Gestern Abend haben wir im nahe gelegenen gut bewerteten Hotel noch gut gegessen und als wie dann im trockenen Zimmer sitzen, beginnt es draußen ziemlich heftig zu regnen. In der Gegend gibt es starke Gewitter. Heute früh ist der Himmel wieder grau und es nieselt. Nachdem wir uns mit Frühstück und Zusammenpacken Zeit lassen, trocknet es langsam ab. Mit knapp 20 Grad ist es deutlich kühler geworden, aber trotz bedecktem Himmel bleibt es den restlichen Tag trocken.
Unser erstes Ziel ist das römische Mosaik in Nennig, für das wir einen kleinen Umweg oder Abstecher in Kauf nehmen. Im 19. Jahrhundert wurde es von einem Bauern entdeckt, recht bald mit einer Schutzhütte umgeben, dann vollständig ausgegraben und mittlerweile mehrfach renoviert. Um die 3 Millionen Steine sind kunstvoll und eindrucksvoll verlegt.

Eine große niederländische Reisegruppe kommt kurz nach uns und wir bekommen deshalb noch einen interessant aufbereiteten Film zur Geschichte und zu den riesigen Ausmaßen der ursprünglichen Römervilla und der Bedeutungen des Mosaiks zu sehen. Letztlich sind es blutrünstige Geschichten rund um Gladiatorenkämpfe mit und ohne Tiere.
Der Radweg führt aus unserer Sicht (flussabwärts) auf der rechten Seite der Mosel entlang. Auf der gegenüberliegenden Seite schauen wir auf Dörfer und Weinberge in Luxemburg. Invasive Gänse-Arten haben mittlerweile auch schon einen großen Teil des Ökosystems in Besitz genommen und lungern entlang oder auf dem Radweg.

Keltische Symbole und eine kleine Bergbaubahn gibt es bei Wellen zu sehen. Kurz danach überqueren wir kurz die Mosel, um in Luxemburg in der kleinen Stadt Grevenmacher am Brunnen unter zylindrisch geschnittenen Bäumen eine kleine Zwischenmahlzeit zu uns zu nehmen.
Bei Konz erreichen wir nach einer weiteren halben Stunde die Saarmündung. Der Radweg führt dann über die Saarbrücke und nach einer weiteren halben Stunde haben wir Trier erreicht. Dank des Ministeriums für Verkehr und Digitales wird der Radweg ausgebaut, sollte bis Ende Juli gesperrt sein und obwohl auf dem Weg nichts zu sehen ist, ist er immer noch gesperrt. So navigieren wir uns über wenig schön geführte Wege bis zu unserem Hotel am Rand der Innenstadt.

Die Räder finden in der Tiefgarage Platz und wohl auf Grund meines irritierten Blicks erlassen sie uns die eigentlich fälligen 3 Euro Parkgebühr pro Rad. Die Innenstadt von Trier ist einerseits voll mit den üblichen Geschäften, aber auch voller reich verzierter Stadthäuser, von denen man hier bestenfalls eine kleine Auswahl zeigen kann.
Das erste ganz große Highlight ist die Porta Nigra, die ich vom extra eingerichteten Fotopunkt tatsächlich am besten ins Bild bekomme. Im Haus gegenüber wird ein Kind auf der Fassade getragen.

Unser nächstes Ziel ist der Dom, der mit der angeschlossenen Liebfrauenkirche einen riesigen Bereich abdeckt. Der Innenraum ist von einer Vielzahl von verschiedenen Stilarten und Gebäudebestandteilen geprägt, die teilweise bis auf die Konstantinische Zeit zurück reichen. Die Granitsäulen wurden aus dem Odenwald bezogen (einen der Steinbrüche hatten wir kürzlich dort besucht).
Der Garten und der Kreuzgang, die erfreulicherweise ebenso gratis betreten werden können wie die Kirche selbst, sind dann noch viel schöner.

Ein paar Schritte weiter, beim Kaufhaus Marx, erreichen wir dann die Konstantin Basilika, die nun wieder in karger Ausstattung als evangelische Kirche fungiert. Die apokalyptischen Reiter in moderner Form, große farbprächtige Ölgemälde, werden aktuell ausgestellt. Davor war es dem kurfürstlichen Schloss angegliedert, das sich auch prächtig und mit prächtigem Park auf der Rückseite der Basilika präsentiert.

Nachdem wir im französischen Restaurant Krämerei Trier eine gute Galette zu uns nehmen, schlendern wir noch einmal durch die Innenstadt und auch mit teurer Beleuchtung ist die Porta Nigra ein toller Anblick.

Insgesamt betrug die gefahrene Distanz heute 60 km mit 222 Höhenmetern. Dazu kommen noch ein paar Kilometer, die wir zu Fuß durch Trier gelaufen sind. Nach nur kurzem Aufenthalt im Saarland sind wir heute schon in Rheinland-Pfalz angekommen.



