Das Frühstück bei Natasha beginn mit einer festlich vorbereiteten Tafel. Alle Gäste des Hauses essen an einem Tisch. Mit Messerbänkchen, silbernen Serviettenringen alles äußerst vornehm aufbereitet. Mit mir frühstücken um 7:30 noch zwei Franzosen aus Dinan, wo wir letztes Jahr durchgekommen sind. Die Unterhaltung ist etwas holprig aber wir können uns verständigen. Der Tag beginnt mit einem Bilderbuchhimmel. Es ist mit 16 Grad noch etwas kühl aber nach wenigen Kilometern geht es zur ersten Steigung hoch zum Col de la Core. Der Anstieg ist diesmal moderat. Über lange Strecken unter 6%, gegen Ende wird es dann steiler aber kaum über 7%. Man passiert verschiedene Dörfchen und in der Ferne präsentieren sich die hohen Berge mit ein bisschen Schnee.

Auf dem Pass öffnen sich dann neue Panoramen und bis Seix am Fluss „le Salat“ ist es dann nur noch eine lange schnelle Abfahrt. Entlang des Flusses steigt das Gelände leicht an. Es gibt auch einen Kayakverleih aber ich habe keine Boote auf dem doch recht wilden Gewässer gesehen. Dann biege ich ins Ustou Tal ab, das über 7 km leicht ansteigt, bis dann die letzten 4,5 km bis zum Col de Latrape steiler werden. Die Aussichten da hoch sind überschaubar aber das Thermometer steigt auf weit über 30 Grad in der Sonne. Oben bin ich dann doch etwas geschafft.

Jetzt kommt nur noch eine weitere schnelle Abfahrt am Wasserfall und mit Blick auf den Ort Aulus-les-Bains. Ich kann heute auch sofort mein „Appartement“ beziehen. Das ist eine Küche mit Schlafsofa auf niedrigstem Niveau. Dafür wollen sie 60€ und Bettzeug plus Handtuch kosten 10€. Es gibt zwar ein Grandhotel und verschiedene Gites aber ich habe zuvor alles versucht was anderes zu finden. Entweder ausgebucht oder sie nehmen nicht für nur eine Nacht. Bei zwei Nächten hätte ich mehr Optionen gehabt, was ich auch überlegt hatte. Also hatte ich das schon so erwartet, wird für eine Nacht schon gehen.
Der Ort hatte wohl mal eine größere Zeit es gibt Therme und besonderes Wasser aber das scheint nicht besonders frequentiert zu sein. Ich denke, dass Grand Hotel gegenüber dem Thermepark lebt in erster Linie von den Wanderern, die hier dann mehrere Tage verbringen. Es gibt hier zwei Restaurants aber das eine hat nur Donnerstags bis Sonntags auf. So sitze ich im einzigen offenen. Der Wirt ist freundlich und ab 19h gibt es hier auch was zu essen. Der Fluss Le Garbet fließt fotogen durch den Ort und in erster Linie kann man hier eben Wandern oder Radfahren.

Diesmal waren es 54 km und 1512 überwundene Höhenmeter.


