Der Tag heute ist eigentlich schnell erzählt. Wir haben wieder Strom und haben mit Nespresso einen Tropfen Kaffee aus der Maschine geholt, ein Baguette gekauft und konnten somit frühstücken. Dann sind wir los auch wieder in Richtung Donau, nun aber durch den belebteren Teil des 7. Bezirks bis zur selbsternannten „Fashion-Street“ und dann bis zur weißen Hängebrücke (das ist die Elisabeth-Brücke, die davor heißt nur Kettenbrücke), über die wir die Donau überquert haben. An deren Ende ist der Gellert-Hegy (Hügel/Berg) und zu dessen Füßen beeindruckt ein monumentaler Bischof sein Kreuz hoch reckt. Der Hügel verdankt seinen Namen diesem Bischof Gellert, der von noch nicht christlichen Ungarn in einen Fass vom Berg in die Donau runter gerollt wurde.

Mit vielen anderen sind wir dann den Gellert-Hügel hinaufgelaufen. Es gibt dort viele Wege und Treppen. Recht weit unten ist schon eine Informationstafel, die darüber informiert, dass das Gelände oben nun endlich renoviert würde und deshalb der Zugang gesperrt sei. Die Malereien auf dem Schild geben zu der Vermutung Anlass, dass es schon länger da steht. Man kommt an unzähligen Aussichtspunkten vorbei. Manchmal muss man warten, bis man zum Foto zugelassen wird, also hier einmal ein Panorama mit Französinnengruppe. Oben ist dann auch die ungarische Freiheitsstatue in der Baustelle zu sehen und mit Zoom auch zu fotografieren. Tatsächlich ist die Freiheitsstatue mit durch Stacheldraht verstärkten Bauzaun eingesperrt. Wollen wir das nicht als schlechtes Zeichen deuten.
Auf dem Weg nach unten hat man dann einen schönen Blick auf die Szabadság hid (Freiheitsbrücke), die wir als vierte der Budapester Brücken dann auch bald überqueren, mit Blick auf viele weitere Kreuzfahrtschiffe, den Gellerthügel und das Burgviertel. Es sind 10 Budapester Brücken, wenn man Eisenbahn und Autobahnbrücken mitzählt. Die nächste kommt dann Donau aufwärts erst wieder in Esztergom. Schlösser an Brückengeländern ist natürlich auch hier eine der Sitten, deren Sinn man hinterfragen kann, genauso wie die teilweise absurden Aktionen, die man immer wieder beobachten kann um noch besonderere Fotos zu bekommen. An den Treppen zur Donau runter sitzt eine bemalte Figur. Vielleicht symbolisiert die blau-weiße Grenze wo das Wasser stehen sollte? Auf der Pester Seite gibt es eine Markthalle mit unten einigem an volkstümlichen Nahrungsmitteln und oben alles was sonst noch so volkstümlich ist. Hier beginnt die andere Seite der Einkaufsstraßen, durch die wir dann langsam wieder zurück schlendern.

In Summe hat sich eine Distanz von 12 km ergeben, die wir bei starkem Wind und mit immerhin etwa 200 Höhenmetern gewandert sind. Der Wind war so stark, dass ich die Mütze auf den Brücken lieber in die Tasche gesteckt hatte. So sind auch ein paar Wolken durchgezogen, aber im Großen und Ganzen war es wieder ein sonniger und ziemlich warmer Tag.