Von Refugio Sorteny nach La Vela

Nachdem wir im Refugio gestern ein ganz passables Abendessen bekommen haben und alle schon recht früh ins Bett sind, also ins Stockbett im 8 Bett Zimmer, hatte ich eine recht unruhige Nacht. Es dauerte ein bisschen bis ich den Hüttenschlafsack endlich richtig positioniert hatte. Irgendwann kamen dann auch die ersten Schnarchgeräusche und meine Ohrstöpsel zum Einsatz. Vom Aufstehtrubel mit Licht und Lärm bemerke ich deshalb nichts, bis ich geweckt werde. Somit bin ich auch wieder hinten dran. Rasieren fällt flach und in der Enge gelingt es mir einigermaßen alles wieder in den Rucksack rein zu bekommen. 

Das Frühstück ist ok, und das Launchpaket für 13,50 € erweist sich als unnötig. Es lässt sich leicht selber zusammen stellen. Das Sandwich kann man sich selber machen, Äpfel gibt es auch zum mitnehmen, hervorragendes Wasser kommt aus dem Hahn und das kleine Snickers und die Kartoffelchips sind den Aufpreis nicht wert.

Gegen 7:30 verlassen wir die Hütte und als Erstes geht es noch einmal eine Stunde runter. Unsere Gruppe ist wieder sehr motiviert und als es steiler wird komme ich kaum noch hinterher, das linke Knie schmerzt, das führt zu unsicherer Gehweise und die Muskeln haben sich natürlich von gestern nicht erholen können. Wir kommen an rauschenden Wasserfällen vorbei aber Zeit für Naturwunder ist aktuell nicht eingeplant.

In dem Dörfchen El Serrat entscheiden wir uns dann zum Abbruch. Das was noch kommt und die Wetteraussichten, morgen ein Abstieg von 1200 Metern und übermorgen ein Aufstieg von 1800, sind zu viel. Wie es der Zufall will, warten vor dem Hotel, vor dem auch wir debattieren, ein englisches Pärchen auf ein Taxi und als das ankommt fragen wir höflich, ob wir uns das Taxi teilen dürfen „no charge …“ aber wir geben dann in La Massana trotzdem 20€. Dort wartet schon der Linienbus und vor 9h sind wir bereits am zentralen Busbahnhof in Andorra la Vella. Dort gibt es 2 Tickets für den Bus nach Toulouse um 12h und wir beschließen uns zwei Tage in Narbonne einzumieten und später auf eigene Faust zu wandern. 

Es bleibt Zeit für einen richtigen Milchkaffee in Andorra la Vella und für einen kleinen Spaziergang durch das historische Stadtzentrum in vollständiger Wandermontur mit dem Gepäck auf dem Rücken. Während wir ein bisschen gehadert hatten mit der Entscheidung die Tour abzubrechen, fühlen wir uns mit dem Gewicht auf dem Rücken und den Schmerzen in den Beinen schon ein bisschen besser damit.

Der Bus erreicht den Bahnhof Toulouse pünktlich, der Zug nach Narbonne fährt auf die Minute ab und kommt ebenso pünktlich an. Auch das Wetter in Frankreich hält sich an die Prognosen, es ist bewölkt und regnerisch. Da können wir das etwas schlechtere Wetter in Narbonne mit Stadtbesichtigung überbrücken.

Die Distanz von 3 km mit 5 Höhenmetern bergauf und knapp 400 bergab ist eigentlich nicht der Rede wert aber bereits der kleine Abstieg hat weh getan.

Von Soldeu nach Refugio Sorteny

Heute sind wir zur ersten Etappe einer einwöchigen Wander-Tour durch die Pyrenäen gestartet. Die Tour wird vom Deutschen Alpenverein in den Sektionen Karlsruhe und Heidelberg organisiert. Die erste Gruppe war schon eine Woche unterwegs und wir die Neuen kamen in Soldeu dazu. Die Stories derjenigen, die dann heute die Tour verließen, waren schon recht beunruhigend. Und so sind wir mit einigermaßen Respekt heute aufgebrochen.

Das Panorama ist traumhaft, die körperliche Herausforderung scheint unsere Möglichkeiten an ihre Grenzen zu bringen. Beim Fahradfahren zähle ich ja nur die Höhenmeter. Beim Wandern ist das runter laufen leider alles andere als einfach und geht auf Knie und Muskeln.

Die ersten knapp 1000 Höhenmter geht die Gruppe unseres Erachtens sehr zügig. Das kostet Körner, die uns beim letzten Pass und dann im Abstieg fehlen. Der Rest der Gruppe ist schon 45 Minuten vor uns auf der Hütte, das Wasser in derDusche ist dann auch kalt. Völlig erschöpft trinke ich zwei Bier. Mal sehen, wie wir uns morgen fühlen.

Insgesamt waren wir 17 km unterwegs und haben mit 1537 Höhenmetern ein ziemlich hartes Programm absolviert. Die Höhenmeter abwärts lagen dann auch um die 1300.