Auch wenn das Skaritz Hotel mit 4 Sternen versehen ist, merkt man das nicht am Frühstück. Der Rest ist aber völlig in Ordnung. Geschlafen habe ich hervorragend. Obwohl man es besser vermeidet, sich zu früh zur Ruhe zu begeben, da es die frühestens zwischen 23h oder 24h gibt. Morgens hört man den Anlieferverkehr dann auch schon in den Straßen. Wer aber zwischen kurz vor Mitternacht schlafen möchte und gegen 7:30 aufwacht, wie für uns, ist also alles in Ordnung.

Wir suchen uns verschiedene Quellen, um einen Rundgang durch die Stadt zu planen und finden eine Tour, der wir lose folgen. Die Anzahl der Motive ist riesig. Es gibt unglaublich viel zu sehen. Direkt beim Hotel kommen wir zum Schlossblick, der gestern Abend noch von Obdachlosen, die da lagerten, etwas beeinträchtigt war. Komischerweise haben sie sich heute auf die rechte Seite in die Sonne verzogen. Das Stadtbild hat neben wenigen Obdachlosen auch einige Schattenseiten. Es gibt wieder einige Bruchbuden, schöne abbruchreife Gebäude.

Nach den ersten Altstadtwinkeln kommen wir zum Parlamentsgebäude mit Kugelbrunnen und Wachpersonal mit strengem Zeremoniell. Dahinter gibt es einen schönen Park mit einem Brunnen nackter Badender und einem Reiterstandbild von Maria Teresa, die hier allgegenwärtig ist und im Martinsdom zur ungarischen Königin gekrönt wurde. Erst hier habe ich meine GPS Uhr eingeschaltet.
Das nächste Ziel ist die Burg, auf der wir natürlich nicht die Einzigen sind. Aber es verläuft sich in dem riesigen Gelände. Egal ob von unten nach oben oder umgekehrt gibt es grandiose Aussichten. Der Labyrinth-Garten enttäuscht ein bisschen und was es mit den riesigen Mönchen auf sich hat, habe ich nicht eruiert.

In der Stadt sieht man von oben den Martinsdom mit Stephanskuppel und in der Ferne einige Hochhäuser. Während wir in Österreich insgesamt zwei bis drei Windräder finden konnten, sehen wir hier von oben auf einmal Hunderte in der Ferne. Ob die nun jenseits der Grenze in Österreich oder der Slowakei stehen, lässt sich nicht feststellen. Das Ufo auf der Brücke ist auch ein Aussichtspunkt, auf den man hoch kann, den wir aber ausgelassen haben.

In den begehbaren Stadtmauerresten gibt es viele Schilder mit Kurzbiografien in slowakisch und deutsch von bekannten Personen mit jüdischer Herkunft, die hier in Preßburg (Bratislava) geboren, gelebt oder gewirkt haben. Unten am Donauufer gibt es verschiedene Denkmäler für den unbekannten Soldaten oder die bulgarischen Partisanen oder die Befreiung der Stadt durch die „rote Armee“ (hier die ukrainische Fraktion). Außerdem sind die Vikinger Kreuzfahrtschiffe in Reihe angedockt und werden gerade von vielen Lastern wieder mit neuem Proviant versorgt. Die Stadt ist voll mit Reisegruppen, die durch Schilder und Audio-Hörgeräte in unterschiedlich gebrechlicher Form als Viking-Reisende erkennbar sind.

Auf unserem Rundgang kommen wir dann auch an der blauen Kirche vorbei (eigentlich hatte ich sie schon fast vergessen) und sie liegt etwas abseits. Wenige Meter danach stoßen wir auf street art und große Supermärkte. Über das alte Rathaus und den Franziskusplatz mit dem Soldaten mit Napoleonhut gelangen wir zurück zum Hotel.

Gut 13 km sind wir dann mit 200 Höhenmetern durch die Stadt gelaufen. Mit 6 Stunden haben wir uns dafür viel Zeit gelassen. Das Wetter ist hochsommerlich. Es gibt so viel zu sehen. Bis auf den Martinsdom oder auch Preßburgdom genannt, waren wir nirgends drin und da gibt es auch noch Einiges. Der Abend klingt aus im Bratislav Flagship mit einem preiswerten slowakischen und guten Pirogge Gericht mit preiswertem und gutem Bier. Anschließend gehen noch in eine Bar, schräg gegenüber, mit einem Trio mit Jazz-Standards. Da kostet das Bier dann etwas mehr.