruhetag einlegen. Die sind daran zu erkennen, dass unter ihren Shorts der obere Teil des Oberschenkels schneeweiß und der untere dunkelbraun heraus schaut. Auch die Costa Brava Touristen finden den Tag wahrscheinlich für einen Ausflug geeignet. Das sind die ganz braunen.

Ich muss um 16 Uhr zum Centre Biker Girona. Dort bekomme ich einen Karton und Füllmaterial, netter weise lösen sie mir auch die Pedale. Auf Nachfrage, was ich denn bezahlen dürfe, wollten sie nichts. Mit dem Karton auf dem rechten Pedal schiebe ich Rad und Karton zum Hotel. Dort wird das Rad zerlegt und reingepackt und die ersten zwei Taschen auch rein und zugeklebt. Die ganze Aktion hat eine Stunde gedauert.

Für meinen Streifzug durch die Stadt hat die Uhr 9 km und 86 Höhenmeter ermittelt. Eignet sich aber nicht als Rundgang zum Nachlaufen, da der Weg eher dem Zufallsprinzip folgte.

Von Figueres nach Girona

Die Distanz die heute auf der letzten Etappe zu bewältigen war, belief sich gerade mal auf 40 km und ein paar Anstiege verursachten 412 Höhenmeter. Die von Komoot ausgesuchte Strecke war ziemlich fantasielos. Fast immer auf N IIa, die zwar mit meist breitem Randstrreifen gut zu fahren war und auch der Verkehr hielt sich im Rahmen, da parallel die Autobahn läuft aber es macht keinen großen Spaß auf so einer großen Straße und schöne Motive gibt es schon gar nicht.

Gestern Abend wurde ich davon überrascht, dass neben meinem schönen Appartement direkt in der Stadtmitte die auf den Ramblas aufgebauten Zelten nun geöffnet waren. Dieses Wochenende ist Wein-Fest und es gibt die verschiedensten Arten von Tapas. Ich hole mir einen riesigen Käseteller für 10€ und sehe später, dass es auch einen kleineren für 5€ gegeben hätte. Nach dem großen passte nur noch ein exzellenter Miniburger rein, so satt war ich schon und es gab noch ganz viel andere tolle Sachen.

Die Weinproben funktionieren folgendermaßen: Man kauft sich ein Heft mit sechs Tickets und einem Weinglas, was man sich mit einer gelungenen Konstruktion um den Hals hängen kann. Dann geht man zum bevorzugten Weinstand und lässt sich für 1,2 oder 3 Tickets (je nach Qualität des Weines) das Glas vollfüllen. Wenn man fündig geworden ist, dann kann man am anderen Ende des Platzes den Wein in der Flaschen mit Rabatt kaufen. Um 21h schaue ich mir dann aber das Deutschland Dänemark Spiel auf spanisch an.

Heute früh ist direkt gegenüber eine Frühstücksbar offen, die alles haben und mit Milchkaffee, frisch gepresstem Orangensaft und einem großen Toast bin ich ausreichend versorgt für die relativ kurze Strecke. Mein Vermieter ist pünktlich um 10h da um mir das Rad zu geben. Gegen 12:30 bin ich dann schon in Girona und fühle beim Hotel vor ob es schon ein Zimmer gibt und habe Glück. Eins ist schon fertig. So bleibt der ganze Nachmittag um geduscht und umgezogen durch Girona zu streifen. Auf diese Weise habe ich auch noch 8km absolviert.

Zunächst laufe ich in die Gegenrichtung zum Fahrradhändler, zu dem ich morgen muss um meinen Bikekarton zu holen. Da führt der Riu Onyar noch äußerst wenig Wasser. Etwas weiter unten ist er dann auf mir noch unbekannte Weise auf einmal breiter. Das Monument del Lleó ist direkt neben dem Hotel.

Viele Einstellungen der Serie „Game Ort Thrones“ wurden hier gedreht und man kann sich führen lassen um auch ja alle Drehorte zu finden. Darauf verzichte ich und Saint Feliu Kirche, Kathedrale oder die „Pont de les Peixateries Velles“ eine Stahlkonstruktion in rot, auch schon wieder von Eiffel konstruiert, finde ich auch.

Von Banyuls-sur-Mer nach Figueres

Mein erster Blick aus dem Fenster fällt auf düstere Wolken über der Bucht. Eigentlich wollte ich noch einen Ort direkt an der Küste der Costa Brava ansteuern aber entweder waren die Bewertungen der verfügbaren Unterkünfte so schlecht oder die Preise haben sich in eine Richtung bewegt wo ich keine Lust mehr drauf hatte. Dann eben der direkte Weg; aber direkt nach Girona heißt dort drei Nächte verbringen, das scheint mir zu lang und so lege ich einen Zwischenstopp in Figueres ein. Einmal waren wir da schon um das Dali-Museum zu sehen. Das kann kann man sich aber auch ein zweites Mal anschauen. Am Abend finde ich überraschend über Airbnb ein sehr gelobtes Appartement direkt in der Altstadt, ein paar Meter zum Museum und das kann ich auch kurzfristig buchen. Beim Checkin lässt der Vermieter sich auf 14h ein.

Ich kann es ganz gemächlich angehen lassen. Frühstücken und ein bisschen lesen. Die Dame, die mir gestern das Handtuch geliehen hat, entpuppt sich beim auschecken als in Deutschland aufgewachsen und kann auch perfekt deutsch. Mein Fahrrad war sicher in der Garage und kurz vor 11h komme ich los. Die Strecke geht nun nicht mehr an die Küste sondern direkt zum berüchtigten Col de Banyuls. Davor suche ich aber noch das Museum Maillol, das in 4 km auch in dieser Richtung liegt. Als erstes kommt ein riesiger Kiesparkplatz mit einem Auto. Dann zwei Schilder: 300 Meter Fußweg auf der Schotterstrecke oder rechts auf einer sehr kleinen Teerstraße. Ich entscheide mich für rechts und fahre durch karge Weinberge und karge Landschaft und dann kommt wieder ein kleiner Parkplatz mit noch einem Auto. Ich sehe den Eingang gar nicht, fahre vorbei und erst beim umkehren sehe ich ein Schild. Da draußen ist das Meisterwerk einer sitzenden Frau zu sehen, wo er in seinem Anwesen begraben wurde. Innen ist man für die 7€ schnell durch. In der Zusatzausstellung mit äußerst verstörenden Bildern von Mykola Tolmachev halte ich mich nicht lange auf.

Auf der Hauptstrecke geht es mit sanften 4% nach oben, was dazu führt, das die durchschnittliche Reststeigung stetig steigt. Nachdem sie bei 10% angelangt ist, wird es steil und teilweise richtig steil bis auf 16% über 1,5 km, bis es dann wieder auf die 10% zurückkehrt. Oben kommt gerade eine Motorradgang an und ein paar Familien haben den trüben Tag für einen Ausflug genutzt. Es gibt hier das Denkmal von de Gaulle errichtet um den Kämpfern für das Gute eine Erinnerung zu schaffen. Bis da oben war es 11 km zuzüglich der 3 zum Museum. Während ich da oben für die Anstrengung mit nur bescheidenen trüben Blicken zum Meer belohnt werde, grummelt es in der Ferne.

Bis zum spanischen Espolla geht es meist bergab. Die Grenze verläuft da auf der Kuppe. Kurze Zwischenanstiege sind dabei. Dort angekommen donnert es aus den dunklen Wolken erheblich. Als die ersten Tropfen kommen schaffe ich es noch unter einen Baum und zieh mir dann doch für die verbleibenden 22 km nach Figueres meine Regenmontur an. Zuerst in Starkregen, der nimmt aber sukzessive ab und in Figueres scheint die Sonne. Fast pünktlich komme ich um 14:05 am Ziel vor dem Appartement an. Mein Rad findet Platz in einem nicht vermieteten Appartement im Erdgeschoss. Meins liegt im zweiten Stock und der Vermieter erklärt mir alles. Super sauber ist das hier, modernste Geräte und Einrichtung. Das Einzige, was die Perfektion stört, ist mein ziemlich schmutziges Erscheinungsbild in den vollgespritzten Regenklamotten.

Punkt 14:57h stehe ich geduscht und umgezogen vor der Kasse und um 15:02 halte ich mein Ticket in der Hand, pünktlich für den 15h Slot. Trotzdem sind eine ganze Menge Leute da und es ist schon eine Fülle von Sachen, die da zu sehen sind, so dass es nur zum Teil auch aufgenommen werden kann. Danach schlendere ich durch die Altstadt.

Dabei komme ich am Erkennungsbild von Figueres, dem Rathaus, einem verzierten Stadthaus und Dalis Geburtshaus vorbei. Es gibt café con leche und Käsekuchen mit Matcha. Dann hole ich mir ein Bier und eine Limo im Supermarkt um im perfekten WLAN dies hier zu schreiben und parallel Schweiz gegen Italien auf spanisch zu folgen bevor ich auf Restaurantsuche gehe.

39,5 km bin ich heute gefahren und Höhenmeter waren es 536.

In Banyuls-sur-Mer

Für heute habe ich mir einen ganzen Tag ohne Radfahren vorgenommen, obwohl es mich schon wieder ein bisschen zum Coll de Banyuls lockt. Der Tag beginnt mit einem exzellenten Frühstücksbuffet. An der Rezeption bekomme ich ein Handtuch für den Strand geliehen und mach mir als erstes ein Bild vom Ort, in dem ich kreuz und quer durch ihn durchlaufe. Als erstes laufe ich am Hafen entlang. Man kann hier Jetskis leihen. Es ist aber niemand da, den man fragen könnte. Außerdem gibt es mehrere Tauchschulen.

Große Maschinen fahren über den Strand um den einen Teil der Promenade zu renovieren und im hinteren Teil des Ortes finde ich einen schönen Olivenbaum.

An der Kirche, die ebenfalls im hinteren Teil des Ortes liegt, laufe ich erst einmal glatt vorbei. Sie ist weniger beeindruckend als ihr Bild gegenüber und die Beschreibung dazu.

Was ich heute hier auch lerne: Banyuls-sur-Mer ist die Endstation des Wanderweges GR10, über den man die Pyrenäen vom Atlantik bis zum Mittelmeer zu Fuß überqueren kann. Heute ist baden im Mittelmeer geplant und während ich mich trocknend auf dem Kiesstrand sitze, kommen drei Wanderer gerade vom GR10. Der Vater des einen ist wohl extra gekommen um sie zu begrüßen, es werden Fotos gemacht und zwei stürzen sich mit Hemd und Hose ins Wasser.

Sonst ist nicht viel los. Einige Kraulschwimmer ziehen langsam ihre Bahnen durch die Bucht und einige sehr weiße Körper werden rot. Das Wasser ist eigentlich angenehm, gute Abkühlung und man kann gut schwimmen. Es ist wieder weit jenseits der 30 Grad.

Weiter habe ich heute gelernt, dass die Skulpturen der nackten Frauenkörper auf der Promenade alle von Aristide Joseph Bonaventure Jean Maillol geschaffen worden sind, der hier 1861 geboren wurde und 1944 hier starb.

Außerdem ist interessant, dass hier Lisa Fittko geb. Ekstein mit ihrem Mann Hans lebte und mit Unterstützung des Bürgermeisters, der ihnen falsche Papiere ausstellte, maßgeblich beitrug um vielen Menschen, die vor Nazis flohen, über die Pyrenäenpässe in der Nähe nach Spanien zur Flucht zu verhelfen.

Bei dieser Erkundung habe ich 6 km spaziert und etw 50 Höhenmeter erklettert, von denen die meisten von den 125 Stufen zum Hotel hoch rühren. Ein paar werden wohl wieder dazu kommen, wenn ich mich heute Abend wieder nach unten zum Abendessen begebe.