Von Ingolstadt nach Regensburg

Die Beerdigung, auf der wir zu Gast in Durbach waren und wegen der wir mit dem Zug von Ingolstadt nach Offenburg gefahren sind und dort übernachtet hatten, war einerseits ein äußerst trauriger Anlass, andererseits ein schönes Zusammenkommen von Vielen, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, in einer wunderbaren Umgebung und vorzüglichem Essen. Mit dem Zug zurück nach Ingolstadt hat auch alles geklappt, auch wenn es manchmal ein bisschen eng wurde. Die Räder im Hotel Anker waren auch da, unser Zimmer lag im vierten Stock unterm Dach und war klein und winklig. Das Frühstück war gut und das Gespräch mit den vier Österreichern auf E-Bikes ergab, dass von Weltenburg keine Schiffe wegen Niedrigwasser fahren.

Nach anfänglichen Navigationsschwierigkeiten finden wir den Donauradweg, der sich mal wieder dadurch auszeichnet, dass man auf staubigen Schotterpisten fährt. Das Kraftwerk am Schotterweg ist die erste Attraktion, neben kleinen Kirchlein und der wenig attraktiven Silhouette von Vohburg mit einem Radweg, der diesen Namen beim besten Willen nicht verdient. Wir wechseln die Donauseite, da geht es asphaltiert weiter, aber wir machen den Fehler, den Fahrradwegweisern zu folgen und landen wieder auf einem Schotterweg. Bis zum Kloster Weltenburg lass ich mich noch zweimal reinlegen, aber wir folgen dann der kaum befahrenen Straße.

In Weltenburg frage ich den Mann im Ticketcontainer, ob es kein Wasser mehr gibt und der erläutert uns die Misere, gibt uns aber den Tipp, dass wir die Fahrräder und uns auch mit einer Zille durch den Donaudurchbruch bringen lassen können. Das setzen wir unmittelbar in die Tat um, denn es ist sehr viel Betrieb im und um das Kloster und wir wollen schnell weiter.

Unsere Räder und ein großer Kinderanhänger haben neben ca. 15 Leuten Platz in der Zille (einem kleinen offenen Boot mit Motor) und die fährt zwar nicht den gesamten Weg bis Kelheim, aber bis zu einer Stelle, wo wir die Räder auf den kleinen Radweg bekommen, der dann bis Kelheim führt.

Auf diese Weise kommen wir in den Genuss ca. 2 km über den Fluss zu gleiten und die faszinierende Felslandschaft vom Wasser aus zu sehen. Dem Nepomuk (in der Mitte auf dem Bild rechts oben) ging das Wasser angeblich letztes Jahr bis an die Füße. Das ist schon ein großer Unterschied.

Auf einem kleinen Wanderweg, der dann mehr und mehr zu einem richtigen Weg später auch mit Asphalt wird, fahren wir bis Kelheim. Es sind sehr viele Leute unterwegs. Beim Donautor finden wir dann auch ein schönes Café und die haben guten Käsekuchen und Milchkaffee. Ich schaue mir den Weg bis Regensburg an und entscheide mich dafür, eine rennradtaugliche Strecke auszuwählen.

Der Anfang ist nicht so schön, große Straße mit wenig Verkehr, der ist dann aber schnell. Sobald wir über die spektakuläre Brücke die Donau queren, fahren wir auf kleinen einspurigen Straßen und durch Dörfer und immer wieder läuft neben uns der offiziell angezeigte Donauradweg. Einfach zu erraten: staubiger Schotter.

Ganz zuletzt schon in Regensburg folgen wir wieder dem Radweg und es bleibt beim Schotter bis fast zur steinernen Brücke. Unser Hampton Hotel liegt am anderen Ende, vorbei an den Kreuzfahrtschiffen. Nachdem wir wieder sauber und in Zivil sind, laufen wir ca. 5 km durch die Stadt auf der Jagd nach den besten Perspektiven von Brücken und Dom. So sind es heute doch einige Fotos bei idealen Wetterbedingungen geworden.

Heute ist auf der andern Seite der Donau auch ein großes Volksfest mit Riesenrad und Kettenkarussell schon von weitem zu sehen. Die Jugend hüllt sich in schicke Trachten meist mit jeweils einem offenen Bierfläschchen als Accessoire. Man sieht kaum Flaschensammler, aber einer ist unterwegs und der ist äußerst bepackt.

Das Essen im Bischofshof am Dom inklusive dem preisgekrönten Weltenburger Dunkel Barock Bier ist ganz hervorragend, wird in Rekordzeit zu absolut akzeptablem Preisniveau geliefert.

Die heute bewältigte Distanz war mit 89 km mit ca. 2 km Bootsfahrt deutlich mehr, als wir bisher gemacht hatten. Die 270 Höhenmeter lassen sich weitgehend auf die beiden Fahrstraßen zurückführen, die wir, entnervt von den Radwegen, genommen hatten. Insgesamt ist es aber gut gelaufen und wir sind bei bestem Wetter und wenig Wind zügig vorangekommen.

Von Neuburg nach Ingolstadt

Heute haben wir nur eine sehr kurze Etappe bis Ingolstadt vor uns. Das Frühstück im kleinen Frühstücksraum mit Einbauküche, Rezeption und drei Tischen haben eine fünfköpfige E-Biker-Truppe, eine einzelne Frau und wir beide Platz. Es gibt weiße Brötchen, Vollkornbrot, Marmelade und Aufschnitt. Ausreichend für uns. Nachts hatte es geregnet. Die meisten Straßen sind schon wieder trocken, aber unter Bäumen spritzt es. Bis zum Jagdschloss Grünau geht es auf schnurgerader Straße mit gut ausgebautem Radweg.

Da wir aber dann darauf verzichten, uns nach asphaltierten Wegen umzuschauen, kommen wir leider nun auch auf Wege, die noch nass und schmutzig sind. Das sind dann die Räder und die Taschen danach auch. Nach einer guten Stunde erreichen wir Ingolstadt. Im Hotel Anker angekommen, erklären wir noch einmal unser Anliegen, dass wir nicht von heute auf morgen, sondern von morgen auf übermorgen hier übernachten wollen. Sie sind alle sehr freundlich und die Umbuchung hatte geklappt. Die Räder finden im Innenhof Platz, unsere Taschen, nachdem wir uns umgezogen haben, in der Bügelstube. Dann reicht die Zeit noch für einen kurzen Rundgang durch Altstadt am Rathaus vorbei mit mehreren Hochzeitsgesellschaften.

Dann setzen wir uns in den Bus zum Bahnhof. Mit Deutschlandticket ausgestattet, suchen wir uns einen Weg im Nahverkehr nach Offenburg, wo wir heute übernachten, um morgen schon sehr früh in Durbach an einer Beerdigung teilzunehmen. Ein Freund, einer der wenigen, die diese Reisen hier im Reiseblog auch immer wieder verfolgt hat und auch selbst gern auf Reisen war, ist leider gestorben.

Mit einer Distanz von 23 km bei praktisch ebenen 45 Höhenmetern sind wir heute nur eine gute Stunde unterwegs gewesen. Der Himmel war bedeckt, aber es blieb trocken, nur die Wege waren es leider nicht immer.