Narbonne und Narbonne Plage

Nachdem wir gestern Narbonne erreicht hatten und unser Appartement bezogen hatten, das zwar als Wohnung ganz ok war aber den Versprechnungen leider gar nicht entsprochen hat. Das wird af jeden Fall noch eine kritische Rezession geben. Ich hatte nach Frühstück gefiltert und der Preis war danach, das angebotene Frühstück für zwei Tage stand in der Küche mit ein bisschen Zwieback, Marmelade und Kaffeekapseln für eine dieser Billigmaschinen.

Direkt um die Ecke ist noch ein toller Weinladen mit einem riesigen Regal mit Weinen lokaler Weingüter in allen Preisklassen. Der Abend ist gerettet und nah an der Kathedrale finden wir ein kleines Restaurant Restaurant L’assiette de Tiphaine mit gutem französischem Essen zu angemessenem Preis.

Während unsere Wandergruppe wahrscheinlich schon über zwei Stunden unterwegs ist, gehe ich zur Boulangerie um die Ecke, wir bereiten unser bescheidenes Frühstück und rüsten uns. Die Sonne brennt ziemlich und trotz des Windes wird es teilweise sehr warm.

Wir starten am Forum wo außer Obelisk und einer Säule nicht viel zu sehen ist, daneben dann die Wölfin mit den säugenden Knaben. Kurz danach ist ein kleines Museum in dem in erster Linie neben Amphoren und ähnlichen Fundstücken aus der Römerzeit ein Labyrinth verwinkelter Gänge zu entdecken ist, in dessen Nischen auch immer verschiedene archäologische Artefakte gezeigt werden.

Wenige Schritte weiter kommen wir zur Kathedrale von Narbonne, die sich auf engem Raum in die Gassen einschmiegt und aus verschiedenen Richtungen ganz unterschiedliche beeindruckende Ansichten bereit hält.

Der Innenraum wirkt dann eher kompakt mit Altären rund herum um den Hauptraum, die verschiedene interessante Skulpturen enthalten. Die Orgel ist wohl eine der größten der Gegend und aktuell wird auch intensiv geübt.

Der Platz vor dem Palais View bietet in erster Linie, neben vielen Geschäften und Cafés eine tolle Aussicht auf den mit Blumen geschmückten und beflaggten Palast. Davor ist ein Loch im Platz, was einen Blick auf den Belag der alten Römerstraße „La Via Domitia“ erlaubt, die hier schnurgerade durchführte. Durch den ebenfalls mit Blumen geschmückten Eingang der „Pont des Marchands“ überqueren wir den „Canal de la Robine“.

Auf der anderen Kanalseite mit belebten Plätzen und der typischen Markthalle mit unzähligen kleinen Läden, gibt es weitere Motive auf Kanal, Palast und Kathedrale. In verschiedenen Schleifen kreuzen wir durch die Altstadt und kleine Straßen mit vielen kleinen Läden. Im Palast ist ein Museum und im Eingangsbereich mit dem faszinierenden schwarz-roten Boden findet sich eine recht moderne Statue einer kauernden Dame mit Rastafrisur und dahinter das Original der Wölfin.

Nachdem wir nun schon so nah am Meer sind, entscheiden wir uns für einen kleinen Ausflug an den Strand. Der ist riesig und es liegen auch ein paar Leute da, es ist warm aber windig und das Wasser ist mit 22 Grad eigentlich auch in Ordnung. Mangels Badesachen verzichten aber darauf es auszuprobieren. Unser Plan: ein kleines Päuschen in einer typischen Strandbar und dann wieder schnell zurück mit dem Bus, erweist sich leider als Reinfall. Die Schleife an den Strand spart der Bus sich, egal was auf den Plänen steht und was Google dazu meint, so das wir mit Hilfe einer alten Dame zu einer anderen Bushaltestelle gefahren werden und dann auf den nächsten Bus warten, der eine Stunde später fährt, aber dann noch 20 Minuten Verspätung mitbringt.

Damit ist es dann auch Zeit für ein Restaurant und an der Kathedrale gibt es das „Le Petit Péché“ und erwartungsgemäß wird dort guter Fisch serviert.

Die Distanz von 55 km mit 301 Höhenmetern setzt sich aus gut 10 km zu Fuß und gut 40 km mit dem Bus zusammen. Die Beine spüren wir insbesondere bei Treppenabgängen noch gewaltig.

Von Refugio Sorteny nach La Vela

Nachdem wir im Refugio gestern ein ganz passables Abendessen bekommen haben und alle schon recht früh ins Bett sind, also ins Stockbett im 8 Bett Zimmer, hatte ich eine recht unruhige Nacht. Es dauerte ein bisschen bis ich den Hüttenschlafsack endlich richtig positioniert hatte. Irgendwann kamen dann auch die ersten Schnarchgeräusche und meine Ohrstöpsel zum Einsatz. Vom Aufstehtrubel mit Licht und Lärm bemerke ich deshalb nichts, bis ich geweckt werde. Somit bin ich auch wieder hinten dran. Rasieren fällt flach und in der Enge gelingt es mir einigermaßen alles wieder in den Rucksack rein zu bekommen. 

Das Frühstück ist ok, und das Launchpaket für 13,50 € erweist sich als unnötig. Es lässt sich leicht selber zusammen stellen. Das Sandwich kann man sich selber machen, Äpfel gibt es auch zum mitnehmen, hervorragendes Wasser kommt aus dem Hahn und das kleine Snickers und die Kartoffelchips sind den Aufpreis nicht wert.

Gegen 7:30 verlassen wir die Hütte und als Erstes geht es noch einmal eine Stunde runter. Unsere Gruppe ist wieder sehr motiviert und als es steiler wird komme ich kaum noch hinterher, das linke Knie schmerzt, das führt zu unsicherer Gehweise und die Muskeln haben sich natürlich von gestern nicht erholen können. Wir kommen an rauschenden Wasserfällen vorbei aber Zeit für Naturwunder ist aktuell nicht eingeplant.

In dem Dörfchen El Serrat entscheiden wir uns dann zum Abbruch. Das was noch kommt und die Wetteraussichten, morgen ein Abstieg von 1200 Metern und übermorgen ein Aufstieg von 1800, sind zu viel. Wie es der Zufall will, warten vor dem Hotel, vor dem auch wir debattieren, ein englisches Pärchen auf ein Taxi und als das ankommt fragen wir höflich, ob wir uns das Taxi teilen dürfen „no charge …“ aber wir geben dann in La Massana trotzdem 20€. Dort wartet schon der Linienbus und vor 9h sind wir bereits am zentralen Busbahnhof in Andorra la Vella. Dort gibt es 2 Tickets für den Bus nach Toulouse um 12h und wir beschließen uns zwei Tage in Narbonne einzumieten und später auf eigene Faust zu wandern. 

Es bleibt Zeit für einen richtigen Milchkaffee in Andorra la Vella und für einen kleinen Spaziergang durch das historische Stadtzentrum in vollständiger Wandermontur mit dem Gepäck auf dem Rücken. Während wir ein bisschen gehadert hatten mit der Entscheidung die Tour abzubrechen, fühlen wir uns mit dem Gewicht auf dem Rücken und den Schmerzen in den Beinen schon ein bisschen besser damit.

Der Bus erreicht den Bahnhof Toulouse pünktlich, der Zug nach Narbonne fährt auf die Minute ab und kommt ebenso pünktlich an. Auch das Wetter in Frankreich hält sich an die Prognosen, es ist bewölkt und regnerisch. Da können wir das etwas schlechtere Wetter in Narbonne mit Stadtbesichtigung überbrücken.

Die Distanz von 3 km mit 5 Höhenmetern bergauf und knapp 400 bergab ist eigentlich nicht der Rede wert aber bereits der kleine Abstieg hat weh getan.